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Audi charging hub präsentiert sich als städtisches Schnellladekonzept

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
17. Dezember 2021
Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
17. Dezember 2021
Lesedauer: 3 Minuten

© Abbildung(en): Audi

Home Audi Elektroautos

Zwei Monate ist es her, seit der erste Spatenstich für den ersten Audi charging hub in Nürnberg erfolgt ist. Kurz vor Weihnachten steht die offizielle Eröffnung der modernen Schnellladestation mit reservierbaren High-Power-Charging-Ladeplätzen bevor. Der charging hub soll Anlaufstelle für die E-Autofahrer werden, welche daheim nicht laden können. Zudem sollen perspektivisch Spitzennachfragen beim Laden im urbanen Umfeld bedient werden.

Bereits im Vorfeld gab der Automobilhersteller zu verstehen, dass man mit dem Pilotstandort sein neues Ladekonzept erstmals in der Praxis erprobt. Ralph Hollmig, Projektleiter für den Audi charging hub, äußert sich wie folgt: „Damit wollen wir eine flexible und premiumgerechte Schnellladeinfrastruktur im städtischen Raum testen. Wir gehen dorthin, wo unsere Kundinnen und Kunden nicht unbedingt morgens mit einem voll geladenen E-Auto aufwachen, und denken gleichzeitig an den zukünftig steigenden Ladebedarf.“

Als Basis für den Audi charging hub dienen sogenannte Cubes. Die flexiblen Container-Würfel sollen verschiedene technische Anforderungen erfüllen und beherbergen neben Ladesäulen auch gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien als Stromspeicher. Durch den Einsatz von 2nd-Life-Modulen, die aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen stammen, werden die Batteriezellen nicht nur einer nachhaltigen Zweitverwendung zugeführt – ein großer Vorteil liege vor allem in ihrer Eigenschaft als Pufferspeicher für Gleichstrom. Des Weiteren ermöglichen die Cubes es, dass diese in wenigen Tagen auf bestehenden Flächen auf- und wieder abgebaut werden. Im Detail betrachtet bieten die Cubes je Einheit zwei Schnellladepunkte und lassen sich in unterschiedlichen Konstellationen kombinieren.

Audi

Ein rund 2,45 MWh großer Zwischenspeicher ist dafür verantwortlich, dass die Ladepunkte in Nürnberg lediglich einen 200-kW-Grünstrom-Anschluss benötigen. Die 200 kW genügen, um die Speichermodule kontinuierlich zu füllen. Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern zusätzlich bis zu 30 kW grüne Energie. An den sechs Ladepunkten können Elektroautos mit bis zu 320 kW Leistung laden. So soll es möglich sein, dass am Tag bis zu 80 Fahrzeuge laden. Ab dann würde die Kapazität des Stromspeichers zusammen mit der 200-kW-Anschlussleistung an ihre Grenzen kommen.

Eine echte Alternative zum heimischen Laden wird der charging hub von Audi, wenn man einen entsprechenden e-tron Charging Service-Vertrag geschlossen hat. Denn dann lädt man unabhängig vom Tarif für derzeit 31 Cent pro Kilowattstunde. „Wir bieten das Laden für Menschen im urbanen Raum zu dem Preis an, der auch für das Laden an der heimischen Wallbox fällig wird“, sagt Hollmig. Der Audi charging hub in Nürnberg ist ein offener Ladestandort. Auch der Eingangsbereich ist für Fahrer anderer Fabrikate zugänglich.

Audi

Im Fokus der in Nürnberg startenden Erprobung stehen die neue Reservierungsfunktion, die Erwartungen der Kund_innen an ein Premiumladeerlebnis sowie technische Aspekte wie die Anforderungen an moderne Batteriespeicher. Zudem will Audi herausfinden, zu welchen Tageszeiten die Anlage besonders frequentiert wird. Ziel ist es, den Audi charging hub mit entsprechendem Mehrwert zu etablieren.

Aus diesem Grund kann man am ersten Audi charging hub nicht nur das eigene Fahrzeug laden. Es gibt dort zudem eine Tauschstation für E-Fahrrad-Akkus, einen Leihservice für E-Scooter, Infos zu diversen Audi Produkten sowie Probefahrten mit dem Audi Q4 e-tron und RS e-tron GT, die von Audi Expert_innen betreut werden. Zudem bietet Audi einen Just-in-time-Lieferservice für Lebensmittel und eine hochwertige Automatengastronomie sowie mobile Autopflege. Auf rund 200 m² Fläche kann man in der Lounge entspannen und abschalten, bis das eigene E-Auto wieder eingeschaltet werden kann.

Audi

Quelle: Audi – Presse

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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8 Comments
egon_meier
egon_meier
4 Jahre zuvor

Für mich ist das nichts und ich befürchte, dass meine Skoda-ladekarte dort nicht zu günstigen Tarifen führt.
Ein Versuch ist dieses Konzept auf jeden Fall wert und es ist schön zu sehen, dass die second-Life-Nutzung der Akkus ihren Weg nimmt.
Es ist auch für den Kunden reizvoll, wenn die hersteller dort die Konzern-akkus für weitere 15 jahre nutzen – das bringt für Gebrauchtwagen einen hohen Restwert.

Düster sieht es da wieder für die kleinen Hersteller aus. Für die kleinen anfallenden Akkumengen lohnt sich die Entwicklung eines Second-Life-Marktes nicht in diesem Maße. Es bleibt nur Recycling im Schredder und das ist schade.
Ich vermute auch, dass auf dem Gebrauchtteilemarkt die Akkus/Zellen von MG und Aiways nicht viel wert sind denn die Karossen werden erfahrungsgemäß flotter durchgerostet sein als die Akkus degradieren können.

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Juergen
Juergen
4 Jahre zuvor

Aus der Sicht der Premiumhersteller mag das ein sinnvolles Konzept sein und ich begrüße dieses Projekt auch. Wichtiger aber wird sein, dass die breite Masse der (künftigen) BEV-Fahrer zu maximal 59c wird laden können. Dafür verzichte ich gerne auf Komfort, bleibe 15 Minuten im Auto sitzen und checke meine mails. Zuhause laden für 30c, unterwegs aber für 79c, das werden Herr Hinz und Herr Kunz nicht mitmachen. 16€ für 100km Fahrt, diese Rechnung hat eine verheerende Wirkung.

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