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Autohersteller haben „verstanden, dass der Wechsel zur Elektromobilität unausweichlich ist“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
7. Juni 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
7. Juni 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 72926533

Home Automobilindustrie

Der US-amerikanische Futurist, Autor und Berater Peter Schwartz, der sich seit beinahe einem halben Jahrhundert mit der Entwicklung von Zukunftsprognosen beschäftigt, sprach in einem Interview mit dem Technologieunternehmen Freudenberg unter anderem über das Thema Elektromobilität, und was sich bei der Mobilität insgesamt ändern wird.

Schwartz geht davon aus, dass sich die Ladezeit von Elektroautos innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre drastisch verkürzen werde. Ob ein Auto betankt oder aufgeladen wird, sei „bald nicht mehr relevant. Es wird beides gleich schnell gehen.“ Auch die Ladeinfrastruktur selbst werde zwar besser in der Fläche ausgebaut werden, dafür seien allerdings „Subventionen aus der Politik vonnöten“.

„Ich denke, in spätestens einem Jahrzehnt wird jedes neue Auto mindestens ein Hybrid sein“, so Schwartz weiter. Das heiße „aber nicht, dass gar keine reinen Verbrenner mehr auf den Straßen zu sehen sind. Gerade Lastwagen werden in der Hinsicht eine Herausforderung darstellen“, außerdem gebe es auch noch eine riesige Anzahl an Bestandsfahrzeugen, die noch sehr lange genutzt werden dürften.

Als Vorreiter bei innovativer Verkehrsgestaltung sieht der Zukunftsforscher den Stadtstaat Singapur und das Elektroauto-Vorzeigeland Norwegen. Schwartz meint, dass Singapur innerhalb der nächsten 20 Jahre den Besitz von Privat-Pkw abschafft: „Es wird das erste Land der Welt sein, in dem stattdessen autonome Fahrzeuge herumfahren und den öffentlichen Nahverkehr unterstützen.“ Norwegen sei spannend, da es seinen Strom vor allem aus Wasserkraft bezieht und bei der Elektromobilität „zielstrebig“ vorangehe. „Das ist so faszinierend, weil das eher dünn besiedelte Norwegen in mancherlei Hinsicht das genaue Gegenteil von Singapur ist. Aber beide setzen stark auf Elektromobilität und neue Ansätze.“

„Toyota startete schon vor zwanzig Jahren“

Die großen Automobilhersteller hätten mittlerweile „alle verstanden, dass der Wechsel zur Elektromobilität unausweichlich ist“. Die Frage sei, „wie schnell tun sie es, wer geht voran, und wie tun sie es?“ Viele deutsche Hersteller „hinken da erheblich hinterher, weil sie lange Zeit nicht an Elektroautos geglaubt haben“, stellt Schwartz fest. Hersteller aus Asien hätten „einen deutlichen Vorsprung. Toyota startete schon vor zwanzig Jahren.“

Es sei bei all dem „sehr offensichtlich“, dass die Antriebswende nicht stattfinden würde, „wenn der Klimawandel nicht wäre. Je mehr wir dessen Auswirkungen spüren, desto schneller werden wir reagieren.“ Und nun wachse eine „neue Generation an jungen Leuten“ heran, „für die das Auto nicht mehr das Ticket in die Freiheit ist“. Das sei „schon ein großer Mentalitätswandel. In New York City hat schon heute die Mehrzahl der Menschen kein Auto mehr. Es lohnt sich nicht. Sie suchen ohnehin nur die ganze Zeit nach einem Parkplatz.“

Quelle: Freudenberg — „Laden und Tanken wird gleich schnell gehen“

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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13 Comments
Klaus
Klaus
6 Jahre zuvor

Es ist schon sehr verwunderlich, wie schwer sich Autohersteller tun, wenn ein Umbruch zu erkennen und wahr zu nehmen. Anstatt sich über den Fortschritt zu freuen, klammern sie sich an das alte System fest und merken dabei nicht dass sie das falsche tun. Erst wenn neue Autohersteller am Horizont ihren Glanz erleuchten lassen, werden die alten Hersteller vor erstaunen zunehmend hellhörig, können es aber selbst dann noch nicht glauben. Einige davon werden wohl untergehen, andere können sich mit letzter Kraft ans Ufer retten. Gott sei dank gibt es immer wieder Menschen die noch einen klaren Durchblick haben, Sie sind unsere Hoffnung, unser Glück, das sind jene Menschen wie Elon Musk. Seien wir dafür umso mehr dankbar!

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Strauss
Strauss
6 Jahre zuvor

In Singapur dominierten schon immer die japanischen Autos. So ist es kein Wunder zu erkennen, wo Toyota seine Hybrids und Normale verkauft. Diese Firma hat man in Deutschland auf das Abstellgleis gestellt. Norwegen bezieht leider den Strom nicht nur aus Wasserkraft. Ein Grossteil kommt dort auch umweltunfreundlich daher. Aber zumindest beweist dieses Land, dass der Verkehr zu 50% elektrisch , problemlos funktionieren kann.

