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Kooperation für mehr Oberleitungen im Lkw-Verkehr

Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
9. August 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Wolfgang PlankbyWolfgang Plank
9. August 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Continental

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Siemens Mobility und Continental Engineering Services (CES) kooperieren künftig bei der Entwicklung und Fertigung von Stromabnehmern für Lkw. Das haben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgegeben. Die eHighway-Technologie von Siemens Mobility versorgt Lkw über eine Oberleitung mit Strom. Ziel der Kooperation ist es, Schlüsselstrecken im Autobahnnetz mit einem Oberleitungssystem zu elektrifizieren und so den CO2-Ausstoß des Lkw-Verkehrs deutlich zu reduzieren.

Die neue Partnerschaft vereint demnach die Expertise aus zwei Technologie-Welten: Siemens Mobility ist Spezialist für Bahn-Elektrifizierung, Continental Engineering Services ist Entwicklungs- und Produktionsdienstleister für Automotive-Technologien. Beide Unternehmen bündeln nun ihr Knowhow, um zeitnah eine Serienfertigung von Stromabnehmern zu realisieren.

„Beim Kampf gegen den Klimawandel spielt der Straßengüterverkehr eine zentrale Rolle„, sagt Siemens-Mobility-Chef Michael Peter. In Deutschland verursache er ein Drittel der CO2-Emissionen des Verkehrssektors. Mit dem eHighway gebe es eine bereits heute einsatzreife Technologie. „Lkw können dort komplett elektrisch fahren und zugleich ihre Batterien aufladen, ohne Kraftstoff zu verbrauchen„, ergänzt CES-Chef Dr. Christoph Falk-Gierlinger. Die Stromabnehmer würden weiterentwickelt und nach Automotive-Standards gefertigt.

Der Vorteil bei eHighway: Es müssen nicht alle Autobahnkilometer elektrifiziert werden. Die „Nationale Plattform Zukunft der Mobilität“ etwa empfiehlt, rund 4000 Kilometer Autobahn bis 2030 mit der Oberleitungstechnologie auszustatten. Zwei Drittel des Kraftstoffverbrauchs im Lkw-Fernverkehr auf deutschen Autobahnen würden auf den meistbefahrenen 4000 Kilometern des 13.000 Kilometer langen Autobahnnetzes anfallen. Gelinge es, dieses Kernnetz zu elektrifizieren, könne schnell ein hoher Beitrag zum Klimaschutz erzielt werden.

In Deutschland wird der eHighway von Siemens Mobility derzeit auf drei öffentlichen Teststrecken erprobt: auf der A5 in Hessen zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt, in Schleswig-Holstein auf der A1 zwischen der Anschlusstelle Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck sowie auf der Bundesstraße B462 in Baden-Württemberg zwischen Kuppenheim und Gaggenau. Die eHighway Feldversuche werden durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Quelle: Siemens / Continental – Pressemitteilung vom 29. Juli 2021

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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19 Comments
Stephan Neumann
Stephan Neumann
4 Jahre zuvor

wie funktioniert die Abrechnung des erhaltenen Stroms bei der Oberleitung?

Läuft das über die Steuer oder Maut?

Dürfen da dann nur deutsche LKWs fahren?

Die Grundidee ist nicht verkehrt um auch evtl. Standzeit an Rastplätzen zu verringern

Da gibts noch so viele ungeklärtes ohne richtige Vision….
irgendwie nicht zu Ende gedacht

es bleibt spannend

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Antworten anzeigen (2)
Niro
Niro
4 Jahre zuvor

Diese Idee ist völlig daneben, hoher Investitionsaufwand der nur für Teilstrecken auf der Autobahn nutzbar ist. Es gibt schon genug E-LKWs mit guten Reichweiten. Daimler hat erst kürzlich neue gute
Modelle vorgestellt. Außerdem hat der Verkehrsminister den Ausbau des Schienennetzes für den Güterverkehr zugesagt, damit der Güterverkehr wieder mehr auf die Schiene verlegt wird, um die Autobahnen zu entlasten. Übermüdete und gestresste LKW-Fahrer verursachen immer mehr Unfälle
auf Autobahnen, bei denen meist die kleineren Fahrzeuge den Kürzeren ziehen und deren Insassen oft mit ihrem Leben bezahlen. Wenn der Staat solche sinnlosen Projekte fördert und andererseits den Ausbau des Schienennetzes für den Güterverkehr zusagt, ist das widersprüchlich und damit unglaubwürdig. Den Firmen ist es egal, ob ein Projekt sinnvoll ist oder nicht, Hauptsache Profit.

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David
David
4 Jahre zuvor

Am Ende wird das eine eigene physikalisch getrennte Spur mit Strom, wo die LKW automatisch zwischen den Hubs verkehren. Ob es unbedingt eine Oberleitung sein muss, weiß ich nicht. Ist ja teuer und anfällig.

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Daniel W.
Daniel W.
4 Jahre zuvor

Dann lieber das Schienennetz weiter elektrifizieren und einen Großteil des Güterfernverkehrs auf die Schiene verlagern, das spart Milliarden im Strassen- und Brückenbau und sehr viel Feinstaub (Reifenabrieb).

Wenn man sich die Situation bei den Brennstoffzellen-Lkws anschaut, die angeblich nur eine kleine Pufferbatterie brauchen, aber bei Hyundai jetzt schon 3 Batteriepacks benötigen, um praxistauglicher zu werden, dann ist abzusehen, dass Oberleitungs-Lkws auch mehrere Batteriepacks brauchen.

Da wäre der Weg zum kompletten batterie-elektrischem Antrieb nicht mehr weit. Oder hofft man auch beim Oberleitungsbau auf ähnlich hohe Förderungen wie bei den H2-Müllwagen, damit es sich rechnet?

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Antworten anzeigen (12)
rabo
rabo
4 Jahre zuvor

Diese Oberleitungen verschandeln die letzten schönen Autobahn-Landschaften – wie hier im Norden auf der A1 (bisher nur 5 km zur Probe – und ich hoffe auf Rückbau, hab‘ auch noch nie einen LKW darunter gesehen).
Das viele Geld wäre in der Tat besser investiert für Weiterentwicklung des Gütertransports mittels Schiene, FCEV, BEV (für mich in dieser Reihenfolge).

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