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100-Kilometer-Wert an Tankstellen zugunsten von E-Autos verzerrt?

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
12. September 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
12. September 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1844880265

Home Automobilindustrie

Ab dem nächsten Monat muss an Tankstellen für jeden Kunden sichtbar sein, wie viel eine Fahrt über 100 Kilometer mit verschiedenen Antrieben kostet. Allerdings regt sich Protest. Der Mineralölverband kritisiert die vom Wirtschaftsministerium erstellte Rechnung als verzerrend, meldet „ecomento.de“ unter Berufung auf verschiedene Quellen.

„Der Preisvergleich ist richtig, aber es fehlt die Information, dass bei E-Fahrzeugen der durchschnittliche Haushaltsstrompreis zugrunde gelegt ist„, wird der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Christian Küchen, in der „Welt am Sonntag“ zitiert. Öffentliches, insbesondere schnelles Laden sei meist teurer, was den Preisunterschied zum Benziner erheblich reduziere. Zudem werde unterschlagen, dass der Vorteil für die Elektroautos vor allem auf geringeren Steuern und Abgaben beruhe.

Ab 1. Oktober muss der sogenannte Energiekostenvergleich an allen Tankstellen mit mehr als sechs „Mehrproduktzapfsäulen“ veröffentlicht werden. „Dieser muss gemäß dem Formblatt sichtbar an mindestens der Hälfte der Zapfsäulen oder an einer gut sichtbaren Stelle im Bereich des Zahlungsortes in Form eines Posters oder einer digitalen Anzeige angebracht oder angezeigt werden„, heißt es von Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums.

Die ersten Werte des Energiekostenvergleichs wurden im September im Internet veröffentlicht: Demnach kostet die Strecke mit einem Elektroauto der Mittel- und Oberklasse 4,84 Euro, während ein mit Superbenzin betanktes Auto Kraftstoff im Wert von 11,42 Euro benötigt. In der Kategorie Kleinwagen/Kompaktklasse kostet die Fahrt mit dem Stromer 4,74 Euro, für den Benziner wurden 9,26 Euro errechnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bezeichnete die Berechnungen des Wirtschaftsministeriums dem Bericht zufolge als „plausibel„.

2020 hatte Deutschland an einem Pilotprojekt der Europäischen Kommission teilgenommen, um den Informationsbedarf der Verbraucher zu ermitteln. Dazu wurden Umfragen durchgeführt, 15 Tankstellen mit verschiedenen Informationsdisplays ausgestattet und mögliche Umsetzungsoptionen mit der Branche und Verbraucherverbänden diskutiert. Die Ergebnisse wurden parallel mit den Ergebnissen aus anderen EU-Staaten diskutiert und flossen in die Empfehlung zur Umsetzung der EU-Kommission ein.

„Die Umfragen des Pilotprojektes zeigen deutlich, dass große Informationsdefizite bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu alternativen Antrieben und Kraftstoffen bestehen„, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. So hätten mehr als 80 Prozent der Befragten ihr Wissen zu alternativen Kraftstoffen und 50 Prozent ihr Wissen zu batterieelektrischen Antrieben als nicht ausreichend eingestuft. 55 Prozent gaben demnach an, dass zusätzliche Informationen zu den Kraftstoffkosten die nächste Fahrzeugwahl beeinflussen würden.

„Ziel des Energiekostenvergleiches für Pkws ist es, eine leicht verständliche Gegenüberstellung der durchschnittlichen Kraftstoff- und Energieverbräuche je 100 km transparent aufzubereiten„, zitiert „ecomento.de“ das Wirtschaftsministerium. Die jeweiligen Daten basierten auf der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle in den Segmenten Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse und der jeweiligen benötigten Antriebsenergie nach dem Fahrzyklus WLTP.

Quelle: ecomento.de – Mineralölverband sieht Bevorteilung von Elektroautos bei Preisvergleich an Tankstellen

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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20 Comments
Ulrich
Ulrich
5 Jahre zuvor

Der Volksmund sagt: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Und diese Anzeige von Informationen ist sehr gut gemeint.
Ich fürchte, ein guter Teil der Bevölkerung kann damit nichts anfangen, sie leben in einer aus 2 Pixeln bestehenden Welt von „Strom ist teuer, Benzin ist billig“ und „ich tanke so oder so nur für 20 Euro“.
Dennoch – ein Anfang muss sein. Wobei der reale Verkaufspreis von Strom abgebildet werden muss, alles andere ist schlicht blanker Unsinn. Der Preis der Kraftstoffe wird ja auch nicht als Benzinkurs der Börse dargestellt.

