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In acht Minuten auf 85 Prozent: Chinesen wollen Graphen-Akku bis Jahresende in Serie bringen

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
14. Mai 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
14. Mai 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1056802754

Home Automobilindustrie

Seit Jahren berichten wir ungefähr im Monatsrhythmus über Forschungen zu neuen und besseren Akku-Technologien, die gegenüber der aktuellen Lithium-Ionen-Batterien Vorteile wie schnelleres Laden, höhere Kapazitäten, mehr Sicherheit sowie eine höhere Lebensdauer versprechen. Tatsächlich für einen Serieneinsatz in einem Elektroauto verfügbar war allerdings noch keine davon. Wenn es Fortschritte gab, dann lediglich im Labormaßstab.

Das könnte sich bald ändern. Denn einem Medienbericht zufolge will das chinesische Unternehmen Guangzhou Automobile New Energy bis Ende dieses Jahres eine Graphenbatterie für die Massenproduktion verfügbar machen. Mit dieser neuen Technologie soll es möglich sein, einen Elektroauto-Akku innerhalb von nur acht Minuten auf 85 Prozent seiner Kapazität zu laden.

Bereits im Jahr 2014 begann die Guangzhou Automobile Group mit der Forschung und Entwicklung der Graphen-Technologie. Graphenmaterialien haben von anderen Materialen unerreichte Eigenschaften, sie sind sehr leicht, sehr fest und supraleitend. Laut Guangzhou Automotive New Energy hat die „Super-Schnellladebatterie“ die Prüfung auf Batteriezellen-, Modul- und Batteriepack-Ebene abgeschlossen. In einem Erprobungsfahrzeug habe sich der neue Akku in einem Hochleistungstest bewiesen. In Punkto Batterielebensdauer und Sicherheit will Guangzhou Automobile New Energy die notwendigen Standards für einen Einsatz in der Serie erreicht haben.

Konkrete Daten wie etwa die Kapazität, Leistungsdichte oder Haltbarkeit der Graphen-Batterie bleibt der Hersteller noch schuldig, ebenso wie eine offizielle Stellungnahme, welche die bislang einzige Quelle dieser News bestätigt. Und auch den Einsatz in der Serie glauben wir erst dann, wenn tatsächlich ein E-Auto mit Graphen-Batterie auf der Straße ist – schließlich gab es in den vergangenen Jahren einfach zu viele Ankündigungen, aus denen dann doch nichts geworden ist. Vielleicht schafft Guangzhou Automobile New Energy aber tatsächlich den Sprung vom Labormaßstab in den E-Auto-Alltag. Der Sprung wäre gar nicht mal so klein.

Quelle: cnTechPost — Chinese EV maker says its graphene technology can charge batteries up to 85% in 8 minutes

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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36 Comments
Egon Meier
Egon Meier
6 Jahre zuvor

Auf deutsch: sie haben es nicht aber wollen es haben werden.

Das ist ein typischer Artikel bei dem der Inhalt der Überschrift widerspricht:
Die Überschrift: „wollen Graphen-Akku bis Jahresende in Serie bringen“ bedeutet, dass die Serienfabrikation Jahresende beginnt.

Im Text heißt es dann: „für die Massenproduktion verfügbar machen“ – was etwas völlig anderes bedeutet – dass nämlich hoffentlich die Technik dann serienreif ist.
Dann muss man noch ein Fertigungsverfahren erproben, Geld auftreiben, Abnehmer suchen, Anlagen bauen .. also noch keine Serienfabrikation.

Der wolkigen Ankündigungen sind wir eigentlich satt .. die solle sich melden, wenn sie Stückzahlen liefern können und eine richtiges Datenblatt mit Kapazität, Zyklenfestigkeit, Lade- und Entnahmeparametern usw .. haben . UND Preise.

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Andro Wegner
Andro Wegner
6 Jahre zuvor

Vielleicht ist es auch ein Versuch, im Rennen zu bleiben oder darauf hinzuweisen, dass es demnächst noch ganz andere Optionen geben wird. Nach dem Motto : Ihr macht E-Mobilität noch immer an Lithium Batterien fest, aber die gar nicht so ferne Zukunft sieht ganz anders aus.

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dipio
dipio
6 Jahre zuvor

Wie gesagt- Graphen wird in den kommenden Jahren den gesamten Batteriesektor revolutionieren. Wer jetzt in diesen Rohstoff investiert, baut keine Luftschlösser, sondern erkennt sein Zukunftspotenzial richtig. Man kann gespannt sein, wann das 1. E- Auto mit Graphen bestückter Batterie zur Verfügung steht.

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Walter 72
Walter 72
6 Jahre zuvor

Im RC-Modellbausektor werden seit sicher einem Jahr Graphen Akkus verkauft. Ein Marketingschwindel?

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Christian Löffel
Christian Löffel
6 Jahre zuvor

Eigentlich wurde ja schon alles gesagt. Was mich jedoch an solchen Artikeln immer stört ist u.a. das Wording sowie die Ignoranz der Publizisten die einfach jede noch so kleine möchtegern News unreflektiert verbreitet.

