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Forscher: Lithium für typischen Tesla-Akku lässt sich mit 30 Tassen Kaffee gleichsetzen

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
3. Dezember 2019
Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
3. Dezember 2019
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1523049686

Home Automobilindustrie

Hoher Wasserverbrauch, Zerstörung der Umwelt: Der Abbau von Lithium, einem Hauptbestandteil in Elektroauto-Akkus, wird von einigen Leuten kritisch gesehen. Bereits in der Vergangenheit konnten wir mit ersten Vorurteilen aufräumen. Nun legt Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, nach und zeigt auf, dass der enorme Wasserverbrauch bei der Gewinnung von Lithium gar nicht so enorm ist, wie immer kommuniziert.

So gibt Fichtner zu verstehen, dass für das benötigte Lithium eines Akkus mit einer Kapazität von 64 Kilowattstunden (kWh) nach den gängigen Berechnungsmethoden 3.840 Liter Wasser verdunsten. Dieser Wert sei gleichzusetzen mit dem Wasserverbrauch bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans. Zur Einordnung sei gesagt, dass ein 64-kWh-Akku im Mittelfeld der verschiedenen Varianten des Tesla Model 3 liegt und für eine Reichweite von rund 450 Kilometer ausgelegt ist.

Des Weiteren ist es so, dass wenn man aktuell eine Lebensdauer von 2.000 Be- und Entladezyklen annimmt, man auf eine Gesamtfahrleistung von 900.000 Kilometern kommt – bei guter Behandlung. Fichtner geht derzeit davon aus, dass 2025 3.000 Zyklen normal sein werden. Dann sollte man unter besten Bedingungen durchaus 1.350.000 Kilometer für 30 Tassen Kaffee zurücklegen können. Vereinfacht ausgedrückt. Eine Ansage.

„Ich wundere mich ohnehin immer, dass in der Öffentlichkeit nie über das Lithium in Laptops oder Mobiltelefonen gesprochen wird – aber beim E-Auto ist es auf einmal ein Problem.“ – Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm

Bekanntermaßen ist allerdings nicht nur Lithium ein Problem. Kobalt spielt eine ebenso entscheidende Rolle. So sei erwähnt, dass die Batterien des ID.3 zwölf bis 14 Prozent Kobalt enthalte, Tesla-Batterien enthalten um die 2,9 Prozent. In absehbarer Zeit werden die Hersteller von Elektrofahrzeugbatterien weiterhin knappen, teuren Kobalt verwenden müssen. Trotz eines Anstoßes auf eine höhere Nickelzusammensetzungen zu setzen, so die Aussage des Werkstofftechnologiekonzern Umicore. 2025 werden völlig kobaltfreie Batterien auf dem Markt sein, sagt Fichtner angesichts des aktuellen Entwicklungsstandes voraus.

Autokonzerne wie BMW, Volvo und VW stellen durch das Management ihrer Lieferketten ohnehin sicher, dass das Kobalt für ihre Akkus aus einwandfreien Quellen stammt. Interessant ist auch die Tatsache, dass laut Fichtner der Verkehr zurzeit einen Endenergieverbrauch von rund 800 Terawattstunden (TWh) hat. Würde man diese Verkehrsleistung komplett mit batterieelektrischen Fahrzeugen erbringen, wären wegen der höheren Effizienz nur etwa 200 TWh notwendig. Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle würden dagegen circa 1.000 TWh brauchen. Die Richtung sollte damit klar sein.

Quelle: Der Tagesspiegel – Wenn elf Avocados umweltschädlicher als eine E-Auto-Batterie sind

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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37 Comments
Messerjocke
Messerjocke
6 Jahre zuvor

Kann dies bitte mal jemand auf Facebook , Twitter etc. verbreiten und auch an die AFD schicken …

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Peter Kuhl
Peter Kuhl
6 Jahre zuvor

Lieber Sebastian,
es ist doch immer wieder interessant zu sehen wie auch bei der Umweltdebatte der eigene Weg (Batterie) besser und der Alternative Weg (Brennstoffzelle) übertrieben schlecht dargestellt wird.
5-fach höherer Energieverbrauch: dann wäre die Brennstoffzelle schlechter als ein Verbrenner!? Etwa 2-fach ist je nach Typ stand der Technik. Wobei die Abwärme auch z.T. genutzt wird. Sie sollten vor Veröffentlichung von Artikeln auf solche groben Fehler achten.

