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KTM-CEO Pierer sieht für E-Mobilität im Motorradsektor keine große Zukunft

Iris MartinzbyIris Martinz
27. Januar 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Iris MartinzbyIris Martinz
27. Januar 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): KTM Images/Polarity Photo

Home Elektroauto News 2022

Wenn sich Stefan Pierer zu Wort meldet, hört die Motorwelt zu. Der CEO der österreichischen KTM-Gruppe, zu der Husqvarna, GasGas, Rieju und KTM gehören, hat die Marke mit einem Marktanteil von rund 12 Prozent zum europäischen Motorradhersteller Nummer eins gemacht, und nimmt sich selten ein Blatt vor den Mund. Zur Elektromobilität und zu synthetischen Kraftstoffen hat er klare Vorstellungen, die mitunter vom allgemeinen Trend abweichen. Das hat er kürzlich in einem Interview mit „speedweek.com“ gezeigt.

Pierer ist nicht nur CEO der Gruppe, sondern auch Präsident der European Association of Motorcycle Manufacturers (ACEM), und damit weltweiter Vertreter der Motorradhersteller. In dieser Funktion stellt er klar, dass in der Motorradindustrie kein Elektrifizieren nach dem Gieskannenprinzip erfolgen wird. Vielmehr hätte man „im Gegensatz zur Automobilindustrie eine klare Vision davon, wie es weitergeht„, lässt er der Automobilindustrie ausrichten. Elektro-Motorräder hätten nach seiner Auffassung nur bis zur Klasse 1 (das sind 11 kW oder 15 PS), also bis zur 48-Volt-Elektrik Sinn. Alles darüber Hinausgehende ginge in Richtung E-Fuels, wofür die Hersteller schon klare Entwicklungspläne hätten.

Das gelte somit auch für die MotoGP. Organisator Dorna hat im November angekündigt, bis 2024 40 Prozent und bis 2027 100 Prozent ökologischer Kraftstoffe verwenden zu wollen. Zuerst sollen in der Moto3 und Moto2 Erfahrungen gesammelt werden, bevor die Königsklasse umgestellt wird. Für ein MotoGP-Bike, das heute mit 20 Litern Sprit die komplette Distanz eines Rennens zurücklegt, wäre ein 500 kg-Akku nötig, um eine vergleichbare Leistung und Reichweite zu erzielen. Zumindest bis 2035 sieht Pierer daher jedenfalls „bei GP-Rennen keinen Ersatz für Verbrennungsmotoren„. Die meisten Zuschauer kämen ja auch wegen der Verbrennungsmotoren.

Die Elektromobilität an sich bezeichnet Pierer wenig schmeichelhaft als „Unsinn, der von Politikern ohne wissenschaftliche Kenntnisse gefördert wird.“ Synthetischer Kraftstoff wäre daher die Lösung, nicht der Elektromotor, um die noch millionenfach existierenden Verbrennerfahrzeuge nachhaltig zu betreiben. Der MotoE beispielsweise unterstellt er eine falsche Nachhaltigkeit, wenn die Batterien im Fahrerlager mit Dieselgeneratoren geladen würden. Schlussendlich würde die Herstellung eines Elektroautos auch deutlich mehr wertvolle Rohstoffe benötigen als ein konventionelles Auto. Ein Fan der umfassenden Elektromobilität wird Pierer somit wohl nicht mehr.

Quelle: motorradreporter.com – Stefan Pierer (KTM): „Elektromobilität ist ein Unsinn, der von Politikern ohne Wissen gefördert wird“

Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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29 Comments
Dagobert
Dagobert
4 Jahre zuvor

Mein elektrisch angetreibener 45er Roller betrachte ich sogar (neben E-Bikes und elektrischem öffentlichem Nahverkehr) als die einzige sinnvolle Form der Elektromobilität. Der verbraucht knapp >1kWh/100km und ich habe ihn wirklich noch nie benutzt um in den Urlaub zu fahren.
Motorräder sind Freizeitgeräte: Kein Geringverdiener ist darauf angewiesen mit dem Motorrad 1000km zum Familienbesuch zu fahren.

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Leon
Leon
4 Jahre zuvor

Joa, wie es gerade ist hat er schon Recht.
Trotzdem finde ich Rennen mit Verbrennungsmotoren mit den größten Schmutz unserer Zeit. Dass sowas echt noch erlaubt ist..

