Die Knutschkugel „Isetta“ von BMW, die in den 1950er Jahren für Furore sorgte, kam zum ersten Mal durch den Microlino zurück auf die Bildfläche. Dann spielte auf einmal noch Auftragsfertiger Artega mit, der mit seiner „Karo“ eine eigene Variante auf die Straße bringen wollte. Das glückte nicht. Nun nimmt sich Electric Brands der E-Isetta an und will diese als Evetta zurück bringen.
XBUS-Hersteller ElectricBrands hat Artega übernommen. Der endgültige Verkaufsstart soll nun Anfang 2023 unter neuem Namen „Evetta“ erfolgen. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein übernimmt Artega zu 100 Prozent und wird die KARO komplett in sein E-Produktportfolio integrieren. Über seine sozialen Kanäle hatte der Mutterkonzern ElectricBrands im Mai 2022 dazu aufgerufen, Namen für den jüngsten Neuzugang des Fahrzeug-Unternehmens vorzuschlagen, anschließend konnte die Community für ihren Favoriten abstimmen. Deren CEO äußerte sich wie folgt dazu:
„Evetta als neuer Name für unseren kleinen, elektrischen Zweisitzer ist ein richtiger Glücksfall. Besser kann man die Verbindung zum ursprünglichen Modell, gar nicht herstellen. Mit unserer modernen Evetta wird es uns gelingen, die Retro-Ikone aus den 50-er Jahren in die heutige Zeit zu holen.“ – Martin Henne, CEO von ElectricBrands
Details über den Retro-Stromer sind bisweilen eher spärlich bekannt. Feststeht, dass das E-Fahrzeug für den Stadtverkehr konzipiert wurde. Das auffälligste Merkmal der neuen, sogenannten „Knutschkugel“ ist die Tür mit integriertem Lenkrad, die sich nach vorne öffnet. Insbesondere für den Einsatz im urbanen Raum ist dies ein großer Vorteil, denn das spart Platz in angespannten Parkplatzsituationen und erlaubt dem Fahrzeug, auch quer einzuparken. Mit einer Reichweite bis zu 200 Kilometern und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h ist der Wagen gut für die Stadt gerüstet.

Wie Henne darüber hinaus ausführt erinnere die „neue Evetta mit ihrer T1-Schnautze stark an ihre ikonische Vorgängerin. Im Innenbereich jedoch hat sie kaum mehr etwas mit ihrer Vorgängerin gemein: Die Evetta ist ein absolut modern ausgestattetes Leichtfahrzeug, fährt vollelektrisch und damit beinahe ohne Emissionen.“ Die Typengenehmigung für die Serienfertigung liegt bereits vor, aktuell baut ElectricBrands die Produktionslinien in Göttingen auf. Dort entstehen 250 neue Arbeitsplätze. Im ersten Jahr sollen bereits 30.000 Fahrzeuge vom Band laufen.
Quelle: Electric Brands – Pressemitteilung
Diese Fahrzeuge hätten durchaus das Potential, im Stadtbereich den ein oder anderen Verbrenner zu verdrängen, wenn nur der Verkaufspreis einigermaßen ebenso retro wäre, wie das Design.
Dazu müsste allerdings zusätzlich ein Umdenken erfolgen, da bisher nur wenige bereit sind, von einem „richtigen Auto“ auf ein Leichtfahrzeug umzusteigen. Als upgrade für Radfahrer verschlimmern diese ansonsten sympathischen Fahrzeuge nämlich die Verkehrssituation zusätzlich.
Wie viele Firmen bauen denn jetzt ne elektrische Isetta zum Albtraumpreis?
Es wird wohl interessant werden, die „Evetta“ mit dem „Mirolino“ zu vergleichen.
Auf allen Ebenen – wenn denn erst mal beide lieferbar sind …
Super Design, das richte Fahrzeug für einen Umkreis von 25km. Top
Bilder der Evetta mit gleichen Radkappen vorne und hinten, Fahrzeug in verschiedenen Farben, siehe
1) Ganz in weiß >> autosprint.ch/de/neue-modelle/electric-brands-elektrisiert-von-der-evetta/
2) Unten Rot und oben weiß >> efahrer.chip.de/news/elektro-isetta-mit-zwei-namen-kommt-der-microlino-klon-frueher-als-das-original_108397
3) 6 Fahrzeuge in verschiedenen Farben auf 1 Bild >> automobil-industrie.vogel.de/electric-brands-uebernimmt-artega-und-baut-retro-leichtfahrzeug-karo-a-1114312/
4) Bildergalerie – 34 Bildern, darunter auch als Cabrio >> auto-medienportal.net/artikel/detail/59844
Bleibt die Fragen des Preises (Konkurrent Microlino ab 14.990 Euro, auch L7e und bis 90 km/h) und der Sicherheit (Microlino hat Pressteile aus Stahl und Aluminium anstelle des früheren Rohrrahmens).
Je mehr Fahrzeuge diese Klasse auf den Markt kommen desto größer ist die Chance auf günstige Preise und dem Wunsch der Autofahrer öfters kleinere und leichte Fahrzeuge zu kaufen anstelle schwere SUVs.
30.000 Fahrzeuge Jahresproduktion – das scheint mir doch sehr optimistisch!
Denn preislich sind diese L7 leider nicht wirklich attraktiv.
QUEEER einparken, kanna uch der Smart 450 (erste Generation) …. aber da waren ja die Ordnungshüter zum Teil regelrecht auf der Jagd, bis diverse Gerichte es als rechtens, weil sparsam eingestuft haben!
Sieht wirklich gut aus und für Ultrakurzstrecken interessant. Ist für mein Sicherheitsbedürfnis jedoch ein no go!
Eine derartig enge Konkurrenz wie die zwischen Microlino und Evetta kann wegen der Begrenztheit der Marktnische bestenfalls einer überleben. Und das wird schwer genug. Am von vielen kritisierten für einen Siegeszug zu hohen Preis wird sich nur durch eine echte Großserie spürbar etwas drehen lassen. Dafür wird einer in die Knie gehen müssen.