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Bundesregierung streitet über Wasserstoff-Strategie

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
12. Februar 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
12. Februar 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 387274792

Home Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Die vorige Woche vorgestellte Nationale Wasserstoffstrategie von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), in deren Entwurf 31 Einzelmaßnahmen für eine dank Wasserstoff CO2-freie Zukunft formuliert sind, stoßen nicht überall auf Begeisterung. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) etwa hält die Idee, Wasserstoff auch für den privaten Pkw-Verkehr zu nutzen, für eine Verschwendung. Es sei klimafreundlicher und effizienter, „Wasserstoff klug und zukunftsgerichtet einzusetzen, also dort, wo es kaum klimafreundliche Alternativen gibt: vor allem in der Stahl- und Chemieindustrie sowie im Luft- und Seeverkehr“, sagte sie dem Spiegel.

Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht das Haupteinsatzgebiet von Wasserstoff in der Industrie. Zudem gehen ihr die Befugnisse des geplanten Nationalen Wasserstoffrats, den Altmaier mit Experten aus Wirtschaft, Forschung und Politik besetzen will, nicht weit genug. Das Gremium dürfe „sich nicht darauf beschränken, die Markteinführung des Wasserstoffs zu beobachten“. Es brauche vielmehr „einen Innovationskoordinator, der eigene Initiativen ergreifen kann“, sagte Karliczek dem Spiegel. Sie fordert von Altmaier auch eine Taskforce , die „immer wieder Impulse für den Einstieg in eine Wasserstoff-Wirtschaft“ geben kann.

Altmaier habe es auch versäumt, im Entwurf zur Wasserstoffstrategie die Streichung der EEG-Umlage für den Elektrolysestrom zu formulieren. Die Herstellung von Wasserstoff ist auch deshalb so teuer, weil die Betreiber von Elektrolyseuren wie jeder andere Verbraucher auch Abgaben auf den genutzten Strom zahlen müssen. So wie es aussieht ist also noch einiges zu tun, damit die Wasserstoffstrategie wie geplant in den nächsten Wochen vom Bundeskabinett beschlossen werden kann.

Quelle: Spiegel — Wasserstoff: Bundesregierung streitet über nationale Strategie

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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19 Comments
Robert
Robert
6 Jahre zuvor

man könnte auch bei den E-Autos die EEG-Umlage streichen das könnte einen großen schub geben wenn der Ladestrom deutlich billiger wird.
Übrigens den ersten Absatz des Berichtes ist top „Wasserstoff auch für den privaten Pkw-Verkehr zu nutzen, für eine Verschwendung“ unterschreibe ich jederzeit

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BevKombiFan
BevKombiFan
6 Jahre zuvor

Nun ja…da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht. Es ist nicht schwerdarauf zu kommen das es keinen Sinn macht Wasserstoff einzusetzen wenn man den benötigen Strom direkt einsetzen könnte. Es ist eigendlich ein alter Hut das Wasserstoff Autos keinen Sinn machen.

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bboerdnoer
bboerdnoer
6 Jahre zuvor

Und die Batterien für diese Autos werden aus Feenstaub geknetet und mit rosa Schleifchen verbunden. Auch Wasserstoff Autos brauchen diese bösen Batterien.

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Gunter
Gunter
6 Jahre zuvor

Ja, da scheint es bzgl. dieses „Wasserstoff“ hypes (angekündigt in vielen Medien) eine grössere Kontroverse zu geben ! Im ersten Ansatz macht „Wasserstoff“ wirklich keinen Sinn – gemäss einer Vielzahl von Beiträgen und Reports : (a) Energieeffizienz nur ein Bruchteil (ca. 1/3) im Vergleich zu Batterie-Autos (b) hoher Preis umgerechnet auf Verbrauch pro km (c) liegt in der Entwicklung noch sehr weit zurück; auch bzgl. der Infrastruktur (d) Batterie-autos bzw. Batterien werden ständig weiterentwickelt – ständige Erhöhung der Reichweite ist zu erwarten (bereits ca. 500 km). daher Reichweite kaum ein Argument.
(e) Wasserstoff technologie nur für Schwer-Transport, Schiffsverkehr und Industrie sinnvoll.

