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BMW-Entwicklungsvorstand: „Werden überall einen großen Schritt nach vorne machen“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
24. Januar 2022
Lesedauer: 3 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
24. Januar 2022
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Alkim SARAC / Shutterstock.com

Home Automobilindustrie

BMWs Entwicklungsvorstand Frank Weber hat sich in einem Interview mit Auto Motor und Sport unter anderem ausführlich zur Elektromobilität geäußert, welche technologischen Sprünge Kunden erwarten dürfen und was das besondere an der Neuen Klasse sein soll, der nächsten Generation von BMW-Elektroautos.

Auf die Frage hin, wie sich die Automobilbranche in den kommenden Jahren verändern wird, sagt Weber, dass BMW in Betracht ziehen müsse, „mit kommenden E-Fahrzeug-Generationen in das ganz große Volumen zu gehen. Bei uns sind das beispielsweise der 3er und der X3“. Den rein elektrischen Dreier, der gerüchteweise im Jahr 2025 erscheinen soll, wollte Weber allerdings nicht bestätigen.

BMWs Entwicklungsvorstand sagt, dass es auch nach 2025, wenn die ersten E-Autos der Neuen Klasse debütieren sollen, „noch viele Menschen geben wird, die kein Elektroauto fahren können, weil ihnen die nötige Infrastruktur nicht zur Verfügung steht“. Dies werde sich zudem abhängig von den einzelnen Märkten „sehr unterschiedlich schnell entwickeln“. Der Anspruch des Münchner Autoherstellers sei, „unabhängig von der Antriebsart immer die nachhaltigsten und innovativsten Fahrzeuge anzubieten“.

Allzu viele Details über BMWs Fahrplan ab 2025 wollte Weber nicht verraten. Er sagte aber: „Was wir mit dem E-Antrieb-Baukasten in die Neue Klasse bringen, unterscheidet sich fundamental von dem, was wir heute kennen“, etwa in Sachen Digitales mit Bordnetz, Bedienkonzept und automatisierten Fahrfunktionen oder auch die Fahrwerks- und Interieur-Baukästen. „Hier werden wir überall einen großen Schritt nach vorne machen“, kündigt der Manager an. Die anvisierte Leistung der E-Motoren soll zudem dazu führen, „dass Sie sich auch den nächsten M3 ganz anders vorstellen müssen“.

Weber geht bis zum Ende der Dekade von enormen Technologie-, Effizienz- und Kostensprüngen bei der Elektromobilität aus: „Selbst bei einem Elektro­motor, der ja für seinen hohen Wirkungsgrad bekannt ist, geht noch viel“, so der BMW-Entwicklungsvorstand: „Was passiert bei höheren Drehzahlen? Wie degradiert der Motor? Wie sieht die attraktivste Bauform aus? Da gibt es wirklich noch viel Potenzial“, sagt Weber. Und bei den Batteriezellen sei „der Anspruch, die Kosten bei der nächsten Generation um 30 Prozent zu senken“. Deshalb sei auch das Ziel des Münchner Autoherstellers erreichbar, „mit der nächsten Generation BEV eine vergleichbare Rendite zu erwirtschaften wie mit einem Verbrenner.“

„So viel Veränderung gab es noch nie in einem BMW auf einen Schlag“

Die Plattform der Neuen Klasse werde „das universelle Architekturkonzept für alle BMW, vom 1er bis zum X7“, kündigt Weber an. In der Folge davon sollen „eben leicht zu strukturierende Baukästen, von der Einstiegsmotorisierung bis zu einem M-Produkt“ entstehen. Dabei soll zum Beispiel „die Art und Weise, wie die Batterie da reinkommt, völlig neu sein“, was nur bei dedizierten E-Auto-Plattformen möglich sei. Auch seine Anzeige- und Bedienkonzepte wolle der Hersteller neu gestalten. „So viel Veränderung gab es noch nie in einem BMW auf einen Schlag“, so Weber.

Weber verteidigt auch BMWs Strategie, weiterhin stark auf Plug-in-Hybride zu setzen. Ein Plug-in-Hybrid, der 80 bis 100 km rein elektrisch schafft, „wird die meisten Kunden auch meist rein elektrisch fortbewegen“, sagt Weber, der sich zudem „vehement dagegen“ ausspricht, „ein Datum für den Verbrennerausstieg zu nennen“. Die Frage bei der Elektrifizierung müsse stattdessen lauten: „Wann ist die Infrastruktur da? Natürlich ist die Zukunft elektrisch, nur wenn wir die Kunden jetzt in ein E-Auto zwingen und die stehen dann alle auf dem Weg in den Urlaub an der Ladestation im Stau, dann ist nichts gewonnen“. Weber geht davon aus, dass der Übergang ins rein elektrische Zeitalter „nicht in fünf oder zehn Jahren beendet“ sein wird.

