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VW und Griechenland starten Projekt „Elektro-Insel“

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
4. Juni 2021
Lesedauer: 3 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
4. Juni 2021
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Volkswagen

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Die griechische Insel Astypalea soll zur Elektro-Insel werden. Das haben Volkswagen und die griechische Regierung vereinbart, meldet der Konzern. Das im Wortsinn spannende Experiment beginnt bereits am Flughafen mit einer brandneuen Ladesäule für E-Autos, geht aus einer Mitteilung hervor. Es seien die Anfänge einer Transformation, die Astypalea in den kommenden Jahren grundlegend verändern soll. Das langfristige Ziel sei eine Vorzeige-Insel für nachhaltige Mobilität und grüne Energie.

Zum offiziellen Start des Projekts kamen nun Volkswagen-Chef Herbert Diess und Premierminister Kyriakos Mitsotakis auf die Insel. Im Hauptort Chora überreichte Diess der örtlichen Polizei ihr neues Dienstfahrzeug: Der Volkswagen ID.4 ist das erste elektrische Polizeiauto Griechenlands. Auch die Hafenpolizei, die Flughafenbehörde und die Inselverwaltung sind ab sofort elektrisch unterwegs.

Zum Fuhrpark gehören neben E-Autos auch zwei eScooter von Seat MÓ. Es sind die ersten E-Fahrzeuge auf Astypalea, viele weitere sollen folgen. Der Verkauf an Privat- und Geschäftskunden soll Ende Juni starten. Im nächsten Schritt würden die neuen Mobilitätsdienste folgen, heißt es: Sowohl das vollelektrische Car-Sharing als auch der Ride-Sharing-Dienst befänden sich bereits in Vorbereitung.

Volkswagen Chef Diess betonte die Bedeutung des Projekts weit über Griechenland hinaus: „Astypalea ist ein Zukunftslabor für die Dekarbonisierung in Europa. Auf der Insel erforschen wir in Echtzeit, was die Menschen zum Umstieg auf die E-Mobilität bewegt und welche Anreize es für den Übergang zu einem nachhaltigen Lebensstil braucht.“ Die Erkenntnisse würden dazu beitragen, den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität und grüner Energie in Griechenland zu beschleunigen. Weltweit gewinne der Klimaschutz enorm an Zugkraft. „Astypalea kann zu einer Blaupause für schnelle Veränderungen werden – befördert durch die enge Zusammenarbeit von Regierungen und Unternehmen.“

Zur Transformation gehört nach Angaben von VW auch eine Energiewende hin zu regenerativ erzeugtem Strom. Bislang wird Astypalea nahezu ausschließlich mit Strom aus Diesel-Generatoren versorgt, die CO2-Emissionen belaufen sich auf fast 5000 Tonnen pro Jahr. Im Rahmen des Besuchs gab die griechische Regierung nun Einzelheiten zum neuen Energiesystem bekannt. Künftig soll der Strom vorwiegend aus Solarenergie stammen. In einem ersten Schritt werde bis 2023 ein Solarfeld mit einer Leistung von 3 Megawatt installiert. Damit können 100 Prozent der E-Fahrzeuge und bis zu 60 Prozent der gesamten Insel mit Grünstrom versorgt werden.

Zum neuen Energiesystem gehört laut VW auch eine Pufferbatterie mit 7 Megawattstunden Speicherkapazität, mit der das Netz ausbalanciert und die Solarenergie bestmöglich genutzt werden kann. In einem zweiten Schritt soll der Anteil regenerativer Energien bis 2026 weiter ausgebaut werden und künftig mehr als 80 Prozent des Strombedarfs decken. Mit dem neuen Energiesystem sinken nicht nur die CO2-Emissionen, sondern voraussichtlich auch die Energiekosten. Die griechische Regierung geht von mehr als 25 Prozent Einsparpotenzial aus.

Die Bedeutung des Projekts reicht weit über Griechenland hinaus, heißt es. Astypalea könne als einmaliges Zukunftslabor dienen: Wie im Zeitraffer ließen sich hier die Chancen und Herausforderungen beobachten, mit denen Regierungen weltweit bei der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft konfrontiert sind.

Um diese Faktoren besser zu verstehen, wird das Projekt auch wissenschaftlich begleitet. Experten der Universität Strathclyde (Schottland) und der Universität der Ägäis (Griechenland) werden die Menschen auf Astypalea regelmäßig befragen und ihr Feedback zu den Veränderungen einholen. Die Studie soll dabei helfen, die Perspektive der Insel-Gemeinschaft systematisch einzubeziehen und ein grundsätzliches Verständnis des Transformationsprozesses zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen anschließend der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: VW – Pressemitteilung vom 2. Juni 2021

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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3 Comments
David
David
5 Jahre zuvor

Sylt guckt schon zu und ich sehe die Sommer, wo jedes Fahrzeug dort mindestens vier armdicke Auspuffrohre hat, endlich werden.

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Johannes
Johannes
5 Jahre zuvor

Gute Sache. Gerade auf Inseln ist ja fossile Energie Blödsinn (vom Klimawandel abgesehen), weil sie per Schiff geliefert werden muss. und 3MW PV dürfte ca. 2 ha Fläche brauchen, ein kleiner Bruchteil der 10.000 ha großen Insel (wenn ich mich nicht in der Größenordnung verhauen hab wie die Lungenärzte ;) )
EDIT: hatte ich, ist korrigiert.

Zuletzt bearbeitet am 5 Jahre zuvor von Johannes
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