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Anonymous
Anonymous
5 Jahre zuvor

Tja, jetzt sind wir wohl bereits auf Stufe 3 nach Gandhi angekommen :-)

1.) zuerst ignorieren sie dich
2.) dann lachen sie über dich
3.) dann bekämpfen sie dich
4.) dann gewinnst DU ;-)

Warum genau sollte der Preis einer innerstädtischen Tankstelle nicht mit dem innerstädtischen Haushaltsstrom vergleichen werden?
Wenn die Mineralölwirtschaft hier mit DC Schnellladung auf Autobahnen verglichen werden möchte, dann bitte auch mit den deutlich teureren Preisen für Kraftstoffe an der Autobahn – also immer schön Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

Und ja, die Mineralölsteuer ist höher als die EEG Umlage – aber Fakt bleibt einfach, daß kein Kraftstoff mit selbst erzeugtem Solarstrom mithalten kann, und Nachtstrom gibt es ja auch noch (da laden übrigens die meisten Menschen, die ich kenne für 0,19€/kWh)

Blöd bleibt für die Petrolheads, daß künftig so nicht wirklich viel „übriger Strom“ für synthetische Kraftstoffe oder H2 anfallen wird, aber auf diesem Auge ist man ja bekanntlich blind.
Besonders blind und zusätzlich taub scheint hier übrigens unser Verkehrsminister zu sein – aber das wird sich eventuell ja demnächst ändern.

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Thomas aus Marl
Thomas aus Marl
5 Jahre zuvor

Die Vergleiche hinken allesamt.

Ich fahre meinen Benziner, einen Vollhybrid mit 4,3l/100km, im Winter ist es locker 1l mehr. Man kann das gleiche Auto mit Bleifuss und viel Autobahn auch mit 6l oder mehr auf 100km bewegen. Ein Verwandter braucht mit seinem Quattro 15l auf hundert, oder auch mehr.

Meine Frau verbraucht mit ihrem Ioniq 11 kWh auf 100km. Andere, meist SUV mit E-Antrieb, liegen zwischen 20 und 30 kWh auf 100km.

Der Versuch, irgendwelche Mittelwerte angeben zu wollen, wo doch die Verbräuche bei unterschiedlichen Fahrern oder Fahrzeugen um mehrere 100 Prozent differieren, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt und in meinen Augen absoluter Humbug.

Wer wirklich vergleichen will, ist mit den Angaben bei einschlägigen Verbrauchsportalen, wie etwa Spritmonitor besser bedient.

Und bei den anderen ist es eh vergebene Liebesmüh.

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steinpilz
steinpilz
5 Jahre zuvor

Ich lade immer bei Lidl und Kaufland. Also müsste an der Tankstelle stehen BEV = 0 € auf 100km. Oder ich lade meist bei Ionity für 0,79€ bei Verbrauch von 25Kw auf der Autobahn sind Kosten 100km = 20€. Also alles Irrsinnig.

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Birger
Birger
5 Jahre zuvor

Wie es bei Benzin und Dieselfahrzeugen aussieht kann ich nicht sagen, aber bei dem CNG Antrieb hat man sich wirklich vertan! Es gibt einen Durchschnittspreis von 1,12 Euro das Kilo und bei dem Verbrauch von meinem Golf 7 TGI 1,4 l, verbrauche ich 3,5 Kilo, was da 3,92 Euro auf 100 Kilometer aus macht. selbst im Anhängerbetrieb verbraucht dieser 4,0 Kilo. was dann einem 100 Kilometerpreis von 4,48 Euro ausmacht. Nun wird da ein Preis vom Staat angegeben, der 5,49 Euro auf 100 Kilometer betragen soll bei Klein und Kompaktwagen, was einem durchschnittlichem Kiloverbrauch von 4,9 Kilo H Gas betragen soll. Wo kommen bitte solche Werte her? Auch der Seat Leon ST 1,5 l TGI verbraucht nur 3,7 Kilo bei mir auf 100 Kilometer was bei mir 4,14 Euro ausmacht. Im Anhängerbetrieb kann ich es aber nicht sagen, weil an meinem Seat keine Anhängerkupplung vorhanden ist. Auch der Größte Motor im Audi A4/5 2.0l g tron hat einen angegebenen Verbrauch von 4,0 Kilo was ein Preis von 4,48 Euro ausmacht bei 100 Kilometer H Gas. Also auch wenn dieser wahrscheinlich etwas mehr braucht, als Audi angibt, weiß ich nicht wo die angegebenen 6,39 Euro auf 100 Kilometer herkommen solle. Dies würde einem Kiloverbrauch von 5,7 im Audi A4/5 widerspiegeln.

