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Was VW-Chef Blume für die Zukunft plant

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
5. Januar 2023
Lesedauer: 3 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
5. Januar 2023
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Volkswagen

Home Automobilindustrie

Oliver Blume, CEO des Volkswagen-Konzerns, sprach in einem Interview mit der Börsen-Zeitung ausführlich über die Probleme der Software-Sparte Cariad, wie er den VW-Konzern umgestaltet hat und was er sich von der deutschen und europäischen Politik wünschen würde.

„Die Cariad agiert als Lieferant für den Konzern und wir erwarten, dass professionell geliefert wird“, sagt Blume über die Software-Sparte von VW, die einen recht holprigen Start hingelegt und Produkte zu spät und zudem teils fehlerhaft liefert. Mit der vor einigen Jahren neu gegründeten Organisation soll der Software-Eigenanteil in Fahrzeugen des Herstellers von zehn auf mindestens 60 Prozent gesteigert werden. „Unsere erste Analyse hat ergeben, dass wir zu viel zur gleichen Zeit gemacht haben“, sagt Blume über die Probleme bei Cariad. „Wir haben die einzelnen Software-Generationen jetzt entflochten und in ein sinnvolles Zeitgerüst gesetzt, um sie den passenden Fahrzeugen zuzuordnen“, so der VW-CEO. Jetzt sollen die Kernkompetenzen bei der Software neu definiert werden, zugleich soll geprüft werden, welche externen Partner der Konzern ins Boot holen will.

„Ich bin da offen“, sagt Blume über mögliche neue Partner: „Wenn es etablierte Softwarelösungen im Markt gibt, schauen wir sie uns an“. Dabei soll auch berücksichtigt werden, was die Kunden in den einzelnen Weltregionen erwarten. „Aus diesem Grund können sich die Partner in der westlichen oder östlichen Welt auch unterscheiden. Das gilt ebenso für Entwicklungen zum Beispiel beim autonomen Fahren“, erklärt Blume. In etwa zwei Jahren soll absehbarer sein, mit welchen Partnern VW zusammenarbeiten wird.

Bereits vor kurzem hat VW bekannt gegeben, in China beim autonomen Fahren mit Horizon Robotics zusammenzuarbeiten, in den westlichen Ländern arbeitet VW hierbei mit Bosch zusammen, Porsche pflegt bereits seit längerer Zeit eine enge Zusammenarbeit mit Apple. „Diese wollen wir weiterführen und sie kann auch eine Per­­spektive für andere Marken des Konzerns sein“, wie Blume eine erweiterte Zusammenarbeit mit dem Tech-Konzern aus Kalifornien andeutet.

Blume zufolge ist es sehr wichtig, sich regional die passenden Partner zu suchen. „Wir sehen immer mehr, dass sich die Technologien unterschiedlich entwickeln und die Ökosysteme voneinander entfernen“, begründet er diesen Schritt. Der Anspruch sei, „mit regionalen Partnern regionale Produkte für regionale Kunden zu entwickeln“.

„Wir planen einen großen technologischen Sprung“

In Sachen Elektromobilität spricht Blume von einer rasanten Entwicklung bei den Technologien. Der MEB-Baukasten wird einem Update unterzogen, da er noch über Jahre hinweg genutzt werden soll. Ähnliches gelte für die Premium Platform Electric (PPE) für die Spitzenmodelle von Audi und Porsche, so Blume. „Mit der Zukunftsplattform SSP (Scalable Systems Platform) planen wir, dann nochmals einen großen technologischen Sprung zu machen“, sagt er. Eine engere Zusammenarbeit der Entwicklungsabteilungen von Porsche, Audi und VW soll künftig neue Synergien schaffen und Skaleneffekte für den Volkswagen-Konzern erschließen.

Auch im Konzernvorstand wurde umgebaut, damit jede Marke ihre Stärken im Konzern optimal einbringen kann. „Wir wollen künftig immer das stärkste Tandem aus einer Marke auf die Querschnittsfunktion im Konzern setzen“, sagt Blume, der seit vergangenem September den VW-Konzern leitet. Deshalb führe Volkswagen die Beschaffung und die Produktion; Audi Qualität und Vertrieb; Porsche Design und Entwicklung. „Diese Themenpaare spielen jeweils sehr gut zusammen“, so der VW-Chef.

Unzufrieden äußerte sich Blume in dem Interview über die politischen Rahmenbedingungen in Europa: „Ich glaube, dass wir uns in Europa wesentlich agiler und zukunftsorientierter aufstellen sollten. Mehr in Chancen denken und weniger in Regulierungen und Verboten“, sagte er. Die Wirtschaft könne hierbei Erfahrungswerte und Einschätzungen geben, schlägt er vor. „Welche Konzepte haben international in der Vergangenheit zur erfolgreichen Ansiedlung von Industrien geführt? Daraus lassen sich Wege für Deutschland und Europa ableiten“, so der Manager. Er findet, Europa sollte mehr Themen „selbst in die Hand nehmen und beherzt umsetzen“.

Quelle: Börsen-Zeitung – „Wir erwarten von Cariad, dass sie professionell liefert“

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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10 Comments
Tomas Angelus
Tomas Angelus
3 Jahre zuvor

Blume ist wie ein Läufer in einem Wettrennen mit Usain Bolt und als er sieht, dass Bolt schon fast im Ziel ist, überlegt er sich noch welche Schuhe er zum Rennen tragen soll. Dieses Maß an Inkompetenz ist unfassbar.

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Sascha
Sascha
3 Jahre zuvor

Allein der letzte Absatz ist ein Witz und typischer Managergeschwafel….

Die Frage sollte eher lauten, warum man Regularien oder Verbote machen musste?
Genau, weil die Wirtschaft nur ihren Profit im Blick hat und das natürlich sich mit zukunftsorienteierten Handeln und Investition mehr als beißt.

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Michael Dierolf
Michael Dierolf
3 Jahre zuvor

Porsche bestimmt über Einflussnahme mit am Klappenauspuff ( Terror ) Lärm .Begründung, Fahrerlebnis und „ Sound „ gehören dazu und der Mensch möchte das . Die selben Statement s kommen von BMW . Ich fahre selbst Motorrad, am nervigsten sind diese Klappenauspuff BMW GS .
einfach nur assozial.

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Michael Dierolf
Michael Dierolf
3 Jahre zuvor

Porsche hat sich mit seinen Börsen Gang noch etwas Zeit verschafft . Wird aber nix daran ändern das diese Marke ihren Zenit längst überschritten hat . Ein Tesla y beschleunigt besser als der Porsche taycan . Tja , warum kauft „ Mann „ dann noch einen „ Porsche „ ?

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