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Lightyear stellt Serienversion des Solar-E-Autos Lightyear 0 vor

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
11. Juni 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
11. Juni 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Lightyear

Home Elektroauto Hersteller

Das Solar-Elektroauto-Unternehmen Lightyear hat die Serienversion des Lightyear One vorgestellt und ihm einen neuen Namen verpasst: Das Modell kommt als Lightyear 0 auf die Straße, Lightyear Zero. Nach sechs Jahren Forschung und Entwicklung, Design, Engineering, Prototyping und Tests soll das Solarauto in diesem Herbst in Produktion gehen. Es soll seinen Fahrer:innen ermöglichen, bis zu sieben Monate des Jahres zu fahren, ohne dass das E-Auto an eine Haushaltssteckdose oder Ladestation angeschlossen werden muss. Mit Lightyear 0 will das Unternehmen eine neue Ära für Autofahrer einläuten, die die Freiheit der Mobilität mit nachhaltiger Energie verbinden wollen.

„Heute ist der Tag, auf den wir alle gewartet haben, seit wir fünf Mitbegründer in einer Küche saßen und unseren Traum vom Bau des nachhaltigsten Autos der Welt skizzierten. 2016 hatten wir nur eine Idee; drei Jahre später hatten wir einen Prototyp. Jetzt, nach sechs Jahren des Testens, Iterierens, (Neu-)Designs und unzähliger Hindernisse, ist der Lightyear 0 der Beweis dafür, dass das Unmögliche tatsächlich möglich ist.“ – Lex Hoefsloot, Mitbegründer und CEO von Lightyear

An der Karosserie des Lightyear 0 sind auf dem Dach und der Motorhaube gut fünf Quadratmeter doppelt gekrümmte Solarpaneele verbaut, die es dem Fahrzeug ermöglichen, sich beim Parken wie auch während der Fahrt selbst aufzuladen. Lightyear zufolge soll das Fahrzeug im Idealfall bis zu 70 Kilometer Reichweite über die Sonne einfangen können. Die schwankende Sonnenscheindauer im Tages- und Jahresverlauf berücksichtigend geht das Unternehmen von bis zu 11.000 Kilometern Reichweite allein durch Sonnenenergie aus – im Idealfall freilich, etwa für Käufer:innen in sonnenverwöhnten Ländern wie Spanien oder Portugal. Für Kunden in den Niederlanden etwa stellt Lightyear schon nur noch gut ein Drittel dieser Ausbeute in Aussicht.

Die WLTP-Reichweite des Lightyear 0 liegt bei 625 Kilometern. Dank besonders effizienten Radnabenmotoren, einer in jedem der vier Räder, soll der Verbrauch bei einer Geschwindigkeit von 110 km/h bei etwa 10,5 kWh je 100 Kilometer liegen. Sein rekordverdächtiger Luftwiderstandswert von weniger als 0,19 macht es zum bisher aerodynamischsten Familienauto, welches bislang entwickelt wurde. Neben der Aerodynamik wirkt sich auch die geringe Masse des Autos positiv auf seine Effizienz aus. Lightyear 0 ist ein Elektroauto mit einer Länge von fünf Metern, aber sein Gesamtgewicht beträgt nur 1575 Kilogramm – gut 200 Kilogramm weniger als der deutlich kleinere VW ID.3, ein kompaktes E-Auto in Golf-Größe.

Entwickelt mit Blick auf die (menschliche) Natur

Seit seiner Gründung hat Lightyear versucht, ein Auto zu entwickeln, das die Belastung für den Planeten und die Fahrer:innen so gering wie möglich ausfällt. Daher sei jedes Designdetail mit Blick auf Minimalismus, Nachhaltigkeit und Komfort berücksichtigt worden. Das schlanke Armaturenbrett verfügt über ein 10,1-Zoll-Touchscreen-Infotainment-System, das Cloud-basierte Updates ermöglicht, und der Innenraum besteht vollständig aus veganen und natürlich gewonnenen Materialien wie ökologischen Mikrofaser-Wildledersitzen und Rattan.

