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TransnetBW und Jedlix wollen V2G-Projekt mit mehr als 100 E-Autos starten

Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
22. April 2021
Lesedauer: 2 Minuten
Michael NeißendorferbyMichael Neißendorfer
22. April 2021
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): Transnet

Home Elektroauto laden

Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und der niederländische Smart-Charging-Plattform-Betreiber Jedlix kooperieren in einem V2G-Projekt: Gemeinsam untersuchen die Unternehmen das Potenzial von Elektroautos zur Bereitstellung von Regelreserve. Geplant ist ein Feldversuch, der in dieser Größenordnung in Deutschland einzigartig ist: Teilnehmen können mehr als 100 Besitzer von Elektroautos in der TransnetBW-Regelzone Baden-Württemberg, die ihre Fahrzeuge zuhause laden.

Die E-Autos werden über einen Zeitraum von rund drei Monaten als virtuelles Kraftwerk zusammengeschaltet. So wollen die Kooperationspartner untersuchen, inwiefern sich verteilte und an variablen Standorten angeschlossene Elektroautos zur Bereitstellung von Regelreserve für das Stromnetz eignen. Momentan werden diese Reserven in erster Linie von großen und mittelgroßen Kraftwerken bereitgestellt.

„Wir analysieren sehr genau, wie sich Elektrofahrzeuge für die Stabilisierung des Netzes nutzen lassen. Sie haben das Potential, in Zukunft Regelreserveleistung zur Verfügung zu stellen und so einen Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung zu leisten.“ – Kay Wiedemann, Experte Regelleistung TransnetBW

Der Feldversuch soll auch zeigen, wie die Integration von Elektroautos in den deutschen Markt für Regelreserve möglich wäre. Darüber hinaus lassen sich regulatorische und technische Herausforderungen identifizieren, die einer Teilnahme von Elektroautos am Regelreservemarkt derzeit entgegenstehen und mögliche Lösungen entwickeln, damit diese einen Beitrag zu einem ausgeglichenen Energiesystem leisten können.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit TransnetBW. Dank der jüngsten Anreize kommt der deutsche E-Mobilitätsmarkt richtig in Schwung und könnte eine Schlüsselrolle bei der Energiewende spielen. Dieses Projekt soll den Weg für den Übergang zu sauberer Mobilität und Energie weiter ebnen.“ – Serge Subiron, CEO Jedlix

Bereits im Herbst 2020 hatten zehn E-Auto-Fahrer einen ersten Labortest unterstützt, der unter wissenschaftlicher Begleitung des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) vielversprechend verlaufen war. Dabei demonstrierte Jedlix erfolgreich seine Smart-Charging-Plattform und steuerte den Ladeprozess der Fahrzeuge. In kleinem Maßstab zeigte der Test, wie Elektroautos auf simulierte Regelreserveabrufe eines Übertragungsnetzbetreibers reagieren. Auch unerwartete Ereignisse, etwa die Unterbrechung des Ladevorganges eines Fahrzeuges, konnten durch intelligente Steuerung und den Einsatz von Ersatzfahrzeugen in Echtzeit ausgeglichen werden.

Fahrer von Elektroautos in Baden-Württemberg sind eingeladen, an dem Feldtest teilzunehmen. Weitere Informationen über den Feldtest und die Teilnahmevoraussetzungen finden Interessenten unter www.jedlix.com/de/transnetbw-project/

Quelle: Jedlix – Pressemitteilung vom 20.01.2021

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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4 Comments
bergfex
bergfex
5 Jahre zuvor

Schon wieder ein Testobjekt für V2G. Das wievielte ist das denn schon? Es wird Zeit, dass V2G mal in der Wirklichkeit und vor allem bei CCS ankommt. Bisher war das nur mit dem hierzulande aussterbenden Chademo im Versuch möglich. Oder weiß jemand, ob V2G nun auch mit CCS wenigstens in der Theorie funktionieren kann? Die notwendigen elektrischen Veränderungen sollen angeblich nicht so wahnsinnig aufwändig sein.

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S. Eckardt
S. Eckardt
5 Jahre zuvor

Gute Initiative, die Theorie mal in der Praxis zu erforschen und den tatsächlichen Nutzen zu erfassen.
Die Fragen werden sein:
Haben später auch die Eigentümer der Akkus ihren Vorteil von der „Regelreserve“ oder zielt das nur auf den Nutzen für Netzbetreiber und Co. ab?
Kann auf diesem Weg überschüssige, gespeicherte Solarenergie aus der privaten Solaranlage zu fairen Bedingungen in das Netz gelangen?

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Tom 1
Tom 1
5 Jahre zuvor

Im Bericht steht doch drin, es werden Privatleute gesucht, also möglich….. V2G, der Netzbetreiber stellt Hard und Software, rechtlich abgesicherte, und dan geht es. Es liegt am Staat, unserem der vieles verhindert, und mit dem Henne, Ei, Problem kämpft.

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WilhelmJ
WilhelmJ
5 Jahre zuvor

Das habe ich gerade auf der Landing Page des Projekts gefunden: https://www.jedlix.com/de/transnetbw-project/

Im Rahmen des Feldversuchs werden Teilnehmer, die zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität beitragen, belohnt. Wenn Jedlix ein Rufsignal von TransnetBW erhält, setzen wir Ihr Fahrzeug zur Stabilisierung des Netzes ein und berücksichtigen dabei Ihre Ladepräferenzen.

eine andere FAQ gibt ein wenig mehr Erklärung:
https://jedlix.zendesk.com/hc/en-us/articles/360010157933-How-is-the-financial-reward-calculated-

Die finanzielle Belohnung wird unter anderem auf der Grundlage der Verfassung des Energiemarktes berechnet. Denken Sie an die Marktpreise und die Nachfrage und das Angebot von nachhaltiger Energie. Außerdem hängt die Bestimmung des optimalen Ladeplans von den Ladepräferenzen ab, die Sie in der App angegeben haben. Anschließend optimieren wir den Ladeplan in Echtzeit mit dem Ziel, Ihren Nutzen zu maximieren und dann zu laden, wenn die erneuerbare Energieerzeugung hoch ist. Jedlix erhält eine Vergütung dafür, dass wir Ihr Fahrzeug zum Ausgleich des Stromnetzes nutzen. Diese Vergütung teilen wir mit Ihnen!

Ich denke also, dass die Vergütung während des Projekts damit zusammenhängt, wie Jedlix die Vergütung in einer kommerziellen Situation nach diesem Projekt berechnet, meinen Sie nicht?

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