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BMW und Dekra: Wasserstoff wird wichtige Antriebsart

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
29. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
29. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): BMW

Home Automobilindustrie

Der Autohersteller BMW ist einer der eifrigsten Verfechter der Technologieoffenheit – und setzt bewusst auf einen breiten Mix aus klassischen Verbrennern, Plug-in-Hybriden, Elektroautos und künftig auch Wasserstoffautos. Die Einführung eines Wasserstoff-Pkw wie dem iX5 Hydrogen und ein Absatz in geringen Stückzahlen sei ab 2025 möglich, so der Hersteller. Für die Zukunft erwartet BMW-Chef Oliver Zipse sogar, dass „Wasserstoff die angesagteste Antriebsart“ sein werde, wie er in einem Interview mit Bloomberg sagte.

„Nach dem Elektroauto, das seit etwa zehn Jahren auf dem Vormarsch ist und sich schnell verbreitet, wird der nächste Trend Wasserstoff sein“, so der BMW-Chef. Entscheidend sei, dass die Technologie skalierbarer und somit günstiger wird. Auch zur BMW-Konzerntochter Rolls-Royce würde die Antriebsart gut passen, wie CEO Torsten Müller-Ötvös anklingen ließ: „Warum nicht? Ich würde das nicht ausschließen. Es gibt im Konzern die Überzeugung, dass dies vielleicht die langfristige Zukunft ist.“

Zipse ist der Meinung, dass es gefährlich sei, auf eine einzige Antriebsart zu setzen: „Für die Kunden, für die Industrie, für die Beschäftigung, für das Klima, aus jedem Blickwinkel betrachtet, ist das ein gefährlicher Weg“, so der BMW-Chef.

Infrastruktur noch nicht bereit für Wasserstoff

Die Infrastruktur in Deutschland indes ist nach Ansicht von Stan Zurkiewicz, Chef der Prüforganisation Dekra, noch nicht ausreichend auf Wasserstoff als Energieträger vorbereitet. Wasserstoff sei „eine hochexplosive Chemikalie“, die zudem „die Behälter, in denen sie transportiert wird, sehr aggressiv angreift“, gab er laut der Deutschen Presse-Agentur zu bedenken. Es könnte in der Folge passieren, dass die Materialien spröde werden und Gas austreten könnte. Dies stehe einem breit angelegten Einsatz von Wasserstoff noch im Wege.

Für den Transport von Wasserstoff von dessen Produktionsstätte zu den Endverbrauchern müssten vor allem Erdgas-Pipelines umfunktioniert werden. Manche sind der Meinung, dies wäre innerhalb kurzer Zeit und mit vergleichsweise wenig Aufwand möglich. Die Dekra warnt allerdings davor und sagt es sei unklar, ob die bestehende Infrastruktur tatsächlich mit den chemischen Eigenschaften von Wasserstoff zurecht kommt. „Ich würde sagen: Noch nicht“, so Zurkiewicz. Es sei eine Aufgabe der Autohersteller und anderer Industrien, die Wasserstoff als Energiequelle nutzen wollen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Aber auch Zurkiewicz ist wie Zipse der Meinung, dass Wasserstoff trotz einiger Herausforderungen eine entscheidende Rolle bei der Energie- und Antriebswende einnehmen wird: „Im Nutzfahrzeugbereich für den Langstreckentransport wird Wasserstoff wahrscheinlich die dominierende Technologie sein“, so der Dekra-Chef. Er schätzt, dass die Entwicklung von für den flächendeckenden Einsatz geeigneten Wasserstoff-Technologien für die Mobilität jener von Batterie-Technologien etwa zehn Jahre hinterherhinkt.

Dekra arbeitet bei der aktuellen Entwicklung der Prototypen Kleinserie des iX5 Hydrogen mit BMW zusammen, um eben jene Herausforderungen anzugehen. Grundsätzlich, so die Dekra, seien wasserstoffbetriebene Fahrzeuge aber genau so sicher wie Verbrenner, die mit Benzin oder Diesel befeuert werden.

