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Build your Dreams (BYD): So sehen die Pläne für Europa aus

Jürgen WolffbyJürgen Wolff
25. Januar 2023
Lesedauer: 3 Minuten
Jürgen WolffbyJürgen Wolff
25. Januar 2023
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): BYD

Home Elektroauto Hersteller

Mit BYD drängt ab diesem Herbst ein chinesischer Autobauer mit drei Elektroautos auf den europäischen Markt. Hierzulande kaum bekannt, aber in China eine feste Größe. Dabei stapelt das Unternehmen aus China nicht gerade tief.

Bescheidenheit klingt anders. BYD heißt der chinesische Konzern, der jetzt seine Expansion mit Elektroautos auch nach Europa angekündigt hat. BYD steht für „Build your Dreams“. Ob dieser Anspruch den Realitäten gerecht wird, muss sich erweisen, sobald die ersten in China gebauten Elektro-Modelle in Europa aus den Showrooms auf die Straße rollen. Drei Modelle bietet BYD zum Start an: zwei SUV und eine Mittelklasse-Limousine.

Auf dem heimischen Markt in China ist das erst im Februar 1995 im chinesischen Shenzhen als Hersteller von Ni-Cd-Batterien gegründete Unternehmen längst eine feste Größe. Nachdem BYD anfangs nur wiederaufladbare Batterien anbot, hat das Unternehmen mittlerweile längst ein deutlich umfangreicheres Portfolio: Neben Autos gehören dazu Gabelstapler, Magnetbahnen, Busse, E-Räder oder Lkw. 2003 diversifizierte Unternehmensgründer Wang Chuanfu sein Unternehmen und begann mit der Entwicklung von Elektroautos. Mittlerweile hat BYD rund 290.000 Mitarbeiter, weltweit über 30 Industrieparks und mehr als 40 Niederlassungen. An den chinesischen Börsen Shenzen und Hongkong wird BYDE gleich mit drei Unternehmen gelistet.

BYD

Was seine Automobilproduktion so erfolgreich macht ist die vertikale Zusammenführung verschiedener Technologien, die bei anderen Unternehmen nicht unbedingt in einer Hand liegen: Batterien, Motoren, elektronische Steuerung und Chips. Ende 2021 beschäftigte BYD mehr als 40.000 Ingenieure und Techniker. Zum Juni 2022 hatte das Unternehmen mehr als 37.000 Patente angemeldet und hält mehr als 25.000 Patente. Dabei sind BYD Partnerschaften durchaus willkommen. Seit 2010 kooperiert man mit Daimler New Technology, in den aktuellen Fahrzeugen sind Bremsen verbaut, die von Brembo und Bosch stammen.

Schon das erste, 2005 gebauten Fahrzeug wurde ein Erfolg. Der F3 verkaufte sich allein auf dem chinesischen Markt mehr als eine Million mal. Durchaus steigerbar: Allein in der ersten Jahreshälfte 2022 hat BYD seine Verkaufszahlen um mehr als 325 Prozent im Vergleich zum Vorjahr puschen können. Das entspricht 638.157 verkauften Autos. Darunter fallen neben reinen Elektroautos aber auch (noch) Plug-In Hybride. In diesem Jahr verkündete BYD, künftig nur noch reine Elektrofahrzeuge zu bauen. Tesla konnte seine Verkaufszahlen zeitgleich zwar auch steigern, jedoch nicht so stark wie BYD. Technologisch sehen Experten Tesla und BYD schon auf Augenhöhe. Jedes vierte elektrifizierte Auto in China – reine Elektroautos und Hybride – stammt mittlerweile von BYD. Bis Ende des Jahres will BYD 1,5 bis zwei Millionen mit Plug-in-Hybrid ausliefern.

Nach China will BYD seine Autos auch in Norwegen, Schweden, Deutschland, Israel, Thailand, Dänemark und Kambodscha verkaufen. In Dänemark gibt es bereits einen Deal mit der Nic. Christiansen Gruppe. Im Herbst soll ein erster BYD-Store in Kopenhagen eröffnet werden. Seinen Hauptsitz hat BYD Europa in den Niederlanden.

BYD

Drei Autos sollen in Europa den Anfang machen. Zumindest auf dem Testmarkt Norwegen ist seit August 2021 bereits das siebensitzige und knapp fünf Meter lange SUV Tang unterwegs. Laut BYD schafft der Allradler eine Reichweite von innerstädtisch 538 und überland von 400 Kilometer. Dazu kommt im E-Segment die Familien-Limousine Han. Wobei: Familienauto ist relativ – den Spurt von Null auf 100 km/h soll der Han in 3,9 Sekunden schaffen, die Leistung liegt bei 380 kW / 516 PS. Komplettiert wird das Trio von dem C-Segment-SUV ATTO 3.

