Der chinesische Elektroautohersteller Nio hat seine Pläne zum Aufbau von Batteriewechselstationen in China veröffentlicht und die Schlagzahl deutlich erhöht. Das Besondere an der Marke Nio ist, dass man intelligente Elektroautos anbietet, die mit austauschbaren Batterien ausgestattet sind. Dazu umfasst das Konzept der Marke auch flächendeckende Batterie-Tausch-Stationen, in denen die Batterien innerhalb weniger Minuten getauscht werden können. Die gelagerten Batterien werden wieder aufgeladen und beim nächsten anfahrenden Fahrzeug getauscht. So soll gegenüber der Vor-Ort Ladung ein komfortableres Erlebnis für Fahrer der Marke entstehen. Auch in Deutschland sollen in Zusammenarbeit mit EnBW 20 Batteriewechselstationen entstehen.
In China soll das Tempo für den Aufbau dieser Wechselstationen nun drastisch erhöht werden. Das Unternehmen will 2023 gleich 1000 Stationen hinzufügen, 2,5-mal mehr als die zuvor angekündigten 400. Das gab William Li bekannt, der Gründer, Vorsitzende und CEO von Nio. Er sagte, dass der bisherige Plan, bis Ende dieses Jahres 400 Stationen zu errichten und damit dann insgesamt 700 Stationen zu unterhalten, bei weitem nicht ausreichend sei.
Er sagte auch, dass Nio den Einsatz von Batteriewechselstationen weiter beschleunigen werde, um mehr Kunden ein Fahrerlebnis zu bieten, das bequemer sei als das Tanken. Die Batteriewechselstrategie von Nio ermöglicht es den Kunden auch, verschiedene Batterieoptionen zu mieten oder zu kaufen.
Li kündigte zudem an, dass die dritte Generation der Batteriewechselstation im zweiten Quartal dieses Jahres vorgestellt werden soll. Diese Station soll eine höhere Effizienz und Kapazität für bis zu 24 Batterien haben und diese bis zu 408 Mal pro Tag wechseln können. Sie soll mit allen Nio-Fahrzeugmodellen kompatibel sein.
Das Unternehmen Nio hat im Januar 8506 Elektroautos in China ausgeliefert, was einem Rückgang von 46,22 Prozent gegenüber dem Dezember entspricht.
Quelle: cnevpost.com – nio-plans-to-add-1000-swap-stations-in-2023
Das Batterie-Wechselkonzept könnte für LKW interessant sein, die auf festen Routen fahren wie z.B. Hamburg-Süddeutschland. Für PKW ist es zu kompliziert, da der Akku hier aus Package-Gründen kaum über verschiedene Fahrzeugsegmente hinweg standardisiert werden kann.
Außerdem kann so ein Wechselsystem nur schwer an höhere Nachfrage wie z. B. in der Hauptreisezeit angepasst werden. Beim Schnellladen ist man flexibler, kann auch mal an einer stark frequentierten Station nur wenig nachladen, um den Platz freizumachen (gesteuert über den Preis je kWh).
Batteriewechsel könnte für Speditionen interessant sein, wenn diese den Ökostrom selber produzieren bzw. als Verband ein eigenes Wechselsystem aufbauen sowie PV- und Windparks betreiben, siehe
>> elektroauto-news.net/2023/clean-logistics-se-insolvenz-betrieb-aktien-handel-unveraendert
Hier habe ich einen längeren Kommentar, auch mit Vergleich von BEV- und FCEV-Lkws.
Wer von denen welche hier über Wechselstationen sprechen haben schon einmal einen Batteriewechsel gemacht oder fahren einen Nio?
Ich kann auch eigender Erfahrung sagen, dass das System von Nio sehr gut funktioniert.
Direkt nach dem Wechsel wird die Batterie wieder aufgeladen und bis sie bei zB. 10 Batterien wieder gewechselt wird kann sie schonend geladen werden.
Ich sehr in dem System nur Vorteile.
Auch verwendet Nio für alle seienr Fahrzeuge die geleichen Baterieabmessungen.
Bei der 3. Generation kann dann auch noch eine 2te Batterie mit einer anderen Abmessung in der Wechselstation verwendet werden.
Weniger Platzbedarf, schonenders Aufladen, keine Wartenzeiten zum Laden.
Viele welche hier schreiben sollten est mal ein System testen bevor sie darüber herziehen. Danke für das Verständnis für meine Meinung.
Also ich denke, sicher kann in einer Wechselstation keinen Nachteil für die Nio-Fahrer gesehen werden, denn wenn man nicht wechseln will oder kann, dann fährt man einfach wie jeder andere an die nächste HPC-Ladesäule.
Ich finde das System nach wie vor sehr gut… ob es sich jedoch für Nio einmal rechnet, das kann jetzt noch niemand genau genug sagen – denn, soll es wirklich was durchschlagendes werden, dann müssen die Nio Swips genauso aufgestellt werden, wie bei Tesla die Supercharger – in Stückzahlen wie in Abständen – dann würde das passen, vorher ist es für viele Regionen nur ein Traum.