Prof. Dr. Christoph Weber, Fachhochschule Kiel Bereich Elektrotechnik, hat aus der FH Kiel heraus sein Unternehmen Heimdalytics gegründet. Dieses hat sich auf die Qualitätsanalyse von gebrauchten und neuen Batteriemodulen, zum Beispiel aus dem E-Fahrzeug Bereich, spezialisiert. Über sein Start-Up und warum die Instandsetzung eines Lithium-Ionen-Akkus zunächst die bessere Wahl ist, als dessen Recycling, habe ich mich mit ihm ausgetauscht.
Entstanden sei die Idee des Start-Ups aus dem Gedanken heraus, dass in den nächsten Jahren zig Elektroautos ihren Weg auf den Gebrauchtwagen-Markt finden werden. Eine Auskunft zu deren Batteriezustand kann man bisweilen nicht treffen. Das vermeintliche Schnäppchen könnte somit schnell zum Geldgrab werden. Hier setzt das Unternehmen von Prof. Dr. Weber an, welches in das Innerste von Lithium-Ionen-Akkus blickt. Zu einem in Hinblick auf die Analyse von Spannung und Strömen der Batterie. Aber eben auch noch ein wenig tiefer. Auf die Impedanz der Zellen – das Klangbild der Zellen – wie Prof. Dr. Weber es beschreibt.
Die eigens entwickelte Hard- und Software-Lösungen erlaubt tiefgehende Analysen bis auf die Zellebene, so dass auch die Wiederverwendung von gebrauchten Modulen in bestehenden Batteriesystemen mit gleicher Qualität möglich ist. Die ersten Erfassungen und Auswertungen von neuen Batteriesystemen dauern entsprechend lange, da bis ins kleinste Detail geprüft wird. Ist die Datenbasis einzelner Batteriesystem dann umfassend genug, gehen die Prüfungen entsprechend schneller voran. Wie Prof. Dr. Weber ausführt geht es immer schneller Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, als Äpfel mit Birnen – um bei dem Bild aus der aktuellen Podcast-Folge zu bleiben.
Mit Hilfe der gewonnenen Daten können Aussagen zur Batterie-Lebenserwartung getroffen werden. Was die Voraussetzung für gezielte und bezahlbare Reparatur-Verfahren ist. Mit entsprechenden Partner-Unternehmen ist es dann möglich gezielt einzelne Module der Batterie auszutauschen, um die Leistungsfähigkeit der Batterie als Ganzes möglichst lange hoch zu halten. Der Wunschgedanke von Heimdalytics auf Zellebene einen Austausch durchzuführen sei zwar theoretisch möglich. In der Realität aber nicht umsetzbar, da die Batteriezellen mechanisch miteinander verbunden sind. Das Entfernen einer Zelle hat zur Folge, dass die Zellen im unmittelbaren Umfeld beschädigt werden.
Hier wünscht sich das Unternehmen eine entsprechende Regulierung/ Vorgabe und/ oder Verständigung der Automobilhersteller, um die Basis für eine entsprechende Langlebigkeit der Elektroauto-Akkus zu ermöglichen. Schon heute tanzt ein Automobilhersteller aus der Reihe: Tesla. Denn deren Ansatz die Batterie in der Struktur des Fahrzeugs unterzubringen, verhindert nicht nur den Austausch auf Zell- sondern auch auf Modulebene. Da die Batterie „aus einem Guss“ im Fahrzeug selbst verbaut ist.
Im Detail versteht Prof. Dr. Christoph Weber das Ganze dann aber doch ein wenig besser zu vermitteln. Und erläutert in diesem Zusammenhang, warum die mit Hilfe von Heimdalytics mögliche Langzeit-Nutzung von Gebraucht-Batterien gleichbedeutend mit Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit ist.
Achtung: Die Aufnahme von Prof. Dr. Christoph Weber kommt mit ein wenig Rauschen daher. Konnten wir im Nachgang leider nicht mehr gänzlich entfernen. Dies als Hinweis vorab!
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Das ist völlig richtig. Das schwächste Modul und dort die schwächste Zelle beeinflusst das Gesamtsystem stark. Da hat Porsche für den Taycan letztes Jahr ein Reparaturkonzept vorgestellt und auch die Preise dazu genannt. Das wird wohl für die MEB-Fahrzeuge auch kommen.
Ebenso lässt sich im Taycan mit CarScanner und einem handelsüblichen Bluetooth Dongle der Batteriezustand jedes einzelnen Moduls und jeder Zelle auslesen. Ohne Kosten, vom Anschaffungspreis des Dongles mal abgesehen, Peanuts und braucht man eh.
Bei anderen Firmen gibt es vereinzelt Initiativen, das Thema wird langsam interessant und man will es nicht Drittanbietern überlassen, so mein Eindruck. Außer Tesla. Die Tesla lassen sich etwas ähnlich, aber natürlich teurer auslesen. Ein Reparaturkonzept gibt es da nicht, sondern nur einen Kulanzpreis für einen ganz neuen Akku, der dem üblichen Rentner die Socken in den Sandalen auszieht. So sind sie halt.
Könnte sein, dass man Autoakkus schon bald sehr gut röntgen kann und die meisten Fehler so findet. Die Firma Comet AG ist daran, die Komponenten für solche Röntgengeräte zu entwickeln.