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BYD interessiert an Ford-Werk Saarlouis

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
26. Januar 2023
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
26. Januar 2023
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): MR. AEKALAK CHIAMCHAROEN / Shutterstock.com

Home Automobilindustrie

Die Autohersteller Ford und BYD führen einem Medienbericht zufolge Gespräche über die Übernahme des Werks in Saarlouis durch die Chinesen, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Insgesamt sind sogar gut 15 potenzielle Investoren an dem deutschen Werk interessiert, wo aktuell noch der Ford Focus vom Band läuft. Bereits im vergangenen Jahr teilte Ford mit, dass die Produktion des Kompaktwagens in dem Werk bis 2025 eingestellt werden soll. Seitdem ist die Zukunft des Werks unklar, zumal Ford sein Werk in Valencia, Spanien, auswählte, um dort seine Elektroautos der nächsten Generation zu montieren.

Die Gespräche dürften bereits recht konkret werden, so das Wirtschaftsmagazin: Kommende Woche sollen Führungskräfte von Ford nach China reisen, um mit BYD den potenziellen Verkauf zu besprechen. Dem Bericht zufolge könnten die Verhandlungen mit BYD allerdings auch scheitern. Auch die Verhandlungen mit anderen möglichen Investoren – darunter Unternehmen aus der Energiebranche und weitere Autohersteller – hatten sich in den letzten Monaten beschleunigt. Ford zielt darauf ab, bis Ende des ersten Quartals eine Lösung für die Zukunft des Werks präsentieren zu können, so Markus Thal, Betriebsratschef von Saarlouis.

Ford teilte bereits im vergangenen Juni mit, nach Alternativen für die Fahrzeugproduktion in Saarlouis zu suchen. Die Fabrik beschäftigt derzeit gut 4600 Mitarbeiter. „Es ist von untergeordneter Bedeutung, vom welchem Kontinent ein möglicher Investor kommt – wenn es ein Autohersteller ist, würden wir das begrüßen, denn es ist das, was wir tun“, sagte Thal. „Wir brauchen dringend einen Plan“, fügte er hinzu und sagte, dass die Arbeiter nicht bis 2024 auf eine Lösung warten können.

Ford und die Landesregierung des Saarlandes, wo sich das Werk befindet, einigten sich im vergangenen September darauf, bei der Suche nach neuen Investoren für das Werk zusammenzuarbeiten. Jürgen Barke, Wirtschaftsminister des Bundeslandes, sagte bereits im Dezember, dass mehrere potenzielle Käufer interessiert seien, ohne aber Details zu nennen. Ein Sprecher des Ministeriums lehnte es ab, sich zu den aktuellen Verhandlungen mit BYD zu äußern. Auch BYD und Ford lehnten eine Stellungnahme ab.

BYD, im Jahr 2022 der weltweit größte Verkäufer von Elektroautos und Plug-in-Hybriden, ließ bereits im Oktober verlauten, Elektroautos auch in Europa produzieren zu wollen. Das Unternehmen bietet aktuell drei in China hergestellte E-Autos in einer Handvoll europäischer Märkte an und plant, in diesem Jahr weitere Modelle und Märkte aufzunehmen. In Ungarn baut BYD bereits Elektrobusse.

Quelle: Wall Street Journal – Ford in Talks to Sell German Plant to China’s BYD / Automotive News Europe – Ford is in talks with China’s BYD over Saarlouis plant

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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15 Comments
Marc
Marc
3 Jahre zuvor

Ein Werk, das up and Running ist, zu übernehmen, ist ein Wert. Sie müssen nur wissen, was das nach hinten heraus heißt. Das bedeutet, sie haben die IG-Metall im Haus und damit absurde Löhne, absurde Nebenvereinbarungen und Nervensägen, die bei jedem Mist mitreden wollen. Da kann man nur hoffen, dass die Chinesen von Deutschlandkennern der Branche gut beraten werden.

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Tom62
Tom62
3 Jahre zuvor

Ford ist fort… who’s next? ;(

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Doreen Zels
Doreen Zels
3 Jahre zuvor

Spannend.
Mit MAGNA und anderen laufen ebenfalls Gespräche und alles ist noch sehr, sehr offen.
So ganz „chinabegeistert“ sind viele Saarländer nicht gerade: Das merkt auch SVOLT mit seinen (ehemaligen?) Plänen am Standort Überherrn.

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Das Interesse von China scheint klar – wenn sie Autowerke, Batteriefabriken usw. mit tausenden deutschen Arbeitern haben, dann wird sich die deutsche Politik schwer tun gegen China Sanktionen zu befürworten, falls China Krieg gegen Taiwan führen sollte – es stünden dann tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Politiker sollten endlich gelernt haben, dass man autokratischen Ländern keine Erpressungpotential freiwillig in die Hände gibt, weder in Deutschland noch in der EU, und erst recht nicht in Bereichen, die für die Energie- und Verkehrswende, also den Klimaschutz und das Überleben der gesamten Menschheit wichtig sind.

China kann unglaublich günstig produzieren. Aber hier sollten wir unser „Geiz ist geil“ und „China ist ein riesen Absatzmarkt“ mal zurückstellen, denn China liefert uns die billigen Waren nur, um seine Weltherrschaft zu finanzieren, d.h. wir tauschen unsere zukünftige Unterdrückung gegen billige Waren heute.

Auf die USA sollten wir uns nicht verlassen, noch können wir froh sein, dass die Demokraten im Weißen Haus sitzen und die EU vor der geplanten russischen Expansion bis zum Atlantik schützen. Aber wer weis wer der nächste Präsident der USA wird und ob der dann noch ein Interesse am Schutz Europas hat. Vielleicht gründet er den Club der Diktatoren zusammmen mit China, Russland und Nordkorea.

Ich bin für eine Autarkie der EU von den Rohstoffen bis zu den Fertigprodukten im Bereich Energie, Digitaltechnik und Verkehr. In Zukunft müssen wir das vermutlich auch bei der Verteidigung werden, denn die USA rutschen, wenn kein Wunder geschieht, in eine Diktatur ab – und etliche Länder in der EU wohl auch.

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Raymond
Raymond
3 Jahre zuvor

Mal abgesehen von allen Kommentaren über Chinesische Machtherrschaft, wir müssen einfach feststellen dass es auf unserem Kontinent eine Überkapazität an Werke gibt.
Ford Saarlouis, Magna und z.B. auch VDL Nedcar in die Niederlande brauchen alle schnellstens einen neuen Auftraggeber.
Sonnst ist Schicht in Schacht.

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Norbert Seebach
Norbert Seebach
3 Jahre zuvor

Wie würden wohl die Chinesen im umgekehrten Fall reagieren? Man braucht nicht lange spekulieren, dass die den Deal mit einiger Sicherheit und unter Berufung auf „nationale Interessen“ verbieten würden. Wie borniert, dumm oder auch einfach nur gierig kann man sein, so etwas auch nur ins Auge zu fassen, nachdem China mit der Unterstützung der Russen, der vertragswidrigen Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong und der unverhohlen Kriegsdrohung gegenüber Taiwan sowie durch seinen wirtschaftlichen Imperialismus mehr als deutlich bewiesen hat, dass es ihm nicht um Kooperation sondern um Unterwerfung geht!

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