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BMW: „Wer die Zukunft aktiv gestaltet, sichert sich entscheidenden Wettbewerbsvorsprung“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
2. Februar 2020
Lesedauer: 3 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
2. Februar 2020
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1163524339

Home Automobilindustrie

Michael Nikolaides, seit Ende 2018 Chef der weltweiten Produktion für Motoren und E-Antriebe der BMW-Gruppe, sprach in einem Interview mit Automobil-Industrie über die Strategie von BMW, seinen Kunden ein möglichst breites Antriebs-Portfolio anbieten zu wollen – von Elektro- oder Verbrennungsmotor über Plug-in-Hybride und künftig auch mit Brennstoffzelle. Die Produktion, die bei BMW bei den einzelnen Modellen weiterhin auf dem selben Band erfolgen soll, müsse dafür eine enorme Komplexität beherrschen.

BMW stecke „mittendrin“ in der Großserienfertigung von Elektroautos. „Mit vier Batteriefabriken in Dingolfing, Spartanburg, Shenyang und Rayong in Thailand versorgen wir aktuell elf Produktionsstandorte“, so Nikolaides. Das Kompetenzzentrum für Elektro-Antriebe in Dingolfing werde gerade für die Produktion von Antriebskomponenten für voll- und teilelektrische Modelle „massiv“ ausgebaut: „von heute 8000 auf künftig 80.000 Quadratmeter, von heute rund 700 auf rund 2000 Mitarbeiter in den kommenden Jahren.“

Auf Konkurrenz wie Tesla und die chinesischen Großserienfertiger wie BYD, BAIC und Chery angesprochen sagt Nikolaides, dass BMW „natürlich jeden“ beobachte, „der in diesem Bereich unterwegs ist. Wir sehen uns jedoch ganz vorne mit dabei“. BMW habe viele Erfahrungen in der Produktion sammeln können mit dem i3, der bereits 2013 auf die Straße kam, das komme dem Hersteller „heute bei der Industrialisierung sehr zugute“.

Um auf künftige, kaum vorhersehbare Entwicklungen flexibel reagieren zu können, stellt BMW Autos mit verschiedenen Antrieben in den selben Werken her. Diese Baukastenlösung sei so aufgebaut, dass der Hersteller zwischen Elektro- und Plug-in-Fahrzeugen „in der Produktion in einem sehr breiten Bereich variabel reagieren“ könne, „so wie es heute schon bei Benzin- und Dieselmotoren gelingt.“ Nur so sei BMW in der Lage, die Strategie „Power of Choice“ umzusetzen.

„Eine faszinierende Herausforderung“

Es sei „eine faszinierende Herausforderung“, den „massiven Zeitenwandel“ in der Automobilindustrie, „der gewaltige Veränderungen mit sich bringen wird und neue Denk- und Herangehensweisen fordert“ zu begleiten. „Wer das heute im Griff hat und die Zukunft aktiv mitgestaltet, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorsprung.“

BMW sei es bei den Elektromotoren gelungen, „die Produktionsprozesse so zu optimieren, dass wir einen sehr anspruchsvollen und leistungsfähigen E-Motor in Großserie produzieren können“. Dafür habe der Hersteller „neue Fertigungsansätze, wie beispielsweise neuartige Vergussverfahren entwickelt, die die notwendigen Festigkeiten in der Großserie sicherstellen.“ Auch beim Akkupaket sei „der Produktionsprozess der Batteriemodule technisch standardisiert“.

„Wir lernen zusammen, wir probieren Neues aus“

BMW geht für die nähere Zukunft noch von einer „weltweit sehr stabilen Nachfrage nach Verbrennungsmotoren“ aus. „Bei den Benzinmotoren gehen wir sogar von wachsenden Volumina aus“, so Nikolaides. Für seine neuen Antriebstechnologien arbeite BMW „sehr gut mit vielen etablierten Werkzeug- und Anlagenlieferanten zusammen“ und leite mit einigen Unternehmen, die bislang vor allem in der Verbrennerwelt unterwegs waren, „jetzt den Technologiewandel ein. Wir lernen zusammen, wir probieren Neues aus.“ Natürlich funktioniere „nicht alles auf Anhieb.“ Aber erfolgsentscheidend seien „schnelle Lernschleifen und die Etablierung von Mechanismen, die uns ermöglichen, Wege, die nicht funktionieren, schnell beenden zu können. Nur so kommen wir zügig und effizient voran.“

Die Brennstoffzelle in die bestehende BMW-Produktionswelt zu integrieren, „wäre die nächste spannende Aufgabe“. Das Ziel sei es zunächst, „die Industrialisierung der Brennstoffzellentechnologie zu durchdringen: Die Prozesse und Anlagentechnik müssen gestaltet und serientauglich gemacht werden. Wir sind gut unterwegs. Wenn die Nachfragesituation es verlangt, werden wir auch das beherrschen.“ Bei der industriellen Fertigung von Brennstoffzellen-Stacks, wie das Herzstück des Wasserstoff-Antriebs genannt wird, seien „die ersten automatisierten Montagelinien bereits in der Erprobung“.

Quelle: Automobil-Industrie — BMW: „Bei den Benzinmotoren gehen wir von Wachstum aus“

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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28 Comments
BevKombiFan
BevKombiFan
6 Jahre zuvor

….what????? Ganz vorne mit dabei????? Wo denn?????? Mit dem I3??????
…also die realitätsferne von BMW ist wirklich unschlagbar!!!

