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E-Mobilität: VW glaubt, dass man mit „Volumen-Prognosen total daneben liegen“ wird

Sebastian Henßler bySebastian Henßler
29. Oktober 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Sebastian Henßler bySebastian Henßler
29. Oktober 2020
Lesedauer: 2 Minuten

© Abbildung(en): VW AG

Home Elektroauto Hersteller

Eine starke Ansage, die Silke Bagschik, die bei der Kernmarke VW Pkw den Vertrieb und das Marketing der Elektro-Modelle verantwortet, getroffen hat: „Ich glaube, es wird passieren, dass wir mit unseren Volumen-Prognosen total daneben liegen.“ Dabei meint sie es gar nicht so negativ, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Vielmehr sei es so, dass man die Nachfrage nach den reinen E-Modellen, wie beispielsweise den ID.3 oder auch den ID.4 total unterschätzt hat.

Anfang September war noch die Rede von 7.000 ID.3-Besteller, welche auf die Auslieferung ihres MEB-Stromers warten. Ende Oktober sind es gar 14.000 VW ID.3 die bereits an ihre neuen Besitzer übergeben wurden. Somit fällt die Bilanz von Volkswagen durchweg positiv aus. Denn gerade einmal sechs Wochen nach Auslieferungsbeginn blickt man auf „bisher rund 38.000 Bestellungen“ sowie „mehr als 14.000 Fahrzeuge“ die bereits ausgeliefert wurden. VW zeigt sich zuversichtlich: „Zukunft des Autofahrens ist elektrisch“.

Erst vor kurzem erklärte Konzernchef Herbert Diess, E-Autos würden Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren bereits 2026 ökologisch und ökonomisch davonfahren. Dies wurde erneut durch die eingangs zitierte Aussage von Bagschik untermauert. Allerdings handelt es sich daher bisher „nur“ um eine Einschätzung des Marktes. Denn Diess gab auch zu verstehen: „Wir haben unsere Absatzziele bei den Elektrofahrzeugen bisher nicht in dem Maße erreicht, in dem wir uns das vorgenommen hatten.“ Unabhängig davon welche Signale der Markt aktuell sendet teilt Bagschik mit: „wir haben jetzt entschieden, da lang zu gehen und wir machen das jetzt“, eine Ansage. VW geht damit das klassische und immer wieder schwierige „Henne-Ei-Prinzip“ an und will dies durchbrechen.

„Jetzt kommen die Autos und ich vertraue darauf, dass auch mit dem neuen, riesigen Förderpaket der Bundesregierung ordentlich die Post abgeht. Ich rechne damit, dass auch alle unsere Tankstellenbetreiber in kurzer Zeit verstanden haben werden, dass Elektrofahrer die besseren Kunden sind, weil sie länger bleiben.“ – Silke Bagschik, Vertrieb- und Marketing der Elektro-Modelle von VW PKW

Weiterhin scheint aber auch für VW zu gelten, wenn die Produktion von E-Autos auf die Überholspur wechselt, wird die Ladeinfrastruktur nicht Schritt halten können. Es gilt zu handeln. Dies macht VW eigener Aussage nach, indem man beginnt die Vielzahl der Lade-Provider zusammenzuführen und den Angebots-Dschungel für E-Auto-Fahrer an öffentlichen Ladepunkten zu entwirren. Schlussendlich wolle Volkswagen „in jedes Segment ein Elektroauto setzen, was immer den Regeln folgt, dass es Spaß macht, dass es keinen Grund gibt, es nicht zu lieben“, erklärte Bagschik. Sie zeigte sich überzeugt, dass der Hersteller davon nur profitieren könne. „Ich glaube gerade mit der Vergangenheit, die wir hinter uns haben, tut das unserer Marke verdammt gut.“

Quelle: kfz-betrieb – E-Mobilität bei VW: „Werden mit unseren Volumen-Prognosen total daneben liegen“

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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40 Comments
günter hammer
günter hammer
5 Jahre zuvor

ohne Anhängelast kommt ein Elektroauto nicht in Frage!

