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Shell schließt Wasserstofftankstellen in Großbritannien

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
21. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
21. Oktober 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): tomeqs / Shutterstock.com

Home Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Der Energiekonzern Shell hat seine drei Wasserstofftankstellen in Großbritannien geschlossen. Offiziell, da „die Prototyp-Technologie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat“, so das Unternehmen gegenüber dem Portal Hydrogen Insight. Die drei Standorte wurden zwischen 2017 und 2019 eröffnet. In Großbritannien stehen den insgesamt gut 500 Fahrer:innen mit Brennstoffzellenautos nun nur noch elf öffentliche Wasserstofftankstellen zur Verfügung, verglichen mit mehr als 57.000 öffentlichen Ladestationen für batteriebetriebene Elektroautos.

Die drei Wasserstofftankstellen, deren Bau und jährliche Betriebskosten jeweils umgerechnet gut 2 Millionen Euro verursacht haben sollen, seien aufgrund des Mangels an wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen auf den Straßen des Landes zweifellos mit Verlust betrieben worden, so Hydrogen Insight. Die drei H2-Tankstellen wurden gemeinsam mit dem Unternehmen Motive betrieben, das sich im Besitz des britischen Elektrolyseurherstellers ITM Power befindet. Motive versorgt alle seine H2-Tankstellen mit grünem Wasserstoff.

Shell-Partner Motive schloss in diesem Jahr in Großbritannien auch eine vierte Wasserstofftankstelle – und gab eine weitere Erklärung für die Aufgabe der drei gemeinsam mit dem Energieunternehmen betriebenen Standorte. Diese hätten „nicht zufriedenstellend“ funktioniert, und der verfügbare Platz an den drei Standorten sei „zu klein, um ein Upgrade für größere Fahrzeuge und zukünftige Technologien“ durchzuführen. Laut eigener Aussage konzentriere sich Motive lieber „auf das Betanken großer Fahrzeuge“, wie etwa Brennstoffzellen-Lkw für längere Distanzen, bei denen der Einsatz von Wasserstoff ohnehin sinnvoller ist als bei Pkw.

Und auch Shell habe seine Prioritäten in Sachen Wasserstofftankstellen neu geordnet: Der Fokus liege in Großbritannien nun darauf, Möglichkeiten zu finden, um „multimodale Knotenpunkte für schwere Lkw zu errichten“.

Quelle: Hydrogen Insights – Shell has quietly closed down all its hydrogen filling stations in the UK

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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24 Comments
David
David
3 Jahre zuvor

Merkt Euch das, Investoren!

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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
3 Jahre zuvor

In Großbritannien wurden bisher nur der Toyota Mirai und der Hyundai Nexo verkauft und zwar (nach Angaben von Hydrogen Insights) insgesamt 484 (209 bzw. 275) Stück. Davon dürfte sowieso nur ein Bruchteil in privater Hand gewesen sein!
Jetzt müssen hier aber das H2-Vögelchen und auch das Rabolinchen ganz tapfer sein und auch endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass der H2-Pkw tot ist – mausetot!

Für den gesamten Landverkehr prognostiziert DNV (ein Zusammenschluss von Det Norske Veritas und Germanischer Lloyd) in seinem neuen Bericht Energy Transition Outlook 2022, dass im Jahr 2050 nur 0,01 % aller Autos weltweit mit Wasserstoff fahren werden!
Quellen:
c&p–> hydrogeninsight.com/transport/exclusive-shell-has-quietly-closed-down-all-its-hydrogen-filling-stations-in-the-uk/2-1-1335049

Der Grund dafür sei, dass der Antrieb von Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen (FCEV) viel weniger effizient, komplizierter und damit teurer und unzuverlässiger ist, als der von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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Djebasch
Djebasch
3 Jahre zuvor

Was machen die bloß alle wenn nächstes Jahr der Tesla Semi kommt mit 800km Reichweite und tatsächlich in Richtung 50000 Fahrzeuge im Jahr Produziert…

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Jakob Sperling
Jakob Sperling
3 Jahre zuvor

Das ist ein Bilderbuch-Fall von selektiver Wahrnehmung und Verdrängung.

Es werden auf der Welt täglich neue Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb genommen. Es werden auch Entscheide für ganze Serien von Wasserstoff-Tankstellen gefällt. Davon hört man hier nichts. Dann schliesst Shell drei alte Pionier-Tankstellen, und das gibt dann eine Meldung.

Ach ja, und natürlich wird auch vermeldet, dass Tesla zwei neu Farben hat. WOW!