Aber was sind die Argumente „für“ Wasserstoff ?
(1) zunächst einmal siehe (e) von oben
(2) warum setzt China jetzt auf einmal auch auf Wasserstoff ? man sieht wohl, wenn man die Megacities betrachtet, dass es innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren unmöglich ist, alle Bewohner dieser Millionenstädte mit Lademöglichkeiten für Batterie-autos zu versorgen : mit Wasserstoff könnte man eine Benzin-like (Tankstellen) Versorgung schaffen: Wasserstoff an Tankstellen anbieten. Und den Wasserstoff an anderen Orten herstellen, und dann über das Land distribuieren.
(3) Wasserstoff an Orten herstellen, an denen erneuerbare Energien zur Verfügung stehen – das kann in anderen Ländern sein (z. Solarenergie in Südeuropa oder Nordafrika) Wasserstoff ersetzt quasi das Erdöl.
(4) Man erhofft sich grössere Kostenreduktionen mit der Zeit, wenn die Technik sich weiterentwickelt, und im grossen Stil (economy of scale) angewendet wird
(5) Batterieautos sind unschlagbar, wenn man die Möglichkeit hat zuhause oder am Zielort (Arbeitsplatz) zu laden – aber Wasserstoff würde da besonders Städte mit Hochhäusern abdecken.
(6) Man könnte den Wandel der Mobilïtät sicher auch (fast) nur mit Batteriautos vollziehen – aber mithilfe zusätzlich Wasserstofftechnologie könnte dies wesentlich beschleunigt werden (wenn wir auch jetzt schon sehr spät damit dran sind) (Vorteil für „Klima“ !)
(7) Vorteil für die eingesessene Automobilindutrie in Deutschland und Europa : ein erster grosser Arbeitsplatzverlust wird zunächst verhindert… und das ist wohl eine der Hauptpunkte für die Politik, obwohl sie das nicht sagt. (das gilt auch für das „Kapital“, grössere Verluste können verhindert oder vermindert werden)

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Swissli
Swissli
6 Jahre zuvor

Sofern es denn je H2 aus überschüssigem Strom (fliesst künftig eher direkt in BEV Batterien) gibt, verzichtet man besser auf eine (verlustreiche) Rückverstromung und verbrennt das H2 (oder methanisiert) als Heizenergie oder für thermische Industrieprozesse. Das wäre die umweltfreundlichste und einigermassen „wirtschaftlichste“ Lösung. Aber ich bezweifle generell, dass man überschüssigen Strom mit H2 Herstellung so schlecht (Wirkungsgrad) nutzen wird. Da gibts wahrlich bessere Lösungen.

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Andy
Andy
6 Jahre zuvor

Wasserstoff ist die Zukunft!
Durch Solarzellen auf dem Dach kann jeder seinen eigenen Wasserstoff produziert so mit seinen Strom heizen kühlen ‍♂️

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Klaus
Klaus
6 Jahre zuvor

Reine E-Autos sind ein Märchen, da nie genügend grüner Strom ohne Speichermedium zur Verfügung stehen wird. Als Zweitautos für einige Haushalte evtl. interessant, in der Masse aber reine Umweltverschmutzung.

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Luggi
Luggi
6 Jahre zuvor

Andi und Klaus, genau meine Rede. Die Politik weiß nur noch nicht wie sie dann die überhöhte Mineral-und Mehrwertsteuer auf diese Stoffe rechtfertigen soll. Auch ich muss für meinen selbstproduzierten und verbrauchten Strom die Märchensteuer berappen. Müssen das die Energiekonzerne auch?? Nein, die legen das auf die Kundschaft um.

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Robert W
Robert W
6 Jahre zuvor

Ich sehe hier, dass die Entwicklung der Brennstoffzellentechnik im Vergleich zur batterieelektrischen Technik nicht erkannt wird. Seht Euch doch mal die Technik an: Eine Batterie wird auch in 50 Jahren noch sehr schwer sein und eine Menge an Rohstoffen benötigt. Ein Brennstoffzellen-Antrieb ist deutlich kleiner, einfacher und leichter. Die Technik ist noch hinter der Batterietechnik, das ist richtig. Aber in rund fünf Jahren wird die Preisequivalenz erreicht sein und wird weiter sinken. Dafür bedarf es einer industriellen Herstellung. Auch die Energieeffizienz wird sich weiter verbessern, aber der neueste Elektrolyseur, der in Baden-Würtenberg bereits einmal eingesetzt wird liegt bei 70-80%. Aber H2 kann auch direkt aus Sonnenwärme oder mit Bioreaktoren erstellt werden. Die Problematik liegt viel eher im Transport von H2. Aber auch hier stehen grosse Entwicklungen im Raum. Ich denke hierbei an die Mettallhydride, die von der ETH Lausanne im November veröffentlicht wurden. Eine andere Lösung ist das Gasnetz, das ohnehin in einer CO2-freien Welt ungenutzt werden wird. H2 kann auch die Lager-und Verteilungsprobleme sowie den internationalen Handel lösen. Alles in Allem: Die Energiezukunft von H2 kann sogar die Elektrizität schlagen. Damit die Entwicklung aber möglich ist bedarf es noch eine Menge Arbeit.

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