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wermagst
wermagst
5 Jahre zuvor

87% der Neuwagenkäufer sehen das anders.
Die anderen müssen halt ein Modell mit AHK nehmen, auch die gibt es.

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Fen
Fen
5 Jahre zuvor

Ich habe mich bewusst für den ID.3 entschieden. Jetzt ist der Kofferraum deutlich kleiner UND ich habe keine AHK (großes Haus, 3000 m2 Garten… Da fällt etwas an).
Aaaber: an 360 Tagen im Jahr reicht mir der ID.3. Weshalb überdimensioniert durch die Gegend fahren, wenn ich doch im Baumarkt für Einkäufe einen Transporter leihen kann? Für die Gartenabfälle gibt es dann eben statt 10 Fahrten mit dem Hänger eine Mulde. Dafür spare ich TÜV und Versicherung für den Anhänger…
Wenn ich Rindenmulch benötige, bestelle ich ein paar Kubikmeter. Ich freue mich bei jeder Fahrt über den ID.3 und habe es nicht bereut.

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Anonymous
Anonymous
5 Jahre zuvor

Blöd halt, wenn man so arrogant ist auf die 13% einfach zu verzichten, nur weil man vor einigen Jahren z.B. BMW i3 Fahrzeuge mit einer „homöopathischen-Reichweite“ von 120 km gebaut hat – da macht bei 30-40% Reichweitenverlust durch die AHK eine solche wirklich gar keinen Sinn.
Falls unsere Autoindustrie bei heutigen Erwartungen an Reichweite von 400+ Km
bei E Autos, die meist von Eigenheimbesitzern mit entsprechender Lademöglichkeit gekauft werden sollen …….. wieder schläft …….
Ich habe als Eigenheimbesitzer immer wieder Bedarf für einen Anhänger (Grünschnitt, Baumaterial etc)
Solchen Bedarf bedenken Autobosse leider nicht!
Warum nicht?
Ach ja klar……..die lassen einfach den Gärtner oder den Handwerker kommen – typisch deutsche Auto-Arroganz eben.

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Alexander Wüstner
Alexander Wüstner
5 Jahre zuvor

Der ID.4 zieht nen Hänger.. ne Yacht habe ich nicht und will ich nicht.. es wird immer weniger geben was dagegen spricht ein e Auto zu fahren.. Wichtig ist die Wirtschaftlichkeit in der Breite. Das mit der Ladeinfrastruktur bekommt man auch hin.

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Gast
Gast
5 Jahre zuvor

Ich frage mich echt, wo die ganzen, vielen E-Autos rumfahren. Hab im letzten halben Jahr weder in unserer Gegend, noch im Urlaub in MC POMM ein einziges gesehen.
Wenn ich Auto fahre, will ich fahren und nicht sinnlos rumstehen und Ladesäulen suchen. Bei 1 Euro Dieselkosten, spart man eh nix, zumal der Strom immer teurer wird. Ein Produkt, das nur wegen staatlicher Stütze gekauft wird, ist nur eine Übergangslösung, um CO2 – Besteuerung zeitweise zu umgehen. In absehbarer Zeit werden E-
Fahrer genauso abgezogen, wie Verbrennerfahrer. Verkaufspreismäßig ja jetzt schon. Eine häßlich ID3-Plastebilligkiste a la Trabbi für 45000! Wo will der Staat denn die fehlenden Milliarden hernehmen? Der E-Hype ist bald vorbei, wenn Wasserstoff und alternative Treibstoffe großserienreif sind. Die ID-Serie wird dann bald zum Ladenhüter und Geldgrab.
Und wo bleiben dann die anfallenden Gebrauchten mit schwachen Batterien? Wer kauft sowas?

