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Lindner beharrt auf E-Fuels statt komplettem Verbrenner-Aus ab 2035

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
26. Juni 2022
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
26. Juni 2022
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Christian Lindner

Home Automobilindustrie

Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat im Streit um das von der EU geplante europaweite Verbrenner-Aus ab 2035 nochmal nachgelegt und ein Entgegenkommen signalisiert: Er sagte vor wenigen Tagen am Rande eines Gewerkschaftstags der Deutschen Steuer-Gewerkschaft in Berlin, dass synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) als Option weiterhin verfolgt werden sollten: „Mit synthetischen Flüssigkraftstoffen im Kolbenmotor ist Klimaneutralität genauso möglich. Wenn das abgebildet werden kann auf europäischer Ebene, spricht nichts gegen eine Zustimmung“, so Lindner.

Unterstützung bekam er – nachdem ihm bereits Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) beistand – nun auch von FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler. „Es wäre ein großer Fehler, den Verbrennungsmotor zu verbieten und damit auch klimaneutrale Kraftstoffe aus dem Wettbewerb um die besten Klimaschutztechnologien auszuschließen“, sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Deshalb soll Deutschland den EU-Plänen „in der nun vorgeschlagenen Form nicht zustimmen“. Ohnehin würden E-Fuels dringend für eine Verbesserung der Klimabilanz der Bestandsflotte gebraucht, so Köhler weiter: Auch die „weit mehr als eine Milliarde Bestandsfahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf der Welt brauchen eine klimafreundliche Perspektive“. Ein EU-weites faktisches Verbot würde diese Entwicklung ausbremsen, so die Befürchtung des FDP-Fraktionsvizes.

Beim Treffen der EU-Umweltminister am Dienstag wollen die EU-Staaten ihre Position zum Verbrenner-Aus verabschieden, wobei nicht einstimmig entschieden werden muss, eine qualifizierte Mehrheit wäre ausreichend. Deutschland könnte sich, wenn die Meinungen weiterhin auseinander liegen, bei der Abstimmung auch enthalten – was im Ergebnis allerdings als Nein gewertet werden würde.

E-Fuels werden mit Hilfe von Strom hergestellt. Wird dabei Ökostrom genutzt, ist die Klimabilanz zwar neutral. Synthetische Kraftstoffe jedoch haben den Nachteil, dass ihre Herstellung äußerst energieintensiv ist. Aktuell braucht ein durchschnittliches Elektroauto für eine Strecke von 100 Kilometern gut 18 kWh an elektrischer Energie, während bei einem mit E-Fuel betriebenen Verbrenner mehr als 100 kWh benötigt werden.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke stellte im Rahmen der Diskussion klar, dass sich „die gesamte Bundesregierung“ bereits im März darauf geeinigt habe, „den Vorschlag der EU-Kommission in allen Ausgestaltungsformen zu unterstützen, ab 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zuzulassen“. Deutschland unterstütze die Klimapläne der EU-Kommission, schob sie vor wenigen Tagen nach, da damit eine „Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt“ werde. Sie bezeichnete dies als „wichtige Weichenstellung“, welche die „Planungssicherheit für die Wirtschaft“ bedeute.

E-Fuels, so Lemke weiter, „können allenfalls außerhalb des bestehenden Systems der Flottengrenzwerte eine Rolle spielen, also bei Sonderfahrzeugen wie Baggern oder der Feuerwehr.“ Ein Sprecher der Bundesumweltministerin bekräftigte: „Die Bundesregierung unterstützt vollumfänglich den Vorschlag der Kommission und des Europäischen Parlaments, ab 2035 neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge nur noch mit Nullemissionsantrieben zuzulassen.“

Quelle: Automobilwoche – Geplantes Verbrenner-Aus: Lindner fordert Nachbesserungen / Elektroauto-News – FDP-Chef Lindner stellt sich gegen EU-Entscheid zum Verbrenner-Aus 2035

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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91 Comments
Peter Bigge von Berlin
Peter Bigge von Berlin
3 Jahre zuvor

Lindner, Go Home
zu Deinen Ewiggestrigen

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Peter Bigge von Berlin
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Tomas Angelus
Tomas Angelus
3 Jahre zuvor

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der Lindner sagt Deutschland kann sich fehlgeleitete Subventionen nicht mehr leisten und beharrt auf E Fuels. Hört der sich eigentlich selbst zu, oder ist er wirklich dumm bis zum Anschlag.

