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Warum Porsche-Chef Blume an E-Fuels festhält

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
26. August 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
26. August 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Porsche

Home Automobilindustrie

Anlässlich des 20. Jubiläums des Porsche Werks in Leipzig sprach Markenchef Oliver Blume, der zum September auch den VW-Konzernvorstand übernimmt, über die Erfolgsgeschichte des Werks und warum er E-Fuels für einen wichtigen Baustein der Antriebswende hält.

Der Standort Leipzig sei Porsches „zweite Heimat“ geworden und habe „entscheidend zum Erfolg unserer Marke beigetragen“, so Blume. Das Areal mit seinem mehr als 400 Hektar habe „ganz andere Möglichkeiten für Erweiterungen und für kreative Ideen“, hebt der Porsche-Chef hervor. „Zudem bot die Stadt mit seiner Automobilclusterstrategie ideale Bedingungen und hat uns willkommen geheißen“.

Für den Kompakt-SUV Macan wurde das Werk in Leipzig vor gut zehn Jahren „zu einem Vollwerk mit eigenem Karosseriebau und eigener Lackiererei ausgebaut“, erklärt Blume. Das Modell sei mittlerweile zu einer „echten Erfolgsgeschichte“ geworden und habe dem Standort einen Schub gegeben „in Bezug auf Stück- und Mitarbeiterzahlen“. Bald startet mit dem rein elektrischen Macan, der 2024 erscheinen soll, auch die E-Mobilität in Leipzig durch. Das Modell soll Porsche ein Stück weiter auf seinem Weg bringen, in der Wertschöpfungkette bis zum Jahr 2030 bilanziell CO2-neutral zu sein und mehr als 80 Prozent der Fahrzeuge vollelektrisch an Kunden auszuliefern. „Der vollelektrische Macan spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Blume.

„Wer Klimaschutz ernst meint, muss technologieoffen denken“

Der Porsche-Chef sagt, dass die reine E-Mobilität prinzipiell „der richtige Weg“ sei, damit unsere Mobilität nachhaltig wird. Angesichts des hohen Bestandes an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – weltweit mehr als 1,3 Milliarden – erfolge der Hochlauf der Elektromobilität „jedoch nicht schnell genug, um die Pariser Klimaziele zu erreichen“, gibt er zu bedenken. „Daher sehen wir E-Fuels als sinnvolle Ergänzung zur Elektromobilität“, sagt Blume. Synthetische Kraftstoffe, hergestellt mit grüner Energie, „erlauben einen potenziell nahezu CO2-neutralen Betrieb von Ottomotoren“.

Der umstrittene Kraftstoff, dessen Herstellung sehr energieintensiv ist, sei wichtig, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten: „Wenn wir die verabschiedeten Ziele erreichen wollen, können synthetische Kraftstoffe einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, sagt Blume, da in einigen Regionen der Welt „auch in Jahrzehnten noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein werden“. Nur mit E-Fuels könne auch der Fahrzeugbestand „einen Beitrag zur schnellen CO2-Reduktion leisten“.

Darüber hinaus seien synthetische Kraftstoffe auch Verkehrssektor-übergreifend interessant: „Für die Automobilindustrie ebenso wie für die Luftfahrt- und Schifffahrtsindustrie“, wie Blume sagt. Der Porsche-Chef sieht sein Unternehmen in diesem Bereich als Pionier, der die Technologie weiter vorantreiben will, als ein Baustein „seiner klaren, gesamthaften Nachhaltigkeitsstrategie. Wer Klimaschutz ernst meint, muss technologieoffen denken.“

Quelle: Automobilwoche – „Wir sehen E-Fuels als sinnvolle Ergänzung“

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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15 Comments
Yoyo
Yoyo
3 Jahre zuvor

Zittat:
„jedoch nicht schnell genug, um die Pariser Klimaziele zu erreichen“

Wenn BLume das ernst meinen würde, dannsollten die Porsche-Fahrzeige bei Tempo 130 abgeregelt werden, wenn die Industrie schon das allgemeine Tempolimit immer wieder zu verhiundern weiß.
Nur mal so gedacht.

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Stefan
Stefan
3 Jahre zuvor

Ich glaube nicht, dass bei Tempo 130 abregeln im Sinne eines Sportwagenherstellers sein kann, dann kann sich die Marke gleich begraben! Sinn und Zweck der E-Mobilität, E-Fuels soll doch nur sein, dass man möglichst viel Power und Reichweite zu möglichst guten Umweltwerten fahren kann. Denn Spass und Freude am Autofahren haben zu dürfen, mit soviel PS wie man Lust hat, vermag und beherschen kann, wird auch in Zukunft möglich sein müssen! Dies mögen wohl einige „vernünftig“ denkende Menschen nicht wahrhaben wollen, aber das ist egal. Allen kann man es eh nie recht machen. Solange wir noch mit dem Flugzeug in die Ferien reisen (das gilt vor allem für alle „Grünen“) haben wir kein Recht, über Autos oder Privatmobilität zu lästern, was die Umwelt betrift!!
Jeder soll sich zuerst selbst ein gutes Beispiel sein und erst dann über die Anderen hinweg schauen!

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Man muss die 1,3 Milliarden Verbrenner auch nicht alle durch 2-Tonnen-E-Autos ersetzen und auch nicht alle dann noch übrig gebliebenen Verbrenner mit E-Fuels betreiben, da dürfen in den nächsten Jahren ruhig die Hälfte der Fahrzeuge auch ganz wegfallen und durch OPNV ersetzt werden.