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Chris
Chris
5 Jahre zuvor

Wenn endlich Mal ein ordentlicher Aufschlag auf den Spritpreis kommt dreht sich das Blatt wieder. Um Idealfall wird damit die EEG Umlage gesenkt und der Strom günstiger. Mit meiner PV Anlage auf dem Dach kann ich sowieso deutlich günstiger laden…
Für Wasserstoff und alternative Kraftstoffe wird so viel Energie benötigt, das wird sich für den PKW nie lohnen. Batterien werden immer billiger und der e Antrieb ist sowieso viel günstiger.
Gemäß den Berichten älterer Teslas fahren auch diese Autos einiges an km ohne dass die Batterie sonderlich schlapp macht.

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Egon Meier
Egon Meier
5 Jahre zuvor

@Gast
„Ich frage mich echt, wo die ganzen, vielen E-Autos rumfahren. Hab im letzten halben Jahr weder in unserer Gegend, noch im Urlaub in MC POMM ein einziges gesehen.“
Es sind gar nicht so viele und in McPomm extra wenig.
Bislang war der Anteil an den Neuzulassungen nur wenige % – das geht jetzt gerade mal auf 5.
Wenn man bedenkt, dass pkw im Schnitt 20 Jahre genutzt werden und 6 jahre alte Wagen noch wie neu aussehen .. dann fallen die wenigen neue BEv kaum auf. Vor allem erkennt man sie meist nicht denn zoe und e-golf, e-upmigo usw sehen aus wie ganz normale Verbrenner. Die einzigen, die ins Auge springen sind i3 und die Teslas.

@günter Hammer
„ohne Anhängelast kommt ein Elektroauto nicht in Frage!“
dann kauf dir eins .. ich habe mir eines bestellt und das hat 1000 kg Anhängelast. Deshalb habe ich meine ID.3-Reservierung storniert und einen enyaq bestellt.
Wo ist das Problem. Ausstattungsbereinigt ist er nur minimal teurer.

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Mirko
Mirko
5 Jahre zuvor

Ich höre immer nur E- Subventionen! Schon mal was von Subvention beim Diesel gehört! Und das seit Jahrzehnten (in diesem Jahr in Höhe von ca. 10 Milliarden). Und ich fahre keines von Beiden.

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Robert
Robert
5 Jahre zuvor

@Gast
also ich sehe hier in Augburg nahezu jeden Tag E-Autos rumfahren, und so ziemlich viele verschiedene z.B. Tesla Model S,X,3, BMW I3, E-Golf, ID3, Renault Zoe, Mercedes EQC, Nissan Leaf II, Peugeot 2008, Kia E-Soul, Hyundai Ionic & Kona, Opel Corsa E.

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KaiGo
KaiGo
5 Jahre zuvor

@Gast: Das mit dem Spritpreis ist eine aktuelle Moment aufnahme geschuldet durch COVID-19. Wenn ich mal das Gedächtnis auffrischen darf: Anfang 2020 (DIESES JAHR) for COVID-19 ging der Diesel Preis so langsam in Richtung 1,30€. Unter 1,20€ konnte man eigentlich nicht mehr tanken. Das sind mal locker flockige 20% mehr wie aktuell. Sogar mehr. Habe gestern für 0,97€ getankt (wir haben noch einen 1 Jahr alten eGolf als Zweitwagen). Super lag Anfang des Jahres bei knapp 1,40€. Man sollte sich also mal überlegen, wo die Spritpreise ohne Corona-Krise heute wären. Meine Vermutung: Diesel bei rund 1,30€ und Super über 1,40€. Dann sieht die Rechnung wieder anders aus. Auf der anderen ist der Strom in Deutschland auch schlicht zu teuer. Das DC laden mehr kostet, alles gut, solange es nicht in Abzocke endet. Es kommt zwar derselbe Strom aus der Steckdose, aber die Technik dahinter kostet auch.