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Nostradamus
Nostradamus
6 Jahre zuvor

Ich bin „Nostradamus“ und ich prophezeie:
– Batterie wird leicht und billig.
– Batterie wird 100% recyclebar.
– Batterie wird sich genauso schnell laden lassen wie ein Tank für Flüssigtreibstoff.
– Batterie wird der Kapazität haben, der eine Reichweite wir ein Diesel ermöglichen kann.
– Batterie wird ohne geostrategisch problematische Rohstoffe hergestellt.
– Und aller wichtigste zum Schluss: Wüsten Sie, dass Himmel blau ist?
So einfach ist heutzutage „Prophezeiungen“ zu machen und sich als „Experte“ zu erklären !

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Janateller
Janateller
6 Jahre zuvor

Ohje als ob Elektro besser wäre als die andere rohstoffausbeutung

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Wigerl
Wigerl
6 Jahre zuvor

Ich wohne auf dem Land, da bist du ohne Auto ein Mensch zweiter Klasse. Ohne Auto geht es nicht. Einkaufen, Arbeiten, Freunde, Freizeit usw. Alles nicht möglich. Parkplätze gibt es vor jeder Haustüre zur genüge. Und weil wohnen so günstig ist fahre ich einen Tesla, nicht unbedingt wegen der Umwelt sondern weil er sich super fährt und Spaß macht. Ich denke das wird entgegen aller Zukunftsprognosen noch lange so bleiben.

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M.Hetmann
M.Hetmann
6 Jahre zuvor

wird da etwa Norwegen mit Schweden verwechselt?

So gibt es Norwegen an:
Insgesamt wurden in Norwegen nach Angaben der Statistikbehörde SBB im November 2019 12.867 GWh Strom produziert – 93,8 Prozent aus Wasserkraft, 2,1 Prozent aus Wärmekraft und 4,0 Prozent aus Windkraft.
Des weiteren exportiert Norwegen noch viel Wasserkraft Strom u.a. nach Deutschland

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Philip
Philip
6 Jahre zuvor

Ich bin großer Fan und Unterstützer der Elektromobilität. Ich bin z.b. der Meinung, dass es schon heute nicht nur möglich sondern sinnvoll ist, die alltäglichen Strecken wie Arbeitsweg, Fahrt zum Einkaufen usw. elektrisch zu erledigen. Je nach Lebenssituation braucht es dazu „nur“ einen elektrischen Kleinwagen. Jeder der ehrlich zu sich selbst ist wird feststellen, dass für die wenigen Fahrten im Jahr die ein Kleinwagen nicht erledigen kann auch ein Mietwagen reicht. Und sonst gibt es ja auch mehr und mehr gute Hybride die beides gut abdecken.
Ich kann nur einen immer und immer wiederkehrenden Kritikpunkt nicht nachvollziehen: an welcher Stelle genau haben denn Deutsche Hersteller die Elektromobilität verschlafen? Ich sehe ein, dass es in der Luxusklasse wenig Konkurrenz zu Tesla gibt aber bei kleinen Elektrofahrzeugen gibt es genug auswählt die aus Deutschland und Europa kommt. Z.b. bei Toyota gibt es aktuell nicht ein Elektrofahrzeug. Und sollte ein Käufer gar der Meinung sein ein phev mit Diesel kaufen zu wollen um einen möglichst geringen CO2-Ausstoß in der Kombination aus lang- und Kurzstrecke zu haben wird er wohl nur bei einem deutschen Hersteller fündig werden.
Zugegeben die deutschen Hersteller haben alle sehr spät reagiert aber verschlafen haben sie die Elektromobilität in meinen Augen nicht.

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Marcus Timmermann
Marcus Timmermann
6 Jahre zuvor

In Schweden kommen ungefähr 2/3 des Stroms aus Wasserkraft, 1/4 aus Kernkraft. Der Rest ist hauptsächlich Windkraft und Biomasse. Im Gegensatz zu Norwegen hat Schweden allerdings kürzlich das letzte Kohlekraftwerk dicht gemacht.

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Strauss
Strauss
6 Jahre zuvor

Richtig Marcus, habe ich auch geschrieben , so sauber sind die Norweger gar nicht. Deutschland hat nicht nur bei den reinen EV s geschlafen, auch bei HEV und PHEV. Aber jetzt kommen sie wie der Teufel: MB, BMW, VW, OPEL und die Zulieferer Bosch, ZF, Conti etc…………….

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Clemens Kutzner
Clemens Kutzner
6 Jahre zuvor

In Singapur waren auch schon BMW und Mercedes die Topseller bei Volumen. Natuerlich eine Besonderheit durch die COE Regelungen und den damit verbundenen hohen Preisen. Ansonsten lohnt sich der Markt fuer die meisten Hersteller nicht wirklich, zu kleine Volumen, eher Prestige und fuer lokale Zentralen ein sicherer Ort.

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