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Nissan Leaf Batteriewechsel: Kosten von 9.400 bis 22.050 Euro

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
22. Oktober 2020
Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
22. Oktober 2020
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Anton Ukolov / Shutterstock.com

Home Elektroauto Hersteller

Bereits im Oktober 2019 haben wir berichtet, dass Nissan das Ladeverhalten der bisher über 400.000 verkauften Leafs im Auge behält. Die jüngsten Daten zur Lebensdauer der Nissan-Batterie deuten darauf hin, dass die Batterie selbst etwa zehn bis zwölf Jahre nach der Lebensdauer des Autos halten kann. Dies scheint jedoch nicht bei jedem Leaf der Fall zu sein. Unser Leser Ralf musste andere Erfahrungen sammeln und steht sechseinhalb Jahre nach Zulassung seines Leafs vor einer schwerwiegenden Entscheidung.

Akku-Kapazitätsverlust mit Ansage

Ralf war durchaus bekannt, dass die Batterie seines Leafs mit zunehmendem Alter einen Kapazitätsverlust erleidet. Sie kann nicht mehr so viel Energie aufnehmen. Er beschreibt es wie folgt: „Das ist so, wie wenn der Tank des Autos mit Verbrennungsmotor immer mehr schrumpft. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der von Nissan in den Garantiebedingungen nicht abgedeckt ist. Da auf dem Display nur immer die vorhandene Energiemenge in Prozent der Kapazität angegeben wird, bemerkt man den Kapazitätsverlust nur, wenn man die Ladezeiten und die aufgenommene Energie mit den Prozentzahlen vergleicht.“

Korrekterweise merkt Ralf an, dass dies auch bei anderen Herstellern der Fall sei. Dennoch ist es erschreckend zu spüren, dass „eine Garantiezeit von fünf Jahren also nicht heißt, dass man das Auto 5 Jahre zu den Anfangsbedingungen fahren kann. Die Lebensdauer der Batterie wird von Nissan mit 8 bis 10 Jahren angegeben“, so Ralf. Auf dem Armaturenbrett gibt es eine Anzeige von 12 Balken, die den Batteriezustand widerspiegelt. Nissan sagt, wenn die ersten 3 Balken in der Garantiezeit verschwinden, sei dies ein Garantiefall, so die Aussage des Leaf-Fahrers.

„Mir wurde von meinem Händler als auch von Nissan selbst bestätigt, dass diese Anzeige nicht funktioniert, wenn die Batterie defekt ist. Was nützt sie dann also? Ob die Anzeige den Kapazitätsverlust oder nur Defekte der Batterie anzeigt ist mir nicht bekannt. Von Nissan habe ich darauf keine Antwort erhalten. Jedenfalls hat die Batterie meines Leafs sechs Jahre nach der Erstzulassung nur noch eine Kapazität von ca. 10 kWh. Natürlich ist das kein Garantiefall mehr.“ – Ralf

Zur jeweils aktuellen Rest-Kapazität kann auch die Werkstatt bei der Wartung keine Aussage treffen. Laut dem Leaf-Fahrer sei es so, dass es nur zwei Werkstätten von Nissan in Deutschland gibt, die die Batterie erneuern oder ersetzen können. Eine befindet sich in Bochum die andere in Dresden. „Wer die Batterie nach der Garantiezeit austauschen will, kann nicht sicher sein, dass er eine fabrikneue oder eine regenerierte bekommt. Man weiß auch nicht, wie alt die Batterie vor dem Einbau war“, so Ralf weiter. Wagt man sich dennoch an einen Austausch kommen immense Kosten auf einen zu.

Nissan Leaf Batteriewechsel: Kosten von 9.400 bis 22.050 Euro

Ralf hat uns zwei Kostenvoranschläge für den Austausch der Batterie zukommen lassen. Auszüge nachfolgend eingebettet. Der erste stammt vom September des letzten Jahres. Dies war ihm zu teuer (~ 22.050 Euro). Dann bekam ich im November einen neuen billigeren (9.430,00 Euro). „Als ich mich endlich entschloss, die Batterie austauschen zu lassen, wurde mir gesagt, es handele sich bei dem billigen Angbot um ein begrenztes Sonderangebot und stände nicht mehr zur Verfügung“, so Ralf.

Angebot aus September 2019

Mittlerweile sei der Preis für die Batterie weiter gestiegen und liegt jetzt bei 19.000 Euro, wie uns der Leaf-Fahrer mitteilte. Aktuell wirbt Nissan selbst damit, dass der Einstiegspreis für den Elektro-Bestseller mit 40-kWh-Batterie und 110 kW/150 PS Leistung rechnerisch bei 28.630 Euro liegt – bei sofortiger Verfügbarkeit. Eine Differenz von 6.580,13 Euro, welche Ralf noch drauf legen müsste, um statt einem Nissan Leaf Batteriewechsel einen komplett neuen Leaf mit neuer Batterie zu erhalten.

