Laut Troy Teslike, einer belastbaren Quelle für Tesla-Statistiken und -Prognosen, musste Tesla Ende 2022 einen Auftragseinbruch von rund zwei Drittel verzeichnen. Mittlerweile habe sich die weltweite Auftragslage stabilisiert, wie Teslike auf Grundlage der Februar 2023 zu berichten weiß. Die Daten deuten insbesondere darauf hin, dass sich die Nachfrage in den Vereinigten Staaten spürbar verbessert hat.
Der geschätzte weltweite Auftragsbestand für Tesla-Elektroautos scheint sich bei rund 100.000 Einheiten zu stabilisieren. Laut Teslike lag der geschätzte Auftragsbestand zum 15. Februar 2023 bei 106.000 – also etwa gleich hoch wie vor einem Monat – und zum 15. Januar 2023 bei 107.000, obwohl es zwischenzeitlich einen leichten Rückgang auf 87.000 Einheiten (31. Januar 2023) gab.
Wie Teslike ausführt, basieren die Zahlen auf sorgfältig verfolgten Tesla-bezogenen Statistiken (Produktionsvolumen, durchschnittliche Wartezeiten für jedes Modell), wie er auf seinem Twitter-Profil ausführt. Die Zahl von 106.000 Einheiten entspricht laut seiner Analyse einer Produktionskapazität von etwa 30 Tagen.
Anders ausgedrückt: Durch spürbare Preissenkungen auf der ganzen Welt ist es Tesla gelungen, den Trend umzukehren und mehr Bestellungen als zuvor zu erhalten (auf dem Niveau der aktuellen Produktionsmenge). Bei den 106.000 Einheiten/ Monat handelt es sich um den globalen Durchschnitt. So betrug es auf die einzelnen Märkte hinunter gebrochen Folgendes:
- Vereinigte Staaten: 56.951 (38 Tage)
- Kanada: 4511 (50 Tage)
- Europa: 17.573 (22 Tage)
- China: 13.610 (17 Tage)
- Sonstige: 13.645 (69 Tage)
- Insgesamt: rund 106.290 (30 Tage)
Interessant ist, dass der geschätzte Rückstand in den USA innerhalb eines Monats um über 18.000 Einheiten gestiegen ist. Das bedeutet, dass die massiven Preissenkungen und der Anspruch auf die Steuergutschrift in Höhe von 7500 US-Dollar für das Model 3 und das Model Y nicht nur ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ermöglichten, sondern auch mehr Bestellungen anzogen, als das Unternehmen verarbeiten kann. Die Situation in Europa hingegen ist anders. Der geschätzte Auftragsbestand ging um mehr als 12.000 Einheiten zurück. In China bleibt das Gleichgewicht stabil.
Quelle: InsideEVs – Estimated Tesla Order Backlog Remains Stable In February 2023
Es handelt sich hier um die Schätzungen eines Tesla Fans. Dafür finde ich sie nicht überwältigend gut. Denn, wie der Text richtig wiedergibt, kann in Europa und China von einer Erholung nicht die Rede sein. Tatsächlich scheint, zumindest in Deutschland, zusätzlich ein guter Bestand auf der Resterampe, wie nextmove das nannte, auf Käufer zu warten. Damit fällt ein Wachstum dieses Jahr höchstvermutlich relativ überschaubar aus.
Mich wundert das nicht, man hat eben nur zwei sehr ähnliche Mittelklasse Limousinen im Angebot. In dem Segment gibt es jetzt ausgezeichnete andere Angebote von jeder anderen Firma. In echten Wachstumsfeldern der nächsten Jahre, wie zum Beispiel Auslieferungsfahrzeugen, hat Tesla nichts. Insgesamt kommen jetzt die weißen Flotten und die Firmenwagenfahrer. Auch da hat Tesla nichts. Durch die 65%-EU-Quote kommen ebenfalls die Kommunalfahrzeuge und Busse – auch da hat Tesla nichts. Richtig Geld zu verdienen ist in der Luxusklasse und man muss wissen, da sind noch 99 % der Fahrzeuge Verbrenner. Diese solventen Kunden werden zu 80% innerhalb der nächsten 3-4 Jahre umsteigen. Und auch das findet ohne Tesla statt.
Da fragt man sich natürlich schon, wie man die 20 Millionen Fahrzeuge pro Jahr bis 2030 auf die Straße bringen möchte. Ja, nee, da kommen ja noch ganz, ganz tolle Modelle. Junge, bisher sind noch nicht mal die in Serie gegangen, die vor sechs Jahren vorgestellt wurden. Und in den Großkundenmärkten hat man überhaupt keine Erfahrung, da wird nämlich ein Service-Konzept erforderlich und vor allen Ding haben die anderen schon diese Kunden, die muss man ihnen abjagen. Womit? Die etablierten Hersteller flotten in bestehenden Verträgen langsam Elektroautos ein. So nimmt man Ängste, denn auf kritischen Routen nimmt man dann das Elektrofahrzeug zurück und liefert stattdessen einen Verbrenner oder ein H2-Fahrzeug. Diese Option hat Tesla ja gar nicht und der Transformationsprozess bei größeren LKW wird noch länger dauern.
Beim Weg zum autonomen fahren, scheint Tesla offiziell abgeschlagen. Ja, offiziell. Erstens, kann man in den USA online nachschauen, wer denn die Genehmigung zu autonomen Tests beantragt hat. Tesla nicht. Dabei ist von der NHTSA deutlich klargemacht worden, dass nur jahrelange offizielle Tests die Grundlage für eine endgültige Genehmigung sein können. In Europa und in China haben sie übrigens auch keine autonomen Tests beantragt. Zweitens, noch schlimmer, sie mussten vor Gericht einräumen, als es um die Frage ging, ob der FSD ein Betrug gewesen ist, dass es ein Failure war. Ein Fehlschlag! „Our ‘failure’ to make actual self-driving cars ‘is not fraud’“. Das ist keine Werbung und das werden sich die Leute merken.