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Europa: Elektro-Kleinwagen werden 10% des Absatzes in 2022 ausmachen

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
6. Juni 2022
Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
6. Juni 2022
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Valdis Skudre / Shutterstock.com

Home Elektroauto News 2022

Der Rückgang im Kleinwagen-Segment bei Elektroautos in Europa scheint Ende April 2022 zu stagnieren. Für das Gesamtjahr sieht Automobil-Analyst Matthias Schmidt die Stagnation im Elektro-Kleinwagen-Segment bei um die zehn Prozent. Ähnliche Stagnationen sind bei E-SUV und Elektro-Crossover festzustellen. Allerdings auf einem deutlich höheren Niveau.

Der Anteil der SUV/Crossover am europäischen Elektroauto-Markt liegt weiterhin bei über 50 % und macht 51 % des diesjährigen ersten Drittels des regionalen Marktes aus. Schmidt geht davon aus, dass dieser Sektor für den Rest des Jahres 2022 beibehalten wird, dank neuer Modelldebüts und Modellauffrischungen, welche auf die Straße kommen werden. Unter anderem gepusht durch das Tesla Model Y, welches seit Mitte März von der Giga Berlin aus auf Europas Straßen kommt. Allerdings wird der Hochlauf der dortigen Serienproduktion langsamer starten, als man es eventuell zunächst vermutet hat.

Wer Elektroauto-News und somit den Analysen von Automobil-Analyst Matthias Schmidt schon länger folgt, der weiß: E-SUV dominieren den europäischen Pkw-Markt. Beinahe ungebrochen. Ende März dieses Jahres lag der Anteil der E-SUV und Elektro-Crossover nur knapp unter 50 Prozent. Mittlerweile wächst und wächst das Segment wieder enorm. Zu den meist zugelassenen Modellen in diesem Segment zählten der KIA Niro (16.032 Einheiten) sowie das Tesla Model Y (26.616 Einheiten).

Der Hochlauf der ID.4-Produktionslinie von Volkswagen in Emden – sowie die US-Exporte, die angesichts des Hochlaufs der lokalen US ID.4 Produktionshochlauf – werden dazu beitragen, dass Europas drittgrößter vollelektrischer SUV – hinter Teslas Model Y und Kias aufgefrischtem Niro – sich auf den vorderen Rängen absetzen wird. Mittlerweile umfasst der SUV/Crossover-Sektor über 35 Modelle, die meisten aller Segmente, mit wichtigen Neuzugängen von Toyota (bZ4X), Volkswagen (ID.5), Renault (MEGANE E-TECH Electric) und Nissan (ARIYA), die alle in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden oder bereits auf diesen gebracht wurden.

Ebenso wie das Kleinwagen-Segment verliert auch das Basis-Segment an Bedeutung in Europa. Insbesondere der Rückgang bei Absatz des VW e-Up! spricht für sich. Gerade einmal 700 Neuzulassungen konnte das E-Auto im April 2022 verzeichnen. Jedoch stellt Schmidt auch ganz klar heraus, dass die Subventionen über „Sieg oder Niederlage“ des Segments entscheiden werden. Sollten diese Subventionen (Fördersummen über 6.000 Euro) wegfallen ist mit einem deutlichen Rückgang der Zulassungszahlen zu rechnen.

Im Segment der Unteren Mittelklasse ist mit weiterem Rückgang zu rechnen. Insbesondere der VW ID.3 fällt dadurch auf, dass er mit 72,8 Prozent weniger Absatz als im vergangenen Jahr zu kämpfen hat. Der fast identische CUPRA Born wird voraussichtlich nur noch ein Randmodell sein, obwohl er mit 1.000 Neuzulassungen Neuzulassungen im April nahe an den ID.3 (1.600) herankam. Der BMW i3 legt vor seinem geplanten Produktionsauslauf Ende Juni noch einmal einen Endspurt beim Absatz hin. Dieser konnte im April um 19,1% gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Der am stärksten konzentrierte Sektor, der aus drei Modellen besteht (Polestar 2, Tesla Model 3 und BMW i4), das Near-Executive-Segment musste im April einen Abschwung verzeichnen. Der Rückgang beim Tesla Model 3 kam nicht überraschend, da der Quartalsendspurt sein Ende fand. Der vorübergehende Produktionsstopp des BMW i4 im März dürfte sich ebenfalls negativ auf das April-Volumen ausgewirkt haben. Seit dem arbeite man allerdings wieder daran die Produktion auf 900 Fahrzeuge pro Tag hochzufahren. Auch Xpeng wird wahrscheinlich mit seinem P5 im Jahr 2022 in den Sektor einsteigen. Was diesem weiteren Aufschwung verleihen dürfte.

