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Bundesumweltministerin will „Markthochlauf von Wasserstoff so schnell wie möglich“

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
18. Februar 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
18. Februar 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 506979619

Home Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat sich in einem Interview mit dem Handelsblatt für einen möglichst baldigen und beherzten Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft stark gemacht: „Es geht darum, dass deutsche Anlagenbauer ihre Technologieführerschaft bei der Herstellung von Wasserstoff und den Folgeprodukten, also etwa synthetischen Kraftstoffen, halten und ausbauen können“, sagte Schulze. Ihr Ziel sei es, dass Deutschland es schafft, „so schnell wie möglich einen Markthochlauf von Wasserstoff“ zu organisieren.

Gezielte Programme sollen die Herstellung von nachhaltig erzeugtem Wasserstoff beschleunigen: „Wir schreiben ab 2021 jährlich die Produktion von 5000 Tonnen grünem Wasserstoff aus. Wer den Wasserstoff zu den niedrigsten Kosten herstellt, bekommt den Zuschlag“, sagte die Ministerin. Die ausgeschriebene Menge könne bis 2030 um jeweils 5000 Tonnen pro Jahr steigen, um einen Markthochlauf und Skaleneffekte zu erzeugen.

Mit weiteren Maßnahmen wie einer Quote für synthetische und per Ökostrom gewonnene Kraftstoffe im Flugverkehr wolle sie dieses Ziel unterstützen. Das sichere „eine garantierte Abnahme zu stabilen Preisen“, sagte Schulze. Außerdem soll die Mineralölwirtschaft, wie sie es schon länger fordert, den Einsatz von grünem Wasserstoff im Raffinerieprozess auf ihre CO2-Minderungsziele anrechnen dürfen: „Die Anrechenbarkeit von grünem Wasserstoff in Raffinerien ist nach meiner Überzeugung eine attraktive Option zur Quotenerfüllung. Das reizt die Herstellung von Anlagen und die Produktion von Wasserstoff an. Das sollten wir rasch umsetzen“, sagte Schulze dem Handelsblatt.

Wasserstoff könne „den entscheidenden Beitrag“ leisten, um die industrielle Produktion im postfossilen Zeitalter zu ermöglichen, sagte Schulze in dem Interview. Der Umweltministerin ist es besonders wichtig, dass Wasserstoff dort eingesetzt wird, „wo er am dringendsten benötigt wird“, etwa in der Stahl-, Zement- und Chemieindustrie. „Die Branche hat gar keine Alternative, wenn sie klimaneutral werden will“, sagte sie. Im Luft- und im Seeverkehr sei Wasserstoff „ebenfalls der zentrale Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Ohne Wasserstoff werden wir diese Bereiche nicht CO2-frei bekommen“.

„Wir können nicht weiter nur verkünden, dass wir beim Thema Wasserstoff etwas erreichen wollen. Jetzt gilt es, die entsprechenden Schritte einzuleiten“, sagte Schulze. Projektbezogene Zuschüsse, welche die Mehrkosten von Dekarbonisierungstechnologien in Milliardenhöhe ausgleichen sollen, seien ebenfalls geplant. Dass der Staat „erst mal Geld in die Hand nehmen“ müsse, „um eine neue Industrie zu etablieren“, liege auf der Hand. Auch der Bund „sollte als zuverlässiger Abnehmer den Markthochlauf mit anschieben“, zum Beispiel gebe es „in der Bundeswehr bei der Luftwaffe oder in der Marine große Anwendungsmöglichkeiten“.

Quelle: Handelsblatt — Bundesumweltministerin Schulze will schnellen Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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33 Comments
Niki
Niki
6 Jahre zuvor

Meint diese (ahnungslose) Frau das ernst, was sie hier von sich gibt???
Vor derartigen Fehlentscheidungen und sinnloser Steuergeld Verschwendung kann man sich nur fürchten.

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Egon meier
Egon meier
6 Jahre zuvor

Soooo ein Unsinn …
In Stahl- und zementindustrie kann Strom besser direkt eingesetzt werden statt über die Hydrolyse, den Transport, die Speicherung zu 70% vernichtet zu werden

keine Ahnung aber ne Meinung ,.. wir kennen es schon

Nicht umsonst steht ein Bentler-Elektrostahlwerk direkt neben einem KKW in Lingen/Ems.

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Gunter
Gunter
6 Jahre zuvor

Man muss ja annehmen, dass sehr viele kluge Köpfe (Wissenschaftler -sprich Physiker, Chemiker, Ingenieure und Ökonomen) nach gründlichen Analysen zu dem Schluss gekommen sind, dass wir die Wasserstoffindustrie „brauchen“. Eine ganzheitliche Begründung habe ich noch nicht gesehen – nur eher Fragmente, die begründen, warum wir Wasserstoff brauchen würden. Für die Gegenargumentation gibt es wesentlich ausführlichere und gute Darstellungen.
Es wäre nicht schlecht, wenn es einmal ein überzeugendes ganzheitliches Dokument für den Normalverbraucher geben würde.

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Kasch
Kasch
6 Jahre zuvor

Noch hat Deutschland und die EU den Schotter. Um diesen täglichen Schwachsinn nicht weiter finanziell zu unterstützen, hab ich mein Berufsleben beendet und werde mir die 150 m zum Wahllokal für den Rest meines Leben sparen.

