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Autonomes Fahren, neue Modelle: Die Zukunft von Volkswagen Nutzfahrzeuge

Felix KatzbyFelix Katz
29. März 2023
Lesedauer: 4 Minuten
Felix KatzbyFelix Katz
29. März 2023
Lesedauer: 4 Minuten

© Abbildung(en): Volkswagen Nutzfahrzeuge

Home Automobilindustrie

Im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz Ende März hat Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) seine positiven Bilanzen von 2022 veröffentlicht. Zudem hat CEO Carsten Intra einen 10-Punkte-Plan vorgestellt, der einen Ausblick darauf gibt, welche Modelle in den nächsten Monaten auf uns zu rollen: der ID.Buzz mit langem Radstand und als GTX, der Caddy mit Plug-in-Hybrid-Antrieb, ein Transporter im Ein-Tonnen-Ladesegment und ein neuer California auf Multivan-Basis. Der Fokus des Nutzfahrzeugherstellers liege auf autonomem Fahren und Nachhaltigkeit.

Die weltweiten Fahrzeugauslieferungen von VWN gingen 2022 zwar auf 328.600 (Vorjahr: 359.500) zurück, dennoch stiegen die Marktanteile laut Volkswagen Nutzfahrzeuge in den wichtigsten Regionen deutlich an: in Europa beispielsweise um 1,5 Prozentpunkte auf mittlerweile fast 13 Prozent. Insbesondere im Heimatmarkt Deutschland soll der Marktanteil auf über 23 Prozent gestiegen sein, ebenfalls die Auslieferungen auf mehr als 98.000 Fahrzeuge – ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent. Dank des Marktstarts des ID.Buzz und der Cargo-Variante habe VWN die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge auf 7500 Stück steigern können – das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. „Der Auftragsbestand erreichte im Jahr 2022 ein Rekordhoch von knapp 300.000 Fahrzeugen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Autonomes Fahren und neue Modelle: So sieht die Zukunft von Volkswagen Nutzfahrzeuge aus
Der elektrische Bulli ID.Buzz markiert bei VWN den Meilenstein zur elektrischen Transformation | Bild: VWN

Elektrischer Bulli ID.Buzz sorgt für Aufschwung

Der Umsatz stieg nach eigenen Angaben im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 15 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kletterte auf 529 Millionen Euro. „Nehmen wir die beiden Jahre 2021 und 2022 zusammen, beträgt unser Ergebnis-Turnaround insgesamt rund eine Milliarde Euro“, sagte Finanzvorstand Michael Obrowski. Auch die Umsatzrendite soll 2022 deutlich auf 4,6 Prozent gesteigert worden sein und werde bereits in diesem Jahr die Fünf-Prozent-Marke überschreiten. Obrowski erklärte die starken Zahlen „mit positiven Effekten aus dem Produktmix sowie dem anhaltenden Trend zu höherwertigen und margenstarken Modellen“. Weiterhin sollen vor allem die anhaltende Kostendisziplin und das gute Gebrauchtwagen- und After-Sales-Geschäft zum Ergebnis beigetragen habe. Der ID.Buzz und der neue Amarok werden für die kommenden Jahre wohl für weiteres Wachstumspotenzial sorgen, ist man sich in Hannover sicher. „Unser Ziel für das laufende Jahr ist es, den Netto-Cashflow auf mehr als 500 Millionen Euro positiv zu steigern“, erklärte Obrowski.

Bereits der Vorverkauf von ID.Buzz Pro und ID.Buzz Cargo lief 2022 mit mehr als 21.000 Bestellungen „äußerst erfolgreich“, wie VWN sagt. Stand heute sollen mehr als 32.000 Fahrzeuge verkauft worden sein. „Der ID.Buzz ist Technologie- und Sympathie-Träger in einem. Wo er auftaucht, drehen sich die Menschen nach ihm um und freuen sich sichtlich! Es ist diese Begeisterung unserer Kundinnen und Kunden, die VWN stark macht“, erklärt Carsten Intra. Mit der Weltpremiere und Markteinführung des neuen Amarok setze VWN die Erfolgsgeschichte seines Pick-ups fort. Auch hier sehe Intra großes Kundenpotenzial: „Dieses Fahrzeug hat auch wieder das Zeug, Kunden zu Fans zu machen.“

Autonomes Fahren und neue Modelle: So sieht die Zukunft von Volkswagen Nutzfahrzeuge aus
VWN-CEO Carsten Intra hat Grund zur Freude: 2022 lief gut, dieses Jahr soll noch besser werden | Bild: VWN

