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Frank Thelen: Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie?

Frank ThelenbyFrank Thelen
19. Juni 2020
Lesedauer: 4 Minuten
Frank ThelenbyFrank Thelen
19. Juni 2020
Lesedauer: 4 Minuten

© Abbildung(en): Frank Thelen

Home Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

Seriengründer und Tech-Investor Frank Thelen hat auf LinkedIn für sich die Frage beantwortet, ob Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie ist. Wir freuen uns diesen Artikel auf unserem Portal mit dir zu teilen.

Update: Ebenfalls auf LinkedIn hat sich Dr.-Ing. David Wenger zu Wort gemeldet, seines Zeichens anerkannter Experte für Wasserstofftechnik und Gründer mehrerer Firmen auf diesem Gebiet – seine Antwort auf die Frage von Thelen wollten wir dir ebenfalls nicht vorenthalten.



Hat Wasserstoff eine Zukunft?

Beim Thema Wasserstoff gehen die Meinungen stark auseinander. Für manche ist es die Energiequelle der Zukunft, andere üben harte Kritik an der Technologie. Elon Musk nennt Wasserstoff-Brennstoffzellen “fool cells” und Wasserstoff-betriebene Autos “incredibly dumb”. Yoshikazu Tanaka, der Chefingenieur des Toyota Mirai (dem ersten Wasserstoffauto in Serie) gibt ihm sogar recht und sagt, es sei besser, ein Elektroauto direkt an der Steckdose aufzuladen. Er ergänzt jedoch, dass Wasserstoff eine zukunftsfähige Alternative zu Benzin sei. Herbert Diess wiederum sieht Wasserstoffautos ebenfalls als Unsinn, da die Herstellung von Wasserstoff entweder nicht CO2-frei oder extrem ineffizient sei.

In der Politik wiederum findet Wasserstoff einige Befürworter. Von den 50 Milliarden Euro, die die Bundesregierung im Rahmen des Zukunftspakets in neue Technologien investieren will, soll ein Teil auch in Wasserstoff fließen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist der Ansicht, dass Wasserstoff als Kraftstoff in Verbindung mit Brennstoffzellen die Mobilität umkrempeln könne. Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek sieht Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, das Forschungsetat für grünen Wasserstoff soll um 300 Millionen Euro aus dem Klimafonds aufgestockt werden. Doch wie zukunftsfähig ist Wasserstoff wirklich? Handelt es sich dabei um eine Zukunfts- oder doch eher um eine Brückentechnologie?

Es gibt einige Herausforderungen bei der Herstellung und Anwendung von Wasserstoff:

Wasserstoff ist keine Energiequelle, sondern ein Energieträger

Wasserstoff wird oft in einem Atemzug mit Wind- und Sonnenenergie genannt, dabei handelt es sich anders als Wind- und Sonnenenergie nicht um eine Energiequelle, sondern um einen Sekundärenergieträger, der zunächst hergestellt werden muss.

Die Herstellung ist bislang sehr ineffizient und zum Teil sogar umweltschädlich

Wasserstoff als saubere Alternative zu verkaufen, geht in meinen Augen nach heutigem Stand der Technik zu weit. Bei der aktuell meist angewandten Herstellung aus Erdgas entsteht nicht nur CO2, es werden auch eine Reihe anderer, schädlicher Stoffe freigesetzt. Auch wenn es mithilfe von Elektrolyse möglich ist, CO2-neutral Wasserstoff herzustellen, bleibt das große Problem der Effizienz.