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Manfred Stummer
Manfred Stummer
6 Jahre zuvor

Hallo Peter Kuhl!
Da wird die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte liegen. Der Mehraufwand für Herstellung und Betrieb eines Wasserstofffahrzeuges um letztlich einen E-Motor anzutreiben ist unverhältnismäßig, selbst bei winterlicher Abwärmenutzung.
Von 100% EE sind wir für den aktuellen Strombedarf noch weit weg, da bleibt wohl noch länger kaum Strom für die Elektrolyse.

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Markus Doessegger
Markus Doessegger
6 Jahre zuvor

Bis jetzt ist noch jede Diskussion an der ich zum Thema BEV vs. FUEL CELL teilnahm immer mit derselben Antwort zu Ende gegangen : „Ich WILL in 5-10 Minuten an der TANKSTELLE tanken können, basta!!!“
Ich lade mein BEV zu 99% zu Hause, mit 100% Wasserkraft und in 10 Sekunden, 5s einstecken und 5s ausziehen, fertig. Der einzige Vorteil der Fuel Cell ist damit erschlagen. Dieses Privileg haben Sie mit der Fuell Cell nicht.

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vedder
vedder
6 Jahre zuvor

Der beliebige Transport von Wasserstoff auf den Autobahnen ist in Europa nicht erlaubt! Dazu muss es erst eine Zulassung bzw. Gesetz geben. Schon der Transport auf den Straßen mit verwickelten Unfällen ist mehr als ein normaler Unfall – immerhin ist es Wasserstoff.

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Hans-Peter
Hans-Peter
6 Jahre zuvor

Die Aussagen für 2025 sind sehr interessant! Woher dieser Optimus stammt ist mir ein Rätsel. Herr Fichtner zeigt hier für keine Beweise auf, vielmehr behauptet er Dinge. Für mich wenig wissenschaftlich. Fakt ist und bleibt die Batterie hat einen hohen CO2 Rucksack. Das KIT und der ADAC arbeiten beide in ihren Studie heraus, der Diesel ist bis 200.000 km CO2 effizienter als ein BEV. Deutscher Energiemix. (Wir wollen es nicht mit einem chinesischen Mix rechen)
Fakt ist auch, nur die Energiewende kann signifikant zu einer CO2 Reduktion beitragen. Für diese Energiewende werden Energiespeicher benötigt die eine hohe Energiedichte und eine gute Transportfähigkeit besitzen. Dies alles leistet ein Lithium Ionen Speicher nicht!

BTW: Die Entsorgung und das Recycling ist bis heute nicht zu 100% gegeben!

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Ananas
Ananas
6 Jahre zuvor

Mein Vorschlag zur Überschrift:

„Tesla-Akkus ökologischer als Avocados“

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Johannes Bacher
Johannes Bacher
6 Jahre zuvor

akku e mobile sind stark, schnell , haben genug reichweite und sind die einzige möglichkeit das weltklima zu retten!!!!!!

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Franz Johann
Franz Johann
6 Jahre zuvor

Den Wasserverbrauch bei der Lithiumförderung mit Tassen Kaffee oder Avocados zu vergleichen ist geistiger Dünnschiss. Es wird das Grundwasser verbraucht, und damit den Menschen die Grundlage für ihre Ernährung entzogen.einige Landstriche sind schon komplett verdorrt.die Intelligenz der Kaffee trinkvergleicher kommt wohl aus der untersten Schublade So 60 -70

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Reinhardt Bastek
Reinhardt Bastek
6 Jahre zuvor

Einige sind so richtige Klugscheißer hier!
Wenn Wasserstoff günstig produziert werden kann und da ist man bereits dran, dann wird es die Zukunft.
Und was die Zulassung für solch Fahrzeuge oder Transport betrifft.
Das gibt es schon, nur mal so für die die noch hinterm Mond leben.
Toyota bietet bereits ein Serienfahrzeug an u Wasserstofftankstellen gibts auch bereits.
Die Unwissenheit ist manchmal schon beängstigend von einigen Leuten.

