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Verbrenner oder E-Auto: Strom- und Kraftstoffpreise im Vergleich

Stefan GrundhoffbyStefan Grundhoff
13. März 2023
Lesedauer: 3 Minuten
Stefan GrundhoffbyStefan Grundhoff
13. März 2023
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): IONITY

Home Elektroauto News 2022

In den vergangenen Wochen ging es in erster Linie um die hohen Kraftstoffkosten, deren für und wider sowie den letztlich ausgelaufenen Tankrabatt. Dabei sieht es auf dem Elektromarkt nicht anders aus, denn viele Stromanbieter verteuerten ihre Preise spürbar. Ein Ende scheint kaum in Sicht.

Ende des Jahres läuft zudem der derzeit maximale Zuschuss von über 9.000 Euro für ein Elektroauto und 6.000 Euro für einen Plug-in-Hybriden aus. Die PHEVs bekommen künftig wohl gar keinen Zuschuss mehr und auch bei den Elektroautos gibt es ab dem 1. Januar 2023 deutliche Abschläge. Bleibt die Frage, ob ein Elektroauto dann überhaupt noch finanziell lohnt, beziehungsweise für wen der Kostenvorteil dahin sein könnte. Denn eines scheint klar, während die angespannte Kostensituation an den Tankstellen auf dem hohen Niveau verharren oder sich wohl nur geringfügig steigern dürfte, sieht das auf dem Strommarkt ganz anders aus. Hier haben viele der großen und kleinen Anbieter ihre Preise bereits mehrfach in diesem Jahr erhöht und weitere Erhöhungen scheinen fest eingeplant – wohl noch vor dem Winter.

Während kaum jemand in der Politik ein Wort über die Preise an den Ladesäulen verliert, war die dreimonatige Benzinpreisbremse (ca. 35 Cent pro Liter Benzin und knapp 17 Cent pro Liter Diesel) nahezu über den ganzen Sommer hinweg ein heißes Thema. Doch dieser stattliche Rabatt pro Liter ist im Unterschied zu einigen Nachbarländern zum Monatsstart September vergangen. Verändert hat die ausgerufene Benzinpreisnotbremse letztlich kaum etwas, denn die Benzinpreisamplituden schienen an der Zapfsäule von ganz anderen Einflüssen abzuhängen als der drei Monate lang reduzierten Steuerlast.

Derzeit liegen die Kraftstoffpreise für einen Liter Super E-95 zwischen 1,95 und 2,25 Euro. Deutlich schwieriger sieht es für Fahrer eines Dieselfahrzeugs aus, denn hier kostet der Liter Dieselkraftstoff mitunter deutlich über 2,30 Euro. Die Selbstzünderfans können sich allein mit der größeren Effizienz ihres Fahrzeugs beruhigen, auch wenn der Besuch an der Zapfsäule Herz und Kopf zum Rasen bringt.

Lange Zeit waren die stattlichen Preise an der Benzin- und Dieselsäule für Fahrer eines Elektroautos und eingeschränkt auch für die Piloten eines Plug-in-Hybriden ein Thema ohne großen Unterhaltungswert. Das hat sich über den Sommer geändert, denn längst haben die Stromanbieter insbesondere durch den Ukraine-Krieg die Preise für eine Kilowattstunde nicht nur für private Haushalte und Firmen, sondern auch an den Ladesäulen mitunter stattlich erhöht. In diesem Zusammenhang ist es zumeist auch vorbei mit dem lange Zeit kostenlosen Nachladen an einigen Supermärkten. So warben nicht nur Aldi oder Kaufland durchaus erfolgreich damit, dass man das eigene Elektrovehikel während des Einkaufs wieder kostenlos erstarken lassen könnte.

Mittlerweile werden speziell die Ladekarten der großen Anbieter EnBW, Ionity oder Fastned immer teurer. Hier muss für eine Kilowattstunde am Schnelllader mitunter bis zu 0,89 Cent bezahlt werden. Die Geschichte vom günstigen Nachtanken mit dem Elektroauto ist auch deshalb Vergangenheit, denn auch der Strom in der heimischen Garage wird immer teurer, wenn sich auf dem Dach keine Photovoltaik-Anlage befindet, die Auto oder Elektroroller speist.

Gerade wer einen Neuvertrag abschließt, bezahlt für die Kilowattstunde Strom bis zu 0,70 Cent oder mehr. Und selbst in Bestandsverträgen sind die 25 Cent von einst längst Vergessenheit und haben sich im Laufe des vergangenen Jahres oftmals verdoppelt. Bleibt die Frage, wie sich dies auf die Autofahrer auswirkt? Gerade ab 1. Januar 2023 wird es deutlich weniger staatliche Unterstützung geben und bereits die jüngsten Preiserhöhungen bedeuten für den Fahrer eines Elektroautos je nach Jahreslaufleistung Mehrkosten von 500 bis 1.000 Euro oder mehr.

Im großen Vergleich an Tankstelle und Ladesäule zeigen wir, welcher Autonutzer mit dem Elektroauto aktuell spart oder gegebenenfalls draufzahlt. Für die Kilowattstunde Strom sind wir von einem durchschnittlichen Preis von 0,40 Cent ausgegangen; beim Liter Super E-95 von 2,10 Euro.