Quelle: Automobilwoche – Infrastruktur noch nicht bereit für Wasserstoff / Ecomento – BMW-Chef: Wenn skalierbar, wird Wasserstoff die angesagte Antriebsart sein

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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60 Comments
bergfex
bergfex
3 Jahre zuvor

Es gibt zwei Möglichkeiten: Wir importieren H2 und machen uns wieder vom Ausland abhängig. Oder wir stellen den Wasserstoff aus Strom selber her und haben 2/3 Energieverlust bei der Umwandlung von Strom in H2 und zurück in Strom.
Es ist m.E. wesentlich sinnvoller, den Strom direkt in E-Autos zu laden und damit die Umwandlungsverluste zu minimieren, denn da liegen sie nur bei 1/3. Wer glaubt, er kann an H2-Tankstellen schneller tanken als ein E-Auto laden, der hat nur bedingt recht. Nach einem Tankvorgang muss in der H2-Tankstelle (die über 1 Mio Euro kostet und die es deshalb kaum gibt) der Druck wieder aufgebaut werden und das kostet Wartezeit.
H2 ist übrigens hochexplosiv und deshalb dürfen m.W. solche Autos nicht in Tiefgaragen parken. Eine Unfall will ich mit so einem Auto nicht erleben müssen, vor allem nicht in einem Tunnel.
Wasserstoff wird teuer bleiben und Brennstoffzellen ebenfalls, denn sie enthalten Edelmetalle, die nur begrenzt zur Verfügung stehen und ziemlich teuer sind.
Fazit: Für PKW ist Wasserstoff keine sinnvolle Alternative. Anders mag das bei der Stahl- oder Zementherstellung sein. Aber davon reden wir hier nicht.
Das sind alles keine neuen Argumente. Weshalb das Gespenst des H2-PKWs immer noch herumgeistert kann verstehen wer will.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von bergfex
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Marco Z
Marco Z
3 Jahre zuvor

Technologieoffen in den Abgrund

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Djebasch
Djebasch
3 Jahre zuvor

Das größte Problem für die meisten Hersteller ist das Sie zu wenige Batterien bestellt haben und um dies zu Kompensieren will man jetzt den Heilsbringer Wasserstoff wieder reinbringen…
Am Ende wird es nur der schaffen der genug Batterien eingeplant hat…

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Markus V.
Markus V.
3 Jahre zuvor

Vielleicht sollte mal jemand dem Herrn Zipse mitteilen das ein „Wasserstoffauto“ ebenfalls elektrisch angetrieben wird. Soviel zum Thema Technologieoffenheit.

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David
David
3 Jahre zuvor

Es wird einsam um BMW. Wasserstoff im PKW…Woanders moderieren sie sogar schon heimlich ihre Wasserstoff-Lkw ab.

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Johannes
Johannes
3 Jahre zuvor

Seite an Seite mit den Visionären aus dem greisen Japan ;)
BMW hat immerhin einen Vorteil gegenüber letzteren: sie haben schon gute E-Autos im Programm. Sollen sie mal an dem H2 Unsinn basteln.

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Karl
Karl
3 Jahre zuvor

Technologieooffenheit= eckige Räder in diesem Zusammenhang.
Hat Prof. Dr. Fichtner in den Peterberger Gesprächen sehr gut verglichen: https://youtu.be/O32YBhHdzEo

wer bei der aktuellen Entwicklung immer noch an Wasserstoff als Antriebstechnik glaubt, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.
Traurig mit welchen Methoden hier versucht wird den Umstieg auf BEV zu verzögern, weil das eigene Portfolio noch nicht so weit ist.

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Ben
Ben
3 Jahre zuvor

Wenn Wasserstoff eine wichtige Antriebsart wird(Spoiler, wird er aber halt nicht im PKW/LKW und natürlich als Energiespeicher), warum baut BMW dann nur 100 Fahrzeuge bis 2025 und nutzt diese nur als Erprobungsfahrzeuge intern obwohl BMW ja schon 2001 nen Wasserstofffahrzeug auf der IAA hatte, was haben die seit dem gemacht wo ist das Wissen hin, ich mein da muss ja Know how aus über 20 Jahren Wasserstoff PKW vorhanden sein.

Wobei es ist ja mitlerweile bekannt ist das BMW die H2 Subventionen nutzt um ihre E-Flotte zu subventionieren, dieses geeiere machen sie nur um diese Subventionen nicht zu verlieren, somit müssen sie Ergebnisse liefern, wenn auch diese negativ sein werden, wenn es ihnen ernst wäre mit H2 würde z.B.: der BMW i4 eDrive 40 ein katastrophales E-Auto sein um zu zeigen das H2 die bessere Alternative ist.

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Silverbeard
Silverbeard
3 Jahre zuvor

Traurig. aber es war klar, das nicht alle deutschen Hersteller die Transformation selbstständig überleben würden. Warum Zipse den Prozeß aber auch noch beschleunigt ist mir unklar.

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Tomas Angelus
Tomas Angelus
3 Jahre zuvor

Wer glaubt, dass die Menschen die Freiheit des Ladens zu Hause aufgeben wegen ab und zu schnellerem Tanken une in bisschen mehr Reichweite der hat nichts, aber auch gar nichts verstanden.

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