Dann kommt das Thema Anhänger ja immer wieder und wieder und wieder. Scheint für viele Leute wohl wichtig zu sein. Und dann kommt aber auch sofort die Behauptung Elektroautos hätten keine Anhängelast. Das ist schlicht falsch. Klar gibt es Elektroautos mit Anhängelast. etron, EQC, iPace, Model S(?), Model X, Model 3. Demnächst: Model Y, ID4, Enyag, iX3, Audi Q4 etron. Wahrscheinlich habe ich noch welche vergessen. Meist sind das halt aktuell noch SUVs und nicht für 30.000€ zu haben. Stimmt. Aber es gibt solche Autos. Und für Gartenabfälle & Co kann es mir auch völlig egal sein, ob die Reichweite dann in die Knie geht. Wie weit fährt man denn mit dem Grünschnitt hinten drauf? Bis zur nächsten Deponie, die sicherlich keine 300km weit weg ist. Wenn ich jetzt ne Yacht durch die Gegend ziehen, dann kauf man sicht halt nen Verbrenner. Meine Güte.

Und vielleicht fahren noch nicht so viele e-Autos rum. Aber selbst mir hier in Südniedersachsen begegnen regelmäßig doch einige: eGolf, eUp, Telsa, Kona. Die typischen Modelle halt. Wie schon ein Vorredner geschrieben hat: manchen Fallen nicht auf. Der eGolf und eUp sind von den Verbrenner nur durch das Tagfahrlicht zu unterschieden. Der Kona vom Verbrenner nur durch den geschlossenen Kühlergrill.

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Christian Eiber
Christian Eiber
5 Jahre zuvor

Habe jahrelang nur Diesel in Form von BMW X5 oder X6 gefahren. Habe seit einem Jahr einen BMW i3 als Zweitwagen … und was soll ich sagen: Bin mittlerweile in eineinhalb Jahren über 33.000 km elektrisch gefahren und bin begeistert. Der X5 steht nur noch rum und wird nur benötigt, wenn ich die AHK brauche. So kostengünstig bin ich noch nie Auto gefahren: für die 33.000 km hab ich nur ca. 450 € Stromkosten bezahlt, den Rest habe ich kostenlos bei ALDI und Co. oder über die eigene Photovoltaik geladen. Keine Kfz-Steuer, günstige Vollkasko-Versicherung. Habe damit schon Strecken wie München-Hannover oder Nürnberg-Prag zurückgelegt – ohne Probleme und völlig entspannt … beim X5 fahre ich immer volles Rohr und bin am Ende ziemlich gestresst. Habe aufgrund der guten Erfahrungen mit dem i3 nun einen BMW iX3 bestellt (mit AHK für den Fahrradträger). Ab Januar gibt es laut meinem Energierversorger bei uns ab Steckdose nur noch Ökostrom, dann wird auch die Ökobilanz automatisch besser. Bin gespannt, wie das alles weiter geht – freu mich drauf.

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Hans C. T.
Hans C. T.
5 Jahre zuvor

Ja Du hast Polestar 2 und Volvo XC 40 Electric vergessen, die ziehen beide 1600kg.

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Johannes
Johannes
5 Jahre zuvor

„In absehbarer Zeit werden E-Fahrer genauso abgezogen, wie Verbrennerfahrer“
– Anwohnerparken (10 m²) in knapper Innenstadtlage: 20€ im Jahr
– Atmosphäre als Müllhalde benutzen: kostenlos (noch!)
– Anwohner mit Lärm terrorisieren: kostenlos
– Zu schnell fahren: Strafen auf Portokasseniveau

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Heinrich Mauermann
Heinrich Mauermann
5 Jahre zuvor

Fahren sie bitte mit 2 kleinen Kindern und Wohnwagen von Deutschland mit einem E-Auto an die Mittelmeerküste. Mich würde es interessieren was ihre Kinder machen, wie lange haben sie gebraucht und wie hoch waren die Stromkosten. Dann noch wieviel umweltfreundliche Kilometer Umweg sie gefahren sind.
Bis jetzt hat sich noch keiner getraut einen solchen Test zu machen.

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