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Bosch-Vorstand bezeichnet EU-Fokus auf E-Mobilität als „Riesenfehler“

Daniel KrenzerbyDaniel Krenzer
15. Februar 2023
Lesedauer: 2 Minuten
Daniel KrenzerbyDaniel Krenzer
15. Februar 2023
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Lukassek / Shutterstock.com / 1358510573

Home Automobilindustrie

Bosch-Vorstand Klaus Mäder hat die europäische Fokussierung auf die Elektromobilität beim Jahresempfang des Automotiv-Netzwerks Autoregion in Saarbrücken mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit scharf kritisiert. Das berichtet die Saarbrückener Zeitung. „Das ist ein Riesenfehler“, sagte Mäder demnach über die Entscheidung, dass ab 2035 keine neuen Pkw mit Verbrennermotoren mehr innerhalb der EU zugelassen werden sollen. Mäder ist innerhalb der Gruppe für jene Bosch-Werke zuständig, die als Automobilzulieferer fungieren.

Mäder sprach sich für eine größere Technologieoffenheit aus und verwies auf die USA, die verstärkt auf Wasserstoff setze, sowie auf China, wo außerhalb der großen Städte verstärkt auf Hybridantriebe gesetzt werde. Als weiteres Beispiel nannte er laut Saarbrückener Zeitung Südamerika, wo Verbrennermotoren weiterhin mit Bio-Ethanol betrieben werden sollen.

Unterstützung erhielt Mäder von Armin Gehl, dem Geschäftsführer der Autoregion mit inzwischen 200 Mitgliedern. Er befürchtet für das Saarland einen Verlust von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen, sollte es bei der Fokussierung auf die Elektromobilität bleiben. Von Weiterentwicklungen der bewährten Verbrennermotoren drohe man sich gänzlich abzukoppeln.

Auch Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sprach auf dem Empfang und kritisierte, dass die EU-Kommission in Sachen Förderung industrieller Großprojekte viel zu langsam arbeite. Immer wieder käme es zu Abstimmungsproblemen mit den nationalen Regierungen – die Großregion umfasst auch Teile Luxemburgs und Frankreichs. Besonders schwierig sind offenbar Absprachen zwischen Bundesländern.

In den USA, aber auch in vielen asiatischen Ländern, würden viele Dinge wesentlich schneller gehen. Das amerikanische Inflationsreduzierungsgesetz (IRA) mit einem Fördervolumen von 430 Milliarden Dollar wurde in diesem Zusammenhang von Rehlinger als Positivbeispiel besonders hervorgehoben. Für Europa helfe diesbezüglich nur noch ein „Neustart„. „Wollen wir noch Industrie hier im Land haben?„, spitzte Rehlinger ihre Ausführungen zu – und fügte an, dass sich diese Frage wohl bereits in den kommenden Monaten entscheiden werde.

Im Saarland sind etwa 44.000 Menschen direkt oder indirekt in der Automobilindustrie angestellt. In Relation zur Gesamtbeschäftigtenzahl ist dies der höchste Wert aller Bundesländer, ist auf der Homepage des kleinsten deutschen Flächenlandes zu lesen.

Quelle: Saarbrückener Zeitung – „Bosch-Vorstand kritisiert Konzentration auf Elektromobilität: Das ist ein Riesenfehler“

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als Zeitungsredakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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41 Comments
Johannes
Johannes
3 Jahre zuvor

Klaus Mäder will wohl die Fehler von 2012 wiederholen, wo die PV Industrie für Kohle und Gas geopfert wurde.
Verbrenner sind so durch wie Röhrenfernseher, das sollte ein hochdotierter Vorstand schon vor 10 Jahren gecheckt haben.

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Marc
Marc
3 Jahre zuvor

Bosch fand ich früher mal richtig gut, ein führender Zulieferer mit Spitzentechnik. Auch in der Neuzeit war der Angriff im Pedelec Segment bemerkenswert gut und erfolgreich. Nur ist das eben ein sehr kleines Segment.

Im Bereich Kraftfahrzeug hat man bei Bosch offenbar überhaupt gar nichts gemerkt. Es ist ja keinesfalls so, dass das Elektrofahrzeug ausentwickelt ist. Aktuell müssen die Akkuchemien noch ein paar Jahre lang temperiert werden und diese Systeme sind nicht perfekt. Da könnte man also sehr viel Know-how gebrauchen. Wärmepumpensysteme und ihr Steuerung und damit ihr Energieverbrauch sind nicht gut. Ebenso ist das Thema Rekuperation noch nicht gut genug, im Kern muss es dahin gehen, die Regulierungsbehörden zu überzeugen, dass eine Betriebsbremse überflüssig ist und ein zertifiziertes System ohne physikalische Bremse, aber mit ABS und ESP aufzubauen. Da sehe ich keinerlei Bewegung bei Bosch! Und Rekuperation meint nicht nur Bremsenergie, sondern man kann auch die Aufbaubewegungen nutzen. Wo ist da irgendetwas von Bosch? Motoren und Inverter sind ebenfalls nicht ausentwickelt. Das nur ein paar Punkte. Es gibt viel mehr. Da ist so viel zu tun!

Und was macht Bosch? Glotzt doof und weint über die gemeinen Vorschriften! Unfassbar dumm, da muss die Führungsmannschaft komplett ausgewechselt werden! So schaffen die sich ab!

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Carlos Seins
Carlos Seins
3 Jahre zuvor

Und?
hat der BOSCH Vorstand auch nur einen, einen einzigen(!) wirklich sinnvollen Vorschlag gebraucht wie man CO2, Feinstaub und Lärm von den Straßen und aus den Städten bekommt?

