Porsche gab im September 2021 bekannt, dass man mit Siemens Energy in Punta Arenas in Chile, gemeinsam mit einer Reihe von internationalen Unternehmen, eine Industrieanlage zur Herstellung nahezu CO2-neutralen Kraftstoffs (eFuel) errichte. Diese wurde nun in Betrieb genommen. Die Pilotanlage „Haru Oni“ in Punta Arenas (Chile) wurde Mitte Dezember offiziell eröffnet. Vor Ort wurde eine Porsche 911 mit dem ersten vor Ort erzeugten synthetischen Kraftstoff betankt.
Bekanntermaßen erlauben, mit Windenergie aus Wasser und Kohlendioxid hergestellte, eFuels einen nahezu CO2-neutralen Betrieb von Ottomotoren. „Mit Blick auf den gesamten Verkehrssektor sollte die industrielle Produktion synthetischer Kraftstoffe weltweit weiter vorangetrieben werden. Mit der eFuels-Pilotanlage nimmt Porsche bei dieser Entwicklung eine treibende Rolle ein“, so Barbara Frenkel, Vorständin Beschaffung der Porsche AG.
In der Pilotphase ist eine eFuels-Produktion von rund 130.000 Litern pro Jahr vorgesehen. In zwei Stufen soll die Kapazität dann bis 2024 auf rund 55 Millionen Liter eFuels und bis 2026 auf rund 550 Millionen Liter eFuels erweitert werden. Mit den ersten gewonnenen Liter eFuels wolle man Leuchtturm-Projekte wie dem Porsche Mobil 1 Supercup und in den Porsche Experience Centern versorgen.
Wie Porsche mitteilt biete sich der Süden Chiles ideale Bedingungen für die Produktion von eFuels: Dort weht der Wind an rund 270 Tagen im Jahr so, dass Windräder in Volllast laufen können. Zudem liegt Punta Arenas in unmittelbarer Nähe der Magellanstraße. Vom Hafen Cabo Negro aus lässt sich der synthetische eFuel analog zu herkömmlichen Kraftstoffen in alle Welt transportieren und über die bestehende Infrastruktur verteilen.
Auch in den oberen Etagen von Porsche hat man eine Meinung zu eFuels. Der Porsche-Chef sagt, dass die reine E-Mobilität prinzipiell „der richtige Weg“ sei, damit unsere Mobilität nachhaltig wird. Angesichts des hohen Bestandes an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren – weltweit mehr als 1,3 Milliarden – erfolge der Hochlauf der Elektromobilität „jedoch nicht schnell genug, um die Pariser Klimaziele zu erreichen“, gibt er zu bedenken. „Daher sehen wir E-Fuels als sinnvolle Ergänzung zur Elektromobilität“, sagt Blume. Synthetische Kraftstoffe, hergestellt mit grüner Energie, „erlauben einen potenziell nahezu CO2-neutralen Betrieb von Ottomotoren“.
Insgesamt hat Porsche bislang über 100 Millionen US-Dollar in die Entwicklung und Bereitstellung von eFuels investiert. So hat sich der Sportwagenbauer im April 2022 mit 75 Millionen Dollar an der HIF Global LLC beteiligt. Diese plant, baut und betreibt eFuel-Anlagen in Chile, USA und Australien.
Quelle: Porsche – Pressemitteilung
Ich lasse mich überraschen.
Tatsächlich konnte Porsche damit die Ankündigung einhalten, dass 2022 der Betrieb aufgenommen wird, wenn auch in den letzten produktiven Tagen des Jahres.
Bei den Mengenangaben allerdings warte ich erstmal ab. Auf dem Gelände steht ein Windrad. Um die gewünschte Menge E-Fuels im Endausbau mit EE zu produzieren werden aber etwa 700 gebraucht.
„Vom Hafen Cabo Negro aus lässt sich der synthetische eFuel analog zu herkömmlichen Kraftstoffen in alle Welt transportieren und über die bestehende Infrastruktur verteilen.“
Genau – mit Hilfe der fossilen Logistik. Die Perversion im Quadrat, hoffentlich geht das in die Hose.
Mein erster Gedanke war:
Ist Christian Lindner (FDP) auch beim Knöpfchendrücken in Chile dabeigewesen?
Werbungskosten für die ewig gestrigen!
Mein Vorschlag. Genügend E-Autos werden wir so schnell nicht schaffen…genügend E-Fuels aber auch nicht. Lösung: Plugin-Hybride mit 20KW-Batterie, die zu 90% elektrisch fahren und dann nur noch 10 Prozent E-Fuels. Leider ist der Ruf der Plugins von den Dienstwagenfahrern ruiniert worden (kein Vorwurf, wer lädt mit selbst bezahltem Strom, wenn er den Sprit umsonst bekommt, hier hat die Politik versagt). Aber das könnte die Lösung sein, auch den extrem teuren Schnellladeausbau könnte man sich dann weitesgehend sparen (oder einfach so lassen, wie er ist). Ein Plug-In-Diesel könnte auf unter 3 Liter im Verbrenner-Modus kommen…die Technik ist bei Weitem noch nicht ausgereizt.Ein Benziner (neuer Prius PlugIN) braucht keine 4….
550 Millionen Liter.
Klingt ja super, gell?
Nur zur Einordnung: das ist 1 (ein) % dessen, was in Deutschland verbraucht wird.
In Deutschland. Nicht in Europa oder der Welt, nur in Deutschland. Ein Prozent. 2026.
Bei dem ganzen Wahnsinn noch nicht berücksichtigt:
Auch Chile wird man mal dekarbonisieren müssen. Es ist sinnlos, E-Fuels in die Welt zu schicken, während in Chile Kohlekraftwerke weiter laufen und Verbrenner mit Fossilsprit fahren. Und in Peru. Bolivien, Argentinien, …