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EU entscheidet: Neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab 2035 emissionsfrei

Daniel KrenzerbyDaniel Krenzer
15. Februar 2023
Lesedauer: 3 Minuten
Daniel KrenzerbyDaniel Krenzer
15. Februar 2023
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Renault

Home Automobilindustrie

Das EU-Parlament hat wie erwartet dem von vielen Medien „Verbrenner-Verbot“ getauften Gesetz zugestimmt, das die CO2-Reduktionsziele für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Rahmen des Pakets „Fit für 55“ regelt. Ab 2035 sollen diese emissionsfrei unterwegs sein. Ob dies jedoch final direkt am Fahrzeug oder in einem Gesamtzyklus betrachtet wird, lässt das Gesetz noch in letzter Konsequenz offen. Die EU-Kommission will zu einem späteren Zeitpunkt prüfen, ob Verbrennermotoren mit klimaneutralen Treibstoffen wie aus grünem Wasserstoff gewonnenen E-Fuels oder auch BioCNG auch über 2035 hinaus in Neuwagen verbaut werden dürfen. Darauf hatte unter anderem die FDP gedrängt. Und es gibt einen weiteren kleinen „Notausgang“ für Verbrennerfreunde: Hersteller, die jährlich weniger als 1.000 Fahrzeuge produzieren, sollen auch über 2035 hinaus von den Verpflichtungen ausgenommen werden.

340 Ja-Stimmen, 279 Nein-Stimmen und 21 Enthaltungen – so lautete das Abstimmungsergebnis der Abgeordneten in Straßburg am Dienstag. Die neuen Regeln ebneten den Weg zu dem CO2-Flottenziel der EU, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung des Parlaments. Demnach sollen neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 2035 emissionsfrei werden, das heißt, man wolle die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2021 um 100 Prozent reduzieren. Zwischenziel bis 2030 ist es, die Emissionen bei Neuwagen um 55 Prozent und bei leichten Nutzfahrzeugen um 50 Prozent zu senken. Der Europarat muss nun dem Gesetz noch abschließend zustimmen.

Wichtige Maßnahmen sind laut EU-Parlament:

  • Die Kommission arbeitet bis 2025 eine Methode aus, um Daten zu CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf dem EU-Binnenmarkt zu bewerten und zu übermitteln. Dazu erstellt sie je nach Bedarf entsprechende Gesetzesvorschläge.
  • Bis Dezember 2026 vergleicht die Kommission laufend die Emissionsgrenzwerte mit den Daten zum tatsächlichen Kraftstoff- und Energieverbrauch. Sie erstattet außerdem Bericht über eine Methode zur Angleichung der herstellerspezifischen CO2-Emissionen und schlägt geeignete Folgemaßnahmen vor.
  • Hersteller, die pro Kalenderjahr nur kleine Mengen produzieren – also 1.000 bis 10.000 neue Pkw oder 1.000 bis 22.000 neue leichte Nutzfahrzeige –, können bis 2035 von den Verpflichtungen ausgenommen werden. Hersteller, die weniger als 1000 Neufahrzeuge pro Jahr produzieren, sind auch in Zukunft davon ausgenommen.
  • Der geltende Anreizmechanismus belohnt Hersteller, die mehr emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge verkaufen – also Fahrzeuge, die keine oder höchstens 50 g CO2/km verursachen, etwa Elektrofahrzeuge oder leistungsstarke aufladbare Hybridfahrzeuge, mit niedrigeren CO2-Reduktionszielen. Dieser Mechanismus wird nun an erwartete Absatztrends angepasst. Von 2025 bis 2029 liegt der Richtwert dafür bei 25 % für den Verkauf von neuen Pkw und bei 17 Prozent für neue leichte Nutzfahrzeuge. Ab 2030 werden keine Anreize dieser Art mehr gesetzt.
  • Ab Ende 2025 wird die Kommission alle zwei Jahre einen Bericht veröffentlichen, in dem sie die Fortschritte auf dem Weg zum emissionsfreien Straßenverkehr bewertet.

