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Daimler-Batteriefertigung in Kamenz steigert Produktionskapazitäten

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
27. Mai 2020
Lesedauer: 4 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
27. Mai 2020
Lesedauer: 4 Minuten

© Abbildung(en): Daimler

Home Elektroauto Hersteller

Die lokale Fertigung von Batterien ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Elektro-Offensive von Mercedes-Benz und der entscheidende Baustein, um die weltweite Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen flexibel und effizient bedienen zu können. Das Unternehmen setzt dabei auf den Aufbau eines globalen Batterie-Produktionsverbunds und investiert dazu mehr als 1 Milliarde Euro. Der Verbund soll künftig aus neun Batteriefabriken an sieben Standorten in Europa, Nordamerika und Asien bestehen.

Der hundertprozentigen Mercedes-Benz Tochter Accumotive im sächsischen Kamenz kommt dabei eine besondere Rolle zu. Als Kompetenzzentrum für den globalen Batterie-Produktionsverbund produziert sie seit 2012 Antriebsbatterien für elektrische und elektrifizierte Fahrzeuge von Mercedes-Benz und Smart sowie leichte Nutzfahrzeuge. Nach Inbetriebnahme des von Anfang an als CO2-neutral konzipierten zweiten Werks im Jahr 2018, steigert die Mercedes-Benz Tochter ihre Produktionskapazitäten und -volumina sukzessive. In Kürze wird das jährliche Produktionsvolumen eine halbe Million Batteriesysteme für Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und rein elektrische Fahrzeuge übertreffen. Das Werk bereitet sich zudem auf den nächsten Meilenstein der Produkt- und Technologiemarke EQ vor, die auch elektrische Varianten im Kompaktsegment bereithält.

Die Mercedes-Benz Elektro-Offensive ist in vollem Gange. Schon heute bietet das Unternehmen in jedem Segment verschiedene elektrifizierte Modelle an – vom 48-Volt-Bordnetz (EQ Boost), über Plug-in-Hybride (EQ Power) bis zu vollelektrisch angetriebenen Fahrzeugen (EQ). Der Fokus liegt dabei ganz klar auf der schrittweisen Erhöhung des Anteils rein elektrisch fahrender Fahrzeuge im Mercedes-Benz Portfolio. Bis Ende dieses Jahres will Mercedes-Benz im Pkw-Segment fünf vollelektrische Modelle sowie 20 Plug-in-Hybride anbieten. Mehr als zehn vollelektrische EQ-Modelle sollen in wenigen Jahren in Serie sein. In weniger als 20 Jahren soll die Neuwagenflotte von Mercedes-Benz Cars CO2-neutral werden, bereits 2030 will das Unternehmen mehr als 50 Prozent des Pkw-Absatzes mit Plug-in- Hybriden oder vollelektrischen Fahrzeugen erreichen.

Die lokale Fertigung von Batterien stellt entsprechend einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Elektro-Offensive von Mercedes-Benz dar und ist der entscheidende Baustein, um die weltweite Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen flexibel und effizient bedienen zu können. Im rund 50 Kilometer von Dresden entfernten Kamenz fertigt das Unternehmen in zwei Batteriefabriken neben Antriebsbatterien für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge auch Batterien für 48-Volt-Systeme. Accumotive verfügt inzwischen über mehr als 10 Jahre Erfahrung bei der effizienten Fertigung hochkomplexer Batteriesysteme. Aufgrund der engen Vernetzung und einer konsequenten Digitalisierung der Produktionsprozesse profitieren alle Standorte des globalen Mercedes-Benz Batterie-Produktionsverbunds von dieser Kompetenz. In Kürze nehmen weitere Standorte in Europa und den USA den Betrieb auf, um die weltweit benötigten Batteriekapazitäten für die Fahrzeugproduktion sicherzustellen.