Für BMW stehe deshalb fest, dass auch Verbrenner noch einige Jahre dahingehend getrimmt werden müssen, „um effektiv den CO2-Ausstoß im Pkw-Sektor global zu reduzieren“. Deswegen arbeite BMW auch „an einer neuen Motorengeneration: Otto, Diesel, Sechs­zylinder, Achtzylinder“, welche „technologisch auch für die kommenden Abgasnormen gerüstet“ sein sollen.

Quelle: Auto Motor und Sport – BMW-Entwicklungsvorstand Weber verspricht ganz neue Verbrenner

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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46 Comments
Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
4 Jahre zuvor

Zitat Entwicklungsvorstand Weber aus dem Artikel:

„… BMW [arbeite] auch „an einer neuen Motorengeneration: Otto, Diesel, Sechs­zylinder, Achtzylinder, …“

Vergebene Liebesmüh‘ = rausgeworfenes Geld …
–> Gute N8 BMW!

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Hans-Werner
Hans-Werner
4 Jahre zuvor

Liest sich erstmal interessant.
Ich frage mich nur ob und wie es gelingen kann und wird 3-4 Antriebskonzepte (BEV,PHEV, Verbrenner, …) parallel und gleichzeitig kosteneffizient über viele Jahre auf konkurrenzfähigem Niveau mit reinen BEC Herstellern anbieten zu können.

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Stefan
Stefan
4 Jahre zuvor

Warum werden die aktuellen Verbrenner nicht so gelassen, wie sie sind? OK…zumindest die Konstruktionsfehler wie verkokende Ansaugseite, Partikel Filter und früh verschlissene Steuerketten werden beseitigt ? Wenn die Kolben Motoren wieder länger halten, wäre bei Ottos alles wieder Ok. Wir hatten einen Toyota Verso Diesel (Motor von BMW) wo bei 95000 Km die Sternkette gerissen ist.WirtschaftlicherTotalschaden.Der Wagen war 7 Jahre alt.

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Tom62
Tom62
4 Jahre zuvor

Wenn jemand schon am Abgrund steht, der soll sich den großen Schritt nach vorne sehr gut überlegen…;)

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Jens
Jens
4 Jahre zuvor

BMW zeigt Symptome wie die letzte Bundesregierung: Man traut dem „Kunden“ weitaus weniger Zukunftfähigkeit zu, als tatsächlich vorhanden ist. Das wird sich bereits dieses Jahr bitter rächen.

BMW zeigt zwar ein paar nette Ansätze, aber grundsätzlich werden sie mit dieser substanzlosen Selbstüberschätzung den gleichen Weg gehen, wie Mercedes auch: Beide werden mit ihrer Verzögerungstaktik und Strategie der „Technologieoffenheit“ in 15 Jahren nur noch als chinesische Marke bekannt sein.

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Gerd
Gerd
4 Jahre zuvor

Liest sich dramatisch und ist schon pures Rückzugsgefecht. BMW hat halt von allen deutschen Herstellern am längsten gepennt und das rächt sich natürlich.

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David
David
4 Jahre zuvor

Da quatschen die sich nicht raus. Die Politik ist falsch und das wird sich sehr bald in der Geldbörse zeigen. Und dann will es keiner gewesen sein und konnte man ja nicht wissen. Konnte man, Zipse! Diess hat es heute noch auf Twitter geschrieben: 2021 war das Jahr des Durchbruchs der BEV.

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Murry
Murry
4 Jahre zuvor

Ich konnte es gerade echt auch kaum fassen diese Aussage zu lesen… Verbrenner weiter optimieren. Wow solch Unfug.
Ich schließe mich meinen Vorrednern an, reine Geldverschwendung.
Ich frage mich mit welch Weitsicht so ein unqualifizierter Buab denn diesen Posten hier erfüllt und bekam, wenn er nicht aus der Vergangenheit lernte wo Tesla und Co ausgelacht wurden und jetzt mit reinen BEV nachgeahmt werden und keine Verbrenner-„Altlasten“ in den Büchern haben.
Naja oder ich übersehe etwas als 30 jähriger Automotive Ing. und BMW weiß es besser oder möchte uns mit Fehlinformationen in die Irre führen, es bleibt spannend!
Gruß und bleibt gesund!

