Ein Elektroauto ist ja schon mehr ein fahrender Computer als ein konventionelles Auto. Da liegt es nahe, der Softwareentwicklung im eigenen Haus einen höheren Stellenwert beizumessen als bisher. Das denkt sich auch VW: Die eigene Software-Sparte Cariad soll nach einem schwierigen Jahr nun konzernintern das Tempo vorgeben.
Es wird gemunkelt, dass Ex-VW-Chef Herbert Diess wegen gravierender Software-Probleme seinen Hut nehmen musste. Tatsächlich hatte Cariad von Anfang an Schwierigkeiten, die Software hatte massive Fehler, die erst mit dem Upgrade 3.0 behoben werden konnten und die dann erstmals Funktionen wie Over-the-Air-Updates ermöglichte. Auch die parallel geführte Entwicklungsarbeit für Audi und Porsche hat nicht zum Erfolg geführt: Der Start des vollelektrische Macan musste angeblich nur deshalb verschoben werden. Der neue VW-Chef Oliver Blume will es besser machen: Das Team wurde umstrukturiert und gibt ab sofort das Tempo vor. Damit soll es nicht mehr von Produktionsstarts getrieben werden. Diese sollen nun dem Vernehmen nach erst erfolgen, wenn die Software dafür bereit ist – eine totale Abkehr von der bisherhigen Vorgehensweise.
Fachleute sind sich einig, dass im Automobilmarkt nur der überleben wird, der die Transformation im Software-Bereich erfolgreich hinbekommt. Wer das nicht schaffe, werde von Newcomern verdrängt. Als Beispiel wird immer wieder Tesla genannt. Dabei geht es nicht nur um Funktionen, sondern vor allem um die Daten: Wer die komplette Kontrolle über die Software-Entwicklung hat, hat diese auch über die anfallenden Daten. Das ist besonders in Hinblick auf die Entwicklung des autonomen Fahrens wichtig. Vor der Gründung von Cariad war dieser Zugang durch den Vertrag mit Mobileye verwehrt. Daher hatte sich VW zuerst gemeinsam mit Ford im Unternehmen Argo AI engagiert. Dieses Engagement endete schlussendlich mit einer Sonderabschreibung von voraussichtlich 2,6 Milliarden Euro, weil VW das Joint Venture vernachlässigt und Mitarbeiter verärgert hatte. Auch zu neuen, innovativen Projekten konnte man sich nicht durchringen. Das Übernahmeangebot von Ford haben hingegen 85 Prozent der US-Entwickler angenommen, die jetzt an Level-3-Technologien für Ford arbeiten. Zur neu gegründeten VW-Tochter Cariad wollten hingegen offenbar nur wenige.
VW-Chef Blume tut also gut daran, die Software-Sparte aufzuwerten und vor allem auch motivierte Mitarbeiter anzuwerben, um nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Noch herrscht eher das Chaos: Welche Software-Version der vollelektrische Porsche Macan und der Audi A6 e-tron erhalten werden, ist unklar. Zumindest der ID.7 könnte eine völlig neue Version erhalten, wie Beobachter vermuten. Der kommt im Herbst 2023, spätestens dann wissen wir mehr.
Quelle: t3n.de – Cariad: Bei VW soll Software jetzt die erste Geige spielen
Dies bestätigt genau die Aussagen, die ich doch hier schon so oft gemacht habe, leider gab es immer wieder Schreiber in den Kommentaren, die mir das Gegenteil beweisen wollten, oder die Tesla einfach mit anderen Dingen übel, völlig abwegig, sowie absolut unnötig gebasht haben.
Hier schreibt sogar „VW von Computern auf Rädern“… tja, da kann man wohl nicht viel dagegenhalten – langsam erwacht man!
Hier liest man die Wahrheit! Ein Bravo auch an VW, dass das Thema nun offen zugegeben wird!
Wenn es wirklich mit Erfolg angegangen werden kann, ist noch Hoffnung für VW da.
Wenn diese Version jedoch auch wieder scheitern soll – dann bange ich ernsthaft um VW und dessen Zukunft als Autohersteller in Deutschland.
Da müssen nun Entwickler und Ingenieure mit eigenen Visionen und Durchschlagskraft an die Arbeit, ansonsten läuft VW die Zeit schlichtweg davon.
Grössere SW-Systeme in kritischen Bereichen sind sehr komplex. Das können aktuell eigentlich nur Kaliber wie Google und Microsoft.
Beispiel: Musk hat autonomes Fahren für 2018 versprochen, kann es 2023 noch nicht und wird es auch 2026 noch nicht können. Wie viele andere auch, haben aktuell weder VW noch Tesla die Kultur für grössere SW-Brötchen.
Software ist kein einfaches Thema und autonomes Fahren ist noch mal eine ganz andere Dimension. Bei VW hat man sicherlich seine Schwierigkeiten. Aber die Darstellung der Fakten im Artikel ist diametral falsch:
Bei Tesla ist das autonome Fahren gescheitert. Vision only ist gescheitert, San Mateo als Zentrum für autonomes Fahren ist abgewickelt worden und der Chef für autonomes Fahren und KI, Andrej Karphaty, wurde gefeuert. Aktuell gehen die Assistenzsysteme nur noch bis 130 km/h und Einparken sowie andere Basisfunktionalitäten gibt es gar nicht mehr. Da weiß ich also nicht, warum die hier genannt werden.
Bei VW ist die Verbindung mit Partnern falsch dargestellt. VW ist immer mehrgleisig gefahren und mobileye/Intel ist kein verflossener, sondern ein ganz aktueller Partner für das autonome Fahren. Weiterhin nutzt VW die LIDAR-Technik von Argo AI, da ist allerdings richtig, dass die Kooperation mit Ford nicht tiefer ausgebaut wird. Denn man ist neu bei Horizon Robotics engagiert und MOIA läuft auch noch. VW ist beim autonomen Fahren auf Zielkurs. MOIA will in 2 Jahren in den Regelbetrieb mit dem ID.Buzz gehen.
Wow, was für eine bahnbrechende Erkenntnis. Damit wird VW ganz sicher zum einzigartigen Weltmarktführer der Sie ja immer lauthals sein wollen. Das zehn Jahre nach auftauchen der ersten Teslas! Reife Leistung, Applaus!
Vielleicht waren die Software-Entwickler, die bei Argo AI gearbeitet haben, aber auch einfach nicht besonders gut.
Gefährlich ist das Vorgehen schon, den Softwareleute den Takt vorgeben zu lassen. Wenn man ihnen ewig Zeit gibt, dann brauchen sie auch ewig.