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Automobil-Berater: Perspektivwechsel als Chance für E-Mobilität nutzen

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
1. Januar 2023
Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
1. Januar 2023
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / 1547005214

Home Elektroauto News 2023

Michael Schulz, ist mit seinem Unternehmen NoBlaBla als Automobil-Berater im Bereich Elektromobilität tätig. In diesem Geschäftsfeld bringt er vor allem Verkäufer:innen von Pkw die E-Mobilität näher. Denn erst, wenn diese für die E-Mobilität brennen, können diese auch mit Erfolg die Fahrzeuge der Marke verkaufen. So seine Überzeugung. Im Podcast haben wir uns über den notwendigen Perspektivwechsel auf die Mobilität ausgetauscht, sowie die Betrachtung der Frage, ob Plug-In-Hybride ein Wegbereiter für die E-Mobilität hätten sein können.

PHEV als Start in die E-Mobilität verstehen

Denn geht es nach Michael, dann „hätte der Hybrid ein Wegbereiter für den Mindset Change sein können, wenn nicht diverse Parameter dafür gesorgt hätten, dass der Hybrid in ein schlechtes Licht gerückt worden ist.“ Er bezieht sich hierbei auf den Plug-In-Hybrid, welcher zwar gut gedacht, aber nicht gut gemacht war. Zumindest, wenn es um die Positionierung im Umfeld der Mobilität ging. Wie bei Elektroautos zu Beginn waren es vor allem die überzeugten PHEV-Fahrer, die die Vorteile des Teilzeitstromers für sich erkannt haben.

Er selbst habe sich zunächst für einen Plug-In-Hybriden entschieden, um mit der Technologie, der Reichweitenthematik sowie dem Laden eines elektrifizierten Fahrzeugs in Berührung zu kommen. All diese Themen existieren auch heute noch in der breiten Masse, könnten seiner Meinung nach abgebaut werden, wenn man den PHEV nutzen könnte, um sich an E-Mobilität heranzutasten.

Auch im Umfeld der Dienstwagen-Flotten habe der PHEV seine Berechtigung. Wobei er hier einräumt, dass das Thema Dienstwagenbesteuerung anders gedacht/ umgesetzt gehört. Mag aber auch mit daran liegen, dass zum Zeitpunkt der Veränderung bei Dienstwagenbesteuerung/ Prämie beim Kauf eines Hybriden in den entsprechenden Ämtern noch die Erfahrungen für Teilzeitstromer gefehlt habe.

Denn dann wäre es möglich gewesen die Plug-In-Hybride an entsprechende Vorgaben zu koppeln. Wie beispielsweise, dass ein prozentualer Anteil am Gesamtweg der zurückgelegt wird, rein elektrisch absolviert werden muss. Der PHEV-Fahrer somit dazu gezwungen wird so viel wie möglich elektrisch zu fahren. Auf der anderen Seite aber auch davon profitieren kann, in dem dieser dann eben auch weniger Steuer auf seinen Dienstwagen zahlen muss.

Verständnis für Petrol-Heads und E-Mobilisten schaffen

Michael hätte daher lieber den Weg „justieren statt kürzen“ für Prämie und Besteuerung gewählt. Insbesondere da er nun das Problem sieht, dass weniger Menschen an E-Mobilität herangeführt werden können. Denn der Wechsel der Perspektive hin zur E-Mobilität wird nicht mehr geboten für „Petrol-Heads“. Es gibt nur noch die ein oder andere Technologie, ohne die Möglichkeit sich an das Thema heranzutasten.

Generell ist es eh schon ein schwieriges Thema von der ein auf die andere Seite zu blicken oder vice versa. Wird durch die Entwicklung am Markt aber nicht einfacher. Dabei wäre gerade der Perspektivwechsel von E-Mobilist hin zu Petrol Head als auch umgekehrt eine Bereicherung. Es ist eben keine Zeit in der es nur Schwarz oder Weiß gibt. Verschiedene Grautöne sind eben auch vorstellbar. Insbesondere da Michael einen Hauptteil der „Otto-Normalfahrer“ in keinem der beiden Extreme sieht, sondern eher dazwischen.

Nun liegt es eigentlich an den beiden Extremen einen gemeinsamen Weg zu finden, um den Wandel der Mobilität voranzubringen. Wenn dies dann beispielsweise über Sound-Generatoren für den „Verbrenner-Sound“ in Verbindung mit einem E-Auto funktioniert, wieso nicht. Kompromisse eingehen, Konsens finden und gemeinsam die Weiterentwicklung anstreben, wie Michael ausführt. Aber hör doch am besten selbst rein. Es lohnt sich!