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Sepp Neusteurer
Sepp Neusteurer
6 Jahre zuvor

Ich fahre jetzt seit einem Jahr ein E Auto und bin vom Fahrcomfort restlos überzeugt. Aber, wenn es stimmt, dass der Verkehr lediglich 2% des gesamten CO2 Ausstoß verursacht, dann kann das E Auto das Wektklima nicht retten. Wer weiß mehr darüber? Würde gerne der Anti Elektro-Lobby gegenüber Argumente haben. Danke.

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Heinrich sonntag
Heinrich sonntag
6 Jahre zuvor

Ich bin für Wasserstoff,
habe selber so ein Auto gefahren und aich betankt. Bin zu der überzeugen gekommen das ist die beste Lösung. Und Wasserstoff kann in den wärmere Ländern billig hergestellt werden durch Sonnen Energie.
Warum erst elektronische Autos bauen und dann auf den Sondermüll sitzen bleiben. Mann sollte auf Wasserstoff umsteigen und das sofort ohne wenn und aber. Und es sollte bezahlbar sein für jedermann.

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Andreas
Andreas
6 Jahre zuvor

Oh Oh Oh.
Warum wird hier eigentlich nie auf das eigentliche Problem eingegangen.
Wir machen Wirdschaft,
Das widerum geht nur, in dem wir Menschen Energie umsetzten .
Bisweilen haben wir 2 Große und eine kleine Quelle. Die Großen Quellen sind Fossiler Art, oder Atomstrom, die kleine ist Erneuerbare Energien. Jetzt sind gewisse Schlauberger auf die Grüne Idee verfallen Sauber zu wirdschaften aber die Erneuerbaren können das nicht leisten. Nicht das das mal ander werden könnte aber Atomlobby und die Öllobby zehtern im Hintergrund schon mächtig.
Die lächerliche Geschwindigkeit in der der Ausbau vorran kommt ist bisweilen Bühnenreif. Die Einschränkung der Methoden auch.
Ergo läuft es so wir verschleudern unsere verbrenner ins Ausland die entsorgen erstmal den Kat und Die Feinstaub faxen und fahren weiter. Wir arbeiten uns am Grünen gewissen ab fahren E Auto mit demnächst Chinesischen Atom Kohle Gasstrom. Unser Planet erwärmt sich weiter und 2050 ist der Strand in Wuppertal erheblich einfacher zu erreichen.

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Apo
Apo
6 Jahre zuvor

Wieso spricht eigentlich keiner vom CO2 Rucksack eines E Autos?? Ist ja schön und gut den Wasserverbrauch schön zu reden, das CO2 verschwindet dadurch aber auch nicht.
Gerade bei großen Autos mit großen Batterien, weil alle nunmal einen SUV mit am liebsten 1000 km Reichweite wollen, ist das ein Problem. Komisch, dass das einzige andere angesprochene Problem Kobalt ist… Naja, man kann sich nunmal alles hindrehen wie man möchte.

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Philipp Lanz
Philipp Lanz
6 Jahre zuvor

„Akku“Wasserstoff: Wasserstoff ist auch nur Akku und zwar ein Akku mit extrem schlechtem Wirkungsgrad.
Li Akku : 1kwh hineinladen=mindestens 0.9 kWh entnehmen Wirkungsgrad= über 90%
H2: Strom- Elektrolyse(70% max.)- H2 – Kopression(90%) – Brenstoffzelle (60%) Es ergibt sich also für den H2 Kreislauf ein theoretischer Wirkungsgrad von 37.8% hirbei sind Lagerungs und Transportverluste nicht berücksichtigt. Der derzeitige Wirkungsgrad des „Akkus“H2 liegt bei unter 25%.

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