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Johannes
Johannes
6 Jahre zuvor

Dies klingt erstaunlich vernünftig: In der Stahl- und Zementindustrie ist der Wasserstoff tatsächlich gut untergebracht – Direktreduktion von Stahl, Methanisierung des bei der Zementherstellung anfallenden Co2 usw. Die Marine fährt (bei guten Voraussetzungen) jetzt schon mit Wasserstoff (U-Boote seit 2004(!)). Für P2G als mittelfristiger bis saisonaler Energiespeicher für Wind- und Solarenergie könnte Wasserstoff ebenfalls eine wichtige rolle als Energieträger bzw. Zwischenprodukt einnehmen.
Ob die Nische für Elektroautos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen am Ende übrig bleibt ist eine andere Geschichte.

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Kasch
Kasch
6 Jahre zuvor

Aber, da ich jetzt Zeit habe: Ich nehm das kleine Solarpanel meiner Brunnenpumpe, mach damit Wasserstoff per Elektrolyse – kommt in Gasflasche mit 2 bar Überdruck und damit kann ich dann Stahl kochen – den verkauf ich per ebay-kleinanzeigen nach China. Lasse Sonja kalkulieren, ob der Strom auch noch für mein E-Auto reicht und frag Uschi, ob es EU-Föderung für mein inovatives Projekt gibt !

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Gerhard Breier
Gerhard Breier
6 Jahre zuvor

Da wird wieder sehr viel Gels verbrannt! Wasserstofftechnik für PKW ist tot! Alleine den Wasserstoff auf 750 bar zu komprimieren kostet sehr viel Energie. Ausserdem kann nur ein vielleicht zwei Fahrzeuge schnell Wasserstoff tanken. Dann muss wieder adruck aufgebaut werden. Für die teuren Brennstoffzellen braucht man Platin. Es wäre besser das Geld in eine bessere Stromversorgung zu investieren.

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Andro Wegner
Andro Wegner
6 Jahre zuvor

H2 scheint irgendwie eine Glaubensfrage zu sein – oder eine Frage der vorhandenen Informationen.

Rein rechnerisch von der Effizienz her ist H2 gegenüber Strom ein Umweg. Aber wenn Strom da ist & die Leitung ist nicht frei – passiert seit Jahren mit mehreren TWh Erneuerbaren pro Jahr – dann ist H2 eine Option, die lange nicht genutzt wurde, bzw wenn jemand den Überschussstrom für Elektrolyse verwendet hat, dann wusste er teilweise nicht, wohin mit dem H2 & hat der Einfachheit halber ins Erdgasnetz eingespeist, während anderswo Erdgas in H2 verwandelt wurde. Ziemlich crazy!

Wenn man jetzt hingeht & die Sache etwas intelligenter organisiert, ist das zu begrüßen. Es hat jedenfalls vor Jahren jemand die Rechnung aufgemacht, dass mit dem erneuerbaren Überschussstrom genug H2 hätte hergestellt werden können, um etliche hunderttausend H2-Autos zu betreiben !

Was sinnvoller ist für Stahlproduktion – H2 oder Strom – vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß nur, dass Thyssen-Krupp mit H2 experimentiert. Die hier angeführte Alternative kannte ich noch nicht. Danke für den Hinweis!

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Niki
Niki
6 Jahre zuvor

Deutschland, Österreich und auch andere Staaten produzieren schon jahrelang wesentlich mehr Strom als nötig. Wie wäre es mit einer kräftigen Strom Preis Senkung? Wäre für das ganze Land vorteilhaft. Stattdessen werden für den überschüssigen Strom immer neue Abnehmer gesucht um der Stromwirtschaft immer größere Gewinne zu ermöglichen, und sei es nur um Wasser oder Kohlenwasserstoffe zu spalten. Aber anscheinend durchschauen die wenigsten dieses (böse) Spiel.

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Silverbeard
Silverbeard
6 Jahre zuvor

Na mit der Wasserstoffinitiative und dem Kohlegesetz werden die Windräder jetzt wie Pilze aus dem Boden spriessen. Hervorragend, eine Branche für Deutschland gerettet.

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Raman
Raman
6 Jahre zuvor

Ohman die Leute hier haben absolut keinen Plan. Die Wasserstoffwirtschaft ist bereits gestartet. Hier geht es darum Weltmarktführer zu werden. Ohne Wasserstoff hat DE kein Geschäftsmodell in den nächsten 20 Jahren und wird eine rezession erleben…. die Leute huer denken von sich bis zur Wand…

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Johann Christl
Johann Christl
6 Jahre zuvor

Wie viel Stunden/a gibt es Überschussstrom?
Wie viel Stunden/a gibt es negative Strompreise?
Wie viel Stunden/a läuft der Elektrolyser?
Wie viele Stunden/a muss die Anlage laufen, um sich zu amortisieren?
Wie viel Wasserstoff wird mit wie viel Strom erzeugt?

Aber vor allem habe ich bisher noch nichts gelesen, wo das erforderliche Trinkwasser herkommen soll?
Wir haben seit Jahren zu wenig Regen!!!
Ohne Wasser kein Leben!!!
Wie viel Wasser soll hier verbraucht werden?

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Rudi
Rudi
6 Jahre zuvor

Was heißt in Deutschland schnell?
Diäten und Beamtengehälter erhöhen – das geht schnell!
Sonst noch was?

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Andy
Andy
6 Jahre zuvor

Wie kann das sein? Wasserstoff ist auf jeden Fall besser wie Batterien!

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Markus Wolter
Markus Wolter
6 Jahre zuvor

Die 5000 Tonnen Wasserstoff werden sicher aus Erdgas hergestellt und mit Fake-Zertifikaten veredelt…

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