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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3 Comments
Peter Bigge von Berlin
Peter Bigge von Berlin
3 Jahre zuvor

Hört sich ja fast so an, ob es zukünftig keine PHEVs „zum Heranführen an den BEV“ mehr gäbe.
Aber das ist nicht ganz korrekt.
PHEVs gibt es auch in Zukunft noch, bloß nicht unnötigerweise riesig gefördert, sondern über die Steuer immernoch zu hoch gefördert bleiben.
Eine gute sinnvolle Technik muss nicht gefördert werden, schon gar nicht wenn der Käufer diese nur aus Fördergründen erwirbt, und diese nach Erwerb nicht sinngemäß nutzt, d.h. das Fahrzeug entsprechend oft nur mit Strom bewegen würde.
Bestes Beispiel ist Toyota mit dem Prius, der seinerzeit eine hohe Verbreitung mit seiner Hybridtechnik fand, ohne astronomische Förderung.
Allein Zweck und Nutzen überzeugte die Käufer. Da musste keiner „herangeführt“ werden.
Es liegt am Käufer oder vielmehr an dessen persönlicher Einstellung zum Thema Zweck und Nutzen abgasfreier effizienter Technik, dafür Sorge zu tragen, durch seine Handlungsweise so gering wie möglich die Umwelt zu belasten.
Genau dort liegt beim PHEV einiges im Argen. Die als Brückentechnik verstandene Technik kam viel zu spät und in Fahrzeugklassen, die von sich aus nicht auf Effizienz ausgerichtet waren und von ihren Nutzern seltenst rein elektrisch betrieben wurden. Ein reiner Hybrid wäre ausreichend gewesen.
Heutzutage braucht es aber weder reine Verbrenner noch PHEV.
Mittlerweile gibt es BEVs, die alle normalen Fahrsituationen abdecken.
Eine Förderung gestuft nach absolutem tatsächlichen Verbrauch im Alltag und der damit verbundenen Fahrzeugmasse wäre empfehlenswert. Je kleiner der reale Strom-Verbrauch und die Masse des Fahrzeugs, desto höher die Förderung.

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Johann
Johann
3 Jahre zuvor

Ich finde, die PHEV sind zu Unrecht gefördert.

Man selber versteuert 0,5% von Listenpreis plus Fahrten zur Arbeit. Statt 1%. Eine Halbierung, da spart man so richtig. Und es sind User Chooser, heißt, der Berechtigte wählt das Auto aus, nicht die Firma. D.h. es wählen den PHEV nicht Menschen, die etwas für die Umwelt tun möchten, sondern Sparfüchse. Die fahren einen Benziner und versteuern wie Elektro. Besser gehts doch nicht! Warum sollten die je das Ladekabel auspacken? Würde man zuhause laden, wäre das aus deren Sicht nur Ärger und Aufwand, von dem man persönlich keinen weiteren Vorteil hat.

Sprit zahlt nämlich die Firma. Auch die initiale Förderung und ihr Entfall interessiert doch den Berechtigten nicht, der von seiner Firma einen Dienstwagen bekommt. Auch den Wagen zahlt die Firma. Die Förderung ist so angelegt, dass es für den Nutzer nicht vorteilhaft ist, das Auto mit Strom zu betreiben. Ebenso ist die Förderung für den Nutzer so angelegt, dass man bei größeren Autos besser einen PHEV statt eines Elektroautos wählt. Denn dann muss man sich nicht umgewöhnen und kriegt trotzdem die gleichen Privilegien.

Deshalb haben indessen einige Konzerne mit sehr großen Flotten alle User Chooser verpflichtet, Elektroautos zu bestellen. Das wird Schule machen, zudem ist es gut, dass die PHEV und ihre Fahrer indessen in schlechtem Licht stehen. Auch das kann etwas bewirken.

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Mein Beitrag zu „Firma“ Noblabla wurde nicht veröffentlicht.

Ich würde aber trotzdem gerne wissen was es mit dieser angeblichen „Firma“ auf sich hat, die keine Webseite besitzt und in keiner Firmendatenbank auftaucht, aber deren angeblicher Besitzer auf Social Media große Töne spuckt – Bitte um Infos zur „Firma“ Noblabla.

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