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Forscher aus Texas wollen Kobalt-freie Batterie auf den Markt bringen

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
19. August 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
19. August 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 313786031

Home Elektroauto News 2020

Schon lange suchen Forscher nach Wegen, um Kobalt in Lithium-Ionen-Batterien zu ersetzen, vor allem aufgrund der hohen Kosten des Rohstoffs sowie der Teils fragwürdigen menschenrechtlichen Auswirkungen des Bergbaus u.a. im Hauptförderland Kongo. Bisherige Versuche haben jedoch die Leistungs- und Qualitätsstandards von Batterien mit Kobalt oft nicht erfüllt.

Forscher der Cockrell School of Engineering an der Universität von Texas in Austin sagen nun, sie hätten den Code für eine kobaltfreie Lithium-Ionen-Batterie geknackt. Das Team habe eine neue Klasse von Kathoden entwickelt, die mit 89 Prozent einen hohen Nickelgehalt aufweist. Mangan und Aluminium bilden die anderen Schlüsselelemente. Mehr Nickel in einer Batterie bedeutet den Forschern zufolge, dass sie mehr Energie speichern kann. Diese erhöhte Energiedichte soll eine größere Reichweite für Elektroautos ermöglichen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Advanced Materials veröffentlicht. Das Papier wurde von Arumugam Manthiram geschrieben, Professor an der Walker-Abteilung für Maschinenbau und Direktor des Texas Materials Institute, sowie von Ph.D. Student Steven Lee und Ph.D. Absolvent Wangda Li.

In der Regel ist eine erhöhte Energiedichte nur mit Kompromissen möglich, wie etwa einer kürzeren Lebensdauer – also der Häufigkeit, mit der ein Akku geladen und entladen werden kann, bevor er an Effizienz verliert und nicht mehr vollständig aufgeladen werden kann. Ein Verzicht auf Kobalt verlangsamt normalerweise die chemische Reaktion innerhalb einer Batterie und führt zu einer geringeren Ladefähigkeit – wie schnell die Batterie geladen oder entladen werden kann. Die Forscher sagen jedoch, dass sie die Probleme mit der kurzen Zyklenfestigkeit und der geringen Geschwindigkeit überwunden haben, indem sie eine optimale Kombination der Metalle gefunden haben.

Die meisten Kathoden für Lithium-Ionen-Batterien verwenden Kombinationen von Metallionen wie Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) oder Nickel-Kobalt-Aluminium (NCA). Kathoden können ungefähr die Hälfte der Materialkosten für die gesamte Batterie ausmachen, wobei Kobalt das mit deutlichem Abstand teuerste Element ist.

Der Schlüssel zum Durchbruch der Forscher liege auf atomarer Ebene, schreiben sie in einer aktuellen Mitteilung. Sie hätten dafür gesorgt, dass die Ionen der verschiedenen Metalle gleichmäßig über die Kristallstruktur in der Kathode verteilt blieben. Dadurch konnten sie Leistungsverluste vermeiden.

Manthiram, Li und der ehemalige Postdoktorand Evan Erickson arbeiteten mit dem Office of Technology Commercialization der Universität von Texas zusammen, um ein Startup namens TexPower zu gründen, welches die Technologie auf den Markt bringen soll. Die Forscher haben dafür auch bereits Zuschüsse vom US-Energieministerium erhalten.

Quelle: University of Texas – Pressemitteilung vom 14.07.2020

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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11 Comments
Roma
Roma
6 Jahre zuvor

Ich frag mich immer wieder was dieses „wegschauen“ helfen soll? Jeder der 2 Gehirnzellen besitzt, müsste wissen, dass es für die Menschen dort nichts ändert, ja wahrscheinlich sogar noch mehr Armut auslöst, wenn man sie vom Markt ausgrenzt. Will man damit einfach das mediale Licht vom Kongo wegrücken, damit die unterdrückten Menschen dort unbemerkt verenden können?!
Die Aufmerksamkeit die jetzt herrscht, hätte politisch genutzt werden sollen um dort lebenswerte Bedingungen zu schaffen.
Kopf in den Sand, Fokus wieder weg schieben und weiter die verarmten Regionen ausnutzen, dafür stehen leider die Industrieländer.

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Kurt Werner
Kurt Werner
6 Jahre zuvor

Die kobaltfreie Batterie ist vor allem für das Image der Elektromobilität wichtig. Die Herkunft der Rohstoffe sind für viele Menschen ein Argument gegen Elektroautos. Allerdings ändert die kobaltfreie Batterie nichts an der Situation der Menschen vor Ort. Da bin ich vollkommen Ihrer Meinung. Besser wäre es wenn öffentlicher Druck auf Händler und Behörden aufgebaut würde um die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern. Entfällt dieser öffentlicher Fokus hilft das nicht den Menschen. Aktuell hat ein Bekannter auf den Kauf eines Elektoautos verzichtet, wegen der fragwürdigen Herkunft der Rohstoffe. Dieser Bekannter fragt aber nicht wo die Rohstoffe für Smartphones (alle zwei Jahre ein neues) usw. herkommen, er fragt nicht danach welche Rohstoffe in einem Benziner sind (Kobald u.a.), er fragt nicht danach welche Rohstoffe in einem Flugzeug (Kobald, Lithium u.a.) verbaut sind, mit denen er jedes Jahr viele tausend km unterwegs ist. Es ist ja umweltbewusst!
Das Thema ist in der Öffentlichkeit derart falsch dargestellt, dass es fast unmöglich scheint es sachlich zu kommuniziren.

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Birger
Birger
6 Jahre zuvor

Es ist alles nicht so leicht, die ganzen schmutzigen Benziner und Diesel gegen wirklich umweltfreundlichere Fahrzeuge um zu tauschen. Da auch die E Mobilität noch so viele Hausaufgeben vor sich hat, bis diese einigermaßen umweltfreundlich ist, gehen bestimmt auch noch viele Jahre ins Land. Es ist ja aber auch schon ein toller Schritt wenn es so kommt, wenn kein Kobalt mehr für die Akkus gebraucht wir. Hoffe es werden nicht gleich die nächsten Baustellen umwelttechnisch entstehen. Keiner weiß wo wie es wirklich weiter gehen soll. Denke aber auch nur E Mobilität ist sicher der falsche Weg. Ich hoffe die Regierung wird auch bald sich deutlicher zu Wasserstoff und (Bio)CNG Antrieben bekennen und diese wirklich fördern. Jetzt werden diese Sachen gefördert und auf der anderen Seite Gesetze dagegen gemacht. Dies sind fatale Zeichen der Regierung und dann greifen die Leute doch wieder zum fossilen Verbrenner, was natürlich auch nicht viel hilft. Dann sollten diese wenigstens auch da synthetische Kraftstoffe zum Beispiel aus Mikroalgen zulassen. Es ist noch ein weiter Weg zum “ modernen Indianer“.

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