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Verbrenner-Aus ab 2035: Streit um E-Fuels tobt weiter

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
3. März 2023
Lesedauer: 2 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
3. März 2023
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): photocosmos1 / Shutterstock / 2168274607

Home Automobilindustrie

Das geplante Ende für die Zulassung von Verbrennern in der EU könnte kurz vor dem Abschluss an der deutschen Blockade scheitern. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte mehrfach gedroht, nicht zuzustimmen. Damit würde die erforderliche Mehrheit der Mitgliedsstaaten wohl nicht erreicht. Vertreter des EU-Parlaments und der EU-Staaten hatten sich bereits Ende vergangenen Jahres darauf geeinigt, dass in der EU ab 2035 nur noch Neuwagen verkauft werden dürfen, die keine Treibhausgase ausstoßen. Allerdings muss auch der Rat der Mitgliedstaaten zustimmen.

Wissing begründete seinen Widerstand damit, dass die EU-Kommission bislang noch keinen Vorschlag vorgelegt habe, wie nach 2035 nur mit klimafreundlichen Kraftstoffen betankte Fahrzeuge zugelassen werden können. „Wir brauchen E-Fuels, denn es gibt ja gar keine Alternative dazu, um unsere Bestandsflotte klimaneutral zu betreiben“, sagte er. Wer es ernst meine mit klimaneutraler Mobilität, der müsse alle technologischen Optionen offenhalten. Auch FDP-Chef Christian Lindner bekräftigte das Nein seines Parteifreundes. Weltweit werde die Verbrenner-Technologie auch nach 2035 eine große Rolle spielen.

Die Bundesregierung ist in dieser Frage gespalten. Deutschland sollte auf europäischer Ebene verlässlich agieren und sich an getroffene Zusagen halten, forderte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) in der Süddeutschen Zeitung. Kritik an Wissings Haltung kam auch von den Bremer Grünen. Mobilitätssenatorin Maike Schaefer sagte, Wissing und die FDP seien Getriebene der Automobillobby. Der Bundesverkehrsminister habe gar kein Mandat für die Ankündigung, dass Deutschland einem Verbrenner-Aus nicht zustimmen werde. „Die Debatte um einen Einsatz von E-Fuels in Pkw ist angesichts der Energieintensität bei deren Herstellung bei aller Technikgläubigkeit reines Wunschdenken von Verbrennerfetischisten.“

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stellte sich hinter Wissing. „Wir brauchen alle klimafreundlichen Technologien, um die EU-Klimaziele zu erreichen“, sagte VDA-Chefin Hildegard Müller. Weil E-Fuels gerade für die Klimabilanz bereits zugelassener Verbrenner wichtig seien, müsse die Debatte erneut geführt werden. Gleichzeitig sieht Müller keinen Anlass, beim Hochlauf der Elektromobilität im Geringsten nachzulassen. Die EU müsse sich deshalb auch hier deutlich mehr engagieren und endlich eine flächendeckende und zuverlässigen Lade- und H2-Tankinfrastruktur vorantreiben.

Unterstützung bekommt Wissing aber auch von Wirtschaftsstaatssekretär Sven Giegold (Grüne). „Wir unterstützen das Aus für alte, konventionelle Verbrennungsmotoren“, sagte dieser. „Wir wollen aber außerhalb der Flottengrenzgrenzwerte, also außerhalb dieses Gesetzes, eine Lösung für solche Verbrennungsmotoren, die nur mit nachhaltigen E-Fuels betrieben werden.“

Quelle: dpa / VDA – Pressemitteilung / Süddeutsche Zeitung – Koalitions-Streit spitzt sich zu

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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35 Comments
Djebasch
Djebasch
3 Jahre zuvor

Man kann ja Efuels zulassen aber eine weitere Produktion von Verbrennern sollte generell enden.
Wer meint das wir mit EFuels Klimaneutral werden können hat nicht ganz verstanden wie diese Chemiebombe funktioniert…

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MuXXe
MuXXe
3 Jahre zuvor

Ich finde die Argumentation schon lustig: „Wir brauchen E-Fuels für unsere Bestandsflotten und blockieren deshalb, dass ab 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor neuzugelassen werden!“

Das grenzt doch an Realsatire.

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Marc
Marc
3 Jahre zuvor

Der Startschuss zur Elektromobilität mit dem Ziel 1 Million Elektroautos bis 2020 wurde im Jahre 2008 mit dem Nationalen Aktionsplan Elektromobilität von der CDU unter Merkel gegeben. Der Aktionsplan wirkt bis heute, geändert hat sich nur, dass das Momentum endlich auf der Seite der Elektromobilität ist.

