Während viele Hersteller sich auf eine rein batterieelektrische Zukunft ihrer Fahrzeuge konzentrieren, setzt BMW weiterhin auch auf Wasserstoff als alternative Antriebsform für seine Autos. In München glaubt man, anders als andere deutsche Hersteller, dass sich eine weitere Entwicklung von Brennstoffzellen für PKW durchaus lohnen kann. BMW hat nun den iX5 Hydrogen gestartet und bringt eine Flotte von 100 Fahrzeugen weltweit zu Testzwecken auf die Straße.
BMW Entwicklungsvorstand Frank Weber ist überzeugt von der Forschung im eigenen Haus. Er sagt: “Wir schauen dahin, was wir in zehn Jahren für technologisch machbar halten und wollen nicht die Letzten sein, die dann darauf setzen. Wir wollen dabei sein, wenn etwas Neues entsteht.” Die Konkurrenz von Audi und Mercedes hat die Entwicklung von Serien-Fahrzeugen mit Brennstoffzelle weitestgehend eingestellt. Einzig Toyota und Hyundai setzen auch öffentlich stark auf Wasserstoff als Antrieb der Zukunft. Die Entscheidung über ein Serienangebot bei BMW soll bis Ende des Jahrzehnts fallen. Auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge auf der Plattform der Neuen Klasse wären dann denkbar, so Weber.
Vorteilhaft für die Brennstoffzelle sind hohe Reichweite, geringeres Gewicht und kurze Tankzeiten. Daneben ist für BMW vor allem ein geringerer Rohstoffverbrauch gegenüber der Batterie ein Grund, weiter in diese Technik zu investieren. Die Herstellung von Akkus für Elektroautos ist sehr rohstoffintensiv. Sie erfordert große Mengen an Lithium, Kobalt, Mangan und Nickel, die oft unter problematischen Bedingungen gefördert werden. Um Elektroautos nachhaltiger zu machen, müssen die Akkus weniger rohstoffintensiv werden. “Das ist für uns mit ein Grund, weshalb es sich besser anfühlt, strategisch auf etwas zu setzen, was weniger Rohstoffe benötigt als ein batterieelektrisches Fahrzeug. Abgesehen von vier Gramm Platin für die Brennstoffzelle benötigen wir fast keine seltenen Rohstoffe.”
Der Antriebsstrang der ersten Testflotte des iX5 Hydrogen besteht aus einem Wasserstofftank mit sechs Kilogramm Fassungsvermögen, einer Batterie mit 170 kW und einer Brennstoffzelle mit 125 kW. Die Systemleistung wird etwa 295 kW beziehungsweise 401 PS betragen. Für Antrieb sorgt ein E-Motor an der Hinterachse. Soweit ähnelt der iX5 Hydrogen dem batteriebetriebenen iX. Doch statt des 110 kWh großen Akkus reicht dem wasserstoffbetriebenen BMW ein 10 kWh Pufferspeicher. Ansonsten produziert die Brennstoffzelle mit einer Tankladung genug Strom für 500 Kilometer.
Wasserstoff-Infrastruktur noch mit großen Lücken
Das Problem von Wasserstoff ist weiterhin die Infrastruktur. Weltweit gibt es nur 856 Wasserstofftankstellen, davon 93 in Deutschland. Das erschwert die Verbreitung dieser Technologie. Auch wenn die Tendenz langsam ansteigend ist. Selber Tankstellen bauen möchte BMW hingegen nicht. Stattdessen setzt man darauf, dass sich langfristig der Schwerlastverkehr auf Wasserstoff einstellen wird. Mit dieser Entwicklung könnte eine flächendeckende Versorgung von Wasserstoff entstehen.
BMW möchte im nächsten Schritt Erfahrungen mit seiner Flotte an ix5 Hydrogen sammeln, bevor Entscheidungen über Serienfahrzeuge getroffen werden. Neben BMW zeigen von den Automobilherstellern sonst nur Toyota und Hyundai den Mut, weiter auf Brennstoffzellen in PKWs zu setzen. Mit dem Toyota Mirai und dem Hyundai Nexo haben es bislang nur zwei wasserstoffbetriebene Serienfahrzeuge auf den Markt gebracht. Auch in Japan wird Wasserstoff als effiziente Möglichkeit angesehen, erneuerbare Energie zu speichern.
BMW macht mit seiner Wasserstoff-Strategie deutlich, dass es sich nicht nur auf Batteriefahrzeuge beschränken will. Der iX5 Hydrogen ist ein innovatives Fahrzeug, das das Potenzial dieser Technologie demonstrieren soll. Unabhängig davon, ob sich Wasserstoff letztlich durchsetzen oder eine Nischenlösung bleiben wird, kann man BMW, Toyota und Hyundai nur Respekt dafür zollen, dass sie in einem stark im Wandel befindlichen Pkw-Markt weiterhin auch die Entwicklung dieser Technologie vorantreiben.
Quelle: Automobilwoche – BMW schärft seine Wasserstoff-Strategie nach
Für die Benzin und Dieselproduktion wurden und werden ebenfalls Unmengen an kritischen Rohstoffen verbraucht. Hat BMW das je interessiert???
Persönlich finde ich jede Entwicklung die Feinstaub, Gestank, Abgase und auch Lärm reduziert erwähnenswert – jedoch glaubt niemand mehr an Wasserstoff im Bereich kleiner 20-30Tonnen Gesamtgewicht.