Die Produktion des Lightyear 0 soll in diesem Herbst beginnen, die ersten Autos sollen bereits im November ausgeliefert werden. Es sollen maximal 946 Lightyear 0 zu einem stolzen Preis von 250.000 Euro produziert werden. Deutlich günstiger soll das zweite Modell der Niederländer werden, das für die Großserienproduktion zu einem massentauglichen Startpreis von 30.000 Euro konzipiert ist. Die Produktion dieses E-Autos soll spätestens Anfang 2025 beginnen.

Quelle: Lightyear – Pressemitteilung vom 09.06.2022

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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6 Comments
David
David
4 Jahre zuvor

Interessant, wie die Daten in letzter Sekunde immer schlechter werden. Wer den Internet-Führerschein hat, wird finden, dass das Fahrzeug mit über 800 km Reichweite bei 1300 Kilo Gewicht gestartet ist. Die Zwischenschritte im herunterrechnen erspare ich euch, jetzt ist man bei knapp unter 1600 Kilo und vermutlich ist das nicht EU konform, sondern das alte DIN-Gewicht, was sonst nur Tesla verwendet, wo ja auch gerne die Wahrheit verschwiegen wird. Bei der Reichweite ist man jetzt bei 625 km und bei 560 km bei 110 km/h. ABRP, die im Kern neue Autos gut einschätzen, sehen ihn bei 110 km/h bei 500 km Range. Das wird eher wahr sein.

Der EQS 450+ kostet also 143.000€ weniger, fährt deutlich weiter und ist garantiert Welten komfortabler und sicherer. Wer mir jetzt damit kommt, dass der Lightyear weniger Strom verbraucht, sollte erst einmal überlegen, welchen CO2 Abdruck es hinterlässt, die 143.000 € Differenz zu verdienen. Das ist bei Anlegern heutzutage durchaus ein Thema. Der i4 kommt bei 110 km/h nur 50 km weniger weit und kostet 190.000€ weniger. Mit Heckklappe und Luftfederung und als Premiumfahrzeug.

Das technisch machbare ist es auch nicht, das ist der Aptera mit 89 Wh/km laut ABRP. Dagegen verschwendet der Lightyear 1/3 mehr Energie, zudem ist der Aptera deutlich günstiger. Allerdings ist er genauso eine Blödsinnskarre, die niemand haben will. Ich vergleiche das mit Liegerädern bei den Radfahrern. Die fahren nur alte Sonderlinge. Egal, wie effizient sie sind, kein normaler Mensch kauft sich so eine Gurke.

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Jan
Jan
4 Jahre zuvor

Kleinserien sind immer teuer. Warum kostet ein Bentley so viel? Doch nicht wegen der zusätzlichen kg Stahl. Sondern weil er manuell produziert wird. Im Gegensatz zum damaligen Tesla Roadster scheint Lightyear nicht das Geld zu haben oder es nicht ausgeben zu wollen, um mit jedem Fahrzeug 100.000 Euro Verlust zu machen.

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Alexey
Alexey
4 Jahre zuvor

Diese Kleinserie ist nur etwas für die Menschen die es sich erlauben können solche Projekte zu unterstützen. Als Konkurrenz zu aktuellen Groß-Serien-Fahrzeugen darf man es meiner Meinung nach nicht sehen. Da verliert eine teure erste Klein-Serie natürlich sogut wie immer den Preis- Leistungs-Vergleich.

Interessant wird es erst wenn sie die Groß-Serie auflegen und welche Werte damit dann unter realen Bedingungen erreicht werden.

Was zum Thema Solarzellen auch noch einmal richtig spannend wird ist, wenn diese Mehrschicht Zellen die mehr als ein Lichtspektrum einfangen und zu Strom machen können, aus dem Labor zur Serienreife kommen. Nur ob das 1 oder 10 Jahre dauert weiß ich leider nicht. Die Dinger sollen dann anstelle von irgendwas um die 20% über 40% Effizienz erreichen. Solche Zellen würden dann einem Auto selbst in Ländern wie Deutschland oder Holland eine ordentliche Reichweite pro Tag an rein solarer Ladung ermöglichen. Nur das ist halt noch Zukunftsmusik.

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