Die europäische Umweltdachorganisation Transport & Environment (T&E) kommt in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass die Leasingraten für Elektroautos zu hoch sind. Dies habe auf den Wandel hin zur E-Mobilität eine bremsende Wirkung. Über die Studie berichtete „Vision Mobility“. Laut der Studie sind die Leasingraten für elektrische Fahrzeuge durchschnittlich 69 Prozent höher als diejenigen für vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Untersucht wurden in der Studie die Restwerte von gebrauchten Fahrzeugen. Dabei stellte sich heraus, dass der Wertverlust von Verbrennern und E-Fahrzeugen sich nach drei Jahren auf einem ähnlichen Niveau bewegt, im ersten Jahr sei der Wertverlust von E-Autos sogar geringer. Da aber die Leasingraten für elektrische Fahrzeuge meist deutlich höher sind, impliziere dies einen höheren Wertverlust, der aber tatsächlich gar nicht vorliege.
„Leasingfirmen verlangen von ihren Kunden zu viel Geld, wenn sie auf Elektroautos umsteigen. Die Preisgestaltung der Leasingfirmen ist zu konservativ. Ihre monatlichen Raten sind auf dem Stand von vor fünf Jahren stehen geblieben. Dadurch verlangsamen Leasingfirmen die Umstellung auf Elektroautos, während sie Rekordgewinne machen und Kunden überteuerte Raten bezahlen.“ – Stef Cornelis, Direktor für Elektroflotten bei T&E
Da Leasingfahrzeuge etwas mehr als 20 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen, würden sich die hohen Leasingraten für E-Autos negativ auf den Hochlauf der Elektromobilität auswirken, wird in der Studie festgestellt. Ferner prangern die Autoren an, dass keines der großen Leasingunternehmen aktuell plane, vor 2030 auf eine rein elektrische Flotte umzustellen – und das, obwohl viele Hersteller bis dahin schon nur noch elektrische Fahrzeuge herstellen wollen. „Damit bremst der Leasingsektor den Übergang zur Elektromobilität aus. In Deutschland bleibt die Elektrifizierung von Firmenflotten deutlich hinter dem Privatsektor zurück. 2022 waren 14 Prozent der neu zugelassenen Firmenwagen Pkw-BEVs. Bei privaten Haushalten waren es bereits 27 Prozent der Neuzulassungen“, heißt es in der Studie.
Kritik an der Studie äußerte demnach Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, weil die Umweltprämie bei der Betrachtung nicht mit hineingerechnet worden sei, was die preislichen Unterschiede allerdings abfedere. Laut „Vision Mobility“ läge die Leasingrate unter Berücksichtigung der Umweltprämie somit bei den allermeisten Fahrzeugen auf einem ähnlichen Niveau. Dies untermauere die Bedeutung, die die Umweltprämie für die Wettbewerbsfähigkeit von elektrischen Fahrzeugen derzeit in Deutschland noch habe.
Quelle: vision-mobility – „T&E-Studie: Hohe Leasingraten für E-Autos bremsen den Wandel“
Diese Lobbyorganisation T&E ist nur nervig. Unternehmen müssen das Risiko der Restwerte eingehen. Wenn T&E-Mitarbeiter denken, dass die Restwerte zu negativ angesetzt sind, sollen sie eine eigene Leasingfirma aufmachen. Weil sie sich verschätzt hatten, sind schon diverse Leasinggesellschaften an den Rand der Pleite geraten. Jedes Unternehmen muss selbst entscheiden, welche Risiken es eingeht. Und wenn Tesla die Preise weiter senkt: Werden dann die Restwerte für Gebrauchtfahrzeuge hoch bleiben? Ich glaube, T&E schreibt oft Pressemitteilungen nur, um irgendwie in die Presse zu kommen.
Die Elektromobilität ist noch jung und bisher lief kein Jahr wie das andere.
Neu ist dieses Jahr der Markt der großen Firmenkunden. Stellvertretend nenne ich den Betreiber einer der größten Flotten, das große T, wo der Firmenwagen zum privaten Gebrauch ab diesem Jahr elektrisch sein muss. Die haben gute Flottenverträge mit guten Leasingraten und führen die einfach weiter. Das macht deren Einkauf und mit der grundsätzlichen Entscheidung hatte das gar nichts zu tun. Andere sind von der EU gezwungen worden, wie die Verkehrsbetriebe.
So drängen jetzt viele zwangsweise auf den Markt und die Leasingraten werden mit den Profis passend gestaltet werden. So etwas regelt der Markt. Ob die Leasingraten insgesamt herunter gehen, ist mittelfristig vielleicht so, kurzfristig garantiert nicht. Es sei denn, der Absatz schwächelt, das könnte ich mir z.B. bei Renault oder Aiways sehr gut vorstellen, das extra, um nicht nur Tesla zu nennen. Also überall dort, wo ein ambitionierter Preis auf einen sehr mittelmäßiges Produkt geklebt wurde. Das gibt einem eine gute Einschätzung der MEB. Deren Produkte sind nicht betroffen. Offenbar hat VW da sehr viel richtig gemacht.
Stimme der Aussage uneingeschränkt zu, dass die leasing raten aktuell zu hoch sind. Waren allerdings vor der zinswende auf einem gutem Niveau. Danach ist alles verständlicherweise erstmal teurer geworden. Mittlerweile sieht man wieder günstige leasing raten, aber irgendwie nur bei verbrennern, die mittlerweile geringere umweltprämie kann da auch nur bedingt als Grund herhalten.
Die Umweltprämie wird vom Steuerzahler bezahlt und sollte auch bei ihm wieder landen. Das die Firmen sich diese Premie einverleiben wollen, spricht für die Studie. Somit ist aus meiner Sicht alles richtig. Elektroautos sind nicht nur gefüllt für normale Arbeiter nicht bezahlbar, sondern auch nachgewiesen.