Mal etwas generelles: Technologie ist die Wissenschaft der Technik wie z.B. Maschinenbau, Werkstoffkunde, Chemie, Elektrotechnik… . Bei Batterien reden wir von Technik, da hier ja kein neuer Wissenschaftszweig erschaffen wurde (die Deutsche Sprache ist da wesentlich präziser als die englische).

Zu Graphen: Generell haben Graphen sicher ein hohes Potential jedoch sind Potential und konkreter Nutzen zwei paar Stiefel. Z.B. wird immer von einer Supraleitfähigkeit gesprochen die jedoch bis Dato nur theoretisch beschrieben wurde geschweige denn über das Temperaturband in dem diese dann auch auftritt (bei Plusgraden würden die Jungs vom ITER sicher Luftsprünge machen).

Generell wird hier immer das Pferd von hinten aufgesattelt. Richtig rum wäre, wenn erst eine Publikation mit konkreten Ergebnissen veröffentlicht wurde und dann c.a. 5 Jahre später eine Erfolgsmeldung über die Industrialisierung kommuniziert wird. Jeder der bereits von einer Industrialisierung spricht die auf Erkenntnissen basiert, die im selben Jahr beschrieben wurden, ist schlicht und ergreifend unseriös.

In dem Sinne, für ein bisschen mehr reflektierte wissenschaftliche Nüchternheit und weniger pseudowissenschaftlicher Boulevardjournalismus.

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Realist
Realist
6 Jahre zuvor

Und ewig grüßt das Murmeltier…da braucht wieder wer Geld und verbreitet dafür die üblichen Jubelmeldungen. Allerdings dürfte Graphen bald tatsächlich in ersten Batterien auftauchen, aber von anderen Herstellern und noch nicht in Batterien für Autos.

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Hans Wurst
Hans Wurst
6 Jahre zuvor

Alle paar Wochen wird der Super Akku versprochen. Es ist noch nicht allzulange her, da waren LiIonen Akkus nach ein paar Tagen selbstentladen. Und nach 3-4 Jahren konnte man die entsorgen, Egel wievile Ladezyklen die hatten. Ich sag nur Camcorder und die ersten Digicams. LiIonen gibt es bereits seit den 70ern. Warum meint dann jede Newsseite, posten zu müssen, das die Revolution kurz bevor steht. Entwicklungsschritte finden hier in Jahrzehnten statt, nicht in Monaten.

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Steff Lu
Steff Lu
6 Jahre zuvor

Ich glaube es erst, wenn ich es sehe. Aus china heisst es mindestens einmal im Jahr, Revolution in der Akkutechnik, in kurzer Zeit wahnwitzige energiemengen Speichern, bis Jahresende Marktreif bla bla bla…, dann hört man niemehr etwas davon.

Wie schon gesagt, ich glaube es erst, wenn ichs sehe.

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Wolfgang
Wolfgang
6 Jahre zuvor

Supraleitung in Akkus ? Eher nicht. Wenn die Akkus 3 oder 5 mal schneller laden als bisher braucht man auch 3 bis 5 mal mehr Leistung im Ladegerät. Wer soll die armdicken Kabel und schrankgrossen Schalter dafür bereitstellen ( das wird bei Jubelmeldungen über Akkufortschritte oft vergessen) ? Oder auch Supraleitung ?

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neumes
neumes
6 Jahre zuvor

ich vermute dass der Elon Musk damit zuerst kommt…
Ich denke Superkondensatoren sind bzgl der Aufnahme hoher Energiemengen nachgewiesen vielversprechender…

es bleibt spannend

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Öztürk
Öztürk
6 Jahre zuvor

Wenn das irgend wann wirklich möglich sein sollte werde ich sofort auf Elektro umsteigen aber so wie es jetzt ist hab ich weder privat noch beruflich Zeit für ein Elektro Auto… leider,,, .

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Alen
Alen
6 Jahre zuvor

Und in 5min auf 80%, oder 14 Minuten auf100%, oder doch schon 10Minuten und auf 95% was Birnen? Leistungsverfügbarkeit, Ladestand?

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Feinbein
Feinbein
6 Jahre zuvor

Interessant. Wir fahren seid drei Jahren vollelektisch, mit acht Jahren Akku-Gewährleistung. Es sollen ca. 260 bis 400 kg von unserem 1,8 to. Auto sein. Also schauen wir bereits heute, welche Akkus es in fünf Jahren geben soll.
a) leichter und b) mehr Leistung auf dem selben Platz (Volumen). Reichweite statt Ladegeschwindigkeit! Wir sind Destination Charger. Meist zu Hause.
Was ist die Lösung?

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Rembrand
Rembrand
6 Jahre zuvor

Naja diese Super Akkus gibt es schon lange im Modellbau. Bis 30A einen 6000m/ah Akku laden ist machbar in 15 min voll. Wer es braucht. Aber mittlerweile liegt der Fokus auch auf HV Akkus mit dem G.

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Aimero
Aimero
6 Jahre zuvor

Leute wie du waren damals im dunklen Mittelalter verantwortlich für die Einhaltung der religiösen Gepflogenheiten.

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