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Rudi
Rudi
6 Jahre zuvor

Ganz vorne mit dabei? Dann schaut BMW wohl zurück und sieht den Vorsprung der anderen nicht. Und die Komplexität der neuen Produktionsplattform läßt sich auf den Cent genau als Wettbewerbsnachteil ausrechnen. Sorry, klassisches Verhalten eines Incumbents der echte Gefahr läuft Kodak und Nokia zu folgen.

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wiesmaim
wiesmaim
6 Jahre zuvor

Offenbar das Pfeifen im Walde angesichts der „faszinierenden Herausforderung“. Warum hat man den Hydrogen 7, 750hL und H2R nicht weiterverfolgt? Auch der i3 ist ja entwicklungstechnisch stehengeblieben mit der Fehleinschätzung, dass Gewicht (Karbon) so eine große Rolle spielen würde. Die Kompetenz ist sicher da, aber der Mut fehlt nach dem Rover-Desaster ein unternehmerisches Risiko einzugehen. Gegen das Model 3 wirken die BMW-Kisten altbacken, diese „Zukunftsgestaltung“ erschöpft sich im Marketing-Sprech

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hannes
hannes
6 Jahre zuvor

Blablabla à la BMW! Die Firma befindet sich dermassen im Abseits, dass man über dieses Marketinggebrabbel wirklich nur noch lachen kann. BMW ade!

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Peter
Peter
6 Jahre zuvor

Die Entscheidung von BMW kein reines Elektroauto Fahrzeug zu entwickeln sondern eine Baukasten Lösung wird sich bei den Verkaufszahlen wahrscheinlich bitter rächen …

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Ideologiebefreit
Ideologiebefreit
6 Jahre zuvor

Ein weiteres Unternehmen, welches sich keiner Ideologie hingibt, sondern den Kunden selbst entscheiden lässt. Hier sehe ich einen Vorteil für BMW im Gegensatz zu VW, welches leider nicht technologieoffen agiert und das auch bald zu spüren bekommt. Brennstoffzellen Fahrer könnten immerhin im Gegensatz zu reinen Stromautos immer grünen Strom tanken. Dank der Erzeugung von genügend grünem Strom in Afrika und der Speichermöglichkeit in Form von Wasserstoff, spielt der Wirkungsgrad nurnoch eine untergeordnete Rolle. Gleichzeitig entstehen auch vor Ort endlich Arbeitsplätze.

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Volta
Volta
6 Jahre zuvor

Wenn ich mir die Motoren von BMW ansehe und wie komplex die Jungs hier eine gute Lösung für die aktuellen Abgas -Grenzwerte gefunden haben, dann kann das alles gelingen. Wenn Ihnen nicht die Zeit einen Streich spielt, dann klappt das. Mercedes hat bei der Busfertigung ähnliches gemacht und hier sind nun fast 90 Prozent der Teile gleich, das senkt die Kosten. Aus dem i3 haben die Jungs sicher gelernt, daher nun dieser Ansatz. Die Geschichte mit den H2 – Motoren hat keine Zukunft, sowie auch synthetische Kraftstoffe bei kleinen Fahrzeugen. Hier ist am Ende der Wirkungsgrad zu schlecht.

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Harry
Harry
6 Jahre zuvor

Und wie stellt sich BMW vor wirtschaftlich unterwegs zu sein, wenn parallel diverse Technologien entwickelt werden sollen?

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Spacekiwi
Spacekiwi
6 Jahre zuvor

Nicht verzetteln BMW. Typisch deutsch, von einer auf gleich 4 Säulen (Verbrenner, Hybrid, BEV, Wasserstoff) bauen.
Anstatt dass man mit dem bestehenden i3 mit Batterie-, Technik-, und Entertainmentupdates dem id3, Zoe, etc. voraus bleibt.
Wenn 2020 da kein Update kommt, muss ich auf das Model Y wechseln.

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Siegfried Eckardt
Siegfried Eckardt
6 Jahre zuvor

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass EINE Plattform (je Baugröße) für die verschiedenen Antriebsvarianten optimal ist.
Aber wenn damit die gesamten Fertigungskosten über alle Modellreihen niedriger ausfallen als mit verschiedenen, jeweils kostenoptimierten Plattformen, dann ist das für BMW im Moment vielleicht sinnvoll. Am Ende ist dann die Plattform teurer als vom „E-Auto-Spezialist“ mit nur einer Plattform, aber wenn der Mehrpreis im Rahmen bleibt … gibt es vielleicht noch genügend BMW-Fans.
BMW wird sicher nicht mit „Billiganbietern“ konkurieren wollen/können. Es braucht also auch „besondere“ attraktive Autos – aber als Luxus-Auto-Hersteller a la Rolls Royce sollte man sich auch nicht versuchen.
Oberstes Ziel für die Entwicklung sollte sein, dass langfristig möglichst wenige Arbeitsplätze durch die anstehende Umstellung wegfallen müssen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass eine gemeinsame Plattform für Akku-Autos und Brennstoffzellen-Autos – beide mit insgesamt viel weniger Teilen als Verbrenner und Hybride – gut möglich ist. Was bei dem einen eine große Batterie ist bei dem anderen eine kleine Batterie und eine Brennstoffzelle; vieles andere könnte (mehr oder weniger) gleich sein …

Schauen wir mal …

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Ralf Beat
Ralf Beat
6 Jahre zuvor

BMW hofft verzweifelt es möge nicht passieren, aber es wird kommen. China Akku in einem Leiterrahmen, Elektro Motor und Software aus Indien und drumherum Teile von den großen Automotive Zulieferern. Fertig ist ein Auto das günstig hergestellt wird, weil es einfach aufgebaut ist. Das war’s dann für BMW, denn alltagstaugliche Autos für kleines Geld ist nicht ihr Geschäftsmodell.

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