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Skeleton und KIT wollen Graphen-Batterie mit 15 Sekunden Ladezeit entwickeln

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
9. September 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
9. September 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1808745853

Home Automobilindustrie

Skeleton Technologies, ein weltweit aktiver Anbieter von Ultrakondensator-Energiespeichern auf Graphenbasis, ist eine Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eingegangen, um die Entwicklung seiner „SuperBattery“ abzuschließen – einer „bahnbrechenden Graphenbatterie“, wie Skeleton selbstbewusst mitteilt, die innerhalb von 15 Sekunden aufgeladen sein soll. Diese extrem flotte Ladezeit in Verbindung mit Hunderttausenden von Ladezyklen soll die SuperBattery zu einer perfekten Lösung für die drei Hauptprobleme machen, welche Elektroautos betreffen: langsame Ladezeiten, zyklischer Verschleiß der Batterie und Reichweitenangst. Weitere Details zur SuperBattery außer der 15-sekündigen Ladezeit, wie etwa Kapazität oder Leistung der Batterie, nennt das Unternehmen allerdings leider nicht.

Das Hauptunterscheidungsmerkmal für die SuperBattery sei das patentierte, „gebogene“ Graphen-Kohlenstoffmaterial von Skeleton, genannt Curved Graphene, welches ein hohes Leistungsvermögen mit einer langen Lebensdauer paare, so das Unternehmen. Diese Ultrakondensatoren sollen sich zunehmend zu einer idealen Ergänzungstechnologie zu Lithium-Ionen-Batterien entwickeln. Ergänzung deshalb, da die SuperBattery den Lithium-Ionen-Akku in Elektroautos nicht komplett ersetzen, sondern ihm unterstützend zur Seite stehen soll, etwa bei hoher Leistungsabfrage beim Beschleunigen.

Die Entwicklung von Curved Graphene wurde von EIT InnoEnergy unterstützt, einem europaweiten Innovationsmotor für nachhaltige Energie, der auch der erste Unterstützer des schwedischen Batterieherstellers Northvolt ist. Das Karlsruher Institut für Technologie als neuer Entwicklungspartner von Skeleton Technologies ist ein bekannter Akteur auf dem Feld der Entwicklung von Energiespeichertechnologien. Im Rahmen der Kooperation sollen die Synergien zwischen Skeleton und dem KIT genutzt werden, um Energiespeichertechnologien der nächsten Generation wie die SuperBattery auch auf den Markt zu bringen. Maximilian Fichtner, Leiter der Forschungseinheit am KIT und Direktor am Helmholtz-Institut Ulm, sagt, er sehe Skeleton als „perfekte Ergänzung“ zur Forschung am KIT: „Skeleton ist sowohl flexibel als auch groß genug, um einen neuen Prozess zu entwickeln, unser Wissen in ein Produkt zu übertragen und auf den Markt zu bringen.“

„Ein Game Changer“ für die Automobilindustrie

Die SuperBattery sei „ein Game Changer“ für die Automobilindustrie, sagt Taavi Madiberg, der CEO von Skeleton Technologies. In der Theorie klingt das Produkt in der Tat vielversprechend: In Hybridautos soll die Graphenbatterie, weil sie beim Rekuperieren besonders schnell aufgeladen werden kann, den Verbrauch im zweistelligen Prozentbereich reduzieren können. Dank der hohen Leistung der Batterie sollen Hybridautos zudem deutlich flotter und kräftiger beschleunigen können. Auch in Brennstoffzellenautos sollen Graphenbatterien den aktuell verbauten Lithium-Ionen-Akkus überlegen sein.

Als Ergänzung des Lithium-Ionen-Speichers in einem reinen Elektroauto soll die SuperBattery eine Überdimensionierung von Akkus und den entsprechenden Kühlsystemen vermeiden können. Dies soll die Kosten eines Batteriesystems verringern und seine Lebensdauer verlängern. Skeleton Technologies hat nach eigenen Angaben „vor kurzem“ mit einem „führenden Automobil-Hersteller“ bereits eine Absichtserklärung über eine Milliarde Euro unterzeichnet, um seine Technologie auf den Markt zu bringen.

Quelle: Skeleton Technologies – Pressemitteilung vom 08.09.2020 // Electrive – KIT und Skeleton forschen an Graphenbatterie mit kurzer Ladezeit

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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1 Kommentar
Harald Treutler
Harald Treutler
5 Jahre zuvor

Das ist zu schön, um wahr zu sein!!

Kleine Überschlagsrechnung, ob das für einen Auto-Akku mit 100 kWh Kapazität überhaupt realistisch ist (Soviel braucht man schon, um bei 20 kWh/100 km mindestens 500 km weit zu kommen.)
100kWh in 20s laden, das bedeutet:
1 h =3600 s, 20 s = 1/180 h -> Ladeleistung = 180 x Kapazität
Das ergibt dann:
Anschlussleistung der Ladesäule = 18 MW (Das wäre dann schon ein kleinerer Ortsnetztrafo oder die Leistung von 3 E-Loks!)
Ladestrom bei (hypothetischer Ladespannung von 1000V) = 18 kA !!!!!

Kann mir jemand mit gesundem Menschenverstand bitte mal erklären, wie ein Ladekabel/Ladestecker für 1000 V und 18 kA aussehen soll?

Dann stelle man sich bitte eine Tankstelle mit 10 Ladesäulen vor ……..

Muss man hier noch weiter rechnen oder ist jetzt klar geworden, das es praktisch unmöglich ist, die Energiemenge für ca. 5 h Fahrzeit in 20 s wieder in den Akku zu bekommen!

Dabei haben wir noch nicht mal an die Verluste in Kabeln, Steckern, Stromrichtern und natürlich dem Akku selbst gedacht, die schon bei gegenwärtiger Ladetechnik überschlagen bei ca. 10% liegen!

10% von 18 MW sind 1,8 MW! Wenn die im Volumen eines Mittelklasse-PKW umgesetzt werden, gibt es ein mittleres Feuerwerk!

So eine Schnellade-Technik mag für kleinere Akkus noch realisierbar sein; z.B ein Smartphone in ein paar Minuten aufladen, ohne dass es dabei abbrennt!

Man sollte solche Jahrmarksmeldungen ruhig darauf prüfen, ob das überhaupt realisierbar ist, bevor man in Jubel ausbricht!!!

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