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heinr
heinr
3 Jahre zuvor

Man muss echt Angst haben vor unseren Politikern. Kurzsichtiger Aktionismus ohne Sachverstand, mehr kommt da nicht mehr. Auf E-Fuels zu verzichten hieße die Kompetenz in der Verbrennerindustrie zu Grabe zu tragen, so wie schon im Bergbau, der Kernkraft, der Solarzellenherstellung, der Halbleiterindustrie usw.
Hinzu kommt das der PKW Verkehr nur einen Bruchteil der Emissionen ausmacht.
Wie sieht es aus in der Luftfahrt, den Frachtschiffen, den Baumaschinen ?

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David
David
3 Jahre zuvor

Wenn es um viel geleitete Subventionen geht, bin ich schon bei ihm. Warum noch Hybride und BEV fördern? Die Lieferfristen sind eh hoch.

Und wo man gerade dabei ist, könnte man auch Flugbenzin besteuern. Und: Ich habe verstanden, warum man früher, wo Arbeit knapp war, Pendler subventionierte. Heute ist es ein Arbeitnehmermarkt und zudem ist heute Heimarbeit sehr oft möglich. Da sind Pendlerpauschalen das völlig falsche Signal.

Aber diese e-fürs sind eine reine Geldvernichtung und vor allen Dingen werden damit laute und dreckige Fahrzeuge befeuert. Das muss aufhören.

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Jürgen
Jürgen
3 Jahre zuvor

Der Mann ist nur noch peinlich.
Der E-Techniker (Elektrolurch)

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Kliko
Kliko
3 Jahre zuvor

Herr Lindner sie sind dumm kann ich nur sagen oder sie lesen keine Zeitschriften die besagen das e Fuels das 10 fache an Strom benötigen als Elektroautos bzw. Die Batterien. Ich hoffe das sie bald zurücktreten denn so einen Mist was sie fordern ist ja nicht mehr auszuhalten

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Kliko
Kliko
3 Jahre zuvor

Wer hat den als Finanzminister geholt der gehört fristlos entlassen .

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Kliko
Kliko
3 Jahre zuvor

Der Verkehrsminister gehört ebenfalls fristlos entlassen der hat in der Politik nichts zu suchen ist doch klar das DEI beiden DEPPEN zusammenhalten sind ja von der FDP.

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Tobi
Tobi
3 Jahre zuvor

Diese täglich grüsst das Murmeltier – Politik sollte vielleicht mal durchbrochen werden. Ein Tritt in die Dino-Ärsche würde sicher mehr nützen, als diese Hinhaltepolitik.

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Carlos Seins
Carlos Seins
3 Jahre zuvor

Des muss ein fester Plescher sein….

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Josef
Josef
3 Jahre zuvor

Die Diskussion ist eine reine Wählerklientel Diskussion und daher irrelevant.
Die größte eFuel Anlage die derzeit weltweit geplant ist stammt von Porsche und soll im Endausbau ca 500 Mio Liter pro Jahr erzeugen…für die 911er Kunden…das verbrennt Deutschland in ca. 2Tagen!!!
Genauso gibt es keine Produktionskapazitäten für Wasserstoff…Hamburg reicht für ca 20000 Autos pro Jahr.
In 5 bis 10 Jahren spricht eh keiner mehr davon sobald Li Schwefel Batterien auf dem Markt sind.
Selbst im LKW Bereich gibt es schon den eActros mit 500km Reichweite zu kaufen…Wasserstoff LKW…nur Ankündigungen

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Stefan
Stefan
3 Jahre zuvor

Ich verstehe nicht, warum ein Finanzminister zu diesem Thema was zu bestimmen hat. Ja, CL ist bekennender Petrol Head. Aber es wird langsam Zeit, auf Wissenschaftler und die Automobil Industrie zu hören.