10-Punkte-Plan für das Jahr 2023

Für das laufende Jahr stellte Carsten Intra einen 10-Punkte-Plan vor, der mit konkreten Zielen und Maßnahmen auf die Unternehmensstrategie „Grip 2030“ einzahlt. Dazu gehöre unter anderem die weitere Elektrifizierung der Fahrzeugflotte von VWN. Im Sommer 2023 werde der ID.Buzz mit langem Radstand vorgestellt. Mit dieser Variante kehre der Bulli dann auf den nordamerikanischen Markt zurück. Außerdem werde der Caddy nach dem Multivan ebenfalls als Plug-in-Hybrid-Version angeboten. Künftig soll das Batterie-elektrische Angebot auch durch einen Transporter im Ein-Tonnen-Ladesegment aus der Ford-Volkswagen-Allianz bereichert werden. Den großen Erfolg seiner California-Modellpalette werde VWN mit weiteren digitalen Dienstleistungen und Services zu einem „California Universe“ ausbauen und so alle Maßnahmen rund um das Geschäft mit den Campingmodellen bündeln. Im Jahresverlauf werde VWN zudem die nächste California Generation auf Basis des Multivan vorstellen.

Die Umsetzung der Strategie Autonomes Fahren sei ein weiterer Schwerpunkt für 2023: Nachdem Volkswagen im letzten Jahr entschieden hat, nicht weiter in „Argo AI“ zur Entwicklung des autonomen Fahrens zu investieren, werde VWN mit einem neuen Partner seine ursprünglichen Planungen fortsetzen. „Das neue Self-Driving-System wollen wir noch im ersten Halbjahr vorstellen“, so Intra. Volkswagen Nutzfahrzeuge sei die Leitmarke für autonomes Fahren im Volkswagen-Konzern und damit auch verantwortlich für die Entwicklung der Businessfelder MaaS (Mobility as a Service) und TaaS (Transport as a Service). Im Jahr 2023 möchte VWN umfangreiche Testfahrten in München mit seinem neuen Partner umsetzen. In Hamburg werden erste Testkunden autonome Mobilitätsservices von Moia erproben können. „Die Serienversion unserer autonomen ID.Buzz-Fahrzeuge präsentieren wir Ihnen im Jahr 2025. Diese wird dann zuerst in Hamburg bei Moia eingesetzt. Weitere Städte in Deutschland und in den USA werden folgen“, teilt der CEO auf der Konferenz mit.

Zudem spiele Nachhaltigkeit eine noch größere Rolle als zuvor: „Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Punkt unseres Programms, sondern vielmehr die Grundlage all dessen, was wir tun“, so Intra. Dabei gehe das Nachhaltigkeitsverständnis der Marke weit über die CO2-Reduktion der Fahrzeugflotte hinaus: „Wir wollen aktiv unseren Beitrag leisten, zukünftigen Generationen eine intakte Grundlage zum Leben und Arbeiten zu übergeben. Das ist unsere Vision und unsere Verantwortung“, heißt es weiter. Im laufenden Jahr werde dieses Verständnis in eine umfangreiche „ESG“-Strategie für die Bereiche Umwelt (Environment), Soziales und Governance überführt. Carsten Intra fasst zusammen: „Wir sind Europas Top-Anbieter für Nutzfahrzeuge. Wir sind die Nummer eins für Familien und Freizeit. Und wir sind im riesigen Markt für autonome Mobilitätslösungen in der Pole Position. In einem Satz: VWN ist auf Kurs!“

Quellen: Volkswagen Nutzfahrzeuge – Pressemitteilung vom 23.03.2023

Felix Katz

Felix Katz

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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3 Comments
Marc
Marc
3 Jahre zuvor

Das ist wirklich interessant. Die doppelgleisige Strategie beim autonomen fahren wird also weiter fortgesetzt. Vor allen gut zu hören, dass das Projekt mit Moia weiter auf gutem Gleise ist. In diesem Bereich gab es ja letztens von der Konkurrenz eher heimlichen Abgesang für die nächsten Jahre.

Der ID.Buzz ist natürlich der Star. Ein Fahrzeug, dass den Leistern in unserer Gesellschaft einen sehr spät fünfstelligen Betrag aus dem Geldbeutel leiern wird. Besonders interessant wird, was bei der Kooperation mit vor Ort herauskommen wird. Denn in der Sprinterklasse wird das Geschäft der Zukunft gemacht.

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Hiker
Hiker
3 Jahre zuvor

Eigentlich sehe ich beim VAG Konzern nicht einmal einen Ansatz von Autonomen Fahrzeugen? Habe ich da etwas verpasst?

In den Foren liest man eigentlich nichts was darauf hindeutet, dass sich in absehbarer Zukunft etwas revolutionäres ereignen sollte.

Gänzlich fatal ist es weiter Hybrid und
Verbrennerfahrzeuge zu pushen. Die Tage der Verbrenner in den reicheren Idustriestaaten sind gezählt soviel steht fest.

Zu viele neue und auch durchaus interessante Elektrische Fahrzeuge stehen in den Startlöchern. Sie sind in praktisch allen Bereichen den Verbrennern überlegen.

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