Es wird Anwendungen dafür geben, Schiffe, Langstrecke usw. – aber auch wenn GRÜNER Wasserstoff in großen Mengen verfügbar sein wird (2050 und darüber hinaus) wird der Individualverkehr bestimmt nicht damit betrieben.
Viel schlimmer ist jedoch die bewusste Irreführung von Kunden und derer die BEVs (warum auch immer) für sich ausschließen.
Was ist daran so toll an eine Tankstelle zu fahren, im Getriebe herumzurühren, Abgase und Lärm zu produzieren und dafür noch abhängig von der Öl Mafia zu sein?
Klar baut BMW H2 Fahrzeuge, genau 200 Stück zum leihen …
Und das bestimmt auch nur weil es wieder eine Förderung gab
Schön und interessant, aber ich hoffe, dass der nächste FCEV-PKW-Prototyp – von BMW oder sonst jemandem – dann mal in die Richtung eines Autos für vernünftige Normalverbraucher geht.
Warum braucht es eine Brennstoffzelle mit 125 kW Leistung, wenn der Durchschnittsverbrauch eines vernünftigen elektrischen Autos sicher nicht über 25 kW liegt und es sowieso eine Pufferbatterie hat. 30 kW wären genug, deutlich kleiner, deutlich leichter und deutlich billiger.
Und da man sowieso eine nicht allzu kleine Batterie braucht, um Rekuperation (auch mal eine Passstrasse runter) und Leistungsspitzen (auch mal eine Passstrasse rauf) zu unterstützen, dann kann man die doch auch gleich vernünftig gross, z.B. 25 kWh und Plug-In machen. Nicht nur kann ich dann zuhause rein batterie-elektrisch, nachgeladen von meiner PV rumkurven, ich habe auch noch eine Backup-Lösung, wenn ich mal nicht so leicht zu H2 kommen sollte.
Also: Klein ist fein. Nächster Prototyp eher nach dem Charakter des BMW i3, von allem nur so viel wie es braucht, das dafür richtig und möglichst minimal-invasiv.
So ein 25/25/5-FCEV in der Form eines Kombis oder Ultrakompakt-SUV und zum Preis von um die 30’000.- wäre als Universalauto für Otto Normalverbraucher die Erfüllung aller Wünsche. Geräumig, trotzdem handlich und leicht, CO2-frei, beliebige Reichweite und bezahlbar.
Ich bin überzeugt, dass es dieses Auto 2025 zu kaufen gibt.
Anfang 2022 gab es in Deutschland rund 100 H2-Tankstellen.
Ob Linde und Co. damit Gewinn machen? Ich glaube nicht.
Und wo kommt der Strom für das Abenteuer her?
Im Luxussegment kann Wasserstoff durchaus eine Rolle spielen
anders als die vielen Besserwisser hier hat BMW Toyota und Hyundai sicherlich valide Gründe
so wie viele hier über
Natürlich ist das Wasserstoff-Auto interessant: Für die Hersteller, die Werkstätten und die Zulieferindustrie wie auch für die gesamte Kraftstoff-Wirtschaft: Sie sind in der Herstellung irrsinnig teuer – ebenso beim Inspektions- und Wartungsaufwand, bei den Ersatzteilen, den wahnwitzigen Treibstoffkosten und den etwa um den Faktor 10 teureren „Tankstellen“ (im Vergleich zu Ladesäulen). Die Abdeckung mit H2-Tankstationen ist auch aus diesem Grunde ein Witz! Aktuell lösen sich daher der vermeintliche Reichweitenvorteil und Zeitgewinn durch enorme Umwege zu einer Tanke ganz schnell in Luft auf! Ich kenne unzählige Menschen, die mit ihrer PV-Anlage große Teile ihres Fahrstroms( und darüber hinaus für Haushalt, Wärmepumpe etc.) zu unschlagbar günstigen Preisen selber produzieren, aber niemanden, der dies mit Wasserstoff tut. Wasserstoff-Pkw haben somit den „Vorteil“, die Halter weiterhin in Knechtschaft der Multis und der Wekstätten zu halten und – wie derzeit noch bei Benzin und Diesel- diese nach Belieben abzuzocken. Fazit: gehören Sie zu der eingangs genannten Gruppe (das dürften die Wenigsten) – dann sollten Sie sich an der Propaganda für das FCEV beteiligen. Alle Anderen ZAHLEN DRAUF!!!
Und noch eines zum BEV: Mit keinem Wort wird in der FCEV-Propaganda seitens BMW erwähnt, dass die enormen Fortschritte in Sachen Zellchemie (weitgehende Minimierung/Eliminierung kritischer und/oder seltener Rohstoffe) diese Stammtischargumente zunehmend ins Reich der Mythen und Märchen verweisen- zumal die Autoindustrie in Gänze in den letzten Jahrzehnten wohl kaum durch ernsthafte Umweltschutzbemühungen von sich reden gemacht hat!
Lieber Herr Weber, 1. Ein modernes BEV benötigt gar keine seltenen Erden wenn das BEV eine elektrisch erregte Maschine hat. 2. Der Primärenergieaufwand um Wasserstoff herzustellen ist um das 3-4 fache höher als würden sie den Strom direkt in einem Akku einspeisen. 3. Eine Brennstoffzelle ist sehr komplex und kann die zu erwartende Energiebereitstellung nur mit einem zusätzlichen Lionen-Akku bereitstellen. 4. Ich vermute, dass die BMW Kunden eine klare Ansage besser vertragen, als das ewige rumgeeier.