Rechnung – Normalpreis

FahrzeugVerbrauch (Liter/ kWh pro 100 km)Summe / 1.000 km
Fiat 500 Hybrid (51 kW / 70 PS)5,3 Liter111,30 Euro
Fiat 500e (87 kW / 118 PS)14,4 kWh57,60 Euro
Mini Cooper S (131 kW / 178 PS)5,8 Liter121,80 Euro
Mini Cooper SE (135 kW / 184 PS)15,3 kWh61,20 Euro
Opel Mokka 1.2 (96 kW / 130 PS)5,5 Liter115,50 Euro
Opel Mokka-e (96 kW / 130 PS)15,8 kWh62,30 Euro
VW Golf 2.0 TSI (140 kW / 190 PS)5,8 Liter121,80 Euro
VW ID 3 Pro (150 kW / 204 PS)15,2 kWh60,80 Euro
Audi Q5 45 TFSI (195 kW / 265 PS)8,3 Liter174,30 Euro
Audi Q4 45 E-tron (195 kW / 265 PS)17,1 kWh68,40 Euro
Mercedes E 300 (190 kW / 258 PS)7,1 Liter149,10 Euro
Mercedes EQE 300 (180 kW / 245 PS)16,5 kWh66,00 Euro

Anders sieht das Ganze jedoch aus, wenn sich der Strompreis in den kommenden Wochen weiter verteuert oder der Nutzer des Elektroautos insbesondere an öffentlichen Ladesäulen oder mit einem deutlich verteuerten Strompreis von zum Beispiel 0,70 Euro nachlädt, der an Schnellladesäulen kein Einzelfall mehr ist. Wer zudem mit seinem Verbrenner einen Liter Benzin E-10 zum Beispiel für nur 1,90 Euro nachtankt, reduziert die Kosten ebenfalls spürbar. Dann sieht die Rechnung wie folgt aus:

Rechnung – Ladung extern (0,70 Euro) und Kraftstoff Super E-10 bei 1,90 Euro

FahrzeugVerbrauch (Liter/ kWh pro 100 km)Summe / 1.000 km
Fiat 500 Hybrid (51 kW / 70 PS)5,3 Liter100,70 Euro
Fiat 500e (87 kW / 118 PS)14,4 kWh100,80 Euro
Mini Cooper S (131 kW / 178 PS)5,8 Liter110,20 Euro
Mini Cooper SE (135 kW / 184 PS)15,3 kWh107,10 Euro
Opel Mokka 1.2 (96 kW / 130 PS)5,5 Liter104,50 Euro
Opel Mokka-e (96 kW / 130 PS)15,8 kWh110,60 Euro
VW Golf 2.0 TSI (140 kW / 190 PS)5,8 Liter110,20 Euro
VW ID 3 Pro (150 kW / 204 PS)15,2 kWh106,40 Euro
Audi Q5 45 TFSI (195 kW / 265 PS)8,3 Liter157,70 Euro
Audi Q4 45 E-tron (195 kW / 265 PS)17,1 kWh119,70 Euro
Mercedes E 300 (190 kW / 258 PS)7,1 Liter134,90 Euro
Mercedes EQE 300 (180 kW / 245 PS)16,5 kWh115,50 Euro

Bei den hier genannten Kosten handelt es sich um reine Kraftstoff- / Stromkosten. Die erhöhten Kaufpreise der Elektroautos oder deren deutlich günstigeren Wartungskosten sind darin nicht eingerechnet.

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist Firmeninhaber und Geschäftsführer von press-inform und press-inform consult. Er ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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11 Comments
Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Ein Tipp für die Hausstromkunden:

Verivox & Co. bieten derzeit nur sehr teuere Stromtarife, weil die günstigen Stadtwerke oder regionalen Stromanbieter nicht die Provisionen der Preisvergleichseiten zahlen wollen und deshalb dort nicht auftauchen.

Habe vor kurzem einen Test gemacht, PLZ von meinem Wohnort (30 km nordöstlich von Stuttgart) und 1.500 kWh pro Jahr, das Ergebnis: Süwag unter 50 Euro/Monat, Verivox über 70 Euro/Monat der Günstigste dort.

Mein Bruder hat auch einen Test gemacht und gesagt, dass es über Verivox & Co. teilweise das Doppelte kosten würde. Wer will, der kann ja selber mal Verivox & Co. gegen Stadtwerke / regionalen Stromanbieter testen.

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heinr
heinr
3 Jahre zuvor

Nun, wir fahren auch einen Stromer, weil es, bisher, Spaß macht. Ein teuer Spaß, eine neue Batterie kostet in 10-15 Jahren um die 20.000 €. Den Verbrenner melden wir mit 30 zum Oldtimer an, da kommt ein Stromer nie hin.

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Realist
Realist
3 Jahre zuvor

Die Energiepreise könnte man einfach etwas abfedern, in dem man die AKW und die Kohlekraftwerke wieder in Betrieb nehmen würde ! Das würde der die Bevölkerung auch überwiegend zustimmen . Aber nein „ Deutschland muss GRÜN werden „ komme was wolle . Es ist doch egal, wenn Unternehmen Insolvenz anmelden und Arbeitsplätze verloren gehen, da Energiekosten für Produktion etc. zu hoch sind. Da braucht man sich nicht wundern, dass alles teurer wird, da es an den Endverbraucher weiter gegeben wird ! Oder Familien sich nicht mehr leisten können, da die Ängste da sind nicht um die Runde zu kommen. Aber alles Egal „ Hauptsache Deutschland wird GRÜN „ Es wäre mehr wie gerecht, wenn man den Ladestrom ( Ladestationen) verteuern würde, um damit die Haushalten zu entlasten.

Was Oldtimer angeht – wenn der richtiger gepflegt wird und regelmäßig bewegt wird und richtig restauriert worden ist – passiert da garnicht !!!! Last mal ein E Auto über Monate in der Tiefgarage stehe ohne bewegt zu werden bzw. geladen wird ???? Da bleibe ich lieber bei meinem V 8 und zahle meine 2,50 E für super Plus und nehme andere den Strom nicht weg ! Generation Z = Lebensdoof – da sie es nicht besser wissen, und das Leben erst lernen müssen !!

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