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Ford streicht die Entwicklung in Europa

Hannes DollingerbyHannes Dollinger
17. Februar 2023
Lesedauer: 2 Minuten
Hannes DollingerbyHannes Dollinger
17. Februar 2023
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Ford

Home Automobilindustrie

Der US-Autobauer Ford hat angekündigt, in den kommenden drei Jahren rund 3800 Stellen in Europa zu streichen. Viele davon im Bereich der Produktentwicklung. Davon seien etwa 2300 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen, insbesondere an den Standorten Köln und Aachen. Ford begründet den Schritt mit der Anpassung an ein kleineres und zunehmend elektrisches Produktportfolio. Zwar will auch das entwickelt werden. Doch Ford will dies künftig verstärkt aus den USA steuern. Eine elektrische Plattform für Europa etwa soll aus Nordamerika kommen.

Ford steckt seit Jahren in einer Krise und hat seine eigenen Ziele im vergangenen Jahr verfehlt. Der Konzernchef Jim Farley versucht nun die Marke wieder emotionaler zu machen. Das bedeutet in den Augen von Ford amerikanisches Design und Fahrzeuge. Und damit ein stärkerer Fokus auf SUVs, Pickups und Sportwagen wie den Mustang. Viele bekannte Modelle wie Fiesta, Focus, Galaxy und S-Max sollen wegfallen.

Die Elektromodelle der Zukunft lässt Ford woanders entwerfen. Der Konzern setzt auf globale Plattformen, die in den USA entwickelt werden und in China entwickelt und gebaut werden. Die Entwicklungsabteilung in Köln wird daher halbiert und soll sich künftig auf Software- und Systemintegration konzentrieren. In Aachen werde das Forschungszentrum geschlossen, das bisher für Innovationen im Bereich Brennstoffzellen oder autonomes Fahren zuständig war.

Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert die Pläne als “Kahlschlag” und fordert eine langfristige Perspektive für die Beschäftigten. Sie verweist darauf, dass Ford bereits 2019 einen massiven Stellenabbau angekündigt hatte, von dem noch nicht alle Maßnahmen umgesetzt seien. Die Betriebsräte wollen nun mit dem Management über einen Sozialplan verhandeln, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Die Transformation zur Elektromobilität stellt auch andere deutsche Autobauer und Zulieferer vor große Herausforderungen, doch Ford spürt die Folgen besonders stark: Die Fertigung eines Elektroautos ist wesentlich einfacher – und wo weniger Komponenten und Prozesse benötigt werden, werden auch weniger Mitarbeiter gebraucht. Studien zufolge hängen 600.000 Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie vom Verbrennungsmotor ab. Deshalb setzen sich auch bei den anderen Autoherstellern die Betriebsräte vehement dafür ein, Beschäftigte für die neuen Antriebe zu qualifizieren und so viele Arbeitsschritte wie möglich an den eigenen Standorten zu sichern. Wo die neuen Modelle produziert werden, ist damit immer auch ein interner Wettbewerb der einzelnen Standorte im In- und Ausland

Neben den harten Einschnitten gibt es aber auch einige Lichtblicke für Ford in Europa. So prüft der Konzern nach dem Auslaufen des Fiesta im Jahr 2024 den Bau eines kleinen Elektroautos in Köln. Zudem soll das Werk Saarlouis ab Ende 2023 den neuen Kuga als Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Version produzieren. Ob das jedoch ausreicht, um eine eigenständige Zukunft von Ford in Europa zu sichern, bleibt abzuwarten.

Quelle: Ford – Pressemitteilung / Süddeutsche Zeitung – Wieso Ford Ingenieure loswerden will

Hannes Dollinger

Hannes Dollinger

Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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29 Comments
Claus Hirert
Claus Hirert
3 Jahre zuvor

„Zudem soll das Werk Saarlouis ab Ende 2023 den neuen Kuga als Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Version produzieren.“
Hmm.
Ist das wirklich so? 2025 soll doch für Ford in Saarlouis sowieso Schicht im Schacht sein. Ist das mit dem Kuga also nur für jene vielleicht letzten 18 Monate gedacht bis zur Werkschließung??

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Konrad Rese
Konrad Rese
3 Jahre zuvor

Dass die „Fordentwicklung“;) in Europa komplett gestrichen wird, lese ich nicht heraus und ist nicht mein Eindruck. Aber in der Tat reduziert.
Siehe ähnlich, was im Stellantis-Konzern mit Opel Rüsselsheim geschah und geschieht.
Erfreulich ist das alles nicht aus deutscher Sicht. Aber im Zweifelsfall wird eben das Heimatland eines jeweiligen Konzerns bevorzugt und bekommt den Zuschlag für die attraktiven Arbeitsplätze.