Wasserstoff verbraucht schon bei der Herstellung einen großen Teil der Energie

Was die Effizienz betrifft, wird Wasserstoff schon sehr bald an seine physikalischen Grenzen kommen. Nach aktuellem Stand der Technik liegt der Wirkungsgrad bei ca. 60 – 80 % und hier ist auch nicht mehr viel Luft nach oben. Bei der energetischen Nutzung von Wasserstoff durch Brennstoffzellen liegt die Gesamt-Effizienz aktuell bei 43% und kann voraussichtlich noch auf bestenfalls 52% gesteigert werden. Dies verdeutlicht die Grafik von Transport & Environment:

WTT / Transport and Environment

Die Speicherung von Wasserstoff ist aufwendig und benötigt viel Platz

Durch seine geringe Dichte hat Wasserstoff sehr viel Volumen. Auch wenn es extrem leicht ist und die Energiedichte auf die Masse bezogen sehr hoch ist, wird bei der Speicherung extrem viel Platz benötigt. Außerdem sind aktuell zur Speicherung entweder sehr hoher Druck oder sehr niedrige Temperaturen nötig, was ebenfalls Energie kostet. Hinzu kommt, dass es in Kombination mit Sauerstoff hochentzündlich ist und somit auch einige Risiken birgt.

Wieso will unser Land Wasserstoff fördern?

Trotz der oben genannten Kritikpunkte plant die Bundesregierung, Wasserstoff im Rahmen des Zukunftspakets zu fördern. Auch viele deutsche Autohersteller setzen auf die Brennstoffzelle als Alternative zur Elektromobilität. Ich schätze die Zukunftsfähigkeit von Wasserstoff als sehr kritisch ein. Während in der Batterietechnologie noch große Sprünge möglich sind, stößt Wasserstoff schon bald an seine physikalischen Grenzen. Samsung hat kürzlich ein Whitepaper zu einer Batterie mit einer Energiedichte von 900 Wh pro Liter veröffentlicht – hier erwarte ich in den kommenden Jahren große Sprünge, was sich sehr positiv auf die Gesamteffizienz und Reichweite von Elektroautos auswirken wird. Wieso Wasserstoff hier nicht mithalten kann, wird auch in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung sehr gut erklärt.

Dennoch gibt es einige Anwendungsbereiche, in denen Wasserstoff zumindest übergangsweise sinnvoll eingesetzt werden kann. Aufgrund seiner geringen Masse eignet es sich beispielsweise gut als Antrieb für Flugzeuge und Schiffe, die den nötigen Platz haben und weite Strecken zurücklegen müssen. Langfristig wird es auch hier effizientere Lösungen geben, aber um hier möglichst schnell und effizient große Mengen an CO2 einzusparen, sehe ich Wasserstoff als gute Lösung an.

Fazit – Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie?

Wasserstoff ist für mich bestenfalls eine Brückentechnologie, die unter CO2-neutraler Herstellung eine sinnvolle Alternative zum Antrieb von Flugzeugen und Schiffen bieten kann. Sie ist aber keinesfalls eine wichtige Zukunftstechnologie und unsere Regierung und unsere Autoindustrie sollten meiner Meinung nach nicht zu viele Ressourcen in die Entwicklung stecken, die allein aus physikalischen Gründen nicht sonderlich vielversprechend ist. Ein weiterer Punkt sind die Herstellungs- und Wartungskosten von Wasserstoffautos, hierdurch werden diese noch mal deutlich unattraktiver gegenüber reinen E-Autos.

Ich freue mich auf eine offene, faktenbasierte und sachliche Diskussion und auf eure Meinungen zu dem Thema. Wichtig ist mir, dass wir nicht auf emotionaler, sondern auf rationaler Ebene über die wichtigen Fragen der Zukunft diskutieren und unser Land so jetzt an diesem wichtigen Wendepunkt in die richtige Bahn lenken.

Frank Thelen

Frank Thelen

Frank Thelen ist ein europäischer Seriengründer, Technologie-Investor und TV Persönlichkeit. Seit 1994 gründet und leitet er technologie- und design-getriebene Unternehmen. In seiner Rolle als Gründer und CEO von Freigeist Capital konzentriert er sich auf Investitionen in der Frühphase. Seine Produkte haben über 200 Millionen Kunden in über 60 Ländern erreicht. Frank war der erste Investor in Startups wie Lilium Aviation, Wunderlist, myTaxi, kaufDA und Ankerkraut. 2018 veröffentlichte er mit 42 Jahren seine Autobiografie „Startup-DNA".