Er basiert als erstes SUV auf der e-Platform 3.0 von BYD. Alle Fahrzeuge sind mit den von BYD entwickelten Blade-Batterien unterwegs, die dank ihrer Bauart nicht nur mehr Leistung speichern können, sondern auch in die Struktur der Karosserie eingefügt sind. Die Blade-Batterie verwendet als Kathodenmaterial Lithium-Eisen-Phosphat (LFP), hat von Natur aus eine ausgezeichnete thermische Stabilität und ist zudem kobaltfrei. Außerdem ist LFP-Material sehr langlebig und robust. Offiziell vorgestellt werden alle drei Modelle im Oktober auf der Paris Auto Show.

Als Vertriebsweg vertraut BYD auf eher herkömmliche Händler-Strukturen. Man will europaweit mit etablierten Groß- und Einzelhändlern kooperieren. Dazu soll es „in der Phase 1“ strategische Partnerschaften geben mit Louwman in den Niederlanden, Hedin Mobility Group in Schweden und Deutschland, Nic. Christiansen Group in Dänemark, RSA in Norwegen und Shlomo Motors in Israel. Schwerpunkt der Anfangsphase sind die Benelux-Staaten und die nordischen Märkte. Die ersten Pkw von BYD sollen im vierten Quartal 2022 an die Kunden ausgeliefert werden.

Jürgen Wolff

Jürgen Wolff

Jürgen bewegt sich im Umfeld der E-Mobilität und gibt in seinen Fahrberichten Einblicke auf den tagtäglichen Einsatz von E-Autos als auch Plug-In-Hybriden. Er selbst ist für press:inform tätig.

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8 Comments
Andreas
Andreas
3 Jahre zuvor

„Ob dieser Anspruch den Realitäten gerecht wird, muss sich erweisen, sobald die ersten in China gebauten Elektro-Modelle in Europa aus den Showrooms auf die Straße rollen.“
Das klingt etwas von unserer europäischen Arroganz durch, wenn man danach den Rest des Artkel liest. BYD wird nach einer Anfangsphase DER Konkurrent für die europäischen Hersteller. Keiner von denen steht auch nur Ansatzweise dort, wo BYD sich befindet. Die machen mit ihrer vertikalen Strategie alles richtig

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David
David
3 Jahre zuvor

Die Autos sehen chinesisch aus und bieten nicht einmal das, was in der Klasse üblich ist. Der Tang ist eine Verbrauchsschleuder. Der Preis ist jetzt auch nicht unbedingt eine Sensation. Gut, es kommt ja angeblich eine neue Generation und da wird selbstverständlich alles viiiiel besser. Wird man sehen, bezogen auf den Tang, der ja bereits in Norwegen erhältlich ist, muss auch vieles besser werden, um wenigstens auf Klassenstandard zu kommen.

Die Invasion aus China ist ausgefallen. Wie die Weltherrschaft von Tesla. Der Markt wird in aller Ruhe von den alten OEM aufgeteilt.

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egon_meier
egon_meier
3 Jahre zuvor

Diese ganze „China kommt ganz groß und rettet uns“-Welle erweist sich immer mehr als Traum.
Was war bisher? MG 5 als Rostbeule, Aiways als software-/Ladeleistungs-/Verbrauchs-Versager, Dacia Spring als fragwürdiger Minimalist..
man kann gut sehen, warum in China die deutschen Hersteller so einen starke Marktstellung hatten und immer noch haben.

Der Lack von den chinesischen BEV blättert immer mehr ab .. wie war das in der Augsburger Puppenkiste: Scheinriese – je näher man kommt, umso mickeriger werden sie.

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DerOssi
DerOssi
3 Jahre zuvor

Beim Verbrauch hat @David Recht… bei Björn Nyland’s Test verbraucht der Tang bei 120 Km/h stolze 32 (!) KWh auf 100km… absolut inakzeptabel…

Aber ja, die „Chinesen überrollen uns mit ihren BEV“ blablablaaaaa… :)

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Spock
Spock
3 Jahre zuvor

Lt. eines Youtube Berichts vom „Elektric Viking“ soll/muss der Atto 3 doch in recht kurzen und zu nicht gerade günstigen Preisen zum Servie. Das widerspricht eigentlich dem Konzept von E-Autos und Wartung. Bei den deutschen Herstellern gibt es das auch, aber wohl eher um die Händler und deren Werkstätten zu stützen. Ich kann die Aussage von David nicht nachvollziehen, dass chinesische Autos nicht das bieten sollen was in der Klasse üblich ist. Da ist es wohl eher anders herum. O.k., beim Aiways ist das korrekt, habe selbst einen gefahren. Verarbeitung und Preis/Leistung Top, Software Flop. BYD spielt da aber in einer ganz anderen Liga und warum sollten sie ihre Autos in Europa zum selben Preis anbieten wie in China? Die europäischen Hersteller können die Nachfrage ja eh nicht bedienen. Ergo mal abwarten was kommt und nicht immer vorher schon alles zerreißen, es sei denn es geht nur darum, aber damit ist uns allen ja nicht geholfen und kann man sich sparen „David“.

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