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MMM
MMM
3 Jahre zuvor

Wie viele Modelle von GM haben es auf den deutschen Massenmarkt geschafft?
Wie viele Modelle von Chrysler haben es…
Wie viele Modelle von Ford USA haben…. und werden in Zukunft…?

Aber warten wir es einfach ab.

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Birger
Birger
3 Jahre zuvor

Sauber, die drittgrößte Autofirma in Deutschland nach VW und Opel stoppt seine Entwicklung. Fiesta, Focus, Galaxy und S Max sollen wegfallen. Viele Arbeitsplätze fallen weg und dies dürfte erst der Anfang sein. Wirtschaftswunderland Deutschland schafft sich ab und den Wohlstand dazu. Wer braucht noch Motoren und Entwicklung “ Made in Germany“ wenn China die E Mobilität in Zukunft herstellt und auch die Rohstoffe hat. Aber vielleicht schafft Deutschland es ja in Zukunft gute Fahrräder zu bauen? Dies ist glaube ich alles was wir noch brauchen. Ach und bei der Pferdezucht sind wir ja auch noch ganz gut. Das Arbeitspferd “ Schleswiger Kaltblut“ steht ja auch schon auf der roten Liste. Vielleicht ist das dann ja wieder ein Gewinner in Zukunft? Echt traurige Entwicklung in Deutschland, aber es ist ja so gewollt von der EU!

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Birger
Birger
3 Jahre zuvor

Wer liest denn mit der E Mobilität überhaupt noch was von Deutschland? Guckt euch hier auf den Seiten die Berichte an und dann liest man, wo die Reise hin geht. Und die deutschen Firmen verlagern ihre Werke im Ausland! Tja, so ist es halt, wenn man nur noch auf einen Antrieb setzt, der hier überhaupt nicht hergestellt werden kann und klimaneutrale Alternativen einfach nicht zulässt und verbietet. Ob dies nun sinnvoll ist weltweit 1,6 Milliarden Verbrenner bis zum Letzten mit fossilen Brennstoffen zu füttern oder diese zügig mit klimaneutralen Brennstoffen zu versorgen ist fraglich. Aber ich verstehe die Not der Stromer! Wozu braucht man die E Mobilität dann noch? Aber alleine in Deutschland gibt es 600000 reine Stromer, bis wir 48 Millionen Verbrenner ausgetauscht haben gegen neu produzierte E Autos……..!

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Robert
Robert
3 Jahre zuvor

„Die Fertigung eines Elektroautos ist wesentlich einfacher – und wo weniger Komponenten und Prozesse benötigt werden, werden auch weniger Mitarbeiter gebraucht.“
das üblich Bla bla und wiso sind dann die E-Autos nicht wesentlicher billiger als Verbrennerwenn doch gerade die Hochbezahlten Deutschen Mitarbeiter weniger gebraucht werden????

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Philipp
Philipp
3 Jahre zuvor

@Hannes Dollinger
Warum haben Sie eigentlich die für die Mitarbeiter in Deutschland wichtigste Nachricht in Ihrem sehr langen Text nicht einmal ansatzweise erwähnt?

Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2032 ausgeschlossen. Dies einer Beschäftigungsgarantie gleichkommende Zusicherung muß hier erwähnt werden, weil die Fordmitarbeiter mit dem vorhandenen Abschluß zumeist zufrieden sind. Der Abbau von 2300 Mitarbeitern erfolgt dabei freiwillig mittels Abfindungen.

Entsprechend hat die Gewerkschaft inzwischen auch ein anderes Bild von der Maßnahme.

Sie zeichnen auch hier ein veraltetes Bild.

Entweder Ihr Text wurde zu spät veröffentlicht und durch aktuelle Ergebnisse überholt, oder er ist ehrlich einfach nur schlecht recherchiert.

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Exfordler
Exfordler
3 Jahre zuvor

Kleines Detail fehlt immer wieder: während in Mexiko ein nagelneues Entwicklungszentrum geplant wurde, hat in Deutschland die IG Metall bei Ford Streiks aufgesetzt. Bei 70-90t€ im tariff gibt es jetzt über 50 Tage frei. Heute, 3-4 Jahre später, wird das neue Entwicklungszentrum in Mexiko eingeweiht und die Entwicklung in Deutschland massiv reduziert. Wer hätte das ahnen können?

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