Peter Mosch, Betriebsrats-Vorsitzender von Audi, besteht auf einem Audi-Elektroauto im Kleinwagen-Segment: „Wir setzen uns dafür ein, dass in Ingolstadt ein elektrisches Einstiegsmodell unterhalb des A3 gebaut wird“, sagte er in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen. Der Audi-Vorstand gehe bislang bei dem Thema nicht mit. „Wir geben aber als Betriebsrat nicht auf. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein solches kleineres Elektroauto für uns als Marke wichtig ist“, so Audi oberster Belegschaftsvertreter.
Als Anspielung auf den neuen Konzernchef Oliver Blume, der den VW-Konzern grundlegend neu sortiert, vermutet Mosch, dass es jetzt „vielleicht bessere Chancen für einen solchen kleineren Elektro-Audi“ gibt, „weil der VW-Konzern durchgerüttelt und durchgeschüttelt“ werde. Es sei klar, dass Audi die untere Mittelklasse nicht vernachlässigen sollte, „zumal Einstiegsautos wie der A1 und der Q2 wegfallen.“
„Wir müssen das Auto neu denken“
Generell sieht Mosch viel mehr Potenzial bei Audi, als bislang gehoben wird, „etwa was die Wertschöpfungskette im Bereich Batterie, wie das Recycling von Batterien, oder neue digitale Geschäftsfelder rund um das Thema Carsharing oder Leasing betrifft“. Der Betriebsrat fordert schon seit Langem, die heimischen Standorte und Arbeitsplätze zu modernisieren und zu sichern, sowie in die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten zu investieren. „Wir müssen das Auto neu denken, neu produzieren und neue digitale Geschäftsfelder rund ums Auto aufbauen“, sagte Mosch auf einer Betriebsversammlung Ende November.
Es darf davon ausgegangen werden, dass Peter Mosch innerhalb der Konzernstruktur von VW auch gehört und ernst genommen wird. Denn er ist nicht nur Vorsitzender des Audi-Gesamtbetriebsrats, und das bereits seit 2006. Er hat zudem wichtige Positionen beim Mutterkonzern Volkswagen inne und ist Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrats der Volkswagen AG sowie stellvertretender Vorsitzender des Volkswagen-Konzernbetriebsrates.
Quelle: Augsburger Allgemeine – Audi-Betriebsrats-Chef fordert kleineres Elektroauto für Ingolstadt
Dieser ach so tolle Audi-Betriebsrat ..
Will der auch eine Betriebsvereinbarung unterschreiben, die es möglich macht, solch ein Fahrzeug in Deutschland wirtschaftlich zu fertigen?
50-Stunden-woche im Akkord und 3-Schicht-System mit 8 euro/Stunde .. ?
Rumänische Konditionen? – wenn das mal reicht um mit chinesischen Wanderarbeitern zu konkurrieren.
Natürlich keinerlei Abfindungen bei Kündigung .. woher auch.
„„Wir müssen das Auto neu denken, neu produzieren und neue digitale Geschäftsfelder rund ums Auto aufbauen“, sagte Mosch auf einer Betriebsversammlung Ende November.“
Erinnert mich an das ewige Mantra etwa des Autohandels: „Wir müssen mehr after-sales-Umsatz generieren, wir müssen mehr after-sales-Umsatz generieren!“. Na wunderbar, der Kunde soll also im Verlauf des Autobesitzes noch mehr als bisher schon „gemolken“ werden. Deshalb wechsele ich auch nach Neuwagenkauf nach 3, 4.. Jahren stets zur Freien Werkstatt, weil dort nämlich das Gemolkenwerden noch überschaubar ist im Vergleich zur Vertragswerkstatt.
Ich stimme dem Mann zu. Was sich bei uns bzgl. Preisentwicklung und zunehmender PS – und Größenspinnerei tut, halte ich für hochgradig gefährlich. Schon ein Kleinwagen wie der Renault Zoe mit größerem Akku und ein paar Extras ist/war (er wird ja bald nicht mehr gebaut) für die Mehrheit von uns kaum bezahlbar. Wenn die Entscheider in den Autofirmen nicht bald aufwachen, werden Tausende von Arbeitsplätzen verloren gehen, weil die Chinesen uns mit ihren z.T. offenbar jetzt schon pfiffigen Autos überrollen werden. Wie sich kleine Autos rechnen sollen angesichts unserer wirtschaftlichen Entwicklung und unserer Inflationsrate weiß ich allerdings auch nicht. Aber wie sich mir die Situation jetzt darstellt, darf es so nicht weiter gehen.
Es liegt auf der Hand, dass die Initiative Audi und Kleinwagen hauptsächlich eine abgesprochene Marketing Aktion ist, um die Belegschaft zu beruhigen. Die neueste Werbung von Audi „Unsere Idee eines perfekten Schlittens, das Audi grandsphere concept“. Dies zeigt, dass man nur noch Autos jenseits von 100.000 Euro verkaufen möchte. Klar, dass der Betriebsrat nervös wird. So sind die Arbeitsplätze in Deutschland nicht zu halten.