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Dagobert
Dagobert
3 Jahre zuvor

Ohne Etikettenschwindel wären bei der Formulierung „Nur Fahrzeuge die keine CO2 Emissionen ausstoßen“ BEVs auch nicht zulassungsfähig. 0g/km – Mit welchem Strommix, aus „LaLa-Wunderland“?!
Die Photovoltaikanlagen Besitzer können gleich die Luft anhalten wenn Sie am Tag mehr als 10km fahren oder von November-März das nicht Auto stehen lassen. Meine 13 kWp Anlage erzeugt da im Schnitt 300 kWh pro Monat. Das reicht nicht mal um die Grundlast von meinem Haus zu decken, und schon gar nicht um ein BEV zu laden.
Die Damen und Herren von der EU sollen lieber ein Datum festlegen ab dem Kraftstoffe keinen fossilen Anteil mehr haben dürfen. Den Rest regelt dann der Markt.

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Daniel W.
Daniel W.
3 Jahre zuvor

Die „Falsch Denkende Partei“ (FDP) – wir haben viel zu wenig Ökostrom und jetzt will die FDP den knappen Ökostrom auch noch sinnlos mit der Herstellung der E-Fuels vergeuden, damit es auf unseren Straßen weiter lärmt, qalmt und stinkt – man kann nicht der Verbrenner-Lobby in den Hintern kriechen und gleichzeitig das Klima retten.

Deutschland und die EU müssen froh sein, wenn sie genug Ökostrom für Haushalte, Handwerker, kleinere Fabriken und den Verkehr zu Lande erzeugen können, um Unabhängigkeit von nichtdemokratischen Ländern zu erlangen. Und es ist auch nicht genug Platz für die 5-fache Anzahl an PV- und Windkraftanlagen vorhanden, um damit E-Fuels zu erzeugen, wenn man noch etwas freie Landschaft will.

Die Großkonzerne können sich meinetwegen auf der ganzen Welt mit Energie eindecken, sie kaufen ja auch sonst ihre Rohstoffe dort ein, wo es am billigsten ist, egal welcher Diktator oder Autokrat an der Regierung ist.

Es wird immer Leute geben, bei denen Autofahren nur Spaß macht, wenn es lärmt, qualmt und stinkt, diesen Leute wird man Verbrenner-Spielplätze anbieten, wo sie für viel Geld ihr Gelüste und Süchte ausleben können, so ähnlich wie heute schon in Lusthäuser und Spielhallen – mit allen negativen Folgen.

Für mich ist Verkehr der Zukunft auf der Straße batterie-elektrisch, ebenso die Strom- und Energieversorgung in den privaten, öffentlichen und gewerblichen Gebäuden, die mit PV- und Windkraftanlagen sowie H2- und Pufferbatterie-Speichern mit Strom versorgt werden. Und die Heizungen werden Wärmepumpen sein, die mit günstigem Ökostrom laufen und die bezogenen Kilowattstunden verdreifachen – so einfach ist das.

Die FDP will wieder ihre kleine Klientel bedienen, um damit so gerade über die 5%-Hürde zu kommen und den Anderen ins Handwerk pfuschen, die das Klima für die Mehrheit der Menschen retten wollen.

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Celsi
Celsi
3 Jahre zuvor

Welch Überraschung, dass die Tatsache, dass Elektromobilität als ausschließliche Lösung für die Zukunft nicht funktioniert, bei E-Fanboys nicht gut ankommt.
Stimmt, E-Fuels haben Nachteile, wurden bereits genannt. Aber Akkus etwa nicht? Aber immer schön die Augen davor zu schließen und das E-Mantra predigen – erbärmlich.
Lindner hat Recht, zumindest hier.

Zuletzt bearbeitet am 3 Jahre zuvor von Celsi
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