„Als Kompetenzzentrum innerhalb unseres globalen Batterie-Produktionsverbunds kommt dem Standort Kamenz mit seinem breiten Produktportfolio für die Umsetzung unserer Elektro-Offensive ‚Electric first‘ eine entscheidende Rolle zu. Flexibilität ist das alles entscheidende Merkmal in unserem globalen Produktionsnetzwerk aus Fahrzeug- und Antriebswerken. Unser Ziel ist ein atmendes globales Netzwerk, in dem die Produktionskapazitäten flexibel zwischen den Werken in aller Welt angepasst werden können.“ — Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain Management

Seit Produktionsstart der Accumotive wurden am Standort Kamenz weit mehr als eine halbe Millionen Batterien auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie für Elektro-, Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sowie für 48-Volt-Systeme produziert. Mit dem Ausbau des Standorts um eine zweite Batteriefabrik und deren Inbetriebnahme im Jahr 2018 ging das Unternehmen einen wichtigen Schritt mit Blick auf seine Elektro-Offensive und dem damit verbundenen steigenden Bedarf an hocheffizienten Antriebsbatterien für elektrifizierte und elektrische Antriebe. Das Unternehmen erhöht schrittweise die Produktionskapazitäten.

In der zweiten Batteriefabrik am Standort Kamenz werden unter anderem Batteriesysteme für den Mercedes-Benz EQC gefertigt: Die Produktion der Lithium-Ionen-Batterie umfasst mehrere rund 170 Meter lange Fertigungsstraßen mit jeweils mehr als 30 Fertigungsstationen und einer Vielzahl an Produktionsschritten. Höchste Präzision ist nötig, um die aus 384 Batteriezellen und vielerlei weiterer Komponenten bestehenden Batteriesysteme zu fertigen. So werden beispielsweise die Batteriezellen mit einem Laser und nur 2µm Toleranz mit Hilfe moderner Automatisierungstechnik verschweißt.

Moderne Fertigung, rund 1300 Beschäftigte und Industrie-4.0-Technologien

Der Standort Kamenz verfügt über zwei Batteriefabriken und hat eine Produktions- und Logistikfläche von insgesamt 80.000 Quadratmetern. Die zweite 2018 in Betrieb genommene Batteriefabrik setzt auf hochmoderne Anlagen und nutzt vielfältige Industrie 4.0-Technologien. Sie wurde zudem von Beginn an als CO2-neutrale Fabrik konzipiert und nimmt damit im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele der Mercedes-Benz AG eine Vorreiterrolle ein: Ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von zwei Megawatt versorgen in Verbindung mit Geothermie die Produktionsanlagen mit Energie. Das gesamte Gebäudedesign orientiert sich am Produktionsfluss und der Linienanordnung.

Spezielle Montageeinrichtungen erleichtern den Mitarbeitern das Handling der zum Teil schweren Werkstücke unter ergonomischen Gesichtspunkten. Das Werk nutzt eine Vielzahl an Industrie-4.0-Technologien, wie beispielsweise die digitale Steuerung und Nachhaltung der Produktionssysteme. Diese garantiert unter anderem die vollständige Rückverfolgbarkeit jeder ausgelieferten Batterie und ihrer Komponenten inklusive all ihrer Fertigungsdaten. Am Standort Kamenz sind aktuell rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt.

Auf Wachstumskurs: Globaler Batterie-Produktionsverbund

Mercedes-Benz investiert mehr als eine Milliarde Euro in den Aufbau eines globalen Batterie-Produktionsverbunds innerhalb des weltweiten Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars. Dieser wird künftig aus neun Fabriken an sieben Standorten auf drei Kontinenten bestehen. „Der Standort Kamenz ist einer der Pioniere der Batterieproduktion weltweit und in seiner Funktion als Kompetenzzentrum eine Art Blaupause für die Werke in unserem globalen Batterie-Produktionsverbund“, so Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain Management. „Nach Kamenz, Bangkok und Peking wird der nächste Standort, der seine Batterieproduktion aufnimmt, in Kürze Jawor in Polen sein, gefolgt von Werken um Stuttgart sowie Tuscaloosa in den USA. Jedes neue Werk profitiert von den Erfahrungen der anderen Werke. Unser Batterie-Produktionsverbund ist für die Mobilität der Zukunft gut aufgestellt.“

Quelle: Daimler — Pressemitteilung vom 26.05.2020

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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1 Kommentar
Wolfgang M.
Wolfgang M.
6 Jahre zuvor

So recht überzeugt mich der Artikel nicht von der angestrebten Führungsrolle(electric first) in E-Mobilität.
Zum einen wird eingeräumt, dass PHEV nicht zum Erreichen der CO2-Neutralität ausreichend sind, zum anderen wird offen gelassen, ob denn nun die hochtechnolgisch (2ų) per Laser in modernster Automationstechnik zu verschweissenden Lithium-Ionen-Batteriezellen nun wirklich in Kamenz entstanden sind, oder kostengünstig aus Asien importiert wurden.

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