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83 Comments
STEPHAN DD
STEPHAN DD
6 Jahre zuvor

Wenn man wöllte, könnte man viele Probleme auch mit einem Austausch Akku lösen. Und wer tatsächlich einen E-Antrieb nutzt, findet die Diskussion über die permanent erforderlichen hohen Ladeleistungen einfach praxisfern. Das braucht man zu Hause nicht. Wichtig ist, dass man überhaupt laden kann. 12 h mit einem KW sind mind. 50 km Reichweite einschließlich aller Verluste.
Aber für einen Austauschakku müsste man sich auf einen Standard einigen. (wie lange wird schon über einheitliche Ladekabel Smartphones diskutiert) Im Moment wird sehr viel erneuerbare Energie einfach abgeregelt. Überschüssige Energie in H2 umzuwandeln, ist allemal besser, als ungenutzt zu lassen.
Wenn man mehr Experten und weniger Lobbyisten ans Werk lassen würde, wer weiß was alles möglich wäre.

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Micha
Micha
6 Jahre zuvor

Hallo. Die Frage die ich mir in den letzten Jahren zum Thema Wasserstoff immer wieder gestellt habe ist seine Umweltverträglichkeit. Bei der Produktion und beim Transport entweicht zwangsweise (wenn auch nur in geringen Menge) Wasserstoff. Es gibt mehrere Studien darüber dass Wasserstoff ein indirektes Treibhausgas ist das es die negativen Effekte von primären Treibhausgasen wie Methan verstärkt. Ich frage mich ob der Wasserstoff in 50-100 Jahren nicht genauso kritisch wie CO2 heute angesehen wird?

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CB
CB
6 Jahre zuvor

Sehe ich teilweise anders. Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge machen uns viel zu abhängig vom Stromnetz. Die Abhängigkeit ist jetzt schon viel zu groß. Ein Beispiel: Die Feuerwehr hat einen Großeinsatz über viele Stunden. Da macht dann jede Batterie schlapp. Da müssen die Kameraden dann wohl bei den Nachbarn klingeln und fragen, ob sie ihre Feuerwehrfahrzeuge und Pumpen laden dürfen. Und was ist mit Großschadenslagen, wo das gesamte Stromnetz zusammen Bricht? Sind da nicht netzunabhäbgige Lösungen besser?

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Silverbeard
Silverbeard
6 Jahre zuvor

Dass ist das erste mal, dass ich froh bin, dass Herr Altmaier Wirtschaftsminister ist. Sein bescheuerter Plan mit Algerien wirft die Wasserstoffwirtschaft um 10-15 Jahre zurück.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

Manche Kommentatoren sollten lieber mal das hier lesen, statt immer nur zu schreiben. Sehr ausgewogen:

https://www.zukunft-mobilitaet.net/169895/analyse/elektroauto-brennstoffzelle-synthetische-kraftstoffe-ptx-ptl-kosten-infrastruktur-rohstoffe-energiebedarf-wirkungsgrad/?utm_source=Newsletter+%7C+Elektroauto-News.net&utm_campaign=426b357040-Mail_from_09102017_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_a13cad7d1b-426b357040-154199393

https://www.vde.com/resource/blob/1875246/3a4ac5081799af17650c62316c183eb4/studie-brennstoffzelle-data.pdf

Manche können leider auch nicht sehr differenziert denken. Entweder diskutiert man konsequent gegenwartsbezogen oder zukunftsorientiert, aber doch nicht beliebig gemischt und bleibt neutral fair. H2-Gegner blenden alles aus, was nicht ins Konzept passt. Was mich immer wieder verwundert, dass man die selben Argumente gegen FCEV verwendet, welche bis vor kurzem gegen BEV benutzt wurden. Geschichte scheint sich doch zu wiederholen.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

Es gibt eine sehr umfassende fachliche Diskussion zum Thema H2 die sehr vieles beleuchtet, was man hier ja nicht unbedingt alles wiederholen muss. Bis hin zum Thema Wasserverbrauch bei der H2-Herstellung in Wüstenländern.
https://elektroauto-news.net/2020/hyundai-nexo-ohne-zukunft-in-deutschland#comment-74898

Ganz interessant ist dann am Ende das was ein Kfz-Mechanikermeister gegen BEV raushaut, wodurch ich mich gezwungen sah, von FCEV-Verteidung auf BEV-Verteidigung umzusteigen. Da würde ich gerne mal weitere Kommentare von Tesla-Erfahrenen lesen. Es lohnt sich nämlich auch ältere Threads zu füttern, wenn die durch Google zu hohen Suchergebnissen führen.