Und selbst in diesen günstigen Verhältnissen kriegen die regierenden Parteien es nicht hin, ein Verbrennerverbot zu finalisieren. Dabei müsste es das originärere Interesse von rot und grün sein, weil es in Parteiprogrammen und Grundsatzbeschlüssen mehrfach dokumentiert ist, das Elektroauto in den Lead zu bringen. Stattdessen lassen sie sich von einer Splitterpartei am Nasenring öffentlich vorführen.

Das ist peinlich für Deutschland in Europa und zeigt die Untauglichkeit rot-grüner Politiker, ein Land zu regieren. Das Elektroauto als Zukunft des Autos wird es aber nicht verhindern, insofern ist das nicht schlimm.

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Robert
Robert
3 Jahre zuvor

Deutschland schafft sich ab wir sind inzwischen total unglaubwürdig geworden und auch unsere Beliebtheit im Ausland ist im freien Fall

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Skodafahrer
Skodafahrer
3 Jahre zuvor

Ist das Verbrennerverbot wichtig?
Oder wird es noch etwas zu verbieten geben?

Damit es Sinn macht, die Verbrenner erst 2035 zu verbieten, müsste sich das jährliche prozentuale Wachstum der batterieelektrischen Fahrzeuge gegenüber 2022 mehr als halbieren.
Sonst gibt es 2034 nur noch neue Elektroautos und ein Verbot wäre dann obsolet.

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Peter
Peter
3 Jahre zuvor

Klar kann man sagen, dass man e-Fuels laufen lassen kann, weil sie eh keine Rolle spielen wird, da e-Fuels sich aus Kostengründen nicht durchsetzen wird. Ein Verbot bewirkte da eher Märtyrertum.

Aber, dieses e-Fuel Versprechen hat zur Folge, dass Leute eher Verbrenner kaufen weil die ja später klimaneutral gemacht werden, was aber dann nicht passieren wird. Dazu kommt, dass der ein oder andere deutsche Autohersteller noch länger am Verbrenner festhalten wird und somit ein Schritt näher am Untergang ist.

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Tom
Tom
3 Jahre zuvor

…Mister nix Wissing und die FDP…. Kopfschüttel

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Tom
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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Ein Gastautor bei electrive.net nennt es in seinem Kommentar:

Perlen vor die Säue: E-Fuels im Auto sind E-Fails

…

…

Die Wirtschaft ist längst weiter

Für sich spricht schon, dass selbst Vertreter:innen der Auto-Industrie öffentlich zugeben, dass E-Fuels viel zu teuer seien, als dass man sie ohne Subventionen konkurrenzfähig betreiben könne. Die Automobilindustrie bewegt sich längst weg vom Verbrenner – allein aus wirtschaftlichem Eigeninteresse. Die Elektrifizierung als Königsweg für das Automobil ist längst ausgerufen und wird in Nord-Amerika inzwischen ebenso ambitioniert verfolgt wie zuvor schon in Asien.

(Quelle: electrive.net – 02.03.2023 – Gastautor: Dr. Julian Zuber, Geschäftsführer GermanZero e.V.)

E-Fuels benötigen hohe Subventionen, die dann alle Steuerzahler tragen müssen, damit der Rest der Verbrennerfahrer sind mit dem zweifelhaften Etikett „CO2-neutral“ schmücken kann. Ohne Subventionen wären die E-Fuels für die letzten Verbrennerfahrer unbezahlbar – ausser für Lindner und seine FDP-Klientel.

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Andreas Kühweg
Andreas Kühweg
3 Jahre zuvor

Mir ist nicht so ganz klar, wie man bei der Zulassung schon wissen soll, dass ein Auto ausschließlich mit E-Fuels betrieben wird. Unterschiedliche Zapfhähne an der Tankstelle verhindern ja bisher auch nicht zuverlässig Fehlbetankungen. Und wenn E-Fuels nicht massiv subventioniert werden, muss man auch noch mit der kriminellen Energie der Fahrer rechnen, wenn konventioneller Sprit nur die Hälfte kostet. Aber vielleicht wäre ja genau das ein möglicher Kompromiss: Man erlaubt die Zulassung von ausschließlich mit E-Fuels nutzbaren Fahrzeugen (wie auch immer das sichergestellt wird), verbietet aber gleichzeitig jede Subventionierung von E-Fuels (zumindest für Kfz). Wäre vom Resultat praktisch identisch mit einem Verbrennerverbot und Herr Wissing könnte damit prahlen, wie er die EU in die Knie gezwungen hat.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Andreas Kühweg
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Silverbeard
Silverbeard
3 Jahre zuvor

Das macht er schon geschickt der Wissing.
Oder diskutiert noch irgendjemand über ein Tempolimit?

