Ab dem 1. Januar 2025 sollen in Hamburg nur noch lokal emissionsfreie Taxen und Mietwagen neu zugelassen werden. Diese Regelung ist Bestandteil des vor wenigen Tagen im Senat verabschiedeten Klimaschutzgesetzes. Sie soll auch für die Mietwagen gelten, die mit einem Chauffeur gebucht werden.
Gleichzeitig baut der Beschluss auf dem im April 2021 gestarteten Projekt Zukunftstaxi auf: In einem Bündnis mit der Branche fördert die Stadt den Umstieg auf lokal emissionsfreie Taxen finanziell. Fuhren vor Beginn des Projektes ganze fünf E-Taxen in Hamburg, sind es heute schon mehr als 350. Ab sofort sind auch 25 wasserstoffbetriebene Toyota Mirai als Taxis in der Hansestadt unterwegs.
Übergeben wurde die Flotte vom Autohaus S+K an Hamburgs größtes Taxiunternehmen: Best Taxi. An der Übergabe der Brennstoffzellenlimousinen nahmen unter anderem Anjes Tjarks (Bündnis 90/Die Grünen), Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Ali Simsek, Mitglied des Hamburger Senats (SPD), Alexander Mönch, Präsident der DACH-Region bei Free Now, Thomas Schalberger, General Manager Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der der Toyota Deutschland GmbH sowie Mathias Süchting und Carsten Schulz aus der Geschäftsführung des Autohaus S+K teil.
„In einer Großstadt wie Hamburg ist das Taxigewerbe ein wichtiger Treiber hin zu einer nachhaltigen Mobilität und wir freuen uns, unseren Beitrag zu dieser Entwicklung leisten zu können“, sagt Carsten Schulz, Geschäftsführer des Autohauses S+K. „Taxis sind ständig im Einsatz und legen jeden Tag viele Kilometer zurück. Der Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb ist dabei eine besonders nachhaltige und praktikable Lösung, die auch zur Verbesserung der Luftqualität in der Stadt beiträgt.“
Der Toyota Mirai bietet in zweiter Modellgeneration eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern und kann in nur wenigen Minuten aufgetankt werden. Unter der Haube des Mirai wandelt eine Brennstoffzelle den Wasserstoff in elektrische Energie um, die wiederum einen 130 kW (182 PS) starken Elektromotor antreibt. Als Emission entsteht während der Fahrt lediglich Wasserdampf. Damit verbindet der Mirai Praxisvorteile bei Reichweite und Tanken mit einem CO2- und schadstofffreien Antrieb und einem elektrischen Fahrgefühl.
„Wir besitzen 150 Taxen, verteilt auf drei Firmen. Bereits jetzt unterstützen wir mit 40 emissionsfreien Taxen das Projekt Zukunftstaxi Hamburg. Dieses erweitern wir mit der Inbetriebnahme der 25 wasserstoffbetriebenen Taxen auf dann insgesamt 65 emissionsfreie Taxen“, so Bülent Aktas und M. R. Safar Nejad, Geschäftsführende Gesellschafter von Best Taxi. Ihr Ziel sei es, bis Ende des Jahres den kompletten Fuhrpark emissionsfrei zu machen: „Bestellt sind weitere 34 rein elektrisch betriebene Inklusionstaxen für die Rollstuhlbeförderung“. Die beiden Unternehmer sehen noch Nachholbedarf an manchen Stellen: „Die Ladeinfrastruktur für Taxen muss ausgeweitet werden und es müssen weitere Wasserstofftankstellen gebaut werden“, teilen sie mit. „Auf unsere Pionierarbeit mit den ersten Wasserstoff-Taxen in unserer Stadt Hamburg sind wir besonders stolz und hoffen auf weitere Unterstützung der Hansestadt Hamburg.“
25.000 Tonnen CO2 weniger
Hamburg nimmt mit seiner Elektroflotte laut eigener Aussage bundesweit die alleinige Spitzenposition ein. Seit Projektbeginn seien bereits mehr als 2000 Tonnen CO2 eingespart worden, bei Umstellung der ganzen Flotte läge die jährliche Einsparung sogar bei 25.000 Tonnen. Und erste Untersuchungen zeigen: Der laufende Betrieb funktioniert. Es werden bei den E-Taxen mindestens genauso viele Fahrten gefahren wie mit Verbrennern, die Länge der Schichtzeiten unterscheiden sich trotz der Ladeprozesse kaum. Bei den laufenden Kosten seien E-Taxen zudem deutlich günstiger. Ganz im Geist des Projektes Zukunftstaxi soll auch die komplette Umstellung im Schulterschluss mit der Branche umgesetzt werden. Eine Befragung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften zeigt: Die große Mehrheit der Hamburger Taxenunternehmen befürwortet den Umstieg – fordert aber auch eine breite Palette geeigneter Fahrzeuge und ausreichende Lademöglichkeiten.