Ich verstehe sogar die Redakteure hier. Wenn man eine Gruppe von BEV-Pionieren bedienen muss, dann muss man auch ihre Abwehrreflexe gegen alles Neuere bedienen.
Erstgenerations-Pioniere sind besonders konservativ, wenn es um weitere Entwicklungen geht. Ich kenne das aus einem ganzen Leben als IT-Manager. Wehe, man sagte einem Host-Menschen, dass sich Client-Server-Konzepte durchsetzen werden, und wehe, man sagte einem Client-Server-Typ, dass man künftig im Browser-Modell arbeiten wird. Sie hatten die Technologie entdeckt und niemand hatte ihnen etwas zu sagen.

Ihr könnt hier noch eine Weile die Blase aufrechterhalten, alles Widersprechende ausblenden, bis Euch dann die FCEV links und rechts dermassen um die Ohren fahren, dass Eure Position lächerlich wird.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Jakob Sperling
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Tobi
Tobi
3 Jahre zuvor

BMW könnte ja übernehmen…

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Rückzug auf Raten bei FCEV?

Hyundai bricht wohl H2-Lkw-Projekt in der Schweiz ab

Hyundai hat offenbar überraschend sein Projekt mit Brennstoffzellen-Lkw in der Schweiz gestoppt. 1.600 solcher Lkw wollte Hyundai bis zum Jahr 2025 in die Alpennation bringen. Nun wird das Projekt laut einem Manager wegen der „äußerst stark schwankenden Energiepreise“ abgebrochen. Doch Hyundai Hydrogen Mobility dementiert.

…

Statt in die Schweiz transportiert zu werden, sollen die Brennstoffzellen-Lkw demnach nun in Deutschland zum Kauf angeboten werden, wo sie auch bei Verwendung von konventionell erzeugtem Wasserstoff staatlich gefördert werden.

Es geht bei FCEV vor allem um das Abschöpfen der hohen staatlichen Subventionen, denn rechnen tun sich die FCEV vorne und hinten nicht und mit den hohen Strompreisen dann wohl überhaupt nicht mehr.

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Niki
Niki
3 Jahre zuvor

Freut mich sehr zu hören, dass das Wasserstoffmärchen bald zu Ende ist.

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Hiker
Hiker
3 Jahre zuvor

Ich würde mal abwarten bevor man H2 voreilig als tot erklärt. Für den Individualverkehr wohl eher nicht. Dafür gibt es schlicht zu wenig grünen Wasserstoff. Aber es gibt durchaus Anwendungen dafür in der Industrie ev. der Luftfahrt und für Teilbereiche im Verkehr. Wir dürfen nicht glauben mit Batterien könne man alles ersetzen.

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Michael
Michael
3 Jahre zuvor

Ende 2022 fahren in Deutschland noch nicht einmal 700.000 Fahrzeuge mit Strom, während immer noch über 47 Millionen Verbrenner unterwegs sind. Für die ganzen Verbrenner reichen in ganz Deutschland 14000 Tankstellen, während jedes BEV seinen eignen Ladestecker braucht. DAs bedeutet: wir müssen in den nächsten Jahren entweder über 47 Millionen neue Steckdosen bauen oder uns überlegen wie wir mit den bestehenden Tankstellen auch klimaneutral bestehende Fahrzeuge versorgen können – nur so als Hinweis: für jede Solarzelle die Strom erzeugt, während ein Batterie Auto nicht eingesteckt ist, verdient ein deutscher Energie Versorger, zum Beispiel EnBw, ein Vermögen…

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Michael
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Wolfbrecht Gösebert
Wolfbrecht Gösebert
3 Jahre zuvor

@ Michael:

„Für die ganzen Verbrenner reichen in ganz Deutschland 14.000 Tankstellen, während jedes BEV seinen eignen Ladestecker braucht. DAs bedeutet: wir müssen in den nächsten Jahren entweder über 47 Millionen neue Steckdosen bauen …“

Unsinn!
Bei rd. 400 km/Woche (ergibt ca. 20.000 km/Jahr!) lade ich ein eAuto höchstens 2 Mal pro Woche! Also sagen wir aufgerundet 2 Mal je 5 Stunden pro Woche Belegungszeit, ergibt dann 10 von 168 Wochenstunden.
Rein rechnerisch könnten so mehr als 15 Autos je Ladestation laden … die ganzen privaten Wallboxen zuhause und die bei Arbeitgebern noch nicht einmal mitgerechnet … und das werden auch täglich mehr!
Deine 47 Millionen Steckdosen sind ein Märchen!

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Wolfbrecht Gösebert
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