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Stellantis-Chef will EU-Verbrenner-Verbot aufweichen

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
21. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
21. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Stellantis

Home Automobilindustrie

Der Chef des Multimarkenkonzerns Stellantis, Carlos Tavares fordert, dass Hybridmodelle eine größere Rolle beim Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen spielen sollen. Deshalb sieht er auch das EU-Verbot von Verbrenner-Neufahrzeugen, welches für 2035 geplant ist, kritisch.

Tavares meint, dass der politisch erzwungene Schwenk zu Elektroautos, die aktuell in der Anschaffung noch teurer sind als Verbrenner-Pkw, den Autobesitz für viele Kund:innen unerschwinglich machen wird: „Die dogmatische Entscheidung, den Verkauf von Verbrennern ab 2035 zu verbieten, hat soziale Konsequenzen, die nicht überschaubar sind“, sagte Tavares auf dem Autosalon in Paris.

„Wenn Sie der Mittelschicht den Zugang zur Freizügigkeit verweigern, werden Sie ernsthafte soziale Probleme bekommen“, sagte Tavares. Er würde es begrüßen, sollte die EU das Verbot von Autos mit fossilen Brennstoffen ab 2035 neu verhandeln. Sein Vorschlag wäre, Hybridmodellen, die neben einem Verbrennermotor auch einen E-Motor samt Batterie an Bord haben, eine größere Rolle beim Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen zuzuschreiben. „Was wir unseren europäischen Staats- und Regierungschefs zu bieten haben, ist eine Übergangslösung“, sagte Tavares. Ein Mildhybrid könne ohne größeren Kostenaufwand „die CO2-Emissionen um 50 Prozent reduzieren“, fügte er hinzu.

Autohersteller, Zulieferer und Branchenverbände haben auch argumentiert, dass der Schwenk zur Elektromobilität und sinkende Absatzzahlen Zehntausende von Arbeitsplätzen kosten werden. „Wir sind keine Zauberer“, sagte Tavares im Hinblick auf den schrumpfenden Automobilmarkt und die Wirtschaftskrise. Indirekt legte er zudem Werksschließungen nahe: Der EU-Automarkt werde dauerhaft schrumpfen, weshalb es in der Produktion bald Überkapazitäten gebe.

Quelle: Automotive News Europe – Stellantis CEO calls for talks to soften EU’s 2035 fossil-fuel car ban

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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14 Comments
David
David
3 Jahre zuvor

„Die dogmatische Entscheidung, den Verkauf von Verbrennern ab 2035 zu verbieten, hat soziale Konsequenzen, die nicht überschaubar sind“.

Nein, das hat sie nicht. Es gibt kein Recht auf einen eigenen Privatwagen. Automobile waren, gemessen am Einkommen, als das Auto Standard im Haushalt wurde, deutlich teurer als heute. Die Preise sind ja erst in einem gesättigten Massenmarkt gefallen. Und der konnte sich nur sättigen, weil vorher schon alle zu teuren Preisen gekauft hatten.

Natürlich wird es 2035 Einzelschicksale geben, wo ein Auto dringend notwendig ist, aber der Neupreis zu teuer ist. Ja, dann sollen die sich z.B. einen 15 Jahre alten ID.3 kaufen. Ein Hybrid, wie von Tavares gefordert, dürfte jedenfalls nicht erschwinglicher sein. Denn er hat noch mehr Technik, die am Anfang kostet, und später teure Wartungskosten und Ersatzkosten nach sich zieht. Deshalb kaufen kaum Privatleute diese Fahrzeuggattung. Das ist ein Auto für Firmenwagenfahrer, die Geld sparen wollen und denen die Umwelt scheißegal ist.

Bis 2035 könnten autonome Autos die Lösung für knappes Budget und trotzdem Bedarf an einer bestimmten Anzahl Fahrten sein. Besonders, weil man auch mit körperlichen Beeinträchtigungen bzw. ohne Führerschein diese Autos nutzen darf.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von David
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Djebasch
Djebasch
3 Jahre zuvor

Also wenn jetzt nicht die ganze Problematik mit der Energiekrise wäre, die man bereits seit 2012 hätte verhindern können(Erneuerbare aufbauen) wären die Preise bereits am sinken und nicht am steigen.
Wenn man die Preissteigerungen der letzten Monate rausrechnet wäre das Model 3 bereits bei 35000€
Aber so erkennt man wieder das selbst Stellantis die in Frankreich seit Monaten einen auf Elektromobolitäts Fans machen keinen Plan für die nächsten Jahre haben und auch wieder nur Verhinderer des Wechsels sind.
Wenn man bedenkt das wir alleine in Europa knapp 400 Millionen Fahrzeuge in den nächsten 15 Jahren austauschen sollten dann muss man sich schon fragen wo da nicht genug teile gebraucht werden.
Nur da kein Europäisches Unternehmen richtig ernst macht kommt es doch erst zu den Problemen.