Die Stadt Hamburg hat im Rahmen des Projekts Zukunftstaxi zusätzlich zur Bundesförderung seit April 2021 zwei Förderstufen zum Ausgleich des derzeit noch bestehenden Mehraufwands für insgesamt 460 E-Taxen (davon 60 E-Inklusionstaxen für die Rollstuhlbeförderung) gestartet. Noch in diesem Frühjahr soll ein weiteres Förderprogramm im Umfang von einer Million Euro aufgelegt und damit 360 E-Taxen sowie 5 spezielle E-Inklusionstaxen unterstützt werden. Der Hochlauf der E-Taxen wird zudem durch die Schaffung von zunächst 40 neuen E-Taxenständen mit dann 80 für die Taxen exklusiven HPC-Schnellladepunkten unterstützt.
Quelle: Hamburg.de – Pressemitteilung vom 16.02.2023 / Toyota – Pressemitteilung vom 16.02.2023
Das ideale Taxi, bestimmt nicht durch Lobbyarbeit initiiert ;-)
Zitat ADAC:
„Im Fond – der alte Mirai war ein Viersitzer – finden nun auch drei Erwachsene Platz. Allerdings nicht gerade viel: Die Platzverhältnisse hinten sind für eine Limousine der oberen Mittelklasse vergleichsweise bescheiden. Die nach hinten stark abfallende Dachlinie limitiert den Platz auf rund 1,80 Meter große Personen. Erstaunlich: Obwohl die Außenlänge und auch der Radstand im Vergleich zum Vorgänger deutlich größer sind, fällt die Beinfreiheit nun deutlich geringer aus. Das Raumempfinden ist aufgrund der niedrigen Dachlinie, der hohen Seitenlinie und dem infolge des Wasserstofftanks sehr breiten und hohen Mitteltunnel merklich eingeschränkt. Vorne geht es zwar etwas luftiger zu, die Einschränkungen sind aber auch hier zu spüren. Der Kofferraum fällt für eine Limousine der oberen Mittelklasse mit 350 Litern vergleichsweise klein aus. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Volumen aufgrund der starren Rückbank nicht erweitern lässt.“
Ich vermute diese FCEV-Taxen brauchen während der gesamten Nutzungsdauer Subventionen, damit sie sich für die Taxi-Unternehmen auch rechnen – hier wären BEV-Taxen wohl deutlicher günstiger.
Aber was soll man den FCEV-Gläubigen und -Lobbyhörigen auch sagen? – es trifft ja keine armen Leute.
Letzte Zuckungen eines H2-Fördermittel-getriebenen Wasserstoff-Einsatzes in Pkws.
Wo kommt den der grüne Wasserstoff her???
Pferd ist gestorben, jetzt bitte absteigen!
Es findet sich immer noch ein *****, der zwanghaft Geld versenken möchte und ökologisch weder denken noch rechnen kann. [Edit: Keine Schimpfworte, danke. / Michael]
Ich bin ab sofort wieder öfter im Taxifahrer Forum. Mal sehen, ob einer der Fahrer was über seinen Mirai erzählt.
Es gibt in Hamburg lt. Artikel mehr als 350 E-Taxis. Also offenbar sind diese Fahrzeuge durchaus geeignet, die hohen Anforderungen zu erfüllen – im Gegensatz zum Privat-PKW oder sonstigen Firmenwagen ist ein Taxi möglichst 24 Stunden pro Tag unterwegs!
Wozu dann Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb?
Etwa nur, um fette Förderung abzugreifen?
Ja sicher, deshalb wird die Zahl aktuell ja noch auf 700 erhöht! Ein erheblicher Ausbau der Lademöglichkeiten spez. für Taxen scheint mir aber erforderlich!