Erst Ende September hat eine Meldung der ÖDP Brandenburg, in Bezug auf die Baufortschritte der Tesla Giga Berlin, für Aufsehen bei uns im Portal gesorgt. Zudem konnten wir Anfang November über ein paar Neuigkeiten zum Stand der Bauarbeiten von Teslas erster Autofabrik in Europa berichten. Zu diesem Zeitpunkt schienen die Bauarbeiten am Tesla-Werk in Grünheide nicht so voran zukommen wie geplant. Von Baustopp war die Rede. Heimlich still und leise soll allerdings weiter gearbeitet worden sein.
„Seit kurzem steht ein weiterer Zaun in Grünheide. Damit bereitet Tesla heimlich, still und leise den nächsten Schritt zur Vernichtung der dortigen Waldbestände vor. Obwohl immer noch keine endgültige Baugenehmigung vorliegt, werden hier unwiderrufliche Fakten geschaffen. Ohne Rücksicht auf die Anwohner, ohne Rücksicht auf die Natur. Wenn die Rodung beginnt, verhindert der Zaun sogar die Flucht der Tiere“, so Christian Rechholz, Bundesvorsitzender der ÖDP, in einer entsprechenden Mitteilung. Er sei selbst an den Ort des Geschehens gereist, um sich ein eigenes Bild vor Ort machen zu können.
Inwiefern seiner Aussage „Die Dimensionen der Naturvernichtung sind unvorstellbar. Etwa 90 Hektar Wald wurden schon zerstört, jetzt werden wohl bald 100 weitere dazu kommen“, zugestimmt werden kann ist fraglich. Fest steht für seine Fabrik in Grünheide südwestlich von Berlin will Tesla weiteren Wald roden lassen, wie wir im September bereits berichtet haben, um einen Autobahnzubringer zum Fabrikgelände errichten zu können. Dafür habe Tesla bereits Ende August einen Antrag gestellt. „Die Prüfung läuft“, informierte der Referatsleiter Immissionsschutz im Umweltministerium, Frank Beck, den Wirtschaftsausschuss des Landtags in Potsdam, ebenfalls im September.
Insgesamt soll eine Fläche von 420 Fußballfeldern für die Fabrik versiegelt werden, so die ÖDP. Aus deren Sicht gäbe es in Brandenburg genug brachliegende Industrieflächen, wo keine wertvollen Trinkwasservorkommen durch ein solches Großprojekt beeinträchtigt werden. Dennoch ist es wohl so, dass der Zeitplan von Tesla einen unveränderten Produktionsstart Anfang Juli 2021 vorsehe. Einverstanden scheint die ÖDP damit weiterhin nicht:
„Schon bei den bisherigen Rodungen wurden geschützte Reptilien und Fledermäuse in Grünheide getötet. Das haben Behördenvertreter dann im Nachhinein sogar noch genehmigt. Im Löcknitztal, einem nur 40 Meter entfernt gelegenen Natura 2000 Gebiet, leben seltene Fischotter, Biber, Zauneidechsen, Schlingnattern, Fledermäuse und Schmetterlinge. Außerdem wachsen dort seltene Pflanzen, das Gebiet und dessen Flora und Fauna ist nach EU-Recht streng geschützt. Viele Tiere dort stehen europaweit auch unter Artenschutz.“ – Julia Neigel, Musikerin
Es scheint aber vonseiten des Automobilherstellers gar nicht der Wunsch, dass lediglich eine brache Fläche entsteht. Ein Blick darauf, wie Teslas Giga Berlin aussehen soll, offenbart Wald, Natur und Tesla können nebeneinander existieren. Die vielen Bäume auf dem im verlinkten Beitrag eingebundenen Bild seien nicht zufällig dort platziert, heißt es weiter: Tesla wolle auf dem Gelände, wo Bäume eingezeichnet sind, auch welche pflanzen. Dabei dürfte es sich sicherlich nicht um jene Art Wald handeln, den Tesla auf dem Gelände zunächst gerodet hat. Der Wald, besser: Forst, bestand zuvor aus einer industriell angepflanzten Monokultur Kiefern mit geringer Biodiversität, welche für die Produktion von Papier und Pappe vorgesehen waren und früher oder später ohnehin gefällt worden wären.
Die ÖDP stellt aber nicht nur Tesla an den Pranger, sondern auch Wirtschaftsminister von Brandenburg, Jörg Steinbach (SPD), welcher das Vorgehen des US-Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide als beispielhaft auch für Industrieprojekte deutscher Unternehmen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beeinflusse die Mitarbeiter in den Genehmigungsbehörden öffentlich. Sie hat sich positiv über das beschleunigte Verfahren ausgesprochen und es als gutes Beispiel für künftige Industrieprojekte in ganz Deutschland angeführt, so die ÖDP. Dies sei nicht förderlich, da das gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungsverfahren im Naturschutz durch den Zeitdruck, den das Unternehmen, als auch die Politiker den Behörden gegenüber aufbaut, unter die Räder komme, so die Umweltschützer.
„Hier werden demokratische Prozesse auf dem Altar der Profitmaximierung geopfert. Es würde Jahrzehnte dauern, bis die gerodeten Bäume wieder nachwachsen könnten, falls die endgültige Genehmigung nicht erteilt wird und alles wieder zurückgebaut werden müsste, wie mit Tesla vereinbart. Verschmutzes Grundwasser wäre für immer verloren“, so Christian Rechholz abschließend im aktuellen Statement.
Quelle: Pressestelle ÖDP Brandenburg – Per Mail
Da gibt es keinen Wald! Richtig ist, da stehen Bäume die als Nutzholz angepflanzt würden. Ein Spargel Acker ist auch keine Wiese.
Aber Hauptsache aufregen, dagegen sein, Veränderungen aufhalten. Industriegebiete sind sicher nicht schön aber notwendig. Wo arbeiten alle Leute die dagegen sind, im Forstamt sicher nicht, sonst wüssten sie, dass die Monokultur dort kein Wald ist.
…wenn der eine oder andere Aufschreiende sich die Mühe gemacht hätte in seiner politisch korrekten Ecosia Suche nach Waldrodung und Brandenburg zu suchen, wäre er darüber gestolpert, dass in Brandenburg die Auflage ist, quasi jeden Baum aufzuforsten! https://www.rbb24.de/wirtschaft/thema/tesla/beitraege/tesla-wald-gruenheide-rodung-beendet.htm/alt=amp.html
Das viele Nadelholz von den 450 Fussballfeldern könnte man doch prima verbrennen und damit die am selben Ort befindlichen Wasservorräte aufheizen (alles aus einer Hand), um dann mittels einer Dampfmaschine mit angeschlossenem Generator Strom zu erzeugen, mit dem über das Elektrolyseverfahren grüner Wasserstoff hergestellt werden kann. Die Restwärme könnte der Klimaerwärmung dienen, sodass künftig sogar Heizkosten gespart werden können. Vernetzt denken – so geht Umweltschutz!
Die ÖDP sollte seine/ihre Wortwahl überdenken. Eine Pauschal-Überdramatisierung mit Extrem-Wortwahl verniedlicht im Endeffekt die Situationen, in denen diese Wortwahl tatsächlich angebracht ist. Ich bin auch nicht damit einverstanden, dass es offenbar eine „Lex-Großindustrie“ gibt, aber man muss doch die Kirche im Dorf lassen. Diese Überdramatisierung sehe ICH als größte Gefahr für die Demokratie. Diese Technik wird nämlich auch von Fraktionen verwendet, die mit Demokratie so gar nix am Hut haben (auch wenn sie ihre Jünger fleissig damit einlullen).