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neumes
neumes
3 Jahre zuvor

muahahhahahahaha…..

weil der Typ vergessen hat seine Firma zu führen und dafür zu sorgen dass die auch E-Autos bauen jammert der rum.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt

Hoffentlich wird irgendwann die „Volle Haftung“ für Geschäftsführer eingeführt wenn Unternehmen in Schieflage geraten.

es bleibt spannend.

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Martin
Martin
3 Jahre zuvor

Soso, Herr Tavares gibt den Philantropen. Verbrennertechnologie beibehalten, damit sich auch die Ärmeren in Zukunft noch ein Fahrzeug leisten können, schnief.

Dass gerade in der Einstiegsklasse dank zunehmend verschärfter Abgasbestimmungen die Produktion günstiger Fahrzeuge eher nicht einfacher wird, verschweigt er mal eben. Und, David hat hier ganz recht, die komplexe Hybridtechnologie ist da niemals die Lösung.

Ein BEV ist von den Komponenten her deutlich simpler aufgebaut. Autonomes Fahren mit dutzenden Sensoren und maximaler Vernetzung ist in einem BEV nun auch keine Zulassungsvoraussetzung.
Bleibt als einzig nennenswerter Kostenfaktor die Batterie. Vielleicht habe ich einfach mehr Phantasie und Zukunftsvertrauen als Herr Tavares, aber ich rechne fest damit, dass sich hier technologisch noch einiges bewegt, während der Kilowattstundenpreis (wieder) weiter sinken wird.

Und, werter Herr Tavares, es gibt keine Pflicht, Fahrzeuge mit Reichweiten jenseits der 1000 km zu bauen. Somit ist es in absehbarer Zeit möglich, Preise unterhalb des Verbrennerniveaus bieten zu können.

Dann bleibt nur das Wollen, aber, da Herr Tavares offenbar die Mutter Theresa unter den Vorstandsvorsitzenden ist, steht uns doch allen eine rosige automobile Zukunft bevor?

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Martin
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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Herr Tavares,
der Klimawandel wartet nicht die Langsamen, auch nicht auf die ganz großen Langsamen, siehe Kodak, Nocia und die anderen Schlafmützen, die zu lange am alten Gewinnmodell festgehalten haben.

Vermutlich hofft Tavares auf die Erdöl-Lobby und Trumps Wiederwahl, aber auch die Beiden können den Klimawandel mit Verbrennern nicht aufhalten, sondern nur verschlimmern – und wer bezahlt das am Ende?

Die gesamte Menschheit – und keiner weis, ob diese den selbstgemachten Klimawandel überlebt, aber vermutlich ist das garnicht mehr wichtig, wenn auch nur ein Machtgieriger zum letzten Mittel „Atomkrieg“ greift.

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Groß
Groß
3 Jahre zuvor

Wer ist Stellantis?
Jemand der deutsche Autos deutscher bauen möchte als Deutsche?

Stellantis redet öffentlich bei weitem nicht das das intern komuniziert wird.
Veraltetes Denken und Handeln.

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floki
floki
3 Jahre zuvor

Es wird auch 2035 für Menschen wie mich , noch zwei drei Gebrauchtwagen irgendwo auf dieser Welt geben. Bin 54 und hatte bisher 30 Gebrauchtwagen gekauft und genutzt, und lebe auch ohne Stelantis Hybrid ganz ok. Hybride reduzieren den CO2 gehalt exakt um null Prozent, wenn sie wie üblich mit fossilen Brennstoffen gefahren werden.

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Franz-J. Rüther
Franz-J. Rüther
3 Jahre zuvor

Mit der baldigen Einführung der Euro 7 Norm wird sich der fossile Antrieb für alle Fahrzeuge vom Kleinenwagen bis einschließlich Mittelklasse aus rein ökonomischen Gründen erledigt haben.

Und ab 2030 kann der Flottengrenzwert, wie bisher geplant, 59 g CO2/km sein. Es könnten aber auch nur 28 g CO2/km sein. Es ist noch offen.

Und das alles weiß der Herr Tavares.
Kodak und Nokia lassen grüßen.

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Michael Dierolf
Michael Dierolf
3 Jahre zuvor

Bin mal gespannt wann die woke people kapieren das e Mobilität nur für wenige gedacht ist . Die Masse darf elektrisch Bus oder Bahn fahren . Mit QR code und Maske .

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