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Joseph Maier
Joseph Maier
6 Jahre zuvor

Diese Diskussion ist mir zu oberflächlich. Haben die Diskutanten drüber nachgedacht wie abhängig wir uns von unsicheren Staaten machen. Offensichtlich reicht die Erfahrung aus der derzeitigen Pandemie noch nicht. Wir sollten einmal darüber nachdenken welche Umweltbelastung die Herstellung einer Batterie mit sich bringt und was von der Leistung im Winter noch übrig bleibt und wie wir schwer Fahrzeuge in Zukunft antreiben möchten. Batterien sind dafür am wenigsten geeignet Über die Entsorgung und die Lebensdauer haben wir noch nicht gesprochen, auch nicht über den Vorrat an Rohstoffen und von wem diese kommen. Ich wundere mich dass diese Faktenlage keine Rolle spielt.
Grundsätzlich ist die Speicherung und Rückgewinnung in Strom nicht wirtschaftlich. Wenn Wasserstoff einmal erzeugt ist sollte dieser in Gasform bleiben. Die Verflüssigung und Rückvergasung mach die Herstellung unwirtschaftlich.
Zur Sicherheit ist festzustellen dass Wasserstoff weniger gefährlich ist als Benzin. Er hat eine Zündtemper von 585 °C.
Bis heute habe ich kein überzeugendes Argument gehört das gegen Wasserstoff spricht. Mit erneuerbarer Energien und Wasserstoff können Tankstellen, Industriebetriebe und ganze Regionen frei von CO2 werden. Deutschland und die EU können unabhängig und zum energetischen Selbstversorger werden. In diesem Zusammenhang können wir die heute noch Systemrelevanten Kohlekraftwerke abschalten. Mit neuartigen Speichersystemen können die Schwankungen aus erneuerbaren Energiequellen ausgeglichen werden. Abschalten ist damit nicht mehr erforderlich.
Die Kosten für Wasserstoff sind nicht weit von den Benzin Preisen entfernt. Eine Umweltfreundlichere Lösung kenne ich noch nicht.

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Michael O
Michael O
6 Jahre zuvor

Herr Thelen, ich vermisse in Ihrem Beitrag was für eine Alternative wir haben, rein Elektro Batteriebetrieben ist in meinen Vorstellungen nicht machbar. Wo soll ich denn mein E-Auto aufladen, etwa bei einem Supermarkt, Parkhaus, oder sonst wo? Die Auflade Zeiten sind jenseits von gut und böse, es wird in Zukunft nur ca. 15% Schnellladestationen geben mit ca. 30 Minuten, die restlichen werden bei ca. 6 Std. sein.
Fragen:
– was ist mit den Rohstoffen für Batterien wie werden sie gewonnen?
– wie werden die Akkus entsorgt?
– wie wird bei einem Fahrzeugbrand gelöscht, ist im Moment sehr schwierig!
– wollen wir wirklich alle 200 Meter Windräder haben um für den nötigen Strom zu haben
– ist es nicht sinnvoll Wasserstoff da zu erzeugen wo viel Sonne ist um ihn dann zu transportieren wie jetzt das Öl?

Was sind denn Ihre Alternativen Herr Thelen??

wie beim tanken

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Massimo
Massimo
6 Jahre zuvor

Unglaublich, wie Profit gesteuert diese Analyse für mich wirkt. Es geht um Effizienz, nein um Nachhaltigkeit. Wenn man Wasserstoff mit sauberer Energie produziert ist es Effizient. In der Analyse ist schwammig erklärt warum es als ineffizient eingestuft wird. Nämlich sind es die Kosten für Transport und Produktion der Lagerung und der Tankstelle bis das gesamte Netz aufgebaut ist aber auch alle anderen Energieträger standen an diesem Start. Wenn man aber dir Analyse mit der guten Absicht in dem nächsten 50 Jahren erstellen würden mit 50% wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zu rechnen, profitieren unsere Nachfolger stark davon. Jedoch interessieren sich wenige für die Zukunft der Erde und der Mitmenschen Investoren wollen bloss das Geld sehen und möglichst wenig Risiko tragen. So kommt es für mich rüber.