Angebot aus November 2019

Sollte er trotz all dieser Erfahrungen Nissan treu bleiben wollen, dürfte eigentlich klar sein, dass man noch ein wenig tiefer in die Tasche greifen müsste, um sich den neuen Leaf zuzulegen. Wir bleiben dran und beobachten, wie die Geschichte für Ralf und seinen Leaf ausgeht.

Quelle: Per Mail // Namen von der Redaktion geändert

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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159 Comments
BevKombiFan
BevKombiFan
6 Jahre zuvor

Der Leaf ist eigendlich ein tolles Auto. Leider disqualifiziert er sich durch dieses Qualitätsmanko und den Bug im Ladesystem. Ich würde mir keinen Leaf mehr kaufen sondern zu Ioniq greifen.

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Dieter Lust
Dieter Lust
6 Jahre zuvor

Dieses Beispiel zeigt die Unkalkulierbarkeit der Kosten für einen E-Pkw., denn während es bei Verbrennen genügend Erfahrungen mit den Kosten für Reparaturen oder Ersatz des Antriebs gibt, ist das speziell in Bezug auf die Akkus eine Blackbox, die im aktuellen Fall alle Schönrechnerei der günstigeren Betriebskosten zunichte macht. Solange die Preise für Ersatzakku nicht in vertretbaren Kostenrelationen feststehen, werde ich mir keinen E-Pkw. zulegen, obwohl die Wallbox auf meinem Grundstück bereits vorhanden ist.

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Gunter
Gunter
6 Jahre zuvor

Das ist natürlich eine „unschöne“ Sache ! Vielleicht spricht das dafür, ein e-Auto zu leasen. In Norwegen leasen die allermeisten (60% oder mehr) anstelle zu kaufen.
Es bleibt zu hoffen, dass eine solche Problematik mit der Zeit gelöst wird…

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Andreas E.
Andreas E.
6 Jahre zuvor

Das ist ein Einzelfall. Bei den Verbrennern geht in Einzelfällen auch mal der Motor oder das Getriebe kaputt und verursacht so enorme Kosten.
Am besten kauft man sich alle 2-4 Jahre einen Jahreswagen wenn man dieses Risiko vermeiden möchte.
Sicherlich bedauerlich wenn es einen trifft, aber kein Grund das ganze System in Frage zu stellen.

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Juergen w
Juergen w
6 Jahre zuvor

Ein Grund mehr nicht einen Nissan zu kaufen. Schade ums Geld. Ich lease E Autos, weil genau solche Dinge nicht vorhersehbar sind. Aber Nissan macht hier kein gutes Bild. Sowas setzt sich in den Köpfen fest. Können die überhaupt CCS? Finger weg, da steckt keine Zukunft drin.

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Markus
Markus
6 Jahre zuvor

Endlich kommt Mal mit der Zeit die Probleme der Elektrofahrzeuge ans Licht! Klar kann mal ein Motorschaden oder Kupplungsdefekt bei einem Verbrenner auftreten aber der ist zeitlich nicht zu beziffern. Außerdem kommen da keine Kosten auf einen zu die fast einen Neuwagen ausmachen. Es braucht auch keiner jetzt etwas erzählen das es nur bei Nissan so ist. Diese Probleme haben alle Akkus! Klar kann man jetzt sagen dann lease ich nur dann hab ich dieses Risiko nicht. Dann kann man sich auch davon verabschieden das Leute großartig gebrauchte E-Autos kaufen. Also haben wir wieder ein Problem mit der Entsorgung.

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David S
David S
6 Jahre zuvor

Die Problematik sind die Leasing Konditionen. Die Hersteller wollen meines Erachtens auch nicht an privat leasen, da sonst ein Gebrauchtmarkt entsteht und die Flottengrenzwerte dann in 3 Jahren in Gefahr sind.

Mein aktuelles Beispiel. Opel Corsa mit ADAC Finanzierung ohne Anzahlung über 8 Jahre finanziert: 298 im Monat. Das heißt man hat nach 3 Jahren 10t € bezahlt. Ich gehe davon aus das ein 3 jähriger E-Corsa noch locker 16t € bringt.

Hätte ich den oder einen hyundai geleast waren locker über 400 Euro drin gewesen… Die nehmen einfach Mal frech 4% Zinsen und setzen Leasingfaktoren von 1.4 an… Das heißt die gehen davon aus daß ihre Autos nach 6 Jahren Schritt sind… Trotz 8 Jahren Garantie.

Dennoch habe die ich mich für den Corsa entschieden. Des weiteren bin ich mir sicher das er nach 4 Jahren und 100t km weiterverkauft wird. Dafür habe ich ja 5 Jahre Garantie.