Weltweit mit den immer größeren Städten hat der Individualverkehr mit 2 Tonnen auf 4 Rädern für 1-2 Personen sowieso ausgedient, da ist das einzige Sinnvolle der ÖPNV und einige kleinere E-Fahrzeuge für Transporte plus zahlreiche überdachte Pedelecs mit Solarzellen auf gutausgebauten Radstraßen.

Ich erinnere an den großen Resourcenverbrauch, nicht nur beim Bau von Fahrzeugen, sondern auch bei der Produktion des Ökostroms und da sind E-Fuels für Fahrzeuge ein Unding, selbst wenn dafür schon die alten Verbrenner vorhanden sind – dann lieber die alten Verbrenner vorzeitig auf den Schrottplatz.

Und wie oben schon geschrieben den ÖPNV ausbauen, der kann ruhig auch aus Steuermitteln finanziert werden und wer mehr verdient, der zahlt mehr dafür in die Staatskasse. Für den Bürger wäre dann der ÖPNV kostenlos oder als dauerhaftes 9-Euro-Ticket erhältlich – günstiger geht Klimaschutz nicht.

Die Porsche-Fahrer können sich ihre E-Fuels in Zukunft dann kanisterweise bei Porsche bestellen oder als Sammelbestellung palettenweise liefern lassen bzw. als Porsche-Verein eine Tankstelle betreiben.

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steffen
steffen
3 Jahre zuvor

Gas wurde auch immer als Übergangstechnologie gepriesen beim Übergang auf EE. Und NUN? Haben wir den Salat.
Bevor wir so viel überschüssigen Grünstrom haben, dass wir den Rest der 1,3 Mrd. Auto mit E-Fuels versorgen können, sind die längst weggerostet.
85 % des am Windrad oder PV-Modul erzeugten Stroms landen dabei ja in der Tonne, mehr Verschwendung geht kaum noch (aber das ist Porschefahrewrn und Chefs seit jeher egal, die haben ne andere Philosophie)
Anders bei E-Mobilität, da sind es eher 85 % die letztlich an der Achse landen.
Bis auf wirkliuch winzigste Nischen braucht es den Quatsch für PKWs schlicht weg nicht.
Außer man führt irgendwas im Schilde, siehe oben….

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David
David
3 Jahre zuvor

Der Mann muss das sagen, weil gusseiserne Porsche Fans aktuell noch gesund genug sind, um bei ihm 1-2 Verbrennerporsche für superteures Geld zu kaufen. Wenn die dann langsam anfangen zu tattern und zu sabbern und die geistig flexibleren einen elektrischen Porsche 718 als Ersatzwagen bei der Inspektion bekommen, sieht die Sache ganz anders aus. Überhaupt wird die Gesellschaft und ihre Realität etwas mit den Leuten machen. Irgendwann wird man sich im Golfclub für seinen Verbrenner entschuldigen müssen.

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Johannes
Johannes
3 Jahre zuvor

Derzeit hat Solarstrom noch einen CO2-Ausstoß von 45g/kWh und Windstrom von 11g/kWh. Also sagen wir 28 g/kWh bei 50:50 Verteilung. Somit hätte ein E-Auto noch einen Ausstoß von 5-6g/km und ein e-Fuel Fahrzeug ungefähr das 6-fache, also rund 34 g/km.
Mir scheint es da sinnvoller den Verbrennerfuhrpark möglichst schnell abzubauen statt eine parallele Infrastruktur aufzubauen. Ein Verbot ab 2035 ist ein Schritt in die Richtung, aber kommt zu spät.

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Norbert Seebach
Norbert Seebach
3 Jahre zuvor

Selten so einen Blödsinn gelesen wie hier von Herrn Blume, der es eigentlich besser wissen sollte. Wenn schon die Marktdurchdringung der E-Mobilität nach seinen Worten nicht schnell genug vorankommt – wo bitte sollen wir die gewaltigen Mengen Grünstroms herbekommen, die für einen maximal ineffizienten Treibstoff, sog. E-FUELS, notwendig wären. Experten zufolge würden die für D geplanten gesamten Kapazitäten für synthetische Treibstoffe gerade mal für ein Prozent des Fahrzeugbestandes ausreichen! Für Bereiche, für die es noch keine klimaneutralen Alternativen gibt, bliebe NULL übrig!!! Mit dem Gesamt-Energieaufwand zur Produktion von 6 Litern Synthese-Sprits (also für ca.100km) käme ein rein Batterie-elektrisches Kfz ca. 800-1000km!
Mal ganz abgesehen von den horrenden Kosten für E-Fuels (die jedoch für Porschefahrer in der Regel keine Rolle spielen dürften) können E-Fuels daher gar keine Alternative zum E-Auto für eine breite Masse sein. Die diesbezügliche Propaganda dient nach meiner Überzeugung einzig und allein der Verzögerung beim dringend notwendigen Ausstieg aus dem (margenträchtigeren) Verbrennungsmotor. Nicht zuletzt sind mit E-Fuels betriebene Fahrzeuge in zunehmendem Maße von Fahrverboten in manchen innerstädtischen Bereichen betroffen, da sie lokal dieselben Schadstoffe wie fossil betriebene Motoren emittieren. Mit Herrn Blume geht die unrühmliche Tradition der bewussten Verbraucher-Verdummung unvermindert weiter. Für den VAG-Konzern, der gerade dabei war, unter Diess eine glaubwürdige Elektrostrategie zu entwickeln, eine tragische „Rolle rückwärts“.

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Thomas Werner
Thomas Werner
3 Jahre zuvor

„… da in einigen Regionen der Welt „auch in Jahrzehnten noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein werden““

Ob in diesen Regionen Porsche unterwegs sind?

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