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Farnsworth
Farnsworth
6 Jahre zuvor

Ich könnte mir vorstellen, dass Wasserstoff in Zukunft als stationärer Langzeit-Speicher zu Hause verwendet werden kann. Wenn ich ein überdimensioniertes Photovoltaik Dach auf meinem Haus habe kann in der Sommerzeit eine große Energiemenge gewonnen werden und der Überschuss in in Wasserstoff gewandelt werden. Dabei steht die Wasserstofferzeugung an letzter Stelle. An erster Stelle würde der Direktverbrauch des Haushalts stehen und z.b. das Laden des Elektroautos. Die nächste Stufe wäre die Kurzzeit-Speicherung in einem kleinen Pufferakku von ca 10 Kilowattstunden. Erst dann kommt die Wasserstofferzeugung. Die Abwärme das Erlektrolyseurs könnte man z.B. benutzen um Warmwasser damit in der Sommerzeit zu erzeugen. Damit würde die Effizienz des Prozesses steigen. In der Sommerzeit sollte eine große Photovoltaik-Anlage genug Strom erzeugen um damit einen großen Puffer für die Winterzeit zu laden. Im Winter wird dann an Sonnenarmen Tagen der Wasserstoff rückverstromt. Damit können dann alle Haushaltsstrombedarfe wie z.b. Wärmepumpe und auch das E-Auto laden gedeckt werden. Die Abwärme der Brennstoffzelle kann wiederum für die Heizung benutzt werden.

Ob ich allerdings neben meinem Haus einen Hochdruckwasserstoffspeicher stehen haben möchte, da bin ich mir noch nicht so ganz sicher.

Für Privat KFZ sehe ich allerdings nur eine sehr kleine Marktnische für das Wasserstoffauto. Tesla zeigt eindrucksvoll, dass das Batterieauto für den Alltagseinsatz völlig geeignet ist. Es müssen jetzt nur noch die passenden Modelle folgen und die Preise sinken.

In dieser Phase sind wir gerade. Ich habe mir einen E-Up bestellt. Dieses Fahrzeug wird die meisten Bedürfnisse meiner Mobilität abdecken.

Farnsworth

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Volta
Volta
6 Jahre zuvor

Schade daß sich Diskussionen nicht wirklich sachlich führen lassen aber zurück zum Thema. Natürlich können wir die Brennstoffzellentechnik schlecht reden und nichts tun, dann freuen sich halt andere über ihren Erfolg. Wir können auch jetzt die Elektromobilität gegen die Wasserstoff-Technik ausspielen und beide kommenden Techniken so ausbluten lassen. Am Ende müssen wir aber eine verträgliche Alternative zum Öl finden und was Deutschland betrifft, als eines der führenden Industrie – Länder dieser Welt am Markt bestehen, um weiter wie gewohnt komfortabel leben zu können. So ist es aus meiner Sicht unumgänglich jetzt in die Brennstoffzelle zu investieren, um diese Technik nun endlich rentabel zu machen und damit die Energiewende zu schaffen. Selbst wenn ich den Wirkungsgrad nicht toll finde, so ist dieser zur Zeit ähnlich wie bei Öl nach hundert Jahren. Der Unterschied ist aber eben die ursprüngliche Quelle des kommenden Energieträgers, diese können wir erstmalig nachhaltig gestalten und müssen nicht altes fossiles Öl verbrennen. Wenn mich also jemand nach dem Sinn dieser Technik und der nun kommenden Fördergelder für diesen Ansatz fragt, so sage ich, ja bitte fördern wir diese Zukunftstechnik sinnvoll und Zielstrebig! Hören wir endlich auf im gestern zu verharren und alles neue schlecht zu reden. Ob sich die Zelle dann im Auto verwenden lässt, das sehen wir dann schon.