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Philipp
Philipp
4 Jahre zuvor

Neben dem Mist mit seiner generellen Einstellung, sehe ich große Motorräder als wirklich schwierig für die eMobilität an.

Früher (vor meiner Zeit als Vater) bin ich gerne mit dem Motorrad Touren in die Berge oder durch meine bayerische Heimat gefahren. Das waren Touren 250-450km am Tag. Mehr fährt man dann auch nicht, es ist ja kein dahingleiten sondern links/rechts/rauf/runter, also aktives ermüdendes fahren.

Aber ein eMotorrad schafft dann am Stück nur 100km und muss dann Laden. Mehr geht wegen Gewicht nicht.Das wird dann schwierig beim Laden.

Einerseits kann man aktuell nicht schnell genug Laden (kleine Batterien, kleine max Ladeleistung) um nach 30 min weiterzufahren und andererseits ist die Ladeinfrastruktur in den Bergen oder Überland bei weitem nicht so ausgestattet, das man mal locker flockig so 10 Biker überall einen Ladeplatz anbieten kann. Man fährt ja vorwiegend in kleinen Gruppen. Ein einzelner Schnelllader hilft da dann wenig.

Und ich fände es super, wenn die Krachmacher endlich leise wären. Ich befürchte das ist wirklich ein eFuelthema. Wobei der Literpreis für diese Touren ja irrelevant dann wäre.

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Dec Kimbal
Dec Kimbal
4 Jahre zuvor

Natürlich ist auch der E Motor für 95% der Motorräder und Mopeds die ideale Lösung.

Hier ein Test eines E Motorrads: das ist wirklich schon alltagstauglich und praktisch; vernünftig designt. Und die Technologie dieses E Moto Bikes ist schon 2 bis 3 Jahre alt. Da geht inzwischen und in Zukunft noch wesentlich mehr.

Höchstgeschwindigkeit 95 km/h
Reichweite 100 km

Fahrbericht: Elektro-Leichtkraftrad Supersoco TCmax | heise Autos

Das neuere Modell hat sogar inzwischen 200km Reichweite.

TS 2021 – Overview | Super Soco (vmotosoco.com)

Für den Alltag absolut ausreichend. Das Motorrad nutzt man um damit zur Arbeit, zum Einkaufen und abends zur Bar zu fahren. Da reichen 200km Reichweite locker. Damit fährt man keine Touren durch Nevada, denn dafür wäre es auch das falsche Motorrad. Aber für 95% der Motorrad und Moped User ist das absolut ausreichend.

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Martin
Martin
4 Jahre zuvor

Natürlich ist aktuell was Gewicht, Preis und Reichweite betrifft, jenseits von urbanen Kurzstreckenlösungen keine wirkliche Ablösung von Motorrädern mit Verbrenner in greifbarer Nähe.
Aber die Entwicklungen auf dem Batteriesektor deuten ja auf ordentlich Potential zur Verbesserung hin.

Was aber die Hersteller noch auf dem Schirm haben sollten: Wenn in einigen Jahren zunehmend leise BEV’s unterwegs sind, fallen die Verbrenner-Motorräder umso mehr auf. Klar, kann man auch leise(re) Moppeds bauen, aber da bildet sich imagemäßig vielleicht eine Sackgasse.

Der Harleyfahrer der Zukunft kann sich sicherlich auch eFuels leisten, ob er ständig Disussionen über Lärmemissionen führen mag, beweifle ich dann aber…

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asd
asd
4 Jahre zuvor

Pierer schaut halt aus der alten Welt auf die neue Technik und sieht so nur die Probleme.
Das ist so als wenn ein CD-Laden sagen würde „streaming ist ein Nieschenthema da haben die Kunden ja nix in der Hand“. Und Überraschung die Kunden wollten gar keine CD die wollten Musik :-)

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Stefan
Stefan
4 Jahre zuvor

Wenn der Stefan Pierer sich da nicht vertut:

https://www.zeromotorcycles.com/

Die lassen im Design so manchen Mitberwerber alt aussehen und sind von den Fahrleistungen und Reichweiten ebenbürtig. Wenn ich an einem aktuellen Sport Bike odentlich am Gashahn ziehe, muss ich auch nach 100 KM an die Tanke. Und wenn die Akkuchemie weiter so große Fortschritte macht, wird auch die Reichweite noch weiter steigen und es brauch auch bei Bikes keine Ottos mehr.