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Tobi
Tobi
4 Jahre zuvor

Ich hab schon vor einem Jahr geschrieben, dass BMW so nicht überleben wird. Die Bayern werden zwar vom Staat noch gefüttert werden. Aber die Aktien werden entweder Ramsch oder chinesisch. Managementfehler und Überheblichkeit.
Bye bye BMW.

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Pepe Nietnagel
Pepe Nietnagel
4 Jahre zuvor

Und bald macht BMW auch noch solche peinlichen Werbesports wie Toyota und spielt mit der Angst beziehungsweise Skepsis vor reinen E-Autos. Oder sind sind sie etwa clever und suchen mit à la Last Man Standing eine Marktlücke, um gut betuchte Ü50-Konservative für sich zu haben? (Ich hab jetzt extra mal nicht Boomer geschrieben). Wäre BMW die USA, wären sie jetzt nach der Obama-Phase (i3, aber leider lief es nicht so) in der Trump-Phase (Go Verbrenner go und alles bekommt eine Monster-Niere) gelandet. Mal gucken, wann das Pendel zurückschlägt. Aber: Wäre, wäre, Fahradkette (Loddar)

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Paule6
Paule6
4 Jahre zuvor

Im Prinzip absolut nichts sagende Sprüche ausser, dass der Verbrenner weiter gebaut und „optimiert“ werden soll.
Es klingeln noch meine Ohren von den Wehklagen, dass die verschärften Abgasnormen der EU den Tod der Autoindustrie nach sich ziehen würde und nun plötzlich geht es doch?
Veralbern kann ich mich auch ohne BMW.

Bin nur gespannt, wie das Ganze wirtschaftlich dargestellt werden soll.
Sicherlich gibt es noch eine weil Märkte, wo ein BEV z.Zt. keine Alternative darstellt, aber wie schnell sich das ändern kann weiß wohl nun auch hierzulande jeder. Für BMW ein verdammt schmaler Grat.

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Silverbeard
Silverbeard
4 Jahre zuvor

Mich erstaunt ja, das Frau Kladden das so mitmacht. Die muß sich doch Gedanken um Ihre Dividende und besonders die Aktien machen. Auch wenn BMW nicht untergehen sollte, sind die ja in ein paar Jahren nichts mehr wert.

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Tobi
Tobi
4 Jahre zuvor

Man kann es nicht genug oft sagen. BMW war mal wer – damals im Verbrennerjahrhundert. Und bald reiht sich BMW wieder ein in die grossen Namen wie Kodak, Palm, Nokia, Blackberry….
Oder BMW wird chinesisch.

Bye bye BMW

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Lukas
Lukas
4 Jahre zuvor

Wirklich interessant, wie BMW hier von jedem schlecht geredet wird, da scheint die Zukunft ja wirklich schon gelaufen sein…
Aber schaut man sich das hier und jetzt tatsächlich mal an stellt man fest: BMW geht es so gut wie nie zu vor. Rekordabsatz, -umsatz und vsl. -Gewinn in 2021, größter reiner BEV- sowie auch PHEV-Absatz bei den Luxus-Marken, Sonderschichten um der großen Nachfrage beim i4 nachzukommen, usw.
Der iX3 wurde erst erneut ausgezeichnet, der i4 und iX erhalten Bestnoten in so gut wie allen Reviews, dieses Jahr kommen zahlreiche weitere vielversprechende E-Modelle auf den Markt. Und das alles schon ohne komplett neue Architektur, die noch kommen wird und die bisherigen Erfolge wahrscheinlich sogar noch in den Schatten stellen wird.

Ganz abgesehen davon, dass also an der E-Strategie nicht wirklich Zweifel hängen bleiben können, wenn man sich die aktuelle Situation mal anschaut, analysiert man bei BMW auch – anders als scheinbar hier… – auch, welche Automärkte in der Zukunft immer wichtiger werden. Ubd da stehen 2030 Länder wie Indien, Indonesien oder auch Brasilien sehr weit oben – und in diesen Ländern wird der Anteil von Elektrifizierung im Automobilsektor auch 2030 noch sehr niedrig sein – die großen Hersteller werden da die Anbieter sein, die breit aufgestellt sind und alle Antriebsarten anbieten.

Nur als kleiner Denkanreiz, bevor man hier eine Firma, die momentan (übrigens auch aus Sicht vieler Analysten und Aktionäre) so gut wie alles richtig macht, tot sagt ‍♂️

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