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Heinz Scherer
Heinz Scherer
6 Jahre zuvor

1) Weil wir über eine zukünftige grüne Wasserstoffwirtschaft reden, also ohne Erdgas. Wir können selber produzieren und welches Einkaufen. Nur ein Preisfrage aber keine Abhängigkeit mehr.
2) Sollte Deutschland nicht, sieh 1)
3) Bei Erdgas gibt es keinen Vorteil. Den gibt es nur mit grünem Wasserstoff.

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Maegor1988
Maegor1988
6 Jahre zuvor

Derzeit stammt erst 40% des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Der Stromverbrauch stellt aber nur 607 Mrd. kWh dar, der Gesamtprimärenergiebedarf liegt bei 3750 Mrd. kWh hier liegt der Anteil erst bei 13,5% und hier gibt auch nicht mehr Sonne und Wind den Ton an, sondern Biomasse für Raumwärme.

Die berühmte Wärmewende steckt noch in den Kinderschuhen bietet aber mehr Potential als die Energiewende in der Stromerzeugung.
Warum ich das bei einem Thema anführe wo es um Wasserstoff geht:

Wie erwähnt ist Wasserstoff keine Primärenergieträger. Hier mit geht es also nur um die Idee wie man den Ökostrom den man eigentlich nicht hat am besten speichert oder umwandelt.

Wenn sie einige Stunden im Jahr negative Strompreise haben reicht das nicht um eine Elektrolyse kostendeckend betreiben zu können.

Sollte man sich für irgend eine Art von CO2-Bepreisung entscheiden wird als erstes dort ersetzt wo es am billigsten ist nicht wo es am spektakulärsten ist. Das heißt Biomasse und Wärmepumpen ersetzen Öl und Gas. Aus dem einen kann dann kein Strom mehr erzeugt werden und das andere wird den Verbrauch erhöhen.

Weniger Überschuss ist verfügbar. VL. Steigt Deutschland ja wirklich aus Kohle- und Atomstrom aus. Dann muss auch dass noch ersetzt werden.

Meine Prognose es wird in den nächsten 20 Jahren keine Produktion von Grünen Wasserstoff aus Grünen Strom geben um den existierenden Bedarf der chemischen Industrie zu decken.

Folglich wird auch der Run auf Wasserstofftechnologie ausbleiben.

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Daniel
Daniel
6 Jahre zuvor

Ihre Meinung Herr Thielen kann ich auch nur bedingt folgen, natürlich ist NOCH die Herstellung von Wasserstoff sehr ineffizient, das waren Verbrennungsmotoren, Akkumulatoren, etc. auch alle mal. Aber wenn man in Technologien investiert findet man idR immer einen Weg der Verbesserung, auch fast immer mit großer Effizienzsteigerung.
Ihre Ansicht wundert mich vor allem, da Sie ja mit Technologien auskennen, wo seit zig Jahrzehnetn imer wieder von Fachleuten der Branche vorausgesagt wurde, dass nun das Ende der Fahnenstange erreicht sei: Taktfrequenz in Prozessoren sollten nicht schneller gehen wegen der Abstrahlung, nun haben wir 5Ghz erreicht. Strukturbreiten in Leiterplatinen? Benötigter Arbeitsspeicher, bzw. CPU-Leistung (Was lacht die Welt heute über Bill Gates Einschätzung zu Beginn der PCs, oder den IBM Manager aus den 60ern, dass 7 Großrechner den Rechenbedarf der GESAMTEN Welt abdecken sollten). Festplatten: Noch vor etwas mehr als 20 Jahren las ich einen Bericht, der Festplatten mit dem Lesen von Schreibmschinenseiten verglich, wenn man mit Schallgeschwindigkeit 10cm über den auf dem Boden liegenden Blätter fiegt. Und? Heutzutage gilt das Moor’sche Gesetz fast ungebrochen, alle 18 Monate verdoppelt sich die Speicherdichte, Geschwindigkeit, etc.. Und nun sei Schluss, eine etwa 30-tausendfache Kapazität ist heute in einer handelsüblichen Platte möglich. Und SSDs? So billig geworden, dass sie massentauglich wurden. Mobilfunkkosten dito (Da hatte ich selber vor 30 Jahren gezweifelt, dass man mal mobil so günstig telefonieren könnte, wie im Festnetz. Wir haben mal 8 Minuten lang im Ortsnetz telefonieren können für 30 Pfennig!!! Wenn man die Preissteigerung einberechnen würde könnte man heute wohl ebensolange irgenwo ins Ausland telefonieren …)