… und jetzt bitte nicht Wasserstoff schreiben – das Thema ist für die nächsten 20-30 Jahre im Individualverkehr resp. Nahverkehr durch!

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Birger
Birger
3 Jahre zuvor

sehen wir es nicht grade an den Erdbebengebiet in der Türkei/ Syrien? Was ist denn da jetzt los? Eine Fläche von halb Deutschland liegt in Schutt und Asche. Wo würden die Leute da den Strom her bekommen für die E Fahrzeuge? E Fuels könnte man zumindest mit Handpumpen in Verbrenner schütten. Es gibt hier nach den Kommentaren zu urteilen, überhaupt keine Probleme in Zukunft in Europa und der ganzen Welt. Aber die Realität sieht anders aus. Schon mal jemand darüber nachgedacht? Wie werden Notstromaggregate in Zukunft betrieben in solchen Gebieten? Mit Strom, der nicht da ist? Es wäre gut auch weiter zu denken in der EU und nicht nur abzunicken und Essen gehen!

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Steven B.
Steven B.
3 Jahre zuvor

Man muss aber schon festhalten, dass die Verbrenner-Technologien von Bosch nur ein Teil des Konzern ausmacht. Viele weitere Bereiche stellen Produkte rund um das Automobil ein, egal ob Verbrenner- oder Elektroauto. Es ist enorm viel Entwicklung nötig, auch jene von Bosch, dass dies nicht unmittelbar zum Untergang von Bosch führen würde. Ich denke auch, dass er es grundsätzlich als gefährlich beurteilt, sich komplett von der Technologie „Verbrennermotoren“ zu verabschieden. Dieses Feld einen anderen zu überlassen ist ein Fehler, mitgestalten (oftmals in der Vergangenheit auch Innovation und Agieren, statt reagieren) ist eine Tugend deutsche Ingenieure. Wenn dies nicht gewährleistet werde, dann wird es in dem Bereich enorme Defizite geben und am Ende wird man vor einem Scherbenhaufen stehen…

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Technologieoffenheit – das beliebte Totschlag-Argument der Lobbyisten gegen die Elektromobilität.

Mir ist klar, dass die großen Konzerne gerne Verbrenner, E-Fuels und Wasserstoff wollen, damit man die kleine Leute und Firmen bei der „Energiewende“ ausschließen und den Profit unter sich aufteilen kann.

Für mich ist die Energie- und Verkehrswende dezentral und batterie-elektrisch in Gebäuden und auf der Straße sowie schienenbasiert im Fernverkehr beim Personen- und Gütertransport. Ausserdem sind die Städte der Zukunft weitgehend autofrei bis auf ÖPNV, Lieferfahrzeuge, Müllabfuhr, Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr.

E-Fuels sind nur noch für den stark reduzierten internationalen Flugverkehr und fürs Militär, das wir in Zukunft wohl noch besonders oft brauchen werden. Wasserstoff u.ä. sind für die stark reduzierte Containerschifffahrt und die Industrie sowie als Langzeitspeicher für den Ökostromüberschuss.

Nicht dass es Bosch so geht wie Nokia, eine falsche Entscheidung des Vorstandes und man ist weg vom Fenster.

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Birger
Birger
3 Jahre zuvor

Ich finde es kein gutes Zeichen, wenn etwas erzwungen wird. Es gibt viele Möglichkeiten bei klimaneutralen Alternativen, dann sollte man diese auch nutzen. Es gibt schließlich viele Wege nach Rom und ist der eine Weg verbaut, könnte ein anderer Hilfreich sein oder sogar als besser herausstellen. Was kommt sonst als Nächstes? Vegetarier zum Fleisch essen zu zwingen :-)?

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Robert
Robert
3 Jahre zuvor

„Von Weiterentwicklungen der bewährten Verbrennermotoren drohe man sich gänzlich abzukoppeln.“
immer noch nicht bemerkt der Verbrenner ist TOT, wenn ein Pferd ist sollte man nicht endlich mal absteigen?? Arbeitsplätze gehen nicht wegen dem E-Auto Verloren sondern durch das festhalten an veralteter Technologie

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Spock
Spock
3 Jahre zuvor

Ja ne is klar, sie haben es verpennt und schieben den anderen die Schuld in die Schuhe. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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Kona64
Kona64
3 Jahre zuvor

Es ist klar, dass er sein Geschäft schwinden sieht. Tatsächlich ist man ja technologieoffen. BEV, FCEV sind möglich und es gibt auch die Möglichkeit noch mit EFuels weiter zu machen. Es wissen natürlich alle, dass weder Wasserstoff noch EFuels im Massenmarkt eine Chance haben.

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Helmut
Helmut
3 Jahre zuvor

Bosch stand für E-Technik in Fahrzeugen wie Lichtmaschinen, Batterien usw. und natürlich deren Dienste, die viele Fehler an PKWs und LKWs fanden. Jetzt möchte ein Vorstand, sich davon abwenden, wegen der E-Mobilität….Was hätte Robert Bosch (der Gründer Anfang des 20. Jahrhunderts dazu gesagt, als es noch Pferdekutschen statt Verbrenner PKWs gab?

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Joe Blue
Joe Blue
3 Jahre zuvor

Wieder so ein ewig Gestriger, der seine Felle davon schwimmen sieht. Wasserstoffautos benötigen 4x so viel Energie wie Elektroautos, Synfoolautos 7x so viel. Kosten 3x und 5x so hoch wie bei den Elektroautos. Das wird sich bestimmt durchsetzen.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Joe Blue
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Gerd
Gerd
3 Jahre zuvor

Bosch wird immer mehr zum Paradebeispiel für schlechtes Management, fehlende Innovationen und 0,0 Zukunftsfähigkeit.

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