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Daniel W.
Daniel W.
4 Jahre zuvor

In einer leisen Elektrofahrzeugwelt wird jeder Verbrenner zur einer unträglichen Lärmplage, so dass es in Zukunft wohl abgelegene Krachmacher-Areale geben wird und geben auch muss, um den Rest der Bevölkerung und deren Gesundheit zu schützen – die Krankenkassen werden dankbar dafür sein.

Im Krachmacher-Erlebnispark der Zukunft gibt es dann ausleihbare E-Motorräder (und auch E-Autos) mit Soundgeneratoren für die Lärmsüchtigen und Wechselakkus für das stundenlange Lärmvergnügen.

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Artur Baumann
Artur Baumann
4 Jahre zuvor

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, ich vermute mal, auch den Herrn Pierer und damit die Marke KTM.

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H.Dorsch
H.Dorsch
4 Jahre zuvor

Tja – ob es in 10 Jahren noch Rennen mit Kolbenmaschinen geben wird, darf bezweifelt werden.
Ob solche CEO wie Hr. Pierer eben so …
Stelle immer wieder fest, das Menschen die zu abhängig von den Kolbenmaschine sind, und kein Interesse an einem Wandel haben, es immer noch nicht bemerkt haben, das es vorbei ist.
War wohl vor über 100 Jahren mit dem Pferdeantrieb ebenso …

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JOE RED
JOE RED
4 Jahre zuvor

Vielleicht waren es 3 Dumme Ideen
1. Herr Pierer nach seiner Meinung zu fragen
2. Motorradrennen als Maßstab zu nehmen
3. Batterien in einem Fahrerlager mit von Dieselmotoren erzeugtem Strom zu laden

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Dodo
Dodo
4 Jahre zuvor

Nun ja, ich fahre selbst auch Motorrad, nicht diese, mit Axt designte Marke aus Österreich, aber das ändert nichts. Es ist so, wie es schon jemand hier beschrieben hat. In der bergigen Gegend, kaum Ladesäulen usw. Aber der Pierer ist nun mal von gestern. Die Zeiten ändern sich, Technik schreitet voran. Ich glaube nicht, dass er E-Autos favorisiert, seine Gedanken sind diesbezüglich garantiert ebenso negativ. Und hier liegt er falsch. Aber Ducati steigt dieses Jahr in der E-Moto mit eigenen Maschinen ein, mal sehen wo das hinführt. Das erzeugt ein klein wenig Konkurrenzdruck. Ob KTM noch lange nur mit Kolben in der Hand da steht?

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Hiker
Hiker
4 Jahre zuvor

Ich kann verstehen, dass eingefleischte Biker keinen Bock auf diese Akkuschrauber haben.

Ich bin auch so ein Biker, fahre aber nebenbei Tesla Model 3. Macht halt keinen Sound ist aber auch nicht mit einem Motorrad zu vergleichen.

Beim Auto vermisse ich das nicht, war für mich sowieso nie auch nur annähernd so faszinierend wie Motorrad fahren. Einfach nur ein Transportgerät.

Ein lautloses Motorrad, da sträuben sich bei mir ehrlich gesagt die Haare! Aber vermutlich läufts darauf hinaus. Was für ein Frevel!

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jomei
jomei
4 Jahre zuvor

Ungewollt hat Herr Pierer damit den Hauptzweck des Motorrad-Hobbys offenbart: 1. Viel potenten Krach machen 2. ständig an etwas schrauben (passionierte M-Fahrer schrauben hingebungsvoll länger an ihren Geschossen als sie fahren) 3.War noch was? … 153. Fahren

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David
David
4 Jahre zuvor

Es sind ja interessanterweise die alten grauhaarigen Menschen, die zumeist Motorradfahrer sind. Das Motorrad ist kein Verkehrsmittel. Es ist ein asoziales Hobby, weil es Dritte stark belästigt. Selbst diejenigen, die damit zur Arbeit fahren, nutzen das Motorrad in der Regel dazu, sich rechtswidrig ein Vorteil im Stau der Städte zu verschaffen. Also ist es auch dort asozial. Ich bin deshalb dafür das Verbrennermotorrad komplett zu verbieten.

Edit: Ich habe übrigens einen uneingeschränkten Motorradführerschein und bin früher auch Motorrad gefahren.

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von David
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