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Daimler Truck und BP bauen Wasserstoffinfrastruktur in Großbritannien auf

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
2. November 2021
Lesedauer: 3 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
2. November 2021
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Daimler Truck

Home Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Der Lkw-Hersteller Daimler Truck und das Mineralöl- und Tankstellenunternehmen BP wollen gemeinsam die Entwicklung und Skalierung einer Wasserstoffinfrastruktur in Großbritannien vorantreiben, um damit die Dekarbonisierung des britischen Güterverkehrsnetzes zu unterstützen. Dafür haben die Unternehmen eine Vereinbarung unterzeichnet. Sie beabsichtigen, sowohl die Entwicklung einer Wasserstoffinfrastruktur als auch die Einführung von wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Lkw in Großbritannien voranzutreiben, wie Daimler Truck mitteilt. Das unterzeichnete Memorandum of Understanding (MoU) sieht unter anderem vor, dass BP prüfen will, bis zum Jahr 2030 bis zu 25 Tankstellen für Wasserstoff in Großbritannien aufzubauen und zu betreiben. Ab 2025 beabsichtigt die Daimler Truck AG wasserstoff-basierte Brennstoffzellen-Lkw an erste Kunden in dem Land auszuliefern.

„Wir verfolgen konsequent unsere Vision eines CO2-neutralen Transports. Besonders für den CO2-neutralen Langstreckentransport mit schweren Lkw wird der wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenantrieb in Zukunft unverzichtbar sein“, sagt Karin Rådström, verantwortlich für die Marke Mercedes-Benz Lkw und Mitglied des Vorstands der Daimler Truck AG. Emma Delaney, Executive Vice President für Kunden und Produkte bei BP, fügt hinzu, dass Wasserstoff für die Dekarbonisierung bestimmter Sektoren „entscheidend“ sei – „und für den Langstreckentransport mit schweren Lkw manchmal der einzige Weg“. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen auf der Insel nun Pionierarbeit leisten bei der Etablierung von Wasserstoff als zukünftiger Treibstoff für die britische Transportbranche: von der Wasserstoff-Produktion bis hin zum Aufbau von Tankstellen.

Die Daimler Truck AG verfolgt eine nachhaltige Unternehmensstrategie und hat die Ambition, bis zum Jahr 2039 in Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb („tank-to-wheel“) CO2-neutral sind. Dabei konzentriert sich der Lkw-Hersteller auf die wirklich lokal CO2-neutralen Technologien Batterie und wasserstoffbasierte Brennstoffzelle. Aktuell testet Daimler Truck einen weiterentwickelten Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Truck auf öffentlichen Straßen in Deutschland – ab 2027 will der Lkw-Hersteller die ersten Serienfahrzeuge an Kunden übergeben.

Daimler Truck bevorzugt dabei den Einsatz von flüssigem Wasserstoff, da der Energieträger in diesem Aggregatzustand im Gegensatz zu gasförmigem Wasserstoff eine deutlich höhere Energiedichte im Bezug zum Volumen aufweist. Dadurch kommt ein mit Flüssigwasserstoff betankter Brennstoffzellen-Lkw mit wesentlich kleineren und aufgrund des geringeren Drucks auch erheblich leichteren Tanks aus. Dies lässt einen größeren Laderaum und ein höheres Zuladungsgewicht der Lkw zu. Gleichzeitig kann mehr Wasserstoff getankt werden, was die Reichweite deutlich vergrößert. Somit eigne sich der Serien-GenH2 Truck wie entsprechende konventionelle Diesel-Lkw für schwer planbare, mehrtägige Fernverkehrstransporte, bei denen der tägliche Energiedurchsatz hoch ist.

Im Bereich Elektrifizierung verfügt BP weltweit bereits über 11.000 Ladepunkte für Elektroautos und will sein Ladenetz bis 2030 auf 70.000 ausbauen. Mit dem nun unterzeichneten MoU bekennt sich BP zum ersten Mal zum Einsatz von Wasserstoff in der Transportbranche. Das Unternehmen beabsichtigt, Wasserstofftankstellen in ganz Europa zu etablieren und verfolge bereits Pläne für den Aufbau von Wasserstofftankstellen in Deutschland.

Bei der Produktion und Lieferung von Wasserstoff will BP in Zukunft eine führende Rolle einnehmen. In Teesside, Großbritannien, beabsichtigt das Unternehmen den Bau einer Produktionsanlage für CO2-armen Wasserstoff. Diese Anlage könnte aus Erdgas mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung etwa 1 GW blauen Wasserstoff produzieren. Gleichzeitig untersucht BP in der Region auch das Potenzial für grünen Wasserstoff, so auch eine mögliche Unterstützung um Teesside als erstem Wasserstoff-Transportknoten Großbritanniens zu etablieren. Diese Aktivitäten unterstützen das Ziel der britischen Regierung, bis 2030 eine Wasserstoffproduktion von 5 GW aufzubauen.

Quelle: Daimler – Pressemitteilung vom 27.10.2021

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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29 Comments
Musicman
Musicman
4 Jahre zuvor

Das wird sicher super günstig wenn man aus zwischenzeitlich 25 ct pro kWh (Börsenstrompreis heute) netto 1/2 kWh Wasserstoff herstellt. Klasse. Bin mal gespannt wie sich das trägt wenn noch Steuern, Abgaben, Gewinne und Kosten für die Erbauung der Infrastruktur drauf kommen. Realistisch dürfte die kWh Wasserstoff dann so ca. 1-2 Euro kosten, wenn der Strompreis bis dahin nicht noch weiter ansteigt. Hier entsteht ein Milliardengrab.

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
4 Jahre zuvor

Wie aus einer „Elefanten“-Überschrift »… bauen eine H2-Infrastruktur auf …«
noch weniger als ein „Mäuschen“-Schritt wird: »… lt. einem Memorandum of Understanding (MoU) will BP prüfen, ob sie zum Jahr 2030 bis zu 25 Tankstellen für Wasserstoff in Großbritannien aufbauen und betreiben wollen …«

Ergebnis: offen!

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Johannes
Johannes
4 Jahre zuvor

Blauer Wasserstoff – also auf Erdgasbasis und hoffen, dass das abgeschiedene CO2 unter der Erde bleibt. Bravo.
Sie können ja schonmal LKW Fahrer suchen, die den Wasserstoff dann an die Tankstellen verteilen :-P

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Tobi
Tobi
4 Jahre zuvor

Wirkungsgrad und Effizienz miserabel. Und jetzt muss erst noch ein Verteilnetz aufgebaut werden. Da schreien schon die Spatzen vom Dach „hört auf“. Strom gibt’s in jeder Steckdose. Also kümmert euch um nachhaltige Stromproduktion und Speicher und nicht um ein Wasserstoff – Netzwerk.

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David
David
4 Jahre zuvor

Nach einer Großoffensive hört sich das aber nicht an…

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Orhan Üstün
Orhan Üstün
4 Jahre zuvor

Es ist im Mai dieses Jahres eine neue Erfindung beim EPA angemeldet worden. Dieses einfache Verfahren wird effizentere und kostengünstigere H2- Erzeugung ermöglichen als Dampfreformer- und insbesonders Elektrolyseverfahren. Man sehe- die Entwicklung bleibt nicht stehen!

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