E-Fuels werden nicht bis 2035 den Bestand versorgen können, das ist jedem mit Verstand klar. Die werden für den EU Flugverkehr gebraucht (ab 2025 2% Zumischung verordnet, ab 2040 dann 37% und ab 2050 85%). Das bedeutet, es reicht nicht 100 Porsche E-Fuels Produktionen in Chile zu bauen, wir brauchen mindestens 200… ab 2025. Das ist aber natürlich kein Problem für ein Volk, das auch den BER, die Hamburger Oper baute und Stuttgart 21 baut…

Aber das ein Tempolimit die CO2 Emission des Verkehrs sofort um mehrere Prozent senken würde – wen interessierts noch…

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Mr.Hu
Mr.Hu
3 Jahre zuvor

Kritik an Wissings Haltung kam auch von den Bremer Grünen. Mobilitätssenatorin Maike Schaefer sagte, Wissing und die FDP seien Getriebene der Automobillobby. Der Bundesverkehrsminister habe gar kein Mandat für die Ankündigung, dass Deutschland einem Verbrenner-Aus nicht zustimmen werde. „Die Debatte um einen Einsatz von E-Fuels in Pkw ist angesichts der Energieintensität bei deren Herstellung bei aller Technikgläubigkeit reines Wunschdenken von Verbrennerfetischisten.“

Ok, fassen wir mal zusammen. Bis auf die Energieeffizienz, die keineswegs ein k.o.-Argument darstellt, hat die gute Frau keinerlei Argumente parat. Stattdessen wüste Beschimpfungen, sodass man das Gefühl hat, den Tread eines Forum-Trolls zu lesen. Von „Getriebe[n] der Automobillobby“ ist die Rede. Wobei sich die Automobillobby eigentlich kaum gegen ein Verbrenner-Aus stellt. Und sorry, aber abgesehen davon, dass das Wort „Verbrennerfetischist“ wohl als irgendetwas zwischen übler Nachrede und Beleidigung einzuordnen ist (da das Wort „Fetisch“ ähnlich dem Wort „pervers“ in den allermeisten Fällen im sexuellen Sinne verwendet wird):
Diese Äußerung befindet sich etwa auf dem Niveau von „deine Mudda“-Witzen. Anbei noch das Interview mit einem Maschinenbauingeneur, der allemal über mehr technisches Verständnis verfügt.
https://mobil.news.at/a/e-fuels

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
3 Jahre zuvor

„… das Wort „Verbrennerfetischist“ [ist] wohl als irgendetwas zwischen übler Nachrede und Beleidigung einzuordnen […] (da das Wort „Fetisch“ ähnlich dem Wort „pervers“ in den allermeisten Fällen im sexuellen Sinne verwendet wird)“

Du könntest Dein kulturelles Nichtwissen kaum deutlicher machen:
c&p–> dwds.de/wb/Fetisch

»Gegenstand, der von Naturvölkern als Heiligtum verehrt wird und dem übernatürliche Kräfte zugeschrieben werden«

Und Deine (unbelegte!) Behauptung „in den allermeisten Fällen im sexuellen Sinne verwendet …“
widerlegt das DWDS-Wortprofil auch gleich (a.a.O.). Es bleibt also dabei:

„Die Debatte um einen Einsatz von E-Fuels in Pkw ist angesichts der Energieintensität bei deren Herstellung bei aller Technikgläubigkeit reines Wunschdenken von Verbrennerfetischisten.“

+1

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Heinz Fuchsig
Heinz Fuchsig
3 Jahre zuvor

genau. Wer wird schon 2030 noch Verbrenner kaufen? MbS und Putin können sehr schnell dafür sorgen, dass der Treibstoff 3 mal so teuer wird, ein Krieg im Golf von Hormus verfünffacht den Preis.. was kosten 80 kWh derzeit – ca. 10.000 €, das wird auf 3000,- sinken bis 2030. Andere Effizienzgewinne, zeitweise viel billigerer STrom durch smart grid und man muss schpn blöd sein, was anderes als einen EV zu kaufen

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Wolfgang Lange
Wolfgang Lange
3 Jahre zuvor

…der Comiker, da Coronasegelohrengesicht, hat doch keine Ahnung.
Wenn die Verbrenner nicht mehr auf der Straße herumfahren, wird die Zahl der Atemwegserkrankungen deutlich sinken…. Und die starke Lärmbelastung wird auch wegfallen.
Und wir haben eine deutlich geringere Ressourcenverschwendung und besonders die Wasserverschwendung. Das Verbrenneraus muss eine besiegelte Angelegenheit bleiben.
Mit elektrischen Grüßen
PS: E-Fuels sind auf jeden Fall gesundheitsschädlich, durch ihre Verbrennung

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Norbert Seebach
Norbert Seebach
3 Jahre zuvor

Wem die aktuellen Spritpreise noch viel zu billig sind, wem selbst die Energieverschwendung beim FCEV noch nicht genügt, wer weiterhin lokal Schadstoffe nach Belieben aus dem Auspuff rotzen möchte, um sich dann über Durchfahrtverbote in vielen innerstädtischen Bereichen aufzuregen – der ist offenbar FDP-Wähler und fährt zum Trotz mit E-Fuels umher.

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