„Diese Verordnung regt dazu an, emissionsfreie bzw. emissionsarme Fahrzeuge herzustellen. Vorgesehen ist darin die ehrgeizige Überarbeitung der Ziele für 2030 und das Ziel der Emissionsfreiheit bis 2035, das für die bis 2050 angestrebte Klimaneutralität von entscheidender Bedeutung ist. Diese Ziele schaffen Klarheit für die Automobilindustrie und regen Automobilhersteller zu Innovationen und Investitionen an. Emissionsfreie Autos zu kaufen und zu fahren wird für Verbraucherinnen und Verbraucher günstiger, und so entsteht auch schneller ein entsprechender Gebrauchtwagenmarkt. Damit wird nachhaltiges Autofahren für alle zugänglich.“ – Jan Huitema,EU-Berichterstatter

Quelle: Europäisches Parlament – Pressemitteilung vom 14.02.2023

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als Zeitungsredakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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3 Comments
Birger
Birger
3 Jahre zuvor

Es wäre sinnvoll, nicht alles über einen Kamm zu scheren. Ich fahre meine beiden CNG Fahrzeuge mit 100% BioCNG aus Rest und Abfallstoffen. Dies ist in ganz Schleswig Holstein auch nicht anders möglich und in Deutschland zu 90% möglich. Die vollständige Klimaneutralität der CNG Tankstellen auf 100% BioCNG wird dieses Jahr erwartet. Also der erste nachweislich, klimaneutrale Verbrenner. Sofort verfügbar, kostengünstig und klimaneutral. Es geht, warum sollte sowas auslaufen?

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Birger
Birger
3 Jahre zuvor

Vielen Dank auf diesem Wege auch mal dem Redakteur Daniel Kreuzer, es freut mich als leidenschaftlicher CNG Fahrer mit BioCNG sehr auch diesen hier mal zu lesen und zu erwähnen. Grade weil dieser eben eine Zukunft haben sollte neben vielen anderen klimaneutralen Möglichkeiten. Der Bericht wurde gut geschrieben und verstehe einfach nicht, warum nur die FDP sich so deutlich einsetzt für mehre klimaneutrale Varianten. Es sollten doch auch grade die Grünen sein, die an einem schnellen und klimaneutralen Weg Interesse haben sollten. Und die SPD, die mit Ihrem sozialen Gewissen an einer günstigen Alternative für die normalen Leute, also die Mittelschicht denken sollte. Der CNG Antrieb kann dies eben schon heute alles, nur an die Effizienz kommt dieser nicht ganz an die E Mobilität ran. Als SPD Wähler bin ich leider schon seit Jahren sehr enttäuscht und suche mir auch da leider eine andere Alternative. Da kann man mal sehen, wie wichtig Alternativen sind, nicht nur bei der Mobilität! Freuen würde ich mich auch hier über mehr Zuspruch und Verständnis beim CNG Antrieb, aber vielleicht auch etwas viel verlangt? Ich weiß wo ich mich hier befinde. Aber wir haben alle das gleich Ziel hier vor Augen. Eine klimaneutrale Mobilität, eben nur mit verschiedenen Antrieben.

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Sachverständigenbüro Lutz
Sachverständigenbüro Lutz
3 Jahre zuvor

Bravo…, da kann man geteilter Meinung sein, denn keiner denkt an die Arbeitsplätze die dadurch vernichtet werden. Ich fahre an manchen Tagen mit meinem Diesel-PKW 2x in der Woche nach Bonn oder auch bis Duisburg. Strecke hin und zurück zwischen 600 – 800 Km. Elektrofahrzeug für mich persönlich absolut uninteressant, da zu wenig Reichweite und der Zeitfaktor beim Ladevorgang! Wenigfahrer die am Tag bis 50 Km bzw. die das Fahrzeug als Zweitfahrzeug fahren oder in Ballungsgebieten unterwegs sind, absolut empfehlenswert.
Nur, wie sollen diese Fahrzeuge denn alle geladen werden wenn die Infrastruktur nur bedingt vorhanden ist bzw. die hierzu benötigten Massen an Strommengen, ohne Berücksichtigung von Wärmepumpen und der Vielzahl von sonstigen Verbrauchern, nicht vorhanden sind????
Natürlich können wir auch den Strom aus Frankreich dazu kaufen, Kernkraftwerke gibt es dort ausreichend, nur zu welchem Preis?
Hier ist eine Entscheidung getroffen worden, die Europaweit auf dem Rücken und zu Lasten der Verbraucher entschieden wurde. Außerdem macht Euch doch mal schlau, wieviel Liter Meereswasser technisch in Trinkwasser aufbereitet werden muss, um 1 Liter grünen Wasserstoff zu erhalten. Umsonst werden diese Aufbereitungsanlagen Weltweit nicht an Wasserflächen gebaut…!
Außerdem auf Grund der politischen Lage zur Zeit kann ich es mir absolut auch nicht vorstellen, dass es überhaupt jemals eine Panzer, einen Mannschafttransportwagen oder ein Sank-Fahrzeug geben wird, welches im V-Fall eingesetzt wird bzw. werden kann.
Daher kann es nach meiner Auffassung in der Zukunft nur in der Form funktioniert, dass es Elektrofahrzeuge, Wasserstofffahrzeuge eingeschränkt und Fahrzeug mit synthetischem Kraftstoffen (Otto- und Dieselkraftstoffe) gibt.

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