Traditionell dominierte Tesla mit seinem fast zehn Jahre alten Model S das Luxus-Segment. Allerdings umfasst das Segment jetzt auch den auf derselben Plattform basierenden Porsche Taycan (5.430 Einheiten) und Audi e-tron GT (1.720 Einheiten). Ebenfalls wurde mit der Auslieferung des EQS von Mercedes-Benz (2.100 Einheiten) begonnen.  Das kombinierte Volumen aller drei führt zu einem Anteil von 2,3 Prozent am Gesamtmarkt.

Zeitraum Januar bis April 2022

  • Basic – 7,8 Prozent
  • Kleinwagen – 12,9 Prozent
  • Untere Mittelklasse – 11,7 Prozent
  • Near Executive – 11,4 Prozent
  • SUV/Crossover – 51,0 Prozent
  • Luxusklasse – 2,3 Prozent
  • Nutzfahrzeugklasse / Minibus – 1,1 Prozent
  • Sonstige – 1,8 Prozent

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car Market Intelligence Study April 2022

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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11 Comments
heinr
heinr
4 Jahre zuvor

definiere Klein(st)wagen… Ich denke Kleinstwagen wie der e-up fehlen einfach am Markt. Der e-up war längst eingestellt und ab Februar 2022 wurde er noch einmal für 9000 Stk. aufgelegt. Die waren Augenblicklich vergriffen und werden so im 2 HJ 22 ausgeliefert. Jetzt soll der e-up sogar bis 2025 weiter gebaut werden. Warum Wohl ??
Klar ist , bei den Kleinwagen sind die Margen geringer bis uninteressant für die verwöhnten Hersteller. Ohne Förderung geht da nix.
Letztlich hat aber die Förderung für eine Preisexlosion geführt, beim Sprit wiederholt sich das ganze gerade.
Wir haben aber eben nur diese durch Lobbyisten gesteuerten Politiker, die mit mehr Verstand sind die die die Lobbyisten bezahlen…. Egal, man muss nur schauen das man von den vielen Förderung, Subventionen in DE möglichst viel mitnimmt.
Na ja, da 9 € Corona Ticket spare ich mir.

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David
David
4 Jahre zuvor

Das alles, was der sogenannte Automobil-Analyst (ist ja auch keine geschützte Berufsbezeichnung) da von sich gibt, ist Blödsinn. Es ist ein Markt, der von Mangel an Teilen bzw. von Produktions- und Lieferkettenproblemen bestimmt ist. Beispiel e-up: VW liefert so viele e-up aus, wie es möglich ist. Jeder wird in Deutschland dem Werk aus den Händen gerissen. Man kriegt für ihn volle Förderung. Und auch nächstes Jahr wird es für den e-up noch Förderung geben. Also Blödsinn, da die geringeren Zulassungszahlen zu interpretieren. Im Kern sind alle gefragten Elektroautos dieses Jahre nicht mehr zu haben. Außer Aiways, Polestar und andere Chinesen sowie Tesla, weil die Autos nicht attraktiv genug sind.

Zuletzt bearbeitet am 4 Jahre zuvor von David
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Lutz Holzhausen
Lutz Holzhausen
4 Jahre zuvor

Kein Wunder das der E-Autokleinwagenabsatz stagniert , das aktuelle Angebot an ihnen ist nicht mehr zeitgemäß bzw. in die Jahre gekommen. Im Gegensatz zum A und B-Segment haben wir bei den größeren Segmenten mittlerweile ne ganze Menge an Modellen die sich auf der Höhe der Zeit befinden.
Ich persönlich warte auf ein E-Auto in der Größenordnung von 3,80 -4,00m,bin gespannt wie lange ich da noch zu warten habe.

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Antworten anzeigen (4)
Tom62
Tom62
4 Jahre zuvor

B+K+U~50%
NE+SUV/NE~30%…
erst dann (IMHO)hat die E-Mobilität halbwegs geschafft…

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Wolf
Wolf
4 Jahre zuvor

Was die Leute wollen: Bezahlbare Autos auf Polo- und Golf-Niveau fürs tägliche Pendeln.

Was die Leute kaufen können: Übergroße „Mittelklassewagen“ mit Rennwageneigenschaften, die Durchschnittsverdiener in zehn Jahren nicht abbezahlen können.

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Daniel W.
Daniel W.
4 Jahre zuvor

Was die viele Autohersteller zurzeit produzieren sind 2-Tonnen-Dinos mit E-Motor.

Meine Meinung zu den Fahrzeugen der Zukunft dürften bekannt sein – klein, kleiner, Pedelec.

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