Bei den E Autos muss man schon den der öffentlichen Ladestellen nehmen, da diese ja mit Ökostrom betrieben werden. Nimmt man Haushaltsstrom, ist die nicht nachvollziehbar, ob wirklich Ökostrom genommen wurde. Da kann ja somit auch nur Kohle oder Atomstrom genutzt werden und dann sind eben die 0 Gramm CO2, die eh nicht stimmen können eine noch größere Schönrechnerei! Da ja alle E Autofahrer sowieso nur an Ihrer Solaranlage auf dem Dach Ihr Fahrzeug laden, dürfte es ja eigentlich überhaupt keine Kosten verursachen. Nicht mal im Winter!

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Thomas Grimmer
Thomas Grimmer
5 Jahre zuvor

Vielleicht sollte man das ganze mal über den Verbrauch, also die Energiemenge sehen, welche für das Auto nötig ist um fahren zu können.
Bei meinem Enyaq stecken ca 78 kw im „Tank“ das sind auf Diesel umgerechnet etwa 8 Liter.
Hört sich wenig an?!
Bei einem angenommenen Durchschnitts-Verbrauch von 20 kw für 100 sind das also ca 2 Liter Diesel als Vergleich.
Nur mal so als Ansatz.
VG

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Edgar
Edgar
5 Jahre zuvor

Der Preis für e Auto s ist geschönt.bei presen von 1€ pro kWh können 100km schnell 30€ mit dem e Auto Kosten

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Jens Schweikart
Jens Schweikart
5 Jahre zuvor

Den Haushaltsstrom als Grundlage anzusetzen ist der erheblich kleinere Teil und somit unbrauchbar.
Im Vergleich E-Klasse Diesel mit 6,5L/100 KM wurde bei der mehrtägigen E-Mercedes Probefahrt 19,8 KWh/100 KM festgestellt.
Wenn man unterwegs einigermaßen schnell tanken will, liegt die KWh bei 0,82 Eur und ergibt somit 0,82 x 19,8 = 16,3 Eur pro 100KM.
Das entspricht einem Dieselpreis von 2,51 Eur pro Liter. 16,3 / 6,5 =
Der Extremfall bei der mehrtägigen Probefahrt lag bei 1,09 Eur pro KWh schnellem Tankstrom. Das wären dann 3,32 Eur pro L Diesel.
Somit fehlt die Grundlage auf E umzusteigen.
Als Info am Rande, Strom wird an der Börse Leipzig mit 3 bis 5 cent pro KWh gehandelt. Ich sehe es als möglich, den Strom bei guten Ladegeschwindigkeiten auch unterwegs für 30 cent anzubieten.
Kommt dies, wird sofort auf E umgestellt. Ohne günstiges Angebot besteht bis 3 Euro pro L Diesel kein Handlungsbedarf, Immerhin hat man ja noch den Mehraufwand beim Tanken,
die Selbstentladung bei kalten Witterungsbedingungen und die sinkende Ladekapazität des Akkus mit zu finanzieren.

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Johannes
Johannes
5 Jahre zuvor

Wenn man die nicht enthaltenen Gemeinkosten beider Energiearten berücksichtigen würde, wäre der Abstand noch größer. Also ich meine 195€/t CO2. Oder anschaulicher: 30 Mrd. € alleine für eine Hochwasserkatastrophe dieses Jahr in Deutschland.

Selbst wenn man da einen Mittelwert aus öffentlichem und privatem Laden zugrundelegt.

Nebenbei bemerkt hatten wir bei unserer Skandinavienreise dieses Jahr 660 kWh verbraucht und 200€ an Stromkosten mit einer Mischung aus DC Ladung (teilweise gratis) und AC Laden auf Campingplätzen und Hotels (auch gratis).
Zuhause laden wir für 27ct Ökostrom und nie öffentlich. Wir wohnen zur Miete im MFH.

Das sind Werte aus der Praxis, keine 1€ Himmelfahrtspreise die man bezahlt wenn man sich nur blöd genug anstellt.

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