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Thim Thom
Thim Thom
6 Jahre zuvor

Die wichtigste Info fehlt mir völlig: Wie viele Kilometer ist das Fahrzeug bewegt worden und wie war anteilig die Schnellladung über den Zeitraum? Ohne diese Angabe bin ich nicht bereit diesen Artikel in irgendeiner Weise als ernsthafte Berichterstattung wahrzunehmen.

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KaiGo
KaiGo
6 Jahre zuvor

Offenbar hat Nissan da ein großes Problem und muss wenn nicut geschehen seine Garantie anpassen. So gut wie alle anderen Hersteller garantieren unschwammig: mind. 70% Rest Kapazität nach 8 Jahren oder 160.000km. Da das auch für Fahrer klappen muss die immer heizen und DC laden, kann man für Normal Nutzer wohl von mehr ausgehen. Erfahrungen gibt es ja noch nicht, da die Autos noch nicht so lange auf dem Markt sind. Generell dürfte gelten: umso größer die Batterie umso länger dürfte sie halten da die Ladezyklen das entscheidende sind.

Wenn es wirklich vermehrt Fahrzeuge gibt, wird sich zeigen wie sich der Service entwickelt mit dem Zelltausch anstelle der ganzen Batterie.

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Musicman
Musicman
6 Jahre zuvor

Liebe Verbrennerfreunde. Ich bin schon einen Nissan Almera Diesel gefahren. Nach 20.000 km Motortotalschaden!!!
Sixt Leihwagen, nagelneuer Opel Diesel mit 15 km auf Tacho. Motortotalschaden!
Was sagt uns das? Bei manchen Marken ist es egal welche Antriebsform, es hapert grundsätzlich an Qualität!

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strauss
strauss
6 Jahre zuvor

na also, her mit weiteren praxisfällen betr. garantie vom teuersten teil vom e auto. das ist erst die spitze vom Eisberg. jede Firma hat solche fälle .dies ist der grund, weshalb Renault vom finanziellen blindflug die kunden warnt, besser den Akku zu leasen. die grosse Mehrheit der Zoefahrer ist jedoch clever genug um dies zu wissen.

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Torsten Pietsch
Torsten Pietsch
6 Jahre zuvor

Den Preis für den Akku der da aufgerufen wird ist absolut überteuert!
Der alte Leaf hat einen 20 KW/h Akku. Der ist nicht klimatisiert !
Sono Motors gibt für seinen Sion Akku mit 35 KW/h und Wasserkühlung einen Preis von 4000 Euro an.
Da der Akku immer repariert wird ist der Preis völliger Unsinn. Die Reparatur dürfte nicht mehr als 500 Euro kosten. (Zellentausch)
Was macht Nissan da ?!
Selbst der voll Klimatisierte 41 KW/h Akku des Zoe ist nicht so teuer. Nicht mal die Hälfte.
Die Akkumiete bei Renault wird immer kritisiert. Ich habe meine auch gemietet. Wenn ich mir das ausrechne habe ich nach 8 Jahren kaum mehr bezahlt als beim Kauf. Dazu werden immer 75 % Kapazität garantiert. Plus die kostenlose Assistance. Fahre ich meine Auto über die Akku Garantie hinaus kann mir das bei Miete egal sein. Wenn ich den Akku kaufe und mein Auto aus der Akkugarantie 1 Tag raus ist werde ich wohl kaum noch Geld für das Auto bekommen. Bei Miete ist das obsolet. Die Frage ist auch würde ich bei abgelaufener Akku Garantie für das Auto einen neuen einige tausend Euro kostenden Akku kaufen ? (Immer von einem defekten Akku ausgehend)
Man muss sich das ausrechnen. Das ist von Fall zu Fall sicherlich unterschiedlich. Ich finde es aber sehr gut das man bei Renault die Wahl hat.
Man kann sich auch aus der laufenden Batteriemiete rauskaufen. Ich finde das sehr Flexibel gelöst.

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Peter Witten
Peter Witten
6 Jahre zuvor

Hi, bin nach langer Überlegung zu der Entscheidung gekommen einen SUV zu kaufen. All die Informationen die das E Auto betreffen sind nicht schlüssig. Daher habe ich jetzt einen Diesel gekauft und bin mir sicher die bessere Entscheidung getroffen zu haben. Ladestation vor der Tür sind schlicht nicht da. Worauf soll ich warten ?? E Autos in Deutschland eher nein !!

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Realist
Realist
6 Jahre zuvor

Solange Elektroautos nur als Ökologisches Feigenblatt gebaut werden und die Konzerne die Käufer als „nützliche Idioten“ ansehen, wird die Elektromobilität nicht vom Fleck kommen.

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Stefan Balz
Stefan Balz
6 Jahre zuvor

Was Nissan da abziehen will ist einfach nur frech. Die sollen in so einem Fall für pauschal 4999.- einen Akku einbauen und Ruhe ist. Ein zufriedener Kunde sagt es 3 Kollegen, ein beschissener Kunde sagt es 20 Kollegen. So einfach funktioniert das Leben.

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