Wenn ich nur an Akkutechnik im Mobilbau denke … In meiner Kindheit war es undenkbar, ferngesteuerte Hubschrauber zu bauen, heute fliegen sie über 20 Minuten mit „kleinen“ Batterien.

Warum soll es nicht möglich werden, Wasserstoff effizient herzustellen? Das Risiko der Brennbarkeit ist zwar etwas größer als beim Benzin, aber auch technisch weitestgehend eindämmbar. Betanken eines Autos ist AUF JEDEN Fall effizeinter als Akkus laden. Wer will schon einige Stunden Zwangspause in Kauf nehmen bei weiteren Strecken? Der Wasserstoff kann gelagert werden, was die Herstellung gerade dann sinnvoll macht, wenn weniger Strom gebraucht wird, er kann auch verlustfreier transportiert werden als der noch übliche Wechselstrom und etwa gleich wie Gleichstrom (aber der muss erst gewandelt werden, was auch wieder Energie, Platz, Lärm kostet)

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Maegor1988
Maegor1988
6 Jahre zuvor

Da sind wir wieder bei ein paar Denkfehlern:

Wenn sie mit Vollauslastung rechnen bedeutet es 8000h im Jahr wie bei einem AKW. Eine PV Zelle kann in Deutschland aber nur 1000-1100 Volllast Stunden liefern ein Windkraftwerk ca. 2000h bei guten Standort.

DH. bei einer direkten Verwendung für die Elektrolyse sprechen wir also von einer 1/4 bzw 1/8 Auslastung. Da es jedoch darum geht Strom spitzen abzufangen sind wir deutlich darunter. <500h. Also eine 1/16 Auslastung.

Wie die PV in Deutschland auf 2 Cent kommen soll ist mir ein Rätsel. Ja es wurde große Erfolge erzielt, aber selbst wenn ich die Zellen mit 0 bewerte komme ich nicht auf diesen Wert. Bei Großanlagen macht die AC Anbindung bereits 100€-150€. Hier wird sich Preislich gar nichts tun. VL. Fallen die Installationskosten durch höhere Wirkungsgrade aber auch hier ist nicht mehr soviel möglich.

Selbst wenn sie Ihre 2 Cent ansetzen sorgt der Wirkungsgrad dafür dass Sie Stromkosten von 2,85 Cent haben. Transport und Logistik nicht einberechnet, sprich direkte Verwendung.

Selbst mit viel schön Rechnerei werden Sie grünen Wasserstoff in den nächsten 20 Jahren, wahrscheinlich nicht unter 6 Cent pro kWh Gestehungskosten(Vollkostenrechnung) schaffen. Als Speichermedium kommen Logistik und Transport hinzu. Aber ich würde mich natürlich gerne Irren… ;-)

Ich teile Ihre Einschätzung bezüglich des CO2-Preises der viel bewegen wird, allerdings glaube ich, wie vorhin schon angemerkt, dass sich dadurch als erstes bestehende Technologien im Raum/ Prozesswärmebereich deutlich schneller verbreiten. DH. für mich eben mehr Wärmepumpen (höhere Stromverbrauch) und mehr Biomasseheizungen.

Daher sehe ich in nächster Zeit die Biomasse in der thermischen Nutzung, die Verstromung mit mehr als 6000 Volllastunden wird aufhören max. Abstromlösungen da das Grundmaterial in Deutschland aus geht . Folglich bleibt auch kaum was als Grundstoff für eine Fischer -Tropsch Synthese.

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