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Milliarden-Plan: Frankreich setzt auf Akkus und E-Autos

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
19. Oktober 2021
Lesedauer: 3 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
19. Oktober 2021
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Mikalai Kachanovich / Shutterstock.com

Home Automobilindustrie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen 30 Milliarden Euro schweren Investitionsplan zur wirtschaftlichen Modernisierung des Landes präsentiert. Das meldet „electrive.net“ unter Berufung auf diverse Quellen. Interessant aus Sicht der eMobility-Branche: Bis 2030 sollen in Frankreich zwei Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge produziert werden.

Der von Macron vorgestellte Investitionsplan firmiert demnach unter dem Titel „France 2030“ und zielt in erster Linie auf die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit des Landes und die Entwicklung von Zukunftstechnologien ab. Von dem Gesamtpaket in Höhe von 30 Milliarden Euro sollen Investitionen in Höhe von vier Milliarden Euro in den Verkehrssektor gehen. In diesem Zuge gab der französische Präsident das Ziel aus, bis 2030 im eigenen Land zwei Millionen Elektro- und Hybridautos zu produzieren – vor allem dank dreier französischer Gigafactorys für Batterien. Außerdem hat er zum Ziel erklärt, bis 2030 das erste kohlenstoffarme Flugzeug in Frankreich zu produzieren.

Den größten Bereich der angekündigten Investitionen macht der Energiesektor aus. Allein acht Milliarden Euro sollen in dessen Modernisierung gepumpt werden. Ziel sei ein „kohlenstoffarmes und widerstandsfähiges Frankreich“, wird Macron zitiert. Dabei setzt das Land weiter große Hoffnungen in den Nuklearsektor, der allein mit einer Milliarde Euro aus dem Investitionspaket rechnen kann.

Auf Basis der Kernenergie will Frankreich bis 2030 zudem zum europäischen Marktführer für grünen Wasserstoff aufsteigen. Dazu strebt Macron im Land die Errichtung von mindestens zwei Gigafactorys an. Gleichwohl konstatiert der französische Präsident, dass „die erneuerbaren Energien in Europa niemals ausreichen werden“, um genügend grünen Wasserstoff zu produzieren. Dennoch will Frankreich 500 Millionen Euro in diese Energieart investieren. Das Land hat zum Ziel, die CO2-Emissionen seiner Industrien zwischen 2015 und 2030 um 35 Prozent zu reduzieren. Bisher ist lediglich eine Einsparung um vier Prozent gelungen.

Was die Ansiedlung von Werken zur Großserienfertigung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge angeht, sind mehrere, vor allem von den Automobilherstellern forcierte Projekte angekündigt. Zum einen entsteht im Zuge der schon oft zitierten deutsch-französischen Batterie-Initiative im nordfranzösischen Douvrin (ebenso wie in Kaiserslautern) eine Batteriezellen-Produktion, die Ende 2023 in Betrieb gehen soll. Als Koordinatorin agiert laut „electrive.net“ die Automotive Cells Company (ACC), ein Joint Venture des französischen Autokonzerns PSA mit seiner deutschen Tochter Opel und des französischen Energiekonzerns Total mit seiner Tochtergesellschaft Saft.

Geplant ist eine anfängliche Kapazität von 8 GWh, die bis 2030 an beiden Standorten auf 48 GWh steigen soll. Jedes Werk wird dazu 24 GWh beitragen. Das Projekt profitiert von der finanziellen Unterstützung der französischen und deutschen Behörden in Höhe von 1,3 Milliarden Euro und erhielt die Zustimmung der europäischen Institutionen durch ein IPCEI-Projekt.

Eine zweite Gigafabrik dürfte auf Bestreben von Renault entstehen. Im Sommer bestätigte der Autobauer, dass der chinesische Batteriehersteller Envision AESC am nordfranzösischen Renault-Standort Douai eine Batteriefabrik mit einer geplanten Kapazität von 43 GWh bis 2030 errichten wird, von denen Renault 24 GWh abnehmen will.

Daneben hat Renault eine Kooperation mit dem französischen Startup Verkor publik gemacht, die ebenfalls in den Bau einer „Gigafactory für Hochleistungsbatterien in Frankreich“ münden soll – und zwar mit einer Anfangskapazität von 10 GWh für die Renault-Gruppe ab 2026, die bis 2030 auf 20 GWh steigen könnte. Dass das 2019 gegründete Startup mit Sitz in Grenoble in die Batterien-Großserienfertigung einsteigen will, ist bereits seit Mitte vergangenen Jahres bekannt. Seinerzeit verkündete Verkor, mit Unterstützung von EIT InnoEnergy, Schneider Electric und der Groupe IDEC für 2022 den Bau einer Zellfabrik mit einer Kapazität von zunächst 16 GWh zu planen, deren Betrieb 2023 starten soll. Bei der Standortsuche soll eher Südfrankreich im Fokus stehen.

Quelle: electrive.net – Frankreich will zu führendem E-Auto-Produktionsland werden

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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16 Comments
Musicman
Musicman
4 Jahre zuvor

Ich lach mich kaputt. In Frankreich sind derzeit ca. 58 AKW mal mehr mal weniger am Laufen. Wenn man bedenkt, dass diese überwiegend über 40 Jahre alt und mehr als Störanfällig sind kann man keinesfalls von einer sicheres Stromversorgung in Frankreich reden.
Es gibt nur ein einziges im Bau befindliches neues AKW in Frankreich. „Flamaville“
Dieses soll mit einer Verspätung von ca. 10 Jahren evtl. Ende 2022 ans Netz gehen. Geplante Kosten 3,3 Milliarden Euro. Bis 2019 aufgelaufene tatsächliche Kosten 15,5 Milliarden Euro.
Wir fassen zusammen: Voraussichtliche Bauzeit 15 Jahre, Leistung 1,65 MW, Kosten 15,5 Milliarden
In dem Artikel steht, dass Frankreich nun 1 Milliarde Euro für den Nuklearsektor bereit macht. Gratulation! Damit könnte man dann ja ca. 6,4% eines weiteren AKW finanzieren. Wau.
P.S.: In den letzten 15 Jahren wurden in Deutschland zeitgleich ca. 40-50 GW Photovoltaik und ca. nochmal die gleiche Leistung an Windkraft zugebaut. Selbst wenn ich hier noch den Batterieelektrischen Zwischenspeicher berechnen müsste so käme man mit Sicherheit deutlich günstiger an Energie. Atomkraft ist und bleibt ein Irrweg auch wenn es ein paar Physikstudenten gibt die immer noch überheblich genug sind um so zu tun als sei diese Technik beherrschbar und billig.

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Musicman
Musicman
4 Jahre zuvor

Meine Quellenangabe: https://www.iwr.de/news/franzoesisches-atomkraftwerk-flamanville-wird-zum-kostendesaster-news36355

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