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Gehen der E-Mobilität die Rohstoffe aus?

Iris MartinzbyIris Martinz
16. Dezember 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Iris MartinzbyIris Martinz
16. Dezember 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Sunshine Seeds / Shutterstock.com

Home Elektroauto News 2021

Die Energiewende ist wichtig und notwendig, basiert allerdings vielfach auf Rohstoffen, deren Verfügbarkeit begrenzt ist. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge werden wichtige Rohstoffe bereits knapp. Besonders kritisch ist die Versorgungslage bei den für die E-Auto-Batterien derzeit eingesetzten Rohstoffen Kobalt, Lithium und Graphit. Die bekannten Kobalt-Reserven würden demnach nur noch etwa elf Jahre reichen, sollten wie erwartet bis zum Jahr 2030 36 Millionen neue E-Autos auf den Markt kommen.

Der Geschäftsführer des Instituts, Karl Lichtblau, gibt allerdings Entwarnung. Panik sei keine angebracht, allerdings wäre die Marktentwicklung „ein Warnsignal, dass auf allen Ebenen etwas getan werden muss„, wie er betont. Gerade in Deutschland wird bereits an kobaltfreien Batterien geforscht, hier wird verstärkt auf Lithium-Eisenphosphat oder Lithium-Schwefel gesetzt. Hersteller wie BMW, Mercedes und Tesla haben außerdem den Kobalt-Anteil in ihren Batterien deutlich reduziert. Bleibt aber immer noch das Lithium, bei dem die Versorgungslage trotz großem weltweiten Vorkommen ebenfalls prekär ist.

Unlängst wurden große Lithium-Vorkommen in Deutschland entdeckt, tief unter dem Rhein. 15 Millionen Tonnen Lithium sollen dort schlummern, damit wäre es die größte Lithium-Lagerstätte der Welt. Auch im österreichischen Kärnten wird gerade eine Lithium-Abbaustätte erschlossen. Darüber hinaus fordert die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die Auftraggeberin der Rohstoffstudie, Rohstoff-Partnerschaften mit anderen Ländern außen- und entwicklungshilfepolitisch zu fördern, um die Rohstoffversorgung zu sichern.

Große Hoffnungen wird aber auch auf das Recycling gebrauchter E-Batterien gesetzt. Dabei gilt es noch ein Henne-Ei-Problem zu lösen. Es fallen zwar bereits jährlich tausende Tonnen recyclingfähiger Batterien an (vorwiegend aus der Zellproduktion, sowie aus Vorserien und Prototypenfertigungen, im geringeren Ausmaß auch tatsächlich totgefahrene), das Recycling ist allerdings aufwändig und teuer. Die Rückgewinnung der einzelnen Reinstoffe erfordert mehrere komplexe Aufbereitungsschritte und rechnet sich nur bei großen Mengen. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Bossardt fordert daher von der Wirtschaft eine „zukunftsfähige Strategie für eine Kreislaufwirtschaft“ sowie mehr Forschungsaktivitäten. Um die Mengen zu bündeln, sind außerdem transnationale Kooperationen gefragt.

Quellen: automobilwoche.de – Studie – Versorgungslage bei Rohstoffen kritisch: Kobaltreserven reichen noch elf Jahre, Lithium knapp //sonderabfall-wissen.de – Elektroauto-Batterien ohne Kobalt im Aufwind//tagesschau.de – Der deutsche Lithium-Schatz

Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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25 Comments
David
David
4 Jahre zuvor

Nein!
Um die Frage aus der Headline zu beantworten. Lithium kommt häufig vor, kann mit modernen Methoden besser gefunden und verwertet werden.

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Hannes Bader
Hannes Bader
4 Jahre zuvor

Keine Panik, wenn die Rohstoffe nicht reichen sollten. Es gibt schon jede Menge Alternativen zu E-Autos.

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Olli
Olli
4 Jahre zuvor

Kleine E-Autos brauchen kleine Batterien ergo wenig Rohstoffe. Große E-Vorstadtpanzer brauchen große Batterien ergo viel Rohstoffe. Wieviel Auto braucht man wohl, um 80kg Mensch von A nach B zu bringen? Jeder sollte mal in sich gehen: wieviel % meines derzeitigen Fahrzeugs dient dem Nutzen – und wieviel % dem Ego?

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von Olli
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Jakob Sperling
Jakob Sperling
4 Jahre zuvor

Den E-Autos gehen die Rohstoffe nicht aus. Hingegen den batterie-elektrischen Langstrecken-Panzerwagen mit Batterien jenseits von 100kWh.
Für Auto mit einer 100kWh-Batterie könnte man 3 Autos mit 33kWh-Batterien herstellen. Damit kann ein vernünftig konstruiertes Auto etwa 200km fahren. Wer mehr will, soll nicht einfach primitiv mehr Batterien bunkern, sondern eine sinnvollere, leichtere und umweltverträglichere Technik wählen, bei der sich Energiekapazität und (Generator-)Leistung separat skalieren lassen.

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jomei
jomei
4 Jahre zuvor

Nach einem Vortrag von H.J. Fell (Die nächste Weltwirtschaftskrise, verursacht durch Verknappung der Erdölvorräte…) wurden 2019 7% des global gewonnenen Kobalts in BEVs eingesetzt (der Anteil verringert sich derzeit spürbar), 30% jedoch in alltäglichen Kleingeräten wie Smartphones, Laptops u. dergl., und der Löwenanteil für diverse industrielle Anwendungen außerhalb der E-Mobilität.
Bevor von den deutschen Vorkommen die Rede war, hieß es, es gibt 10mal so viel Lithium wie Blei.
Kann also die im Titel suggerierte Schwarzmalerei nicht nachvollziehen.

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Daniel Pfeiffer
Daniel Pfeiffer
4 Jahre zuvor

Hoffentlich bald. Das bringt sowieso nichts. Woher soll denn der Strom kommen? Vielleicht aus den sooo beliebten und ungefährlichen Atomkraftwerken?? Und wohin mit dem Atommüll? Jeder 1kg in seinen Schrebergarten??

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bitman
bitman
4 Jahre zuvor

Es gibt auch kobaltfreie Batterietechnologien. Dass man auf Lithium kurzfristig ganz verzichten kann, bezweifele ich aber. Da ist es umso wichtiger, dass das Lithium aus Altbatterien einfach wiedergewonnen werden kann. Grafen kann aber aus dem hochreinen Kohlenstoff hergestellt werden, der bei der Methan-Pyrolyse oder Methan-Plasmalyse anfallen würde. Beide Verfahren sind bereits vielversprechend weit entwickelt.

Das wäre dann ein Mehrfachnutzen: CO2-Vermeidung, Wasserstoffgewinnung, Kohlenstoffgewinnung, Methanvermeidung in der Atmosphäre. Und die North-Stream-Pipelines wären nicht nutzlos gebaut worden. Wir müssten dann nur endlich die Hoheitsrechte über unsere Gaskavernen (als Puffer) zurückholen. Die hat